14.09.26
11:53
Reuters
| * Ölpreise klettern um fast vier Prozent |
| * Finanzmärkte rechnen mit Zinserhöhung der Fed |
| * Sicherheitsbedenken versetzen KI-Sektor einen Dämpfer |
| (Neu: Europäische Börsen) |
| Frankfurt, 14. Sep (Reuters) - Die hohen Ölpreise und |
| Bremsspuren im KI-Sektor haben die europäischen Aktienmärkte zum |
| Wochenstart im Klammergriff. Der Dax(.GDAXI) gab am Montag 0,3 |
| Prozent auf 25.487 Punkte nach. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) |
| verlor knapp ein Prozent auf 6270 Zähler. "Die Schließung der |
| saudischen Ost-West-Pipeline weckt neue Ängste über die |
| Versorgung der Weltwirtschaft mit Öl aus dem Nahen Osten, |
| nachdem die Frage über den freien Seeverkehr an der Straße von |
| Hormus noch gar nicht gelöst ist", kommentierte Jochen Stanzl, |
| Analyst der Consorsbank. "Damit treffen zwei schlechte |
| Nachrichten gleichzeitig ein: die Schließung der Pipeline und |
| Überlegungen über eine Selbstverpflichtung der KI-Branche, ihre |
| eigene Entwicklung freiwillig zu verlangsamen." |
Am Rohölmarkt schossen die Preise in der Spitze um fast vier Prozent nach oben. Brent(LCOc1)-Rohöl verteuerte sich auf bis zu 108,65 Dollar je Barrel; US-Leichtöl WTI(CLc1) stieg auf 103,83 Dollar. Neue Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus schürten Sorgen um die Versorgung. Saudi-Arabien schloss vorübergehend seine Ost-West-Ölpipeline nach einem Drohnenangriff.
Die Stilllegung der Pipeline, die Saudi-Arabien hilft, die Straße von Hormus zu umgehen und seine Exporte umzuleiten, bedroht bis zu vier Prozent des weltweiten Ölangebots. Drei mit den saudischen Exporten vertrauten Insidern zufolge reichen die Lagerbestände in der Hafenstadt Yanbu nur für fünf bis sieben Tage. Ein für Montag geplantes Treffen zwischen den Golfstaaten und dem Iran zur Lage in der Straße von Hormus wurde verschoben.
Vor diesem Hintergrund fürchteten Investoren, dass die Ölpreise über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau bleiben und damit weltweit die Inflation anheizen könnten. Auch die Gaspreise in Europa zogen erneut an. Der europäische Erdgas-Future(TRNLTTFMc1) kletterte in der Spitze um knapp sechs Prozent auf 84,20 Euro je Megawattstunde. EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir warnte vor einer stärker als erwartet steigenden Inflation im Euroraum. "Mein Augenmerk gilt nun weniger den Öl- und Kraftstoffpreisen, sondern zunehmend den Gas- und Strompreisen", schrieb Kazimir in einem Blogbeitrag. Auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel äußerte Sorge über die gestiegenen Energiepreise, ließ aber den geldpolitischen Kurs offen.
Die Schlüsselfrage für die Märkte ist, ob die Fed am Mittwoch auf den gestiegenen Ölpreis und die zuletzt höher als erwartet ausgefallene Inflation mit einer Zinserhöhung reagieren wird. Die Geldmärkte preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent für einen solchen Schritt ein. Die Aussicht auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank trieb den Dollar auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,5 Prozent auf 99,60 Punkte. Der Euro fiel im Gegenzug auf ein Monatstief von 1,1535 Dollar. Nach der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent stehen im Wochenverlauf auch Zinsentscheide der Bank of England und der japanischen Notenbank an.
"Die Fed, der Ölpreis und die Sorgen rund um das Thema KI geben in dieser Woche den Takt vor", kommentierte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Der Chef des KI-Entwicklers Anthropic hatte aus Sicherheitsgründen ein langsameres Entwicklungstempo bei Künstlicher Intelligenz (KI) gefordert. ChatGPT-Entwickler OpenAI hat deshalb einen Börsengang 2026 ausgeschlossen.
Die neue Zurückhaltung an der Spitze der KI-Konzerne schickte europaweit Technologiewerte auf Talfahrt. Der Branchenindex(.SX8P) gab 2,5 Prozent nach. Größter Verlierer im Dax war Infineon(IFXGn.DE) mit einem Kursverlust von acht Prozent; im MDax führte Aixtron(AIXGn.DE) die Verliererliste mit einem Minus von mehr als zehn Prozent an. Die niederländischen Halbleiter-Firmen ASML(ASML.AS) und ASMI(ASMI.AS) büßten knapp sechs beziehungsweise rund zehn Prozent ein. Zuvor hatten bereits Halbleiterwerte in Asien deutlich nachgegeben.
