15.10.26
16:22
Reuters
| * Technologie-Index gibt nach |
| * Anleger flüchten in Staatsanleihen |
| * Zahlen von Drägerwerk enttäuschen |
| (Neu: Schlusskurse) |
| Frankfurt, 15. Okt (Reuters) - Kursverluste bei |
| Technologieaktien haben Europas Börsen am Donnerstag belastet. |
| Der Dax(.GDAXI) ging 0,3 Prozent höher bei 25.382 Punkten aus |
| dem Handel. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) büßte 0,4 Prozent ein. An |
| der Wall Street ging es für den technologielastigen |
| Nasdaq-Index(.IXIC) zunächst steil nach unten, bis zum |
| Handelsschluss in Europa verringerte sich das Minus allerdings |
| auf 0,3 Prozent. |
Die Anleger hätten an dem hartnäckigen Preisdruck und wachsenden Zweifeln an der Tragfähigkeit des KI-Booms zu knabbern, sagte Stratege Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Die US-Erzeugerpreise stiegen im September so kräftig wie seit März 2022 nicht mehr - ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die Inflation über Energieprodukte hinaus ausweitet. Deshalb wetten die Anleger zunehmend auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed.
Angesichts dann steigender Finanzierungskosten wächst im Techsektor die Sorge vor einer Korrektur. Der europäische Technologie-Branchenindex(.SX8P) verlor 1,5 Prozent. In Frankfurt brachen die Aktien von Infineon(IFXGn.DE), Aixtron(AIXGn.DE) und Suss Microtec(SMHNn.DE) zwischen 5,2 und 12,7 Prozent ein.
Die Furcht vor einer Insolvenzwelle unter Betreibern von Rechenzentren trieb die Kosten für eine Absicherung gegen solche Ereignisse in die Höhe. Investoren bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen. Die Credit Default Swaps (CDS) auf Anleihen des Cloud-Anbieters Oracle(ORCL.N) verteuerten sich Daten von S&P Global Market Intelligence zufolge am Donnerstag um 31 Basispunkte und markierten mit knapp 300 Basispunkten ein Rekordhoch. Dies bedeutet, dass Anleger für ein zehn Millionen Dollar schweres Paket an Oracle-Bonds jährlich 300.000 Dollar an Prämie zahlen müssen, um sich gegen einen Zahlungsausfall des mit mehr als 120 Milliarden Dollar verschuldeten US-Konzerns abzusichern.
Auch die überraschend starken Ergebnisse des taiwanischen Halbleiterkonzerns TSMC hätten die Marktteilnehmer nicht beruhigt, sagte CMC-Markets-Experte Andreas Lipkow. "Wenn selbst gute Nachrichten nicht mehr gekauft werden, sondern zum Ausstieg genutzt werden, ist das ein deutliches Warnsignal für die Börsen." Für etwas Entspannung am breiteren Aktienmarkt sorgte eine Stabilisierung am Anleihemarkt. Die Flucht der Anleger aus den risikoreicheren Aktien in Staatsanleihen senkte die zuletzt rasant angestiegenen Renditen.
Die schwächelnde Kupferproduktion von Antofagasta(ANTO.L) schickte die Aktien des Bergbaukonzerns auf Talfahrt. Die Papiere verloren an der Londoner Börse rund 3,7 Prozent. Der europäische Bergbausektor(.SXPP) gab um 0,8 Prozent nach. Die Fördermenge sei seit Jahresbeginn um 8,3 Prozent auf 436.900 Tonnen gefallen, teilte das Unternehmen mit.
Auf der Gewinnerseite standen Ericsson(ERICb.ST), die an der Börse in Stockholm um 6,8 Prozent zulegten. Der Telekomausrüster hatte für das dritte Quartal einen geringeren Gewinnrückgang als erwartet gemeldet und bei den Umsätzen die Erwartungen übertroffen. Dies verhalf dem gesamten Telekomsektor(.SXKP) zu einem Plus von 1,8 Prozent. Auch Rüstungswerte wanderten in die Depots: Rheinmetall(RHMG.DE) legten 4,3 Prozent zu, Renk(R3NK.DE) 2,6 Prozent.
Aktien von Drägerwerk(DRWG_p.DE) stürzten nach negativ aufgenommenen Geschäftszahlen um rund 18 Prozent ab. Damit waren sie die größten Verlierer im SDax(.SDAXI). Der Medizintechnikkonzern hat im dritten Quartal weniger verdient als vor Jahresfrist.
