11.09.26
10:59
Reuters
* Ölpreis-Anstieg vorerst gestoppt
* Anleger spekulieren auf baldige US-Zinserhöhung
* Flatexdegiro auf Talfahrt
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Zitate, Devisen, Öl, Anleihen)
| Frankfurt, 11. Sep (Reuters) - Nach dem Kursrutsch in |
| dieser Woche hat der Dax(.GDAXI) am Freitag etwas Boden |
| gutgemacht. Der deutsche Leitindex rückte um 0,7 Prozent auf |
| 25.519 Punkte vor. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,8 |
| Prozent. Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der |
| US-Notenbank Fed und ein Ölpreissprung haben dem Dax in dieser |
| Woche ein Minus von rund zwei Prozent eingebrockt. Vor der |
| Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am Nachmittag rechneten |
| Analysten allerdings nicht mit allzu großen Sprüngen nach oben. |
| Die Anleger dürften auf Sicht fahren, prognostizierte Timo Emden |
| von Captrader. "Zwischen Nahostrisiken, Inflationssorgen und |
| einer ungeklärten geldpolitischen Marschroute der großen |
| Notenbanken fehlt Anlegern ein verlässliches Navigationssignal." |
Experten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise wegen der hohen Energiepreise in den USA um 3,4 Prozent gestiegen sind. Die Daten gelten als entscheidend für den weiteren Zinskurs der US-Notenbank. Zuletzt hatten Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller die Erwartung geschürt, dass die Notenbank bei unerwartet hohen Inflationszahlen bereits auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Zinsen anheben könnte.
Im Blick behielten die Investoren vor diesem Hintergrund auch die Entwicklung am Ölmarkt. Gewinnmitnahmen drückten die Notierungen für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) am Freitag zwar um fast drei Prozent auf 104,11 beziehungsweise 99,70 Dollar je Fass. Auf Wochensicht hatten die Preise wegen der Furcht vor andauernden Versorgungsausfällen im Nahen Osten jedoch um gut zehn Prozent zugelegt. Für Unruhe sorgte, dass die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen ihre Offensive ausgeweitet haben und näher an die strategisch wichtige, ins Rote Meer führende Wasserstraße Bab al-Mandab heranrückten. Dies stellt eine weitere Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Region dar. Die jüngste Eskalation, die über den Iran und die Straße von Hormus hinausgehe, schüre die Befürchtung länger anhaltender Störungen, erklärten Analysten. Etwas Hoffnung machte den Anlegern am Freitag ein Bericht der "Financial Times", wonach die Außenminister der Golfstaaten versuchten, eine vorübergehende Vereinbarung mit dem Iran zur Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus auszuarbeiten.
Der Anleihemarkt blieb angesichts der Inflationsrisiken und damit verbundenen Zinserhöhungsspekulationen in Aufruhr. Er steuerte auf den größten wöchentlichen Ausverkauf seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar zu. Im Gegenzug schnellten die Renditen in die Höhe. Die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen(US10YT=RR) stand kurz davor, erstmals seit Oktober 2023 die Fünf-Prozent-Marke zu knacken. Zehnjährige Bundesanleihen(DE10YT=RR) warfen mit bis zu 3,5146 Prozent so viel ab wie seit 2009 nicht mehr. Aus Sicht von QC Partners Analyst Thomas Altmann macht der Renditeanstieg die Aktienanleger zunehmend nervöser. "Die höheren Zinsen verteuern die Finanzierungskosten und werden damit zur Gefahr für die bisherigen Gewinnerwartungen", sagt der Experte.
Für den Euro(EUR=) ging es im Vorfeld der US-Inflationsdaten leicht bergab. Er verlor 0,2 Prozent auf 1,1593 Dollar. Schon am Donnerstag hatte er nach der erwarteten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) Federn lassen müssen. Der Dollar-Index(.DXY) rückte um 0,1 Prozent auf 99,15 Punkte vor.
Auf der Unternehmensseite setzten viele Werte nach den jüngsten Kursverlusten zur Erholung an. Die Aktien von Siemens Energy(ENR1n.DE) und Siemens(SIEGn.DE) gewannen im Dax jeweils rund zwei Prozent. Die Papiere von SAP(SAPG.DE) gaben dagegen 1,4 Prozent nach. Ein Händler verwies auf den Quartalsbericht des Softwareunternehmens Adobe(ADBE.O). Der US-Konzern übertraf zwar die Wall-Street-Schätzungen für den Umsatz im dritten Quartal, gab jedoch eine Umsatzprognose für das vierte Quartal ab, deren Mittelwert leicht unter den Erwartungen lag.
Im MDax(.MDAXI) gerieten die Papiere von Flatexdegiro(FTKn.DE) ins Rutschen. Wie der Online-Broker am Donnerstagabend mitteilte, hat der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Hermann Lotter sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Die Aktien fielen um sechs Prozent.
Schwächer notierten nach dem angekündigten Restrukturierungsprogramm bei den Töchtern 1&1(1U1.DE) und Ionos(IOSn.DE) auch die Aktien von United Internet(UTDI.DE). Die Papiere des Internetkonzerns verloren bis zu 3,1 Prozent. Die Papiere von Ionos verbilligten sich um mehr als vier Prozent, drehten dann aber leicht ins Plus. 1&1 lagen im SDax(.SDAXI) knapp im Minus.