Spekulationen auf einen Zusammenschluss sorgten dagegen für Rückenwind bei der Deutschen Börse(DB1Gn.DE) und dem französischen Börsenbetreiber Euronext(ENX.PA). Die Titel stiegen um drei beziehungsweise zwei Prozent, nachdem sich Euronext-Chef Stéphane Boujnah offen für eine Fusion mit der Deutschen Börse oder für einen Zusammenschluss der Börsengeschäfte beider Konzerne gezeigt hatte. Zwar müssten bei einer Fusion erhebliche regulatorische Hürden überwunden werden, sagte Boujnah der Zeitung "Financial Times". "Ein Deal, der Sinn machen würde, ist die Zusammenlegung des Börsengeschäfts", betonte der Euronext-Chef aber. Es gebe jedoch derzeit keine Gespräche zwischen den beiden Börsenkonzernen.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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(Neu: Europäische Börsen) Frankfurt, 14. Sep (Reuters) - Die hohen Ölpreise und Bremsspuren im KI-Sektor haben die europäischen Aktienmärkte zum Wochenstart im Klammergriff. Der Dax(.GDAXI) gab am Montag 0,3 Prozent auf 25.487 Punkte nach. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor knapp ein Prozent auf 6270 Zähler. "Die Schließung der saudischen Ost-West-Pipeline weckt neue Ängste über die Versorgung der Weltwirtschaft mit Öl aus dem Nahen Osten, nachdem die Frage über den freien Seeverkehr an der Straße von Hormus noch gar nicht gelöst ist", kommentierte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. "Damit treffen zwei schlechte Nachrichten gleichzeitig ein: die Schließung der Pipeline und Überlegungen über eine Selbstverpflichtung der KI-Branche, ihre eigene Entwicklung freiwillig zu verlangsamen."
Am Rohölmarkt schossen die Preise in der Spitze um fast vier Prozent nach oben. Brent(LCOc1)-Rohöl verteuerte sich auf bis zu 108,65 Dollar je Barrel; US-Leichtöl WTI(CLc1) stieg auf 103,83 Dollar. Neue Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus schürten Sorgen um die Versorgung. Saudi-Arabien schloss vorübergehend seine Ost-West-Ölpipeline nach einem Drohnenangriff.
Die Stilllegung der Pipeline, die Saudi-Arabien hilft, die Straße von Hormus zu umgehen und seine Exporte umzuleiten, bedroht bis zu vier Prozent des weltweiten Ölangebots. Drei mit den saudischen Exporten vertrauten Insidern zufolge reichen die Lagerbestände in der Hafenstadt Yanbu nur für fünf bis sieben Tage. Ein für Montag geplantes Treffen zwischen den Golfstaaten und dem Iran zur Lage in der Straße von Hormus wurde verschoben.
Vor diesem Hintergrund fürchteten Investoren, dass die Ölpreise über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau bleiben und damit weltweit die Inflation anheizen könnten. Auch die Gaspreise in Europa zogen erneut an. Der europäische Erdgas-Future(TRNLTTFMc1) kletterte in der Spitze um knapp sechs Prozent auf 84,20 Euro je Megawattstunde. EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir warnte vor einer stärker als erwartet steigenden Inflation im Euroraum. "Mein Augenmerk gilt nun weniger den Öl- und Kraftstoffpreisen, sondern zunehmend den Gas- und Strompreisen", schrieb Kazimir in einem Blogbeitrag. Auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel äußerte Sorge über die gestiegenen Energiepreise, ließ aber den geldpolitischen Kurs offen.
Die Schlüsselfrage für die Märkte ist, ob die Fed am Mittwoch auf den gestiegenen Ölpreis und die zuletzt höher als erwartet ausgefallene Inflation mit einer Zinserhöhung reagieren wird. Die Geldmärkte preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent für einen solchen Schritt ein. Die Aussicht auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank trieb den Dollar auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,5 Prozent auf 99,60 Punkte. Der Euro fiel im Gegenzug auf ein Monatstief von 1,1535 Dollar. Nach der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent stehen im Wochenverlauf auch Zinsentscheide der Bank of England und der japanischen Notenbank an.
"Die Fed, der Ölpreis und die Sorgen rund um das Thema KI geben in dieser Woche den Takt vor", kommentierte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Der Chef des KI-Entwicklers Anthropic hatte aus Sicherheitsgründen ein langsameres Entwicklungstempo bei Künstlicher Intelligenz (KI) gefordert. ChatGPT-Entwickler OpenAI hat deshalb einen Börsengang 2026 ausgeschlossen.
Die neue Zurückhaltung an der Spitze der KI-Konzerne schickte europaweit Technologiewerte auf Talfahrt. Der Branchenindex(.SX8P) gab 2,5 Prozent nach. Größter Verlierer im Dax war Infineon(IFXGn.DE) mit einem Kursverlust von acht Prozent; im MDax führte Aixtron(AIXGn.DE) die Verliererliste mit einem Minus von mehr als zehn Prozent an. Die niederländischen Halbleiter-Firmen ASML(ASML.AS) und ASMI(ASMI.AS) büßten knapp sechs beziehungsweise rund zehn Prozent ein. Zuvor hatten bereits Halbleiterwerte in Asien deutlich nachgegeben.
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