30.09.26
11:31
Reuters
| * Dax dreht nach anfänglichen Gewinnen ins Minus |
| * Inflationszahlen aus Bundesländern belasten |
| * Öl- und Gaspreise legen erneut zu |
| * BMW-Aktien ziehen an Dax-Spitze |
| (Neu: Europäische Börsen) |
| Frankfurt, 30. Sep (Reuters) - Die Furcht vor den Folgen |
| der hohen Energiepreise lässt anfängliche Gewinne an den |
| europäischen Aktienmärkten wieder abbröckeln. Der Dax(.GDAXI) |
| büßte nach den Inflationsdaten aus den Bundesländern Kursgewinne |
| von bis zu 0,7 Prozent ein und lag Mittwochmittag 0,2 Prozent im |
| Minus bei 25.340 Punkten. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor |
| nach einem freundlichen Start 0,2 Prozent auf 6310 Zähler. Die |
| Zahlen aus den Bundesländern wiesen darauf hin, dass die |
| Inflation in Deutschland im September wegen höherer Spritpreise |
| kräftig gestiegen ist. "Auch am Aktienmarkt hinterließen die |
| Zahlen unmittelbar Spuren", kommentierte Salah-Eddine Bouhmidi |
| vom Broker IG. |
Im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen etwa wurde mit 3,3 Prozent der stärkste Preisauftrieb seit Ende 2023 ermittelt. "Damit besteht aus meiner Sicht ein erhöhtes Risiko, dass die bundesweite Teuerungsrate die erwarteten 3,1 Prozent übertrifft", teilte Bouhmidi mit. Die Reaktion an der Börse unterstreiche die Nervosität der Anleger angesichts des zunehmenden Preisdrucks. "Sollte sich der stärkere Preisdruck auch auf Ebene der Eurozone bestätigen, könnte die Debatte über weitere Zinserhöhungen an Fahrt gewinnen." Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag (14.00 Uhr MESZ) eine Schätzung zur bundesweiten Entwicklung der Verbraucherpreise abgeben.
Am Rohölmarkt legten unterdessen die Preise erneut zu, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Lockerung der Sanktionen gegen den Iran abgelehnt hat. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um 1,4 Prozent auf bis zu 104 und 90,61 Dollar je Barrel. Trump wies einen Bericht des Nachrichtenportals Axios zurück, demzufolge er bereit sei, im Gegenzug für konkrete Schritte des Iran bei seinem Atomprogramm Sanktionen zu lockern und eingefrorene Gelder freizugeben. Am Vortag hatten die Preise wegen einer Erholung des Rohölangebots aus dem Nahen Osten nachgegeben. Saudi-Arabien hatte die Verladung von Öltankern in seinem Hafen Yanbu am Roten Meer wieder gestartet, nachdem der Betrieb der Ost-West-Pipeline wieder aufgenommen worden war.
Stärker fiel das Plus bei den Gaspreisen in Europa aus, nachdem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das verstaatlichte Energieunternehmen Sefe angewiesen hat, mehr Gas einzuspeichern. Der europäische Erdgas-Future(TRNLTTFMc1) kletterte in der Spitze um 6,6 Prozent auf 73,00 Euro je Megawattstunde. "Der heutige Preisanstieg ist ein klassischer Beißreflex der Marktteilnehmer auf die politische Anordnung und dürfte daher nur von kurzfristiger Natur sein", sagte Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets. "Die Erdgaspreise waren in der jüngsten Vergangenheit bereits wesentlich höher gewesen." Dass die europäischen Staaten als Nachfrager auftreten werden, sei kein Geheimnis und damit bereits eingepreist.
Nach dem jüngsten Ausverkauf legten Anleihen leicht zu. Im Gegenzug gab die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen(DE10YT=RR) den zweiten Tag in Folge nach, blieb mit 3,580 Prozent aber nahe ihres 17-Jahres-Hochs. Damit steuerte sie im Quartal auf einen Anstieg von etwa 70 Basispunkten zu. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen(US10YT=RR) hielt sich zur Wochenmitte mit 5,209 Prozent knapp unter ihrem höchsten Stand seit Juni 2007. Investoren blieben dennoch nervös. "Wir haben Renditeniveaus erreicht, die wirklich bedeutend werden", sagte Carlo Franchini von der Banca Ifigest. "Die Versuchung, aus Aktien auszusteigen, könnte zum Problem werden."
Bei den Einzelwerten preschte BMW(BMWG.DE) mit einem Kursplus von bis zu 3,5 Prozent an die Dax-Spitze. Der Münchner Autobauer will einem Branchenanalysten zufolge mit verstärkter lokaler Produktion und Einsparungen den Weg aus der Krise finden. Damit solle die Rendite bis 2028 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, von einem bis drei Prozent im laufenden Jahr, schrieb Bernstein-Analyst Stephen Reitman in einer Kurzstudie zum Kapitalmarkttag des Unternehmens.
Auch für Porsche SE(PSHG_p.DE) ging es drei Prozent nach oben, nachdem der Bundesgerichtshof eine Milliardenklage von Investoren gegen die Porsche Automobil Holding endgültig abgewiesen hat. Damit haben die Kläger, bei denen es sich zumeist um US-Hedgefonds handelt, keinen Anspruch auf den geforderten Schadensersatz in Höhe von 5,4 Milliarden Euro. Die Entscheidung sei rechtskräftig, teilte der Konzern mit.
