28.09.26
17:14
Reuters
* Ölpreise ziehen in der Spitze mehr als vier Prozent an
* Goldpreis unter Druck
* Insider: Evonik zeigt BASF die kalte Schulter
* Staatliche Förderung für Erstkäufer treibt britische Hausbauer
| (Neu: Schlusskurse) |
| Frankfurt, 28. Sep (Reuters) - Steigende Ölpreise und |
| anziehende Anleiherenditen haben zum Wochenanfang die |
| europäischen Aktienmärkte im Griff. Der Dax(.GDAXI) ging leicht |
| schwächer bei 25.374 Punkten aus dem Handel; der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) trat bei 6301 Zählern auf der Stelle. |
| "Der Iran-Konflikt wird zunehmend zu einem geldpolitischen |
| Problem für den Euroraum und damit auch für Deutschland", |
| konstatierte Maximilian Wienke, Marktanalyst bei der |
| Handelsplattform etoro. "Weil Fortschritte zwischen den USA und |
| Iran ausbleiben, schwinden die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung |
| der Straße von Hormus." An der Wall Street gaben die drei |
| wichtigsten Börsenindizes rund ein halbes Prozent nach. |
Am Rohölmarkt legten die Preise erneut zu, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende die Bedingungen des Irans zur Wiederöffnung der für Öl- und Gastransporte wichtigen Straße von Hormus abgelehnt hatte. Nordsee-Rohöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich in der Spitze jeweils mehr als vier Prozent auf bis zu 108,83 und 96,54 Dollar je Fass. "Auch wenn die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen dem Iran und den USA einen kompletten Stimmungsabbruch verhindert, dürfte die Anspannung hochbleiben", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader.
Zwar erholten sich im September die Rohölexporte der wichtigsten Produzenten im Nahen Osten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn im Februar, wie vorläufige Daten des Analysehauses Kpler zeigten. "Trotz des gestiegenen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus bleiben die Liefermengen unter dem Niveau vor dem Konflikt, wodurch der Markt weiterhin unterversorgt ist", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Unterdessen sind die Rohölbestände der strategischen US-Ölreserve zuletzt mit 283,8 Millionen Barrel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1982 gefallen, wie Daten des US-Energieministeriums zeigen. Hintergrund war eine Vereinbarung zur Freigabe von 172 Millionen Barrel aus der Reserve.
Die steigenden Energiepreise und die Aussicht auf höhere Zinsen verstärkten erneut den Druck auf Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe(DE10YT=RR) kletterte um 1,8 Basispunkte auf 3,6416 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit Juni 2009. Die Rendite verzeichnete vergangene Woche den siebten wöchentlichen Anstieg in Folge und steuert auf einen monatlichen Zuwachs von mehr als 31 Basispunkten zu. Die Renditen britischer "Gilts"(GB10YT=RR) stiegen mit 5,441 Prozent auf den höchsten Stand seit Juli 2007.
Vor diesem Hintergrund warfen Anleger Gold(XAU=) aus ihren Depots. Das gelbe Edelmetall verbilligte sich in der Spitze um gut vier Prozent auf 4111 Dollar je Feinunze. "Höhere Ölpreise und die vom Markt eingepreiste höhere Wahrscheinlichkeit weiterer US-Zinserhöhungen sind die Haupttreiber für die jüngste Schwäche des Goldpreises", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo.
Bei den Einzelwerten punktete Evonik(EVKn.DE) bei Anlegern mit der Absage des Übernahmeangebots von BASF(BASFn.DE). Die Titel des Spezialchemiekonzerns stiegen um bis zu 2,9 Prozent auf 19,93 Euro, nachdem Evonik Insidern zufolge dem größeren Rivalen die kalte Schulter gezeigt hat. Die BASF-Offerte sei als zu niedrig angesehen worden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigten damit einen Bericht der "Financial Times". BASF habe rund 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten, sagten die Insider. BASF-Aktien gaben dagegen am Montag leicht nach.
Bei Gesundheitswerten griffen Anleger dagegen zu. Ein positiver Analystenkommentar trieb die Aktien von Siemens Healthineers(SHLG.DE) zeitweise um fast vier Prozent an die Dax-Spitze. Die Healthineers-Tochter Varian habe mit dem System "Accela" die wichtigste Erneuerung ihrer Plattform für Strahlentherapie seit Jahren vorgestellt, schrieben die Experten der US-Investmentbank Jefferies. Die positive Stimmung in der Branche schob auch andere Titel aus der Branche wie Fresenius(FREG.DE), Merck(MRCG.DE) und Bayer(BAYGn.DE) an.
Gefragt waren auch Aktien britischer Hausbauer. Die Titel von Persimmon(PSN.L), Barratt(BTRW.L), Taylor Wimpey(TW.L) und Vistry(VTYV.L) stiegen um rund elf bis fast 15 Prozent. Hintergrund war die Ankündigung der britischen Regierung, im Haushalt für den kommenden Monat ein neues Eigenkapitaldarlehensprogramm für Erstkäufer von Eigenheimen aufzunehmen.
