04.09.26
16:38
Reuters
* Starker US-Stellenaufbau schürt Zinswetten
* Überraschende Einigung auf Sanierungskonzept für Volkswagen
| (Neu: Schlusskurse) |
| Frankfurt, 04. Sep (Reuters) - Ein Kursfeuerwerk bei |
| VW(VOWG_p.DE)-Aktien hat den Dax(.GDAXI) zum Wochenausklang |
| gestützt. Die Aussicht auf steigende US-Zinsen trübte die |
| Stimmung der Anleger allerdings. Der deutsche Leitindex ging |
| ebenso wie der EuroStoxx50(.STOXX50E) 0,2 Prozent höher aus dem |
| Handel. Mit einem Schlussstand von 26.046 Punkten büßte er auf |
| Wochensicht rund zwei Prozent ein. |
An den US-Börsen ging es am Freitag abwärts, nachdem der Stellenaufbau im August überraschend stark ausgefallen war. Unter dem Strich entstanden 162.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, Experten hatten nur mit 56.000 Jobs gerechnet. Die robusten Daten seien ein zweischneidiges Schwert, sagte IG-Marktexperte Salah-Eddine Bouhmidi. "Sie sprechen einerseits für eine widerstandsfähige US-Konjunktur, könnten andererseits aber den Inflationsdruck erhöhen und der US-Notenbank weitere Argumente für eine Zinserhöhung liefern."
An den Terminmärkten nahmen die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank in diesem Monat nach den Daten zu. Händler taxierten die Wahrscheinlichkeit dafür auf 65 Prozent nach rund 55 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen(US10YT=) zog daraufhin an, auch der Dollar-Index(.DXY) legte zu. Der Goldpreis ging auf Talfahrt. Die Feinunze kostete mit 4364 Dollar zeitweise bis zu 2,4 Prozent weniger.
Für die Börse spiele eine brummende Konjunktur aber eine wichtigere Rolle als die Zinsfrage, sagte Stratege Andreas Lipkow von CMC Markets. "Viele Beschäftigte helfen der US-Wirtschaft mehr, als ihr eine Zinserhöhung schadet." US-Präsident Donald Trump forderte in einem Beitrag auf seiner Plattform "Truth Social" unterdessen eine Senkung der Zinsen. Die US-Notenbank Federal Reserve soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen.
Die vom Aufsichtsrat gebilligten Sanierungspläne bei VW(VOWG_p.DE) bewerteten die Anleger positiv: Die Papiere des Wolfsburger Autobauers sprangen um 6,5 Prozent an die Dax-Spitze. Die Papiere von BMW(BMWG.DE), Continental(CONG.DE) und Mercedes-Benz(MBGn.DE) legten zwischen 1,2 und 1,9 Prozent zu. Aktien der Porsche SE(PSHG_p.DE), des größten Einzelaktionärs von VW, gewannen 3,6 Prozent. Der europäische Autoindex(.SXAP) kletterte um 1,2 Prozent. In einer Zeit großer Umbrüche auf den Automärkten sei das Konzept ein positiver Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit von VW zu verbessern, erklärten die Analysten von J.P. Morgan. Die Rendite soll dadurch bis 2030 auf neun Prozent steigen. Es fallen rund 50.000 Arbeitsplätze weg, die Zahl der Modelle wird zusammengestrichen und das Beteiligungsportfolio verschlankt.
Schlechte Stimmung im Sportartikelsektor herrschte nach einer erneuten Prognosesenkung bei Lululemon(LULU.O). Die Aktien des kanadischen Sportbekleidungsherstellers rutschten an der Wall Street um fast 18 Prozent ab. Die Titel von Puma(PUMG.DE) fielen um 1,7 Prozent. Adidas(ADSGn.DE)-Papiere notierten 0,3 Prozent höher.
Die Aussicht auf eine mögliche Schließung eines Werks von Wacker Chemie(WCHG.DE) in den USA gefiel den Anlegern nicht. Die Aktien des Spezialchemiekonzerns gaben um 2,6 Prozent nach. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtete, steht ein Polysilizium-Werk des Konzerns im US-Bundesstaat Tennessee aufgrund der US-Handelspolitik vor dem möglichen Aus. Eine Entscheidung über die Stilllegung der Anlage mit rund 600 Mitarbeitern werde in den kommenden Wochen erwartet. Die von der US-Regierung als Schutz für die heimische Chip-Industrie gedachten Maßnahmen hätten die letzten noch verbliebenen Kunden des Werks vergrault, hieß es. Polysilizium wird für Chips und Solarmodule verwendet.
