09.10.26
16:17
Reuters
| * Dax erobert 25.000-Punkte-Marke zurück |
| * Renditen französischer Anleihen geben leicht nach |
| * SpaceX setzt Telekommunikationssektor unter Druck |
| * Warten auf US-Bankbilanzen kommende Woche |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) |
| Frankfurt, 09. Okt (Reuters) - Nach der Achterbahnfahrt |
| der vergangenen Handelstage hat der Dax(.GDAXI) zum |
| Wochenschluss einen Erholungskurs eingeschlagen. Der deutsche |
| Leitindex schloss 1,1 Prozent höher und eroberte mit 25.087,27 |
| Punkten die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Zählern |
| zurück. Auf Wochensicht verzeichnete er dennoch ein Minus von |
| 0,6 Prozent. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss 0,8 Prozent im |
| Plus bei 6173,37 Punkten und damit gut ein Prozent unter dem |
| Vorwochenschluss. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) |
| lagen jeweils rund ein halbes Prozent im Plus. |
"Die Anleger schöpfen wieder etwas Hoffnung, dass sich die Lage an den Energie- und Anleihemärkten zumindest stabilisiert", sagte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Preise für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) gaben jeweils ein halbes Prozent auf 104,78 und 91,96 Dollar je Fass (159 Liter) nach. US-Präsident Donald Trump hat eine erneute Offensive gegen den Iran vor den US-Kongresswahlen Anfang November ausgeschlossen und erklärt, man führe produktive Gespräche mit der Islamischen Republik. Konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen und eine sicherere Passage für die Schiffe in der Straße von Hormus müssten die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage aber noch untermauern, sagte Linh Tran, Analystin beim Broker XS.com. Am Donnerstag hatten die Ölpreise noch rund fünfeinhalb Prozent zugelegt.
Auch am Anleihenmarkt zeichnete sich eine etwas entspanntere Situation ab. In den vergangenen Wochen hatte die zunehmende Renditedifferenz zwischen deutschen Staatsbonds(DE10YT=TT) und den Papieren höher verschuldeter Länder wie Frankreich(FR10YT=RR) und Italien(IT10YT=RR) die Investoren nervös gemacht. Die Verzinsung der zehnjährigen französischen Anleihen erreichte mit 4,9937 Prozent zeitweise den höchsten Stand seit 24 Jahren. Am Freitag lag die Rendite bei 4,8582 Prozent. Der Euro(EUR=) notierte zuletzt weitgehend stabil bei 1,1192 Dollar, verharrte jedoch in der Nähe seines am Montag verzeichneten 17-Monats-Tiefs von 1,1160 Dollar.
Nun warten die Anleger darauf, wie sich die Lage in Frankreich weiterentwickelt. Die französische Regierung hat Anfang des Monats ihren Etatentwurf für 2027 vorgelegt. Ministerpräsident Sebastien Lecornu strebt an, das Haushaltsdefizit von derzeit 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung auf fünf Prozent im Jahr 2027 zu drücken. Laut Finanzminister Roland Lescure macht die Lage den Einsatz des im Fachjargon als TPI bekannten Notfallinstruments der Europäischen Zentralbank (EZB) noch nicht erforderlich. Mit diesem Programm könnte die EZB unbegrenzt Staatsanleihen eines in Bedrängnis geratenen Euro-Landes kaufen. "Die Lage ist ernst, aber wir befinden uns nicht in einer Neuauflage der Eurokrise", konstatierte Peter Reichel, Chief Investment Officer bei ODDO BHF.
Bei den Einzelwerten fiel der Telekommunikationssektor(.SXKP) mit einem Rückgang von fast drei Prozent auf den tiefsten Schlussstand seit Anfang Februar. SpaceX(SPCX.O), der Raumfahrtkonzern des Milliardärs Elon Musk, hat sich nach eigenen Angaben ein landesweites Portfolio an Mobilfunk-Frequenzen gesichert. Damit kann er künftig satellitengestützte Sprach- und Internetverbindungen über handelsübliche Smartphones anbieten. Bislang ist seine Satellitentochter Starlink hierfür meist auf Kooperationen mit klassischen Telekomkonzernen wie T-Mobile(TMUS.O), AT&T(T.N) und Verizon(VZ.N) angewiesen. Deren Aktien rutschten an der Wall Street um 9,6 bis 12,5 Prozent ab. Die Titel der T-Mobile-Mutter Deutsche Telekom(DTEGn.DE) verloren im Dax knapp acht Prozent.