(Bericht von: Daniela Pegna Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Zitate, Devisen, Öl, Anleihen)
Frankfurt, 11. Sep (Reuters) - Nach dem Kursrutsch in dieser Woche hat der Dax(.GDAXI) am Freitag etwas Boden gutgemacht. Der deutsche Leitindex rückte um 0,7 Prozent auf 25.519 Punkte vor. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,8 Prozent. Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed und ein Ölpreissprung haben dem Dax in dieser Woche ein Minus von rund zwei Prozent eingebrockt. Vor der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am Nachmittag rechneten Analysten allerdings nicht mit allzu großen Sprüngen nach oben. Die Anleger dürften auf Sicht fahren, prognostizierte Timo Emden von Captrader. "Zwischen Nahostrisiken, Inflationssorgen und einer ungeklärten geldpolitischen Marschroute der großen Notenbanken fehlt Anlegern ein verlässliches Navigationssignal."
Experten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise wegen der hohen Energiepreise in den USA um 3,4 Prozent gestiegen sind. Die Daten gelten als entscheidend für den weiteren Zinskurs der US-Notenbank. Zuletzt hatten Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller die Erwartung geschürt, dass die Notenbank bei unerwartet hohen Inflationszahlen bereits auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Zinsen anheben könnte.
Im Blick behielten die Investoren vor diesem Hintergrund auch die Entwicklung am Ölmarkt. Gewinnmitnahmen drückten die Notierungen für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) am Freitag zwar um fast drei Prozent auf 104,11 beziehungsweise 99,70 Dollar je Fass. Auf Wochensicht hatten die Preise wegen der Furcht vor andauernden Versorgungsausfällen im Nahen Osten jedoch um gut zehn Prozent zugelegt. Für Unruhe sorgte, dass die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen ihre Offensive ausgeweitet haben und näher an die strategisch wichtige, ins Rote Meer führende Wasserstraße Bab al-Mandab heranrückten. Dies stellt eine weitere Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Region dar. Die jüngste Eskalation, die über den Iran und die Straße von Hormus hinausgehe, schüre die Befürchtung länger anhaltender Störungen, erklärten Analysten. Etwas Hoffnung machte den Anlegern am Freitag ein Bericht der "Financial Times", wonach die Außenminister der Golfstaaten versuchten, eine vorübergehende Vereinbarung mit dem Iran zur Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus auszuarbeiten.
<h5 align=center> ANLEIHEMARKT IN AUFRUHR </h5>Der Anleihemarkt blieb angesichts der Inflationsrisiken und damit verbundenen Zinserhöhungsspekulationen in Aufruhr. Er steuerte auf den größten wöchentlichen Ausverkauf seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar zu. Im Gegenzug schnellten die Renditen in die Höhe. Die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen(US10YT=RR) stand kurz davor, erstmals seit Oktober 2023 die Fünf-Prozent-Marke zu knacken. Zehnjährige Bundesanleihen(DE10YT=RR) warfen mit bis zu 3,5146 Prozent so viel ab wie seit 2009 nicht mehr. Aus Sicht von QC Partners Analyst Thomas Altmann macht der Renditeanstieg die Aktienanleger zunehmend nervöser. "Die höheren Zinsen verteuern die Finanzierungskosten und werden damit zur Gefahr für die bisherigen Gewinnerwartungen", sagt der Experte.
Der Euro(EUR=) ging es im Vorfeld der US-Inflationsdaten leicht bergab. Er verlor 0,2 Prozent auf 1,1593 Dollar. Schon am Donnerstag hatte er nach der erwarteten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) Federn lassen müssen. Der Dollar-Index(.DXY) rückte um 0,1 Prozent auf 99,15 Punkte vor.
<h5 align=center> SAP SCHWÄCHELN NACH ADOBE-ZAHLEN </h5>Auf der Unternehmensseite setzten viele Werte nach den jüngsten Kursverlusten zur Erholung an. Die Aktien von Siemens Energy(ENR1n.DE) und Siemens(SIEGn.DE) gewannen im Dax jeweils rund zwei Prozent. Die Papiere von SAP(SAPG.DE) gaben dagegen 1,4 Prozent nach. Ein Händler verwies auf den Quartalsbericht des Softwareunternehmens Adobe(ADBE.O). Der US-Konzern übertraf zwar die Wall-Street-Schätzungen für den Umsatz im dritten Quartal, gab jedoch eine Umsatzprognose für das vierte Quartal ab, deren Mittelwert leicht unter den Erwartungen lag.
Im MDax(.MDAXI) gerieten die Papiere von Flatexdegiro(FTKn.DE) ins Rutschen. Wie der Online-Broker am Donnerstagabend mitteilte, hat der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Hermann Lotter sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Die Aktien fielen um sechs Prozent.
Schwächer notierten nach dem angekündigten Restrukturierungsprogramm bei den Töchtern 1&1(1U1.DE) und Ionos(IOSn.DE) auch die Aktien von United Internet(UTDI.DE). Die Papiere des Internetkonzerns verloren bis zu 3,1 Prozent. Die Papiere von Ionos verbilligten sich um mehr als vier Prozent, drehten dann aber leicht ins Plus. 1&1 lagen im SDax(.SDAXI) knapp im Minus.
(Bericht von: Daniela Pegna Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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