Nach Großaufträgen für Luftabwehrsysteme kletterten zudem die Aktien des norwegischen Rüstungskonzerns Kongsberg(KOG.OL) um rund fünf Prozent. Das Unternehmen hatte am Vorabend zwei Aufträge für Luftabwehrsysteme im Gesamtwert von 11,5 Milliarden norwegischen Kronen (rund 1,1 Milliarden Euro) bekanntgegeben. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 50 Prozent zugelegt.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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Frankfurt, 30. Sep (Reuters) - Die Furcht vor den Folgen der hohen Energiepreise lässt anfängliche Gewinne an den europäischen Aktienmärkten wieder abbröckeln. Der Dax(.GDAXI) büßte nach den Inflationsdaten aus den Bundesländern Kursgewinne von bis zu 0,7 Prozent ein und lag Mittwochmittag 0,2 Prozent im Minus bei 25.340 Punkten. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor nach einem freundlichen Start 0,2 Prozent auf 6310 Zähler. Die Zahlen aus den Bundesländern wiesen darauf hin, dass die Inflation in Deutschland im September wegen höherer Spritpreise kräftig gestiegen ist. "Auch am Aktienmarkt hinterließen die Zahlen unmittelbar Spuren", kommentierte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen etwa wurde mit 3,3 Prozent der stärkste Preisauftrieb seit Ende 2023 ermittelt. "Damit besteht aus meiner Sicht ein erhöhtes Risiko, dass die bundesweite Teuerungsrate die erwarteten 3,1 Prozent übertrifft", teilte Bouhmidi mit. Die Reaktion an der Börse unterstreiche die Nervosität der Anleger angesichts des zunehmenden Preisdrucks. "Sollte sich der stärkere Preisdruck auch auf Ebene der Eurozone bestätigen, könnte die Debatte über weitere Zinserhöhungen an Fahrt gewinnen." Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag (14.00 Uhr MESZ) eine Schätzung zur bundesweiten Entwicklung der Verbraucherpreise abgeben.
Am Rohölmarkt legten unterdessen die Preise erneut zu, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Lockerung der Sanktionen gegen den Iran abgelehnt hat. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um 1,4 Prozent auf bis zu 104 und 90,61 Dollar je Barrel. Trump wies einen Bericht des Nachrichtenportals Axios zurück, demzufolge er bereit sei, im Gegenzug für konkrete Schritte des Iran bei seinem Atomprogramm Sanktionen zu lockern und eingefrorene Gelder freizugeben. Am Vortag hatten die Preise wegen einer Erholung des Rohölangebots aus dem Nahen Osten nachgegeben. Saudi-Arabien hatte die Verladung von Öltankern in seinem Hafen Yanbu am Roten Meer wieder gestartet, nachdem der Betrieb der Ost-West-Pipeline wieder aufgenommen worden war. Stärker fiel das Plus bei den Gaspreisen in Europa aus, nachdem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das verstaatlichte Energieunternehmen Sefe angewiesen hat, mehr Gas einzuspeichern. Der europäische Erdgas-Future(TRNLTTFMc1) kletterte in der Spitze um 6,6 Prozent auf 73,00 Euro je Megawattstunde. "Der heutige Preisanstieg ist ein klassischer Beißreflex der Marktteilnehmer auf die politische Anordnung und dürfte daher nur von kurzfristiger Natur sein", sagte Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets. "Die Erdgaspreise waren in der jüngsten Vergangenheit bereits wesentlich höher gewesen." Dass die europäischen Staaten als Nachfrager auftreten werden, sei kein Geheimnis und damit bereits eingepreist. Nach dem jüngsten Ausverkauf legten Anleihen leicht zu. Im Gegenzug gab die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen(DE10YT=RR) den zweiten Tag in Folge nach, blieb mit 3,580 Prozent aber nahe ihres 17-Jahres-Hochs. Damit steuerte sie im Quartal auf einen Anstieg von etwa 70 Basispunkten zu. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen(US10YT=RR) hielt sich zur Wochenmitte mit 5,209 Prozent knapp unter ihrem höchsten Stand seit Juni 2007. Investoren blieben dennoch nervös. "Wir haben Renditeniveaus erreicht, die wirklich bedeutend werden", sagte Carlo Franchini von der Banca Ifigest. "Die Versuchung, aus Aktien auszusteigen, könnte zum Problem werden."
Bei den Einzelwerten preschte BMW(BMWG.DE) mit einem Kursplus von bis zu 3,5 Prozent an die Dax-Spitze. Der Münchner Autobauer will einem Branchenanalysten zufolge mit verstärkter lokaler Produktion und Einsparungen den Weg aus der Krise finden. Damit solle die Rendite bis 2028 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, von einem bis drei Prozent im laufenden Jahr, schrieb Bernstein-Analyst Stephen Reitman in einer Kurzstudie zum Kapitalmarkttag des Unternehmens. Auch für Porsche SE(PSHG_p.DE) ging es drei Prozent nach oben, nachdem der Bundesgerichtshof eine Milliardenklage von Investoren gegen die Porsche Automobil Holding endgültig abgewiesen hat. Damit haben die Kläger, bei denen es sich zumeist um US-Hedgefonds handelt, keinen Anspruch auf den geforderten Schadensersatz in Höhe von 5,4 Milliarden Euro. Die Entscheidung sei rechtskräftig, teilte der Konzern mit. Nach Großaufträgen für Luftabwehrsysteme kletterten zudem die Aktien des norwegischen Rüstungskonzerns Kongsberg(KOG.OL) um rund fünf Prozent. Das Unternehmen hatte am Vorabend zwei Aufträge für Luftabwehrsysteme im Gesamtwert von 11,5 Milliarden norwegischen Kronen (rund 1,1 Milliarden Euro) bekanntgegeben. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 50 Prozent zugelegt.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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