02.09.26
11:12
Reuters
* Ölpreisanstieg schürt Inflations- und Zinsängste
* Anleiherenditen steigen weiter
* Übernahmepläne machen Lottomatica zu schaffen
(Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Devisen, Anleihen, Öl)
| Frankfurt, 02. Sep (Reuters) - Die zunehmenden |
| Inflations- und Zinssorgen machen die Dax(.GDAXI)-Anleger mürbe. |
| Der deutsche Leitindex verlor am Mittwoch 0,9 Prozent auf 25.727 |
| Zähler und markierte damit den tiefsten Stand seit Ende Juli. |
| Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) fiel mit einem Abschlag von 0,6 |
| Prozent auf ein Vier-Wochen-Tief. Der Markt sei in einem |
| Zangengriff aus Ölpreisschock und Zinsangst, fasste Frank |
| Sohlleder, Analyst bei ActivTrades, die Stimmung zusammen. An |
| den vergangenen drei Handelstagen ist der Dax bereits um rund |
| drei Prozent abgerutscht. Auch der Anleihenmarkt stand weiter |
| unter Druck. |
Für Nervosität sorgten vor allem die wieder aufgeflammten Militärschläge im Nahost-Konflikt, die den Ölpreis aktuell in Richtung 100-Dollar-Marke treiben. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) kletterten in der Spitze um jeweils rund 2,5 Prozent auf 97,04 und 92,29 Dollar je Fass - auf Wochensicht sind die Preise um mehr als sechs Prozent angezogen. Auch die europäischen Gaspreise(TRNLTTFD1) blieben im Aufwärtstrend.
"Der Markt hatte gehofft, dass die USA und der Iran eine Art Abkommen erzielen könnten, das die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ermöglichen würde", schreiben die Analysten von Mind Energy. Nach der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt priesen die Anleger aber eher eine sehr schlechte Versorgungslage im Vorfeld der kommenden Heizperiode ein. Durch die wichtige Meerenge von Hormus wurden vor Beginn des Krieges Ende Februar rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert. In den vergangenen Monaten war die Wasserstraße weitgehend blockiert.
Angesichts der Energiepreisexplosion stellen sich immer mehr Anleger darauf ein, dass für die großen Zentralbanken im Kampf gegen steigende Inflationsraten Zinserhöhungen wohl nicht zu vermeiden sind. Der geopolitische Konflikt drohe damit nicht nur zu einem ernsthaften Konjunkturproblem zu werden, sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Vor dem Hintergrund der bereits hohen Staatsverschuldung könnten länger erhöhte Zinsen die Refinanzierungskosten weiter in die Höhe treiben und im Extremfall sogar eine neue Staatsschuldenkrise begünstigen, meint der Experte. An den europäischen Bondmärkten setzte sich der Anstieg der Renditen am Mittwoch ungebremst fort. Die deutsche Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit(DE10YT=RR) rentierte mit 3,3951 Prozent auf dem höchsten Stand seit April 2011. Inzwischen wird mit einer fast 100-prozentigen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhen wird - von 2,25 auf 2,50 Prozent.
Auch in den USA mehren sich die Spekulationen über steigende Zinsen: Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Märkte nun eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September ein, gegenüber rund 40 Prozent eine Woche zuvor. Der Dollar-Index(.DXY) notierte mit 99,85 Punkten auf einem Zwei-Wochen-Hoch. Der Euro(EUR) gab 0,2 Prozent auf 1,1571 Dollar nach. Neue Hinweise auf das weitere geldpolitische Vorgehen der Fed erhofften sich die Anleger am Nachmittag von dem ADP-Beschäftigungsreport, der einen Vorgeschmack auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht gibt.
Auf der Unternehmensseite sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Die Aktien von Adidas(ADSGn.DE) und der Deutschen Bank(DBKGn.DE) standen nach positiven Kurzstudien mit einem Plus von zeitweise mehr als zwei Prozent an der Dax-Spitze. Auf der Verliererseite fanden sich unter anderem GEA(G1AG.DE) wieder. Die Papiere des Anlagenbauers gaben rund drei Prozent nach. Ein Händler verwies auf einen Bericht von Bloomberg News, demzufolge der Staatsfonds Kuwait Investment Authority fünf Millionen Aktien von GEA zum Verkauf anbietet.