(Bericht von Stefanie Geiger und Sanne Schimanski, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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28.09.26
17:14
Reuters
Ölpreise ziehen in der Spitze mehr als vier Prozent an
Goldpreis unter Druck
Insider: Evonik zeigt BASF die kalte Schulter
Staatliche Förderung für Erstkäufer treibt britische Hausbauer
Ölpreise ziehen in der Spitze mehr als vier Prozent an
Goldpreis unter Druck
Insider: Evonik zeigt BASF die kalte Schulter
Staatliche Förderung für Erstkäufer treibt britische Hausbauer
Frankfurt, 28. Sep (Reuters) - Steigende Ölpreise und anziehende Anleiherenditen haben zum Wochenanfang die europäischen Aktienmärkte im Griff. Der Dax(.GDAXI) ging leicht schwächer bei 25.374 Punkten aus dem Handel; der EuroStoxx50(.STOXX50E) trat bei 6301 Zählern auf der Stelle. "Der Iran-Konflikt wird zunehmend zu einem geldpolitischen Problem für den Euroraum und damit auch für Deutschland", konstatierte Maximilian Wienke, Marktanalyst bei der Handelsplattform etoro. "Weil Fortschritte zwischen den USA und Iran ausbleiben, schwinden die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus." An der Wall Street gaben die drei wichtigsten Börsenindizes rund ein halbes Prozent nach.
Am Rohölmarkt legten die Preise erneut zu, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende die Bedingungen des Irans zur Wiederöffnung der für Öl- und Gastransporte wichtigen Straße von Hormus abgelehnt hatte. Nordsee-Rohöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich in der Spitze jeweils mehr als vier Prozent auf bis zu 108,83 und 96,54 Dollar je Fass. "Auch wenn die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen dem Iran und den USA einen kompletten Stimmungsabbruch verhindert, dürfte die Anspannung hochbleiben", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader.
Zwar erholten sich im September die Rohölexporte der wichtigsten Produzenten im Nahen Osten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn im Februar, wie vorläufige Daten des Analysehauses Kpler zeigten. "Trotz des gestiegenen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus bleiben die Liefermengen unter dem Niveau vor dem Konflikt, wodurch der Markt weiterhin unterversorgt ist", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Unterdessen sind die Rohölbestände der strategischen US-Ölreserve zuletzt mit 283,8 Millionen Barrel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1982 gefallen, wie Daten des US-Energieministeriums zeigen. Hintergrund war eine Vereinbarung zur Freigabe von 172 Millionen Barrel aus der Reserve.
Die steigenden Energiepreise und die Aussicht auf höhere Zinsen verstärkten erneut den Druck auf Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe(DE10YT=RR) kletterte um 1,8 Basispunkte auf 3,6416 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit Juni 2009. Die Rendite verzeichnete vergangene Woche den siebten wöchentlichen Anstieg in Folge und steuert auf einen monatlichen Zuwachs von mehr als 31 Basispunkten zu. Die Renditen britischer "Gilts"(GB10YT=RR) stiegen mit 5,441 Prozent auf den höchsten Stand seit Juli 2007.
Vor diesem Hintergrund warfen Anleger Gold(XAU=) aus ihren Depots. Das gelbe Edelmetall verbilligte sich in der Spitze um gut vier Prozent auf 4111 Dollar je Feinunze. "Höhere Ölpreise und die vom Markt eingepreiste höhere Wahrscheinlichkeit weiterer US-Zinserhöhungen sind die Haupttreiber für die jüngste Schwäche des Goldpreises", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo.
Bei den Einzelwerten punktete Evonik(EVKn.DE) bei Anlegern mit der Absage des Übernahmeangebots von BASF(BASFn.DE). Die Titel des Spezialchemiekonzerns stiegen um bis zu 2,9 Prozent auf 19,93 Euro, nachdem Evonik Insidern zufolge dem größeren Rivalen die kalte Schulter gezeigt hat. Die BASF-Offerte sei als zu niedrig angesehen worden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigten damit einen Bericht der "Financial Times". BASF habe rund 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten, sagten die Insider. BASF-Aktien gaben dagegen am Montag leicht nach.
Bei Gesundheitswerten griffen Anleger dagegen zu. Ein positiver Analystenkommentar trieb die Aktien von Siemens Healthineers(SHLG.DE) zeitweise um fast vier Prozent an die Dax-Spitze. Die Healthineers-Tochter Varian habe mit dem System "Accela" die wichtigste Erneuerung ihrer Plattform für Strahlentherapie seit Jahren vorgestellt, schrieben die Experten der US-Investmentbank Jefferies. Die positive Stimmung in der Branche schob auch andere Titel aus der Branche wie Fresenius(FREG.DE), Merck(MRCG.DE) und Bayer(BAYGn.DE) an.
Gefragt waren auch Aktien britischer Hausbauer. Die Titel von Persimmon(PSN.L), Barratt(BTRW.L), Taylor Wimpey(TW.L) und Vistry(VTYV.L) stiegen um rund elf bis fast 15 Prozent. Hintergrund war die Ankündigung der britischen Regierung, im Haushalt für den kommenden Monat ein neues Eigenkapitaldarlehensprogramm für Erstkäufer von Eigenheimen aufzunehmen.
(Bericht von Stefanie Geiger und Sanne Schimanski, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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