31.07.26
12:57
Reuters
* Dax schnuppert an Rekorden
* Berichtssaison liefert Impulse
* US-Arbeitsmarkt am Freitag
- von Anika Ross
Frankfurt, 31. Jul (Reuters) - Ein Comeback von Technologieaktien und eine starke Bilanzsaison könnten den Dax(.GDAXI) in der neuen Woche auf frische Rekorde treiben. Während die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die hohen Ölpreise die Stimmung seit Monaten trüben, brachten starke Zahlen von Tech-Konzernen wie Microsoft(MSFT.O) den Investoren das Vertrauen in die KI-Investitionsstory zuletzt zurück. Auf Wochensicht steuerte der Dax per Freitagmittag ein Plus von rund 2,5 Prozent an und rückte bis auf wenige Punkte an sein Rekordhoch von 25.900,10 Punkten von Anfang Juli heran. Mit der Marke von 26.000 Punkten lockt zudem die nächste psychologisch wichtige Marke.
"Im Fokus stehen nun der US-Arbeitsmarkt, die weitere Entwicklung im Nahen Osten und die Frage, ob Technologieaktien ihre jüngste Erholung fortsetzen können", sagt Daniela Hathorn, Marktanalystin bei capital.com. Die Berichtssaison zeige, dass Anleger Unternehmen belohnen, die KI-Investitionen in greifbares Wachstum umwandeln können. "Gleichzeitig bleiben sie bei steigenden Investitionsausgaben ohne klar erkennbare Rendite skeptisch."
In der ersten Augustwoche stehen mit Palantir Technologies(PLTR.O), AMD(AMD.O) und Super Micro Computer(SMCI.O) weitere US-Techbilanzen auf dem Prüfstand. Bei den deutschen Unternehmen legen unter anderem Bayer(BAYGn.DE), Deutsche Lufthansa(LHAG.DE), Infineon(IFXGn.DE), Deutsche Telekom(DTEGn.DE) und Munich Re(MUVGn.DE) Zahlen vor.
Das Zünglein an der Waage für die Aktienmärkte könnten erneut die Bewegungen an den Rohstoffbörsen sein. Denn nach wie vor ächzen Verbraucher und Unternehmen unter den hohen Energiepreisen. Die Nahost-Krise hat die Preise für Rohöl im Juli um rund 20 Prozent nach oben getrieben - der stärkste Monatszuwachs seit März. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Rohöl und Flüssigerdgas transportiert wird, ist nach wie vor weitgehend blockiert. Saudi-Arabien strebt nun die Führung einer Koalition mehrerer Länder an, um die militärische Zusammenarbeit in der Meerenge von Bab al-Mandab, im Roten Meer und im Golf von Aden zu stärken – allesamt wichtige Routen für die Energieversorgung. Angesichts der unübersichtlichen Lage und fehlender klarer Deeskalationssignale dürfte der Ölpreis vorerst hoch bleiben, sagen die Strategen der Commerzbank. "Die letzten Wochen haben jedoch gezeigt, dass bereits eine sich abzeichnende Entspannung den Preis deutlich unter Druck setzen kann."
Ein Damoklesschwert für die Konjunktur im Euroraum und in Deutschland seien die hohen Energiepreise, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. "Sie können den positiven Wachstumstrend sehr schnell wieder abwürgen." Wie die anhaltende Inflation sich auf die Stimmung in der Wirtschaft auswirkt, dürften die Daten zu den europäischen und deutschen Einkaufsmanagerumfragen für Juli am Montag und Mittwoch zeigen. Auch die deutschen Produktionszahlen und Auftragseingänge sollten signalisieren, ob sich eine Belebung der Industrie in den Zahlen niederschlägt. In Asien richtet sich die Aufmerksamkeit auf China, wo die Einkaufsmanagerindizes für Juli veröffentlicht werden. Am Freitag folgt die Handelsbilanz.
In den USA stehen neben den ISM-Indizes die Arbeitsmarktdaten am Freitag im Fokus. Am Mittwoch dürfte der Bericht des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP einen Vorgeschmack liefern. "Äußerst schwache Arbeitsmarktzahlen stünden einem möglichen Leitzinserhöhungsschritt tendenziell entgegen", heißt es bei der LBBW. Die jüngste Fed-Sitzung lasse sich durchaus so interpretieren, dass sich die Stimmung bei den US-Währungshütern hin zu einer weiteren Straffung drehe, sagt Carsten Klude von MM Warburg. Dagegen spreche aber, dass Notenbank-Chef Kevin Warsh bewusst kein Zeichen in diese Richtung gesetzt habe. Er könnte folglich für die Rückführung der Inflation auf zwei Prozent zusätzliche Zinserhöhungen derzeit nicht für erforderlich halten. "Ohne das Sicherheitsnetz einer klaren Notenbankkommunikation wird die Volatilität an den Aktienmärkten wahrscheinlich zunehmen", sagt Klude.
(Redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
| 1 |
* * * *
Detaillierte Übersicht der zur Veröffentlichung anstehenden Geschäftszahlen und anderen Unternehmensveranstaltungen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
| [EURO/DJSTX] | Geschäftszahlen der Stoxx600-Unternehmen |
| [SP500/WK] | Geschäftszahlen der S&P500-Unternehmen in der |
| kommenden Woche | |
| [WEU/MEET] | Hauptversammlungen und andere Veranstaltungen |
| westeuropäischer Unternehmen | |
| [US/MEETM] | Hauptversammlungen und andere Veranstaltungen |
| der S&P500-Unternehmen in der kommenden Woche | |
* * * *
Weitere Nachrichten, Kurse und Indikationen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
Menüseiten des deutschsprachigen Reuters-Dienstes (NACHRICHTEN)
| [.FDE][.CDE] | Übersicht deutschsprachiger | Nachrichten von den | |||
| [.TDE][.NDE] | Finanzmärkten | ||||
| [STX-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | den | |||
| Aktienmärkten | |||||
| [GVD-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | den | |||
| Anleihemärkten | |||||
| [FRX-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | den | |||
| Devisenmärkten | |||||
| (G7TODAY) | Übersicht aktueller | Konjunkturdaten aus allen | |||
| G7-Staaten | |||||
| (ECON) | Übersicht aktueller | Konjunkturdaten aus den | |||
| G7-Staaten, der Euro-Zone und der | Schweiz | ||||
| [ECI-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur Konjunktur | ||||
| aus | aller Welt | ||||
| [US-ECI-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | ||||
| US-Konjunkturindikatoren | |||||
| [BOJ-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur Bank of Japan | ||||
| [ECB-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur EZB | ||||
| [FED-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur Fed | ||||
| (ESZB/BBK) | Bundesbank, eigene Seiten | ||||
| (.GDAXI) | - Frankfurter Dax-Index 30 Werte | ||||
| (.MDAXI) | - Frankfurter MDax-Index 50 Werte | ||||
| (.GDAXHI) | - Frankfurter Dax-Index 100 Werte | ||||
| (.TECDAX) | - Frankfurter Wachstumswerte | ||||
| (.MCAPM) | - Frankfurt MidCap-Index | ||||
| (.CDAXX) | - Frankfurter Composite-Dax | ||||
| (.SDAXI) | - Frankfurter Kleinwerteindex | SDax | |||
| (0#.GDAXI) | - Alle Dax-Werte im Überblick | ||||
| (0#.MDAXI) | - Alle MDax-Werte im Überblick | ||||
| (0#.TECDAX) | - Alle TecDax-Werte im Überblick | ||||
| (0#.TECALL) | - Alle Technologiewerte im | Überblick | |||
| (0#CDAX.DE) | - CDAX Branchenindizes (Xetra) | ||||
| (0#FDX:) | - Eurex DAX-Future | ||||
| (.V1XI) | - Dax-Volatilitätsindex | ||||
| Marktübersicht: | Präsenzbörse | Xetra | |||
| Top Ten Umsatz | (.AV.F) (.AV.DE) | ||||
| Top Ten Kursbewegungen | (.AT.F) | (.AT.DE) | |||
| Börsenstatistik | Dax | (.ADD.F) | (.ADD.DE) | ||
| Börsenstatistik | MDax | (.AD.F) (.AD.DE) | |||
| Größte Kursgewinner Dax | (.PG.DAX) | (.PG.GDAXI) | |||
| Größte Kursverlierer Dax | (.PL.DAX) | (.PL.GDAXI) | |||
| Größte Kursgewinner MDax | (.PG.MDAX) | (.PG.MDAXI) | |||
| Größte Kursverlierer MDax (.PL.MDAX) (.PL.MDAXI) | 1 |
31.07.26
12:57
Reuters
Frankfurt, 31. Jul (Reuters) - Ein Comeback von Technologieaktien und eine starke Bilanzsaison könnten den Dax(.GDAXI) in der neuen Woche auf frische Rekorde treiben. Während die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die hohen Ölpreise die Stimmung seit Monaten trüben, brachten starke Zahlen von Tech-Konzernen wie Microsoft(MSFT.O) den Investoren das Vertrauen in die KI-Investitionsstory zuletzt zurück. Auf Wochensicht steuerte der Dax per Freitagmittag ein Plus von rund 2,5 Prozent an und rückte bis auf wenige Punkte an sein Rekordhoch von 25.900,10 Punkten von Anfang Juli heran. Mit der Marke von 26.000 Punkten lockt zudem die nächste psychologisch wichtige Marke.
