13.10.26
10:24
Reuters
| * Ölpreise geben zwei Prozent nach |
| * Furcht vor China-Konkurrenz drückt Chip-Werte |
| * Chip-Ausverkauf lässt Anleger zu Staatsanleihen greifen |
| * Givaudan-Zahlen treiben Symrise an Dax-Spitze |
| (Neu: Europäische Börsen) |
| Frankfurt, 13. Okt (Reuters) - Ungeachtet des |
| Ausverkaufs bei Halbleiterwerten halten sich die europäischen |
| Aktienmärkte am Dienstag im Plus. Der Dax(.GDAXI) stieg um 0,6 |
| Prozent auf 25.440 Punkte; der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte 0,3 |
| Prozent auf 6220 Zähler zu. "Die Börse läuft derzeit auf zwei |
| Spuren, denn während Technologieaktien weiter unter |
| Gewinnmitnahmen leiden, halten sich die klassischen Industrie- |
| und Standardwerte deutlich besser", kommentierte Jürgen Molnar, |
| Stratege beim Broker RoboMarkets. Wie beim Dow-Jones-Index sorge |
| auch beim Dax das größere Gewicht klassischer Unternehmen |
| derzeit für mehr Stabilität. |
Für Auftrieb sorgten zudem sinkende Ölpreise. In der Spitze verbilligten sich die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) jeweils um rund zwei Prozent auf bis zu 104,71 und 91,81 Dollar je Barrel. Die Aussicht auf zusätzliche Diesellieferungen aus Russland milderte die Furcht vor Engpässen durch Angriffe auf Saudi-Arabien. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Russland habe zugestimmt, Diesel auf die Weltmärkte zu liefern. "Angesichts des desolaten Zustands des russischen Raffineriesektors ist es unwahrscheinlich, dass Russland sein Versprechen einlösen kann, bis Ende des Jahres drei bis 3,5 Millionen Tonnen pro Monat zu liefern", gab jedoch Tamas Varga, Analyst bei PVM Oil, zu bedenken.
Die Opec hatte zudem ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage in diesem Jahr auf 400.000 Barrel pro Tag gesenkt. Zu Jahresbeginn war sie noch von 1,4 Millionen ausgegangen. Die Transport- und Versicherungskosten seien auf ein beispielloses Niveau von über einem Drittel des Rohstoffwertes gestiegen, was den effizienten Transport von Rohöl und Produkten behindere, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Spekulationen über ein Ende der rasanten Preissteigerungen bei Speicherchips schickten unterdessen auf beiden Seiten des Atlantiks Halbleiterwerte auf Talfahrt. Auslöser der aktuellen Verkäufe waren Börsianern zufolge Medienberichte, nach denen der chinesische Halbleiterkonzern CXMT(688825.SS) eine neue Generation von Speicherchips für Rechenzentren auf den Markt bringen will. Damit würde CXMT seinen technologischen Rückstand gegenüber westlichen Anbietern verringern. "Die technologische Konkurrenz aus dem Reich der Mitte nährt die Sorge, wie lange sich die hohen Bewertungen und Gewinnmargen der etablierten Chipkonzerne noch rechtfertigen lassen", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
In Südkorea büßten die Aktien von Samsung(005930.KS), dem weltgrößten Anbieter von Speicherbausteinen, mehr als sieben Prozent ein. Die Titel des Erzrivalen SK Hynix(000660.KS) brachen um rund zehn Prozent ein. Die Papiere des US-Konkurrenten Micron(MU.O) gaben im vorbörslichen Handel an der Wall Street knapp drei Prozent nach. In Frankfurt brachen die Titel von Infineon(IFXGnDE), Aixtron(AIXGn.DE) und Suss Microtec(SMHNn.DE) zum Börsenstart jeweils um bis zu fünf Prozent ein, machten im Handelsverlauf aber einen Großteil der Verluste wieder wett.
Dagegen trieben die unerwartet hohen Verkäufe von Duftstoffen für Luxusparfums Givaudan(GIVN.S) kräftig an. Die Titel des Schweizer Duftstoff- und Aromenherstellers kletterten nach den Quartalszahlen um acht Prozent. Im Windschatten stiegen auch die Aktien des Rivalen Symrise(SY1G.DE) mehr als drei Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. "Symrise ist klar von den Givaudan-Umsätzen getrieben, die heute gemeldet wurden und klar besser als erwartet ausgefallen sind", sagte ein Händler.