Nun warten Anleger auf den Auftakt der Bilanzsaison mit den Quartalsergebnissen großer US-Geldhäuser kommende Woche. Sie wollen laut Experten vor allem wissen, wie sich der jüngste starke Anstieg der Anleiherenditen auf das Geschäft mit Übernahmen, die Kreditvergabe und die Refinanzierungskosten auswirkt.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna, redigiert von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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09.10.26
16:17
Reuters
Frankfurt, 09. Okt (Reuters) - Nach der Achterbahnfahrt der vergangenen Handelstage hat der Dax(.GDAXI) zum Wochenschluss einen Erholungskurs eingeschlagen. Der deutsche Leitindex schloss 1,1 Prozent höher und eroberte mit 25.087,27 Punkten die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Zählern zurück. Auf Wochensicht verzeichnete er dennoch ein Minus von 0,6 Prozent. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss 0,8 Prozent im Plus bei 6173,37 Punkten und damit gut ein Prozent unter dem Vorwochenschluss. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen jeweils rund ein halbes Prozent im Plus.
"Die Anleger schöpfen wieder etwas Hoffnung, dass sich die Lage an den Energie- und Anleihemärkten zumindest stabilisiert", sagte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Preise für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) gaben jeweils ein halbes Prozent auf 104,78 und 91,96 Dollar je Fass (159 Liter) nach. US-Präsident Donald Trump hat eine erneute Offensive gegen den Iran vor den US-Kongresswahlen Anfang November ausgeschlossen und erklärt, man führe produktive Gespräche mit der Islamischen Republik. Konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen und eine sicherere Passage für die Schiffe in der Straße von Hormus müssten die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage aber noch untermauern, sagte Linh Tran, Analystin beim Broker XS.com. Am Donnerstag hatten die Ölpreise noch rund fünfeinhalb Prozent zugelegt.
ANLEIHERENDITEN GEBEN LEICHT NACH
Auch am Anleihenmarkt zeichnete sich eine etwas entspanntere Situation ab. In den vergangenen Wochen hatte die zunehmende Renditedifferenz zwischen deutschen Staatsbonds(DE10YT=TT) und den Papieren höher verschuldeter Länder wie Frankreich(FR10YT=RR) und Italien(IT10YT=RR) die Investoren nervös gemacht. Die Verzinsung der zehnjährigen französischen Anleihen erreichte mit 4,9937 Prozent zeitweise den höchsten Stand seit 24 Jahren. Am Freitag lag die Rendite bei 4,8582 Prozent. Der Euro(EUR=) notierte zuletzt weitgehend stabil bei 1,1192 Dollar, verharrte jedoch in der Nähe seines am Montag verzeichneten 17-Monats-Tiefs von 1,1160 Dollar.
Nun warten die Anleger darauf, wie sich die Lage in Frankreich weiter entwickelt. Die französische Regierung hat Anfang des Monats ihren Etatentwurf für 2027 vorgelegt. Ministerpräsident Sebastien Lecornu strebt an, das Haushaltsdefizit von derzeit 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung auf fünf Prozent im Jahr 2027 zu drücken. Laut Finanzminister Roland Lescure macht die Lage den Einsatz des im Fachjargon als TPI bekannten Notfallinstruments der Europäischen Zentralbank (EZB) noch nicht erforderlich. Mit diesem Programm könnte die EZB unbegrenzt Staatsanleihen eines in Bedrängnis geratenen Euro-Landes kaufen. "Die Lage ist ernst, aber wir befinden uns nicht in einer Neuauflage der Eurokrise", konstatierte Peter Reichel, Chief Investment Officer bei ODDO BHF.
SPACEX SETZT TELEKOM-AKTIEN UNTER DRUCK
Bei den Einzelwerten fiel der Telekommunikationssektor(.SXKP) mit einem Rückgang von fast drei Prozent auf den tiefsten Schlussstand seit Anfang Februar. SpaceX(SPCX.O), der Raumfahrtkonzern des Milliardärs Elon Musk, hat sich nach eigenen Angaben ein landesweites Portfolio an Mobilfunk-Frequenzen gesichert. Damit kann er künftig satellitengestützte Sprach- und Internetverbindungen über handelsübliche Smartphones anbieten. Bislang ist seine Satellitentochter Starlink hierfür meist auf Kooperationen mit klassischen Telekomkonzernen wie T-Mobile(TMUS.O), AT&T(T.N) und Verizon(VZ.N) angewiesen. Deren Aktien rutschten an der Wall Street um 9,6 bis 12,5 Prozent ab. Die Titel der T-Mobile-Mutter Deutsche Telekom(DTEGn.DE) verloren im Dax knapp acht Prozent.
Nun warten Anleger auf den Auftakt der Bilanzsaison mit den Quartalsergebnissen großer US-Geldhäuser kommende Woche. Sie wollen laut Experten vor allem wissen, wie sich der jüngste starke Anstieg der Anleiherenditen auf das Geschäft mit Übernahmen, die Kreditvergabe und die Refinanzierungskosten auswirkt.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna, redigiert von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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