"Im Fokus stehen nun der US-Arbeitsmarkt, die weitere Entwicklung im Nahen Osten und die Frage, ob Technologieaktien ihre jüngste Erholung fortsetzen können", sagt Daniela Hathorn, Marktanalystin bei capital.com. Die Berichtssaison zeige, dass Anleger Unternehmen belohnen, die KI-Investitionen in greifbares Wachstum umwandeln können. "Gleichzeitig bleiben sie bei steigenden Investitionsausgaben ohne klar erkennbare Rendite skeptisch."
In der ersten Augustwoche stehen mit Palantir Technologies(PLTR.O), AMD(AMD.O) und Super Micro Computer(SMCI.O) weitere US-Techbilanzen auf dem Prüfstand. Bei den deutschen Unternehmen legen unter anderem Bayer(BAYGn.DE), Deutsche Lufthansa(LHAG.DE), Infineon(IFXGn.DE), Deutsche Telekom(DTEGn.DE) und Munich Re(MUVGn.DE) Zahlen vor.
<h5 align=center> ÖL MIT GRÖSSTEM MONATSPLUS SEIT MÄRZ</h5> Das Zünglein an der Waage für die Aktienmärkte könnten erneut die Bewegungen an den Rohstoffbörsen sein. Denn nach wie vor ächzen Verbraucher und Unternehmen unter den hohen Energiepreisen. Die Nahost-Krise hat die Preise für Rohöl im Juli um rund 20 Prozent nach oben getrieben - der stärkste Monatszuwachs seit März. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Rohöl und Flüssigerdgas transportiert wird, ist nach wie vor weitgehend blockiert. Saudi-Arabien strebt nun die Führung einer Koalition mehrerer Länder an, um die militärische Zusammenarbeit in der Meerenge von Bab al-Mandab, im Roten Meer und im Golf von Aden zu stärken – allesamt wichtige Routen für die Energieversorgung. Angesichts der unübersichtlichen Lage und fehlender klarer Deeskalationssignale dürfte der Ölpreis vorerst hoch bleiben, sagen die Strategen der Commerzbank. "Die letzten Wochen haben jedoch gezeigt, dass bereits eine sich abzeichnende Entspannung den Preis deutlich unter Druck setzen kann." <h5 align=center> US-ARBEITSMARKT KÖNNTE ZINSSIGNALE SENDEN </h5> Ein Damoklesschwert für die Konjunktur im Euroraum und in Deutschland seien die hohen Energiepreise, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. "Sie können den positiven Wachstumstrend sehr schnell wieder abwürgen." Wie die anhaltende Inflation sich auf die Stimmung in der Wirtschaft auswirkt, dürften die Daten zu den europäischen und deutschen Einkaufsmanagerumfragen für Juli am Montag und Mittwoch zeigen. Auch die deutschen Produktionszahlen und Auftragseingänge sollten signalisieren, ob sich eine Belebung der Industrie in den Zahlen niederschlägt. In Asien richtet sich die Aufmerksamkeit auf China, wo die Einkaufsmanagerindizes für Juli veröffentlicht werden. Am Freitag folgt die Handelsbilanz. <p align=center><b>* * * *</p></b> <h5 align=center> WICHTIGE UNTERNEHMENSTERMINE:</h5> Detaillierte Übersicht der zur Veröffentlichung anstehenden Geschäftszahlen und anderen Unternehmensveranstaltungen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern: <p align=center><b>* * * *</p></b>In den USA stehen neben den ISM-Indizes die Arbeitsmarktdaten am Freitag im Fokus. Am Mittwoch dürfte der Bericht des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP einen Vorgeschmack liefern. "Äußerst schwache Arbeitsmarktzahlen stünden einem möglichen Leitzinserhöhungsschritt tendenziell entgegen", heißt es bei der LBBW. Die jüngste Fed-Sitzung lasse sich durchaus so interpretieren, dass sich die Stimmung bei den US-Währungshütern hin zu einer weiteren Straffung drehe, sagt Carsten Klude von MM Warburg. Dagegen spreche aber, dass Notenbank-Chef Kevin Warsh bewusst kein Zeichen in diese Richtung gesetzt habe. Er könnte folglich für die Rückführung der Inflation auf zwei Prozent zusätzliche Zinserhöhungen derzeit nicht für erforderlich halten. "Ohne das Sicherheitsnetz einer klaren Notenbankkommunikation wird die Volatilität an den Aktienmärkten wahrscheinlich zunehmen", sagt Klude.
(Redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Weitere Nachrichten, Kurse und Indikationen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
Menüseiten des deutschsprachigen Reuters-Dienstes (NACHRICHTEN)
Marktübersicht: Präsenzbörse Xetra
Größte Kursverlierer MDax (.PL.MDAX) (.PL.MDAXI)