28.10.26
17:18
Reuters
* Europas Banken im Fokus - Brasilien-Geschäft belastet Santander
* Symrise vergrault Anleger mit Wachstums- und Margenprognose
* Angriff auf größte Raffinerie Saudi-Arabiens stützt Ölpreis
| (Neu: Schlusskurse) |
| Frankfurt, 28. Okt (Reuters) - Eine Flut von |
| Firmenbilanzen und steigende Ölpreise haben die Anleger an den |
| europäischen Aktienmärkten am Mittwoch vorsichtig gestimmt. Der |
| Dax(.GDAXI) stieg um 0,4 Prozent auf 25.704 Punkte, der |
| EuroStoxx50(.GDAXI) notierte 0,1 Prozent höher. Die US-Börsen |
| fanden bis zum Handelsschluss in Europa keine gemeinsame |
| Richtung. "Trotz der Fülle an marktbewegenden Ereignissen dürfte |
| vorerst Vorsicht dominieren, da viele Anleger vor den |
| richtungsweisenden Unternehmens- und Zentralbankentscheidungen |
| größere Positionierungen scheuen", kommentierten die Experten |
| der LBBW. |
Die eigentliche Bewährungsprobe stehe den Aktienmärkten erst am Abend bevor, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den anschließenden Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft träfen gleich zwei entscheidende Einflussfaktoren aufeinander.
Nach der ersten Zinserhöhung seit rund drei Jahren dürfte die US-Notenbank Federal Reserve nun die Füße stillhalten. Sie wird den Leitzins nach Ansicht vieler Experten in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Die hohe Inflation aufgrund steigender Energiekosten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt spricht aber grundsätzlich für eine straffere Geldpolitik. Anleger blicken daher gespannt auf die Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh und den geldpolitischen Ausblick.
Für Nervosität sorgten auch die steigenden Energiepreise. Ein Angriff auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien trieb die Preise für die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und das US-Leichtöl WTI(CLc1) um 2,2 beziehungsweise 3,6 Prozent nach oben. Der europäische Gaspreis sprang erstmals seit Dezember 2022 über die Marke von 100 Euro je Megawattstunde (MWh). Grund sind Sorgen vor Lieferengpässen bei Flüssiggas (LNG) wegen Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten.
Die laufende Berichtssaison lieferte hierzulande ein gemischtes Bild. "Die Anleger unterscheiden zunehmend zwischen Unternehmen, die ihre hohen Erwartungen erfüllen können, und solchen, bei denen die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits deutliche Spuren hinterlassen", sagte Lipkow. Die größten Gewinner im Dax waren die Titel der Deutschen Bank(DBKGn.DE), die um knapp vier Prozent zulegten. Gut an kam vor allem der Ausblick: Im Gesamtjahr könnte das Geldhaus bei den Erträgen besser abschneiden als ursprünglich angekündigt und mittelfristig profitabler arbeiten als angenommen.
In Madrid fielen die Aktien von Santander(SAN.MC) trotz eines besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinns um rund 5,7 Prozent. Anleger konzentrierten sich bei den Zahlen auf schwächere Ergebnisse des Instituts in Brasilien, sagten Börsianer. Der Gewinn in dem für Santander zweitgrößten Markt sank aufgrund höherer Wertberichtigungen um 15 Prozent. Der europäische Bankenindex(.SX7P) notierte ebenfalls schwächer. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Banken operativ gut aufgestellt sind", sagte Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei Swissquote.
Die Aktien des Duft- und Aromenherstellers Symrise(SY1G.DE) rutschten trotz eines beschleunigten Umsatzwachstums im dritten Quartal um mehr als zehn Prozent ab. Das Unternehmen erwartet die bereinigte operative Marge (Ebitda) wegen erhöhter Investitionen in der unteren Hälfte der Spanne von 21,5 bis 22,5 Prozent. Die starken Zahlen des Schweizer Rivalen Givaudan(GIVN.S) Mitte Oktober hatten Experten zufolge die Erwartungen der Anleger an Symrise in die Höhe getrieben.
Im Rampenlicht stand zudem der Börsengang von TK Accelis(TKCC.DE). Experten sprachen von einem verhaltenen Debüt des von Thyssenkrupp(TKAG.DE) abgespaltenen Werkstoffhändlers, dessen Börsenwert die Erwartungen von Analysten nicht ganz erfüllte. Die Papiere schlossen rund 1,9 Prozent tiefer bei 27,28 Euro. Abspaltungsbedingt gingen die Papiere des Mutterkonzerns rund 17 Prozent schwächer aus dem Handel.
