16.10.26
12:36
Reuters
Frankfurt, 16. Okt (Reuters) - Anleger sollten nach Ansicht von Experten trotz der jüngsten Erholung am deutschen Aktienmarkt auf der Hut bleiben. Noch sei unklar, ob eine Jahresendrally oder der nächste Belastungstest bevorstehe, sagt Helaba-Strategin Claudia Windt. Der Dax(.GDAXI)-Wochengewinn von rund zwei Prozent bei einem Stand von 25.600 Punkten am Freitag zeichne ein trügerisches Bild. Solange keine Entlastung bei den Energiepreisen in Sicht sei, blieben Inflations- und daraus resultierende Konjunkturrisiken virulent. "Die Geldpolitik – Fed wie EZB – befindet sich angesichts einer Rekordverschuldung und strapazierter Staatshaushalte schon längst in einem Zielkonflikt", sagt Windt. An den Finanzmärkten wetten die Anleger zunehmend auf baldige Zinsanhebungen und warten deswegen auf weitere geldpolitische Signale. Im Nachgang der IWF-Jahrestagung gibt es in den kommenden Tagen zahlreiche Reden von Vertretern der Federal Reserve (Fed), der EZB und der Bank of England (BoE) zur aktuellen Inflations- und Zinslage.
Anleger befürchten, dass steigende Zinskosten vor allem den KI-Unternehmen zusetzen, und werfen die Branchentitel weltweit aus den Depots. Die Warnungen vor einer größeren Korrektur an den Börsen nehmen zu, andere Stimmen halten das für übertrieben. "Es ist korrekt, dass die Marktbreite zuletzt schwach war. Entscheidender für die mittlere und längerfristige Ausrichtung der Aktienmärkte ist aber die Gewinnentwicklung", fasst Analyst Manuel Schleifer von Raiffeisen Research zusammen. "Und diese steht auf deutlich breiteren Beinen."
In der neuen Woche nimmt die US-Berichtssaison Fahrt auf. Nachdem die US-Großbanken ihre Bücher geöffnet haben, folgen nun wichtige Tech- und Konsumschwergewichte. Erwartet werden unter anderem Zahlen von Tesla(TSLA.O), Netflix(NFLX.O), Procter & Gamble(PG.N) und IBM(IBM.N). Hierzulande legen Deutsche Börse(DB1Gn.DE) und SAP(SAPG.DE) ihre Bilanzen vor. Noch biete das Gewinnwachstum Investoren einen hohen Puffer gegen steigende Zinsen. "Aber er schrumpft", warnt Peter Reichel, Chief Investment Officer von ODDO BHF. "Die Risiken für Aktien nehmen deshalb zu, vor allem, wenn die Gewinnschätzungen gesenkt werden, während die Renditen weiter steigen, der Ölpreis die Wirtschaft stärker belastet oder sich die Kreditspreads ausweiten, was bisher nicht der Fall ist."
Der steile Renditeanstieg an den Anleihemärkten sei nicht nur der Geldpolitik geschuldet. "Höhere Energiepreise verstärken den Inflationsdruck, gleichzeitig wächst der Kapitalbedarf erheblich. Staaten finanzieren hohe Defizite, während Unternehmen Milliarden in KI, Rechenzentren und Infrastruktur investieren", erläutert Reichel. Öffentliche und private Schuldner konkurrierten damit stärker um Kapital.
Zu Wochenbeginn blicken die Anleger auf chinesische Daten zu Industrieproduktion, BIP-Wachstum und Einzelhandelsumsatz. Das vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW erhobene Stimmungsbarometer für Oktober wird am Dienstag veröffentlicht. Im September waren die Börsenprofis trotz steigender Energiepreise im Zuge des Iran-Krieges vorsichtig optimistisch mit Blick auf die deutsche Wirtschaft gewesen.
Am Freitag stehen die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Eurozone und die USA an, welche als wichtigste Frühindikatoren für die nächsten Zinsentscheidungen gelten. "Im Euroraum dürfte der kombinierte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Oktober sein zuletzt erreichtes hohes Niveau halten", sagt die Commerzbank voraus. "Das wäre eine gute Ausgangslage für das Wachstum im vierten Quartal." Ein Augenmerk dürfte auf den Ergebnissen für Frankreich liegen, da die Diskussionen der vergangenen Wochen über die schnell steigende Verschuldung des Landes und den immensen Sparbedarf der Regierung den Einkaufsmanagerindex belasten könnten.
(Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Detaillierte Übersicht der zur Veröffentlichung anstehenden Geschäftszahlen und anderen Unternehmensveranstaltungen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
Weitere Nachrichten, Kurse und Indikationen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
Menüseiten des deutschsprachigen Reuters-Dienstes (NACHRICHTEN)
Marktübersicht: Präsenzbörse Xetra
16.10.26
12:36
Reuters
* Stratege: Anleger sollten Erholung nicht als Entwarnung sehen
| * US-Berichtssaison kommt in Fahrt |
| * PMI-Stimmungsindikatoren im Fokus |
| - von Anika Ross |
| Frankfurt, 16. Okt (Reuters) - Anleger sollten nach |
| Ansicht von Experten trotz der jüngsten Erholung am deutschen |
| Aktienmarkt auf der Hut bleiben. Noch sei unklar, ob eine |
| Jahresendrally oder der nächste Belastungstest bevorstehe, sagt |
| Helaba-Strategin Claudia Windt. Der Dax(.GDAXI)-Wochengewinn von |
| rund zwei Prozent bei einem Stand von 25.600 Punkten am Freitag |
| zeichne ein trügerisches Bild. Solange keine Entlastung bei den |
| Energiepreisen in Sicht sei, blieben Inflations- und daraus |
| resultierende Konjunkturrisiken virulent. "Die Geldpolitik – Fed |
| wie EZB – befindet sich angesichts einer Rekordverschuldung und |
| strapazierter Staatshaushalte schon längst in einem |
| Zielkonflikt", sagt Windt. An den Finanzmärkten wetten die |
| Anleger zunehmend auf baldige Zinsanhebungen und warten deswegen |
| auf weitere geldpolitische Signale. Im Nachgang der |
| IWF-Jahrestagung gibt es in den kommenden Tagen zahlreiche Reden |
| von Vertretern der Federal Reserve (Fed), der EZB und der Bank |
| of England (BoE) zur aktuellen Inflations- und Zinslage. |
Anleger befürchten, dass steigende Zinskosten vor allem den KI-Unternehmen zusetzen, und werfen die Branchentitel weltweit aus den Depots. Die Warnungen vor einer größeren Korrektur an den Börsen nehmen zu, andere Stimmen halten das für übertrieben. "Es ist korrekt, dass die Marktbreite zuletzt schwach war. Entscheidender für die mittlere und längerfristige Ausrichtung der Aktienmärkte ist aber die Gewinnentwicklung", fasst Analyst Manuel Schleifer von Raiffeisen Research zusammen. "Und diese steht auf deutlich breiteren Beinen."
In der neuen Woche nimmt die US-Berichtssaison Fahrt auf. Nachdem die US-Großbanken ihre Bücher geöffnet haben, folgen nun wichtige Tech- und Konsumschwergewichte. Erwartet werden unter anderem Zahlen von Tesla(TSLA.O), Netflix(NFLX.O), Procter & Gamble(PG.N) und IBM(IBM.N). Hierzulande legen Deutsche Börse(DB1Gn.DE) und SAP(SAPG.DE) ihre Bilanzen vor. Noch biete das Gewinnwachstum Investoren einen hohen Puffer gegen steigende Zinsen. "Aber er schrumpft", warnt Peter Reichel, Chief Investment Officer von ODDO BHF. "Die Risiken für Aktien nehmen deshalb zu, vor allem, wenn die Gewinnschätzungen gesenkt werden, während die Renditen weiter steigen, der Ölpreis die Wirtschaft stärker belastet oder sich die Kreditspreads ausweiten, was bisher nicht der Fall ist."
Der steile Renditeanstieg an den Anleihemärkten sei nicht nur der Geldpolitik geschuldet. "Höhere Energiepreise verstärken den Inflationsdruck, gleichzeitig wächst der Kapitalbedarf erheblich. Staaten finanzieren hohe Defizite, während Unternehmen Milliarden in KI, Rechenzentren und Infrastruktur investieren", erläutert Reichel. Öffentliche und private Schuldner konkurrierten damit stärker um Kapital.
Zu Wochenbeginn blicken die Anleger auf chinesische Daten zu Industrieproduktion, BIP-Wachstum und Einzelhandelsumsatz. Das vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW erhobene Stimmungsbarometer für Oktober wird am Dienstag veröffentlicht. Im September waren die Börsenprofis trotz steigender Energiepreise im Zuge des Iran-Krieges vorsichtig optimistisch mit Blick auf die deutsche Wirtschaft gewesen.