An der Mailänder Börse rückte die geplante Übernahme von Cirsa(CIRSA.MC) durch Lottomatica(LTMC.MI) in den Fokus. Die Aktien des italienischen Wettunternehmens fielen um bis zu 11,5 Prozent. Die Papiere von Cirsa rückten um mehr als 18 Prozent vor. Mit der Verschmelzung soll der weltweit zweitgrößte börsennotierte Glücksspiel- und Sportwettenanbieter entstehen. "Der Markt wurde von diesem Strategiewechsel überrascht", sagt ein Händler in Mailand.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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02.09.26
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(Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Devisen, Anleihen, Öl)
Frankfurt, 02. Sep (Reuters) - Die zunehmenden Inflations- und Zinssorgen machen die Dax(.GDAXI)-Anleger mürbe. Der deutsche Leitindex verlor am Mittwoch 0,9 Prozent auf 25.727 Zähler und markierte damit den tiefsten Stand seit Ende Juli. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) fiel mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf ein Vier-Wochen-Tief. Der Markt sei in einem Zangengriff aus Ölpreisschock und Zinsangst, fasste Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades, die Stimmung zusammen. An den vergangenen drei Handelstagen ist der Dax bereits um rund drei Prozent abgerutscht. Auch der Anleihenmarkt stand weiter unter Druck.
Für Nervosität sorgten vor allem die wieder aufgeflammten Militärschläge im Nahost-Konflikt, die den Ölpreis aktuell in Richtung 100-Dollar-Marke treiben. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) kletterten in der Spitze um jeweils rund 2,5 Prozent auf 97,04 und 92,29 Dollar je Fass - auf Wochensicht sind die Preise um mehr als sechs Prozent angezogen. Auch die europäischen Gaspreise(TRNLTTFD1) blieben im Aufwärtstrend.
"Der Markt hatte gehofft, dass die USA und der Iran eine Art Abkommen erzielen könnten, das die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ermöglichen würde", schreiben die Analysten von Mind Energy. Nach der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt priesen die Anleger aber eher eine sehr schlechte Versorgungslage im Vorfeld der kommenden Heizperiode ein. Durch die wichtige Meerenge von Hormus wurden vor Beginn des Krieges Ende Februar rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert. In den vergangenen Monaten war die Wasserstraße weitgehend blockiert.
<h5 align=center> ANLEGER GEHEN VON STEIGENDEN ZINSEN AUS </h5>Angesichts der Energiepreisexplosion stellen sich immer mehr Anleger darauf ein, dass für die großen Zentralbanken im Kampf gegen steigende Inflationsraten Zinserhöhungen wohl nicht zu vermeiden sind. Der geopolitische Konflikt drohe damit nicht nur zu einem ernsthaften Konjunkturproblem zu werden, sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Vor dem Hintergrund der bereits hohen Staatsverschuldung könnten länger erhöhte Zinsen die Refinanzierungskosten weiter in die Höhe treiben und im Extremfall sogar eine neue Staatsschuldenkrise begünstigen, meint der Experte. An den europäischen Bondmärkten setzte sich der Anstieg der Renditen am Mittwoch ungebremst fort. Die deutsche Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit(DE10YT=RR) rentierte mit 3,3951 Prozent auf dem höchsten Stand seit April 2011. Inzwischen wird mit einer fast 100-prozentigen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhen wird - von 2,25 auf 2,50 Prozent.
<h5 align=center> ADIDAS NACH ANALYSTENKOMMENTAR BEGEHRT </h5> <h5 align=center> INDIZES: </h5> <h5 align=center> DEVISEN: </h5> <h5 align=center> FUTURES: </h5> <h5 align=center> ROHSTOFFE: </h5> <h5 align=center> ÜBERSICHT AKTIENMÄRKTE: </h5>Auch in den USA mehren sich die Spekulationen über steigende Zinsen: Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Märkte nun eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September ein, gegenüber rund 40 Prozent eine Woche zuvor. Der Dollar-Index(.DXY) notierte mit 99,85 Punkten auf einem Zwei-Wochen-Hoch. Der Euro(EUR) gab 0,2 Prozent auf 1,1571 Dollar nach. Neue Hinweise auf das weitere geldpolitische Vorgehen der Fed erhofften sich die Anleger am Nachmittag von dem ADP-Beschäftigungsreport, der einen Vorgeschmack auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht gibt.
Auf der Unternehmensseite sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Die Aktien von Adidas(ADSGn.DE) und der Deutschen Bank(DBKGn.DE) standen nach positiven Kurzstudien mit einem Plus von zeitweise mehr als zwei Prozent an der Dax-Spitze. Auf der Verliererseite fanden sich unter anderem GEA(G1AG.DE) wieder. Die Papiere des Anlagenbauers gaben rund drei Prozent nach. Ein Händler verwies auf einen Bericht von Bloomberg News, demzufolge der Staatsfonds Kuwait Investment Authority fünf Millionen Aktien von GEA zum Verkauf anbietet.
An der Mailänder Börse rückte die geplante Übernahme von Cirsa(CIRSA.MC) durch Lottomatica(LTMC.MI) in den Fokus. Die Aktien des italienischen Wettunternehmens fielen um bis zu 11,5 Prozent. Die Papiere von Cirsa rückten um mehr als 18 Prozent vor. Mit der Verschmelzung soll der weltweit zweitgrößte börsennotierte Glücksspiel- und Sportwettenanbieter entstehen. "Der Markt wurde von diesem Strategiewechsel überrascht", sagt ein Händler in Mailand.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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