29.10.26
17:33
Reuters
| * Bilanzen treiben Leitindex in die Höhe |
| * EZB-Chefin tritt im Februar vorzeitig ab |
| * Vonovia senkt Ziele für 2028 - Aktie unter Druck |
| (Neu: Schlusskurse) |
| Frankfurt, 29. Okt (Reuters) - Eine Reihe positiv |
| aufgenommener Bilanzen und die Zinspause der Europäischen |
| Zentralbank haben Europas Aktienanleger am Donnerstag in |
| Kauflaune versetzt. Der Dax(.GDAXI) gewann 1,3 Prozent auf |
| 26.039 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte 0,6 Prozent zu. |
| "Bislang haben die Aktienmärkte die Berichtssaison und die |
| Notenbankentscheidungen bemerkenswert gut überstanden", sagte |
| Stratege Andreas Lipkow von CMC Markets. Die Anleger |
| konzentrierten sich wieder stärker auf die Chancen als auf die |
| Risiken. "Ob daraus eine nachhaltige Aufwärtsbewegung entsteht, |
| hängt nun entscheidend davon ab, ob die Unternehmensgewinne den |
| zurückgekehrten Optimismus auch weiterhin rechtfertigen können." |
| Sorgen über steigende Kosten für Künstliche Intelligenz nach |
| enttäuschenden Zahlen des Google-Mutterkonzerns |
| Alphabet(GOOGL.O) lasteten hingegen auf den US-Börsen, die bis |
| zum Handelsschluss in Europa im Minus lagen. |
Die Europäische Zentralbank hielt die Zinsen ebenso wie die US-Notenbank Fed erwartungsgemäß stabil - Insidern zufolge steuert sie allerdings auf eine Zinserhöhung im Dezember zu. Ebenso möglich sei es aber, dass die EZB zunächst abwarte, wie stark die schwächere Wachstumsdynamik die Inflationsgefahren eindämmt, sagte Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel.
EZB-Chefin Christine Lagarde hatte vor dem Zinsentscheid für einen Paukenschlag gesorgt und angekündigt, ihr Amt im Februar 2027 vorzeitig niederzulegen. Der Rücktritt komme für die Notenbank zu einem kritischen Zeitpunkt, sagte Andreas Bley, Chefökonom des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. "Gerade jetzt braucht die EZB einen glaubwürdigen und verlässlichen geldpolitischen Kurs." Die Notenbank müsse die Inflation weiter eindämmen, ohne die bereits spürbare Bremswirkung der höheren Zinsen aus dem Blick zu verlieren. Der Euro(EUR=) legte 0,1 Prozent auf 1,1160 Dollar zu.
Am Ölmarkt gingen die Preise wegen neuer Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt zurück. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) gaben in der Spitze um rund zwei Prozent auf 113,25 und 100,56 Dollar je Fass nach. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" hat US-Vizepräsident JD Vance einen Brief an den Chef des iranischen Sicherheitsrates, Mohsen Resai, geschickt, um die Friedensverhandlungen wiederzubeleben.
Auf der Unternehmensseite sorgte die anhaltende Bilanzflut für Kursausschläge. Die Aktien von Adidas(ADSGn.DE) führten mit einem Plus von 5,8 Prozent den Dax an. Der fränkische Sportartikelkonzern will im Weihnachtsgeschäft auch in Europa wieder auf Wachstumskurs gehen. Punkten konnten ebenfalls die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Airbus(AIRG.DE), der weiter auf ein Rekordjahr zusteuert. Die Papiere gewannen 2,3 Prozent. Rund 1,7 Prozent im Plus lagen auch die Aktien von Volkswagen(VOWG_p.DE) - trotz eines Milliardenverlusts im Sommerquartal. "Die Zahlen schocken keinen mehr wirklich", sagte ein Händler. Letztendlich habe der Quartalsbericht nicht viel Neues enthalten nach der Prognosekappung im September.
In London verteuerten sich die Papiere von Shell(SHEL.L) um mehr als zwei Prozent, nachdem der Energieriese seinen höchsten Quartalsgewinn seit 2022 gemeldet und die Aktienrückkäufe aufgestockt hatte. Titel des französischen Ölkonzerns TotalEnergies(TTEF.PA) legten um 1,2 Prozent zu, nachdem sich der Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt hatte.
Papiere von Vonovia(VNAn.DE) rutschten hingegen um drei Prozent ab. Der hochverschuldete deutsche Immobilienkonzern senkte seine Ziele für 2028.
(Bericht von Anika Ross, Daniela Pegna, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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Die Europäische Zentralbank hielt die Zinsen ebenso wie die US-Notenbank Fed erwartungsgemäß stabil - Insidern zufolge steuert sie allerdings auf eine Zinserhöhung im Dezember zu. Ebenso möglich sei es aber, dass die EZB zunächst abwarte, wie stark die schwächere Wachstumsdynamik die Inflationsgefahren eindämmt, sagte Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel.
EZB-Chefin Christine Lagarde hatte vor dem Zinsentscheid für einen Paukenschlag gesorgt und angekündigt, ihr Amt im Februar 2027 vorzeitig niederzulegen. Der Rücktritt komme für die Notenbank zu einem kritischen Zeitpunkt, sagte Andreas Bley, Chefökonom des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. "Gerade jetzt braucht die EZB einen glaubwürdigen und verlässlichen geldpolitischen Kurs." Die Notenbank müsse die Inflation weiter eindämmen, ohne die bereits spürbare Bremswirkung der höheren Zinsen aus dem Blick zu verlieren. Der Euro(EUR=) legte 0,1 Prozent auf 1,1160 Dollar zu.
Am Ölmarkt gingen die Preise wegen neuer Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt zurück. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) gaben in der Spitze um rund zwei Prozent auf 113,25 und 100,56 Dollar je Fass nach. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" hat US-Vizepräsident JD Vance einen Brief an den Chef des iranischen Sicherheitsrates, Mohsen Resai, geschickt, um die Friedensverhandlungen wiederzubeleben.
Auf der Unternehmensseite sorgte die anhaltende Bilanzflut für Kursausschläge. Die Aktien von Adidas(ADSGn.DE) führten mit einem Plus von 5,8 Prozent den Dax an. Der fränkische Sportartikelkonzern will im Weihnachtsgeschäft auch in Europa wieder auf Wachstumskurs gehen. Punkten konnten ebenfalls die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Airbus(AIRG.DE), der weiter auf ein Rekordjahr zusteuert. Die Papiere gewannen 2,3 Prozent. Rund 1,7 Prozent im Plus lagen auch die Aktien von Volkswagen(VOWG_p.DE) - trotz eines Milliardenverlusts im Sommerquartal. "Die Zahlen schocken keinen mehr wirklich", sagte ein Händler. Letztendlich habe der Quartalsbericht nicht viel Neues enthalten nach der Prognosekappung im September.
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Papiere von Vonovia(VNAn.DE) rutschten hingegen um drei Prozent ab. Der hochverschuldete deutsche Immobilienkonzern senkte seine Ziele für 2028.
(Bericht von Anika Ross, Daniela Pegna, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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