Am Freitag stehen die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Eurozone und die USA an, welche als wichtigste Frühindikatoren für die nächsten Zinsentscheidungen gelten. "Im Euroraum dürfte der kombinierte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Oktober sein zuletzt erreichtes hohes Niveau halten", sagt die Commerzbank voraus. "Das wäre eine gute Ausgangslage für das Wachstum im vierten Quartal." Ein Augenmerk dürfte auf den Ergebnissen für Frankreich liegen, da die Diskussionen der vergangenen Wochen über die schnell steigende Verschuldung des Landes und den immensen Sparbedarf der Regierung den Einkaufsmanagerindex belasten könnten.
(Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
| 1 |
* * * *
Detaillierte Übersicht der zur Veröffentlichung anstehenden Geschäftszahlen und anderen Unternehmensveranstaltungen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
| [EURO/DJSTX] | Geschäftszahlen der Stoxx600-Unternehmen |
| [SP500/WK] | Geschäftszahlen der S&P500-Unternehmen in der |
| kommenden Woche | |
| [WEU/MEET] | Hauptversammlungen und andere Veranstaltungen |
| westeuropäischer Unternehmen | |
| [US/MEETM] | Hauptversammlungen und andere Veranstaltungen |
| der S&P500-Unternehmen in der kommenden Woche | |
* * * *
Weitere Nachrichten, Kurse und Indikationen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern:
Menüseiten des deutschsprachigen Reuters-Dienstes (NACHRICHTEN)
| [.FDE][.CDE] | Übersicht deutschsprachiger | Nachrichten von den | |||
| [.TDE][.NDE] | Finanzmärkten | ||||
| [STX-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | den | |||
| Aktienmärkten | |||||
| [GVD-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | den | |||
| Anleihemärkten | |||||
| [FRX-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | den | |||
| Devisenmärkten | |||||
| (G7TODAY) | Übersicht aktueller | Konjunkturdaten aus allen | |||
| G7-Staaten | |||||
| (ECON) | Übersicht aktueller | Konjunkturdaten aus den | |||
| G7-Staaten, der Euro-Zone und der | Schweiz | ||||
| [ECI-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur Konjunktur | ||||
| aus | aller Welt | ||||
| [US-ECI-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zu | ||||
| US-Konjunkturindikatoren | |||||
| [BOJ-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur Bank of Japan | ||||
| [ECB-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur EZB | ||||
| [FED-GER] | Deutschsprachige Nachrichten zur Fed | ||||
| (ESZB/BBK) | Bundesbank, eigene Seiten | ||||
| (.GDAXI) | - Frankfurter Dax-Index 30 Werte | ||||
| (.MDAXI) | - Frankfurter MDax-Index 50 Werte | ||||
| (.GDAXHI) | - Frankfurter Dax-Index 100 Werte | ||||
| (.TECDAX) | - Frankfurter Wachstumswerte | ||||
| (.MCAPM) | - Frankfurt MidCap-Index | ||||
| (.CDAXX) | - Frankfurter Composite-Dax | ||||
| (.SDAXI) | - Frankfurter Kleinwerteindex | SDax | |||
| (0#.GDAXI) | - Alle Dax-Werte im Überblick | ||||
| (0#.MDAXI) | - Alle MDax-Werte im Überblick | ||||
| (0#.TECDAX) | - Alle TecDax-Werte im Überblick | ||||
| (0#.TECALL) | - Alle Technologiewerte im | Überblick | |||
| (0#CDAX.DE) | - CDAX Branchenindizes (Xetra) | ||||
| (0#FDX:) | - Eurex DAX-Future | ||||
| (.V1XI) | - Dax-Volatilitätsindex | ||||
| Marktübersicht: | Präsenzbörse | Xetra | |||
| Top Ten Umsatz | (.AV.F) (.AV.DE) | ||||
| Top Ten Kursbewegungen | (.AT.F) | (.AT.DE) | |||
| Börsenstatistik | Dax | (.ADD.F) | (.ADD.DE) | ||
| Börsenstatistik | MDax | (.AD.F) (.AD.DE) | |||
| Größte Kursgewinner Dax | (.PG.DAX) | (.PG.GDAXI) | |||
| Größte Kursverlierer Dax | (.PL.DAX) | (.PL.GDAXI) | |||
| Größte Kursgewinner MDax | (.PG.MDAX) | (.PG.MDAXI) | |||
| Größte Kursverlierer MDax (.PL.MDAX) (.PL.MDAXI) | 1 |