(Bericht von Anika Ross und Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
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Frankfurt, 15. Okt (Reuters) - Kursverluste bei Technologieaktien haben Europas Börsen am Donnerstag belastet. Der Dax(.GDAXI) ging 0,3 Prozent höher bei 25.382 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) büßte 0,4 Prozent ein. An der Wall Street ging es für den technologielastigen Nasdaq-Index(.IXIC) zunächst steil nach unten, bis zum Handelsschluss in Europa verringerte sich das Minus allerdings auf 0,3 Prozent.
Die Anleger hätten an dem hartnäckigen Preisdruck und wachsenden Zweifeln an der Tragfähigkeit des KI-Booms zu knabbern, sagte Stratege Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Die US-Erzeugerpreise stiegen im September so kräftig wie seit März 2022 nicht mehr - ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die Inflation über Energieprodukte hinaus ausweitet. Deshalb wetten die Anleger zunehmend auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed.
Angesichts dann steigender Finanzierungskosten wächst im Techsektor die Sorge vor einer Korrektur. Der europäische Technologie-Branchenindex(.SX8P) verlor 1,5 Prozent. In Frankfurt brachen die Aktien von Infineon(IFXGn.DE), Aixtron(AIXGn.DE) und Suss Microtec(SMHNn.DE) zwischen 5,2 und 12,7 Prozent ein.
Die Furcht vor einer Insolvenzwelle unter Betreibern von Rechenzentren trieb die Kosten für eine Absicherung gegen solche Ereignisse in die Höhe. Investoren bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen. Die Credit Default Swaps (CDS) auf Anleihen des Cloud-Anbieters Oracle(ORCL.N) verteuerten sich Daten von S&P Global Market Intelligence zufolge am Donnerstag um 31 Basispunkte und markierten mit knapp 300 Basispunkten ein Rekordhoch. Dies bedeutet, dass Anleger für ein zehn Millionen Dollar schweres Paket an Oracle-Bonds jährlich 300.000 Dollar an Prämie zahlen müssen, um sich gegen einen Zahlungsausfall des mit mehr als 120 Milliarden Dollar verschuldeten US-Konzerns abzusichern.
Auch die überraschend starken Ergebnisse des taiwanischen Halbleiterkonzerns TSMC hätten die Marktteilnehmer nicht beruhigt, sagte CMC-Markets-Experte Andreas Lipkow. "Wenn selbst gute Nachrichten nicht mehr gekauft werden, sondern zum Ausstieg genutzt werden, ist das ein deutliches Warnsignal für die Börsen." Für etwas Entspannung am breiteren Aktienmarkt sorgte eine Stabilisierung am Anleihemarkt. Die Flucht der Anleger aus den risikoreicheren Aktien in Staatsanleihen senkte die zuletzt rasant angestiegenen Renditen.
Die schwächelnde Kupferproduktion von Antofagasta(ANTO.L) schickte die Aktien des Bergbaukonzerns auf Talfahrt. Die Papiere verloren an der Londoner Börse rund 3,7 Prozent. Der europäische Bergbausektor(.SXPP) gab um 0,8 Prozent nach. Die Fördermenge sei seit Jahresbeginn um 8,3 Prozent auf 436.900 Tonnen gefallen, teilte das Unternehmen mit.
Auf der Gewinnerseite standen Ericsson(ERICb.ST), die an der Börse in Stockholm um 6,8 Prozent zulegten. Der Telekomausrüster hatte für das dritte Quartal einen geringeren Gewinnrückgang als erwartet gemeldet und bei den Umsätzen die Erwartungen übertroffen. Dies verhalf dem gesamten Telekomsektor(.SXKP) zu einem Plus von 1,8 Prozent. Auch Rüstungswerte wanderten in die Depots: Rheinmetall(RHMG.DE) legten 4,3 Prozent zu, Renk(R3NK.DE) 2,6 Prozent.
Aktien von Drägerwerk(DRWG_p.DE) stürzten nach negativ aufgenommenen Geschäftszahlen um rund 18 Prozent ab. Damit waren sie die größten Verlierer im SDax(.SDAXI). Der Medizintechnikkonzern hat im dritten Quartal weniger verdient als vor Jahresfrist.
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