(Bericht von Anika Ross, Daniela Pegna. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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16:38
Reuters
Starker US-Stellenaufbau schürt Zinswetten
Überraschende Einigung auf Sanierungskonzept für Volkswagen
(Neu: Schlusskurse)
Frankfurt, 04. Sep (Reuters) - Ein Kursfeuerwerk bei
VW(VOWG_p.DE)-Aktien hat den Dax(.GDAXI) zum Wochenausklang
gestützt. Die Aussicht auf steigende US-Zinsen trübte die
Stimmung der Anleger allerdings. Der deutsche Leitindex ging
ebenso wie der EuroStoxx50(.STOXX50E) 0,2 Prozent höher aus dem
Handel. Mit einem Schlussstand von 26.046 Punkten büßte er auf
Wochensicht rund zwei Prozent ein.
An den US-Börsen ging es am Freitag abwärts, nachdem der Stellenaufbau im August überraschend stark ausgefallen war. Unter dem Strich entstanden 162.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, Experten hatten nur mit 56.000 Jobs gerechnet. Die robusten Daten seien ein zweischneidiges Schwert, sagte IG-Marktexperte Salah-Eddine Bouhmidi. "Sie sprechen einerseits für eine widerstandsfähige US-Konjunktur, könnten andererseits aber den Inflationsdruck erhöhen und der US-Notenbank weitere Argumente für eine Zinserhöhung liefern."
An den Terminmärkten nahmen die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank in diesem Monat nach den Daten zu. Händler taxierten die Wahrscheinlichkeit dafür auf 65 Prozent nach rund 55 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen(US10YT=) zog daraufhin an, auch der Dollar-Index(.DXY) legte zu. Der Goldpreis ging auf Talfahrt. Die Feinunze kostete mit 4364 Dollar zeitweise bis zu 2,4 Prozent weniger. Für die Börse spiele eine brummende Konjunktur aber eine wichtigere Rolle als die Zinsfrage, sagte Stratege Andreas Lipkow von CMC Markets. "Viele Beschäftigte helfen der US-Wirtschaft mehr, als ihr eine Zinserhöhung schadet." US-Präsident Donald Trump forderte in einem Beitrag auf seiner Plattform "Truth Social" unterdessen eine Senkung der Zinsen. Die US-Notenbank Federal Reserve soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen.
<p align=center><b>* * * *</b></p>Die vom Aufsichtsrat gebilligten Sanierungspläne bei VW(VOWG_p.DE) bewerteten die Anleger positiv: Die Papiere des Wolfsburger Autobauers sprangen um 6,5 Prozent an die Dax-Spitze. Die Papiere von BMW(BMWG.DE), Continental(CONG.DE) und Mercedes-Benz(MBGn.DE) legten zwischen 1,2 und 1,9 Prozent zu. Aktien der Porsche SE(PSHG_p.DE), des größten Einzelaktionärs von VW, gewannen 3,6 Prozent. Der europäische Autoindex(.SXAP) kletterte um 1,2 Prozent. In einer Zeit großer Umbrüche auf den Automärkten sei das Konzept ein positiver Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit von VW zu verbessern, erklärten die Analysten von J.P. Morgan. Die Rendite soll dadurch bis 2030 auf neun Prozent steigen. Es fallen rund 50.000 Arbeitsplätze weg, die Zahl der Modelle wird zusammengestrichen und das Beteiligungsportfolio verschlankt. Schlechte Stimmung im Sportartikelsektor herrschte nach einer erneuten Prognosesenkung bei Lululemon(LULU.O). Die Aktien des kanadischen Sportbekleidungsherstellers rutschten an der Wall Street um fast 18 Prozent ab. Die Titel von Puma(PUMG.DE) fielen um 1,7 Prozent. Adidas(ADSGn.DE)-Papiere notierten 0,3 Prozent höher. Die Aussicht auf eine mögliche Schließung eines Werks von Wacker Chemie(WCHG.DE) in den USA gefiel den Anlegern nicht. Die Aktien des Spezialchemiekonzerns gaben um 2,6 Prozent nach. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtete, steht ein Polysilizium-Werk des Konzerns im US-Bundesstaat Tennessee aufgrund der US-Handelspolitik vor dem möglichen Aus. Eine Entscheidung über die Stilllegung der Anlage mit rund 600 Mitarbeitern werde in den kommenden Wochen erwartet. Die von der US-Regierung als Schutz für die heimische Chip-Industrie gedachten Maßnahmen hätten die letzten noch verbliebenen Kunden des Werks vergrault, hieß es. Polysilizium wird für Chips und Solarmodule verwendet.
(Bericht von Anika Ross, Daniela Pegna. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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