Der Ausverkauf bei Technologiewerten ließ Anleger zudem bei als sicher geltenden Staatspapieren zugreifen. Im Gegenzug gab die Rendite der Bundesanleihe(DE10YT=RR) mit zehnjähriger Laufzeit um fünf Basispunkte auf 3,43 Prozent nach. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds(US10YT=RR) fiel um sechs Basispunkte auf 5,18 Prozent. In Frankreich sank die Rendite um fünf Basispunkte auf 4,85 Prozent. Ende September und Anfang Oktober hatte der Ausverkauf bei Anleihen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe mit 3,65 Prozent auf den höchsten Stand seit 2009 getrieben. Der Risikoaufschlag für französische gegenüber deutschen Papieren lag zuletzt bei 140 Basispunkten.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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(Neu: Europäische Börsen) Frankfurt, 13. Okt (Reuters) - Ungeachtet des
Ausverkaufs bei Halbleiterwerten halten sich die europäischen Aktienmärkte am Dienstag im Plus. Der Dax(.GDAXI) stieg um 0,6 Prozent auf 25.440 Punkte; der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte 0,3 Prozent auf 6220 Zähler zu. "Die Börse läuft derzeit auf zwei Spuren, denn während Technologieaktien weiter unter Gewinnmitnahmen leiden, halten sich die klassischen Industrie- und Standardwerte deutlich besser", kommentierte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Wie beim Dow-Jones-Index sorge auch beim Dax das größere Gewicht klassischer Unternehmen derzeit für mehr Stabilität.
Für Auftrieb sorgten zudem sinkende Ölpreise. In der Spitze verbilligten sich die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) jeweils um rund zwei Prozent auf bis zu 104,71 und 91,81 Dollar je Barrel. Die Aussicht auf zusätzliche Diesellieferungen aus Russland milderte die Furcht vor Engpässen durch Angriffe auf Saudi-Arabien. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Russland habe zugestimmt, Diesel auf die Weltmärkte zu liefern. "Angesichts des desolaten Zustands des russischen Raffineriesektors ist es unwahrscheinlich, dass Russland sein Versprechen einlösen kann, bis Ende des Jahres drei bis 3,5 Millionen Tonnen pro Monat zu liefern", gab jedoch Tamas Varga, Analyst bei PVM Oil, zu bedenken.
Die Opec hatte zudem ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage in diesem Jahr auf 400.000 Barrel pro Tag gesenkt. Zu Jahresbeginn war sie noch von 1,4 Millionen ausgegangen. Die Transport- und Versicherungskosten seien auf ein beispielloses Niveau von über einem Drittel des Rohstoffwertes gestiegen, was den effizienten Transport von Rohöl und Produkten behindere, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Spekulationen über ein Ende der rasanten Preissteigerungen bei Speicherchips schickten unterdessen auf beiden Seiten des Atlantiks Halbleiterwerte auf Talfahrt. Auslöser der aktuellen Verkäufe waren Börsianern zufolge Medienberichte, nach denen der chinesische Halbleiterkonzern CXMT(688825.SS) eine neue Generation von Speicherchips für Rechenzentren auf den Markt bringen will. Damit würde CXMT seinen technologischen Rückstand gegenüber westlichen Anbietern verringern. "Die technologische Konkurrenz aus dem Reich der Mitte nährt die Sorge, wie lange sich die hohen Bewertungen und Gewinnmargen der etablierten Chipkonzerne noch rechtfertigen lassen", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
In Südkorea büßten die Aktien von Samsung(005930.KS), dem weltgrößten Anbieter von Speicherbausteinen, mehr als sieben Prozent ein. Die Titel des Erzrivalen SK Hynix(000660.KS) brachen um rund zehn Prozent ein. Die Papiere des US-Konkurrenten Micron(MU.O) gaben im vorbörslichen Handel an der Wall Street knapp drei Prozent nach. In Frankfurt brachen die Titel von Infineon(IFXGnDE), Aixtron(AIXGn.DE) und Suss Microtec(SMHNn.DE) zum Börsenstart jeweils um bis zu fünf Prozent ein, machten im Handelsverlauf aber einen Großteil der Verluste wieder wett.
Dagegen trieben die unerwartet hohen Verkäufe von Duftstoffen für Luxusparfums Givaudan(GIVN.S) kräftig an. Die Titel des Schweizer Duftstoff- und Aromenherstellers kletterten nach den Quartalszahlen um acht Prozent. Im Windschatten stiegen auch die Aktien des Rivalen Symrise(SY1G.DE) mehr als drei Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. "Symrise ist klar von den Givaudan-Umsätzen getrieben, die heute gemeldet wurden und klar besser als erwartet ausgefallen sind", sagte ein Händler.
Der Ausverkauf bei Technologiewerten ließ Anleger zudem bei als sicher geltenden Staatspapieren zugreifen. Im Gegenzug gab die Rendite der Bundesanleihe(DE10YT=RR) mit zehnjähriger Laufzeit um fünf Basispunkte auf 3,43 Prozent nach. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds(US10YT=RR) fiel um sechs Basispunkte auf 5,18 Prozent. In Frankreich sank die Rendite um fünf Basispunkte auf 4,85 Prozent. Ende September und Anfang Oktober hatte der Ausverkauf bei Anleihen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe mit 3,65 Prozent auf den höchsten Stand seit 2009 getrieben. Der Risikoaufschlag für französische gegenüber deutschen Papieren lag zuletzt bei 140 Basispunkten.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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