(Bericht von Anika Ross, Sanne Schimanski, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Angriff auf größte Raffinerie Saudi-Arabiens stützt Ölpreis
Frankfurt, 28. Okt (Reuters) - Eine Flut von Firmenbilanzen und steigende Ölpreise haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch vorsichtig gestimmt. Der Dax(.GDAXI) stieg um 0,4 Prozent auf 25.704 Punkte, der EuroStoxx50(.GDAXI) notierte 0,1 Prozent höher. Die US-Börsen fanden bis zum Handelsschluss in Europa keine gemeinsame Richtung. "Trotz der Fülle an marktbewegenden Ereignissen dürfte vorerst Vorsicht dominieren, da viele Anleger vor den richtungsweisenden Unternehmens- und Zentralbankentscheidungen größere Positionierungen scheuen", kommentierten die Experten der LBBW.
Die eigentliche Bewährungsprobe stehe den Aktienmärkten erst am Abend bevor, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den anschließenden Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft träfen gleich zwei entscheidende Einflussfaktoren aufeinander.
Nach der ersten Zinserhöhung seit rund drei Jahren dürfte die US-Notenbank Federal Reserve nun die Füße stillhalten. Sie wird den Leitzins nach Ansicht vieler Experten in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Die hohe Inflation aufgrund steigender Energiekosten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt spricht aber grundsätzlich für eine straffere Geldpolitik. Anleger blicken daher gespannt auf die Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh und den geldpolitischen Ausblick.
Für Nervosität sorgten auch die steigenden Energiepreise. Ein Angriff auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien trieb die Preise für die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und das US-Leichtöl WTI(CLc1) um 2,2 beziehungsweise 3,6 Prozent nach oben. Der europäische Gaspreis sprang erstmals seit Dezember 2022 über die Marke von 100 Euro je Megawattstunde (MWh). Grund sind Sorgen vor Lieferengpässen bei Flüssiggas (LNG) wegen Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten.
Die laufende Berichtssaison lieferte hierzulande ein gemischtes Bild. "Die Anleger unterscheiden zunehmend zwischen Unternehmen, die ihre hohen Erwartungen erfüllen können, und solchen, bei denen die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits deutliche Spuren hinterlassen", sagte Lipkow. Die größten Gewinner im Dax waren die Titel der Deutschen Bank(DBKGn.DE), die um knapp vier Prozent zulegten. Gut an kam vor allem der Ausblick: Im Gesamtjahr könnte das Geldhaus bei den Erträgen besser abschneiden als ursprünglich angekündigt und mittelfristig profitabler arbeiten als angenommen.
In Madrid fielen die Aktien von Santander(SAN.MC) trotz eines besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinns um rund 5,7 Prozent. Anleger konzentrierten sich bei den Zahlen auf schwächere Ergebnisse des Instituts in Brasilien, sagten Börsianer. Der Gewinn in dem für Santander zweitgrößten Markt sank aufgrund höherer Wertberichtigungen um 15 Prozent. Der europäische Bankenindex(.SX7P) notierte ebenfalls schwächer. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Banken operativ gut aufgestellt sind", sagte Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei Swissquote.
Die Aktien des Duft- und Aromenherstellers Symrise(SY1G.DE) rutschten trotz eines beschleunigten Umsatzwachstums im dritten Quartal um mehr als zehn Prozent ab. Das Unternehmen erwartet die bereinigte operative Marge (Ebitda) wegen erhöhter Investitionen in der unteren Hälfte der Spanne von 21,5 bis 22,5 Prozent. Die starken Zahlen des Schweizer Rivalen Givaudan(GIVN.S) Mitte Oktober hatten Experten zufolge die Erwartungen der Anleger an Symrise in die Höhe getrieben.
Im Rampenlicht stand zudem der Börsengang von TK Accelis(TKCC.DE). Experten sprachen von einem verhaltenen Debüt des von Thyssenkrupp(TKAG.DE) abgespaltenen Werkstoffhändlers, dessen Börsenwert die Erwartungen von Analysten nicht ganz erfüllte. Die Papiere schlossen rund 1,9 Prozent tiefer bei 27,28 Euro. Abspaltungsbedingt gingen die Papiere des Mutterkonzerns rund 17 Prozent schwächer aus dem Handel.
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