28.08.26
16:50
Reuters
* Warsh sieht keine Trendwende bei Inflation
* Märkte taxieren Chance auf Zinserhöhung auf fast 50 Prozent
* Inflation macht EZB-Zinserhöhung wahrscheinlich
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street)
Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Trotz der vorsichtigen Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh hat der Dax(.GDAXI) am Freitag ein Rekordhoch erreicht. Der deutsche Leitindex weitete sein Plus auf bis zu 1,0 Prozent aus und notierte mit 26.618,74 Punkten zeitweise so hoch wie nie. Aus dem Handel ging er 0,8 Prozent höher bei 26.569,99 Zählern. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss 1,0 Prozent im Plus bei 6485,67 Punkten. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) fanden hingegen keine klare Richtung und pendelten um den Vortagesschlusskurs.
Sollte die Inflation nicht schnell genug auf das Zwei-Prozent-Ziel zusteuern, "steht uns noch Arbeit bevor", sagte Warsh bei der Notenbankkonferenz in Jackson Hole. "Die Anleger spielen nach wie vor nach ihren eigenen Spielregeln und rechnen derzeit Chancen gegen Risiken auf", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. "Warshs Fingerzeig auf die Inflationsrisiken haben Marktteilnehmer zwar nicht ignoriert, aber offenbar als beherrschbar eingestuft." Der eigentliche Treiber für den neuen Rekord lag laut Emden bereits vorher auf dem Tisch: ein Mix aus anhaltender KI-Fantasie und sinkenden Ölpreisen.
Dennoch führte die Rede Warshs dazu, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im September an den Terminmärkten nun auf fast 50 Prozent eingeschätzt wird. Zuvor hatte sie als unwahrscheinlich gegolten. Dies stützte den Dollar-Index(.DXY), der um fast ein halbes Prozent auf 99,623 zulegte. Der Euro(EUR=) gab im Gegenzug um gut ein halbes Prozent auf 1,1586 Dollar nach. Zuletzt war die US-Währung ins Hintertreffen geraten, da US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, den Rückkauf längerfristiger Anleihen auszuweiten, um den jüngsten Renditeanstieg am Bondmarkt zu bremsen. Anleger fürchten, dass Maßnahmen zur Senkung der Kreditkosten den Dollar entwerten könnten. Auf Monatssicht hat der Dollar-Index trotz des Gewinns am Freitag knapp ein halbes Prozent eingebüßt.
Am Ölmarkt gingen die Preise angesichts der unklaren Situation in Nahost auf Richtungssuche. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils ein halbes Prozent auf 89,30 und 83,14 Dollar je Fass (159 Liter). Am Donnerstag waren sie um rund zwei Prozent gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump einer neuen Runde von Gesprächen mit dem Iran eine Absage erteilt hatte.
Anders als bei der Fed sehen die Anleger mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der EZB inzwischen etwas klarer. Einem Reuters-Bericht zufolge sind die Währungshüter bereit, die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im September von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Wie Daten vom Freitag zeigten, deutet sich in der Euro-Zone ein Inflationsschub an.
Unter den Einzelwerten standen Autowerte im Fokus. Die Papiere von BMW(BMWG.DE) waren mit einem Plus von 4,5 Prozent die größten Dax-Gewinner. Laut einem Händler sorgte ein Kommentar der Citigroup für Auftrieb. Nach den Kursverlusten der vergangenen Monate sei das Abwärtspotenzial begrenzt, hieß es in der Kurzstudie. Seit Jahresanfang sind die BMW-Papiere um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Die Aktien von Volkswagen(VOWG_p.DE), Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Porsche SE(PSHG_p.DE) legten um jeweils rund drei Prozent zu.
In Österreich gingen Strabag(STRV.VI)-Aktien mit einem Plus von 15,8 Prozent auf Höhenflug. Der Baukonzern blickt nach einem starken ersten Halbjahr nun deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Trotz der vorsichtigen Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh hat der Dax(.GDAXI) am Freitag ein Rekordhoch erreicht. Der deutsche Leitindex weitete sein Plus auf bis zu 1,0 Prozent aus und notierte mit 26.618,74 Punkten zeitweise so hoch wie nie. Aus dem Handel ging er 0,8 Prozent höher bei 26.569,99 Zählern. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss 1,0 Prozent im Plus bei 6485,67 Punkten. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) fanden hingegen keine klare Richtung und pendelten um den Vortagesschlusskurs. Sollte die Inflation nicht schnell genug auf das Zwei-Prozent-Ziel zusteuern, "steht uns noch Arbeit bevor", sagte Warsh bei der Notenbankkonferenz in Jackson Hole. "Die Anleger spielen nach wie vor nach ihren eigenen Spielregeln und rechnen derzeit Chancen gegen Risiken auf", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. "Warshs Fingerzeig auf die Inflationsrisiken haben Marktteilnehmer zwar nicht ignoriert, aber offenbar als beherrschbar eingestuft." Der eigentliche Treiber für den neuen Rekord lag laut Emden bereits vorher auf dem Tisch: ein Mix aus anhaltender KI-Fantasie und sinkenden Ölpreisen.
DOLLAR IM AUFWIND Dennoch führte die Rede Warshs dazu, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im September an den Terminmärkten nun auf fast 50 Prozent eingeschätzt wird. Zuvor hatte sie als unwahrscheinlich gegolten. Dies stützte den Dollar-Index(.DXY), der um fast ein halbes Prozent auf 99,623 zulegte. Der Euro(EUR=) gab im Gegenzug um gut ein halbes Prozent auf 1,1586 Dollar nach. Zuletzt war die US-Währung ins Hintertreffen geraten, da US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, den Rückkauf längerfristiger Anleihen auszuweiten, um den jüngsten Renditeanstieg am Bondmarkt zu bremsen. Anleger fürchten, dass Maßnahmen zur Senkung der Kreditkosten den Dollar entwerten könnten. Auf Monatssicht hat der Dollar-Index trotz des Gewinns am Freitag knapp ein halbes Prozent eingebüßt. Am Ölmarkt gingen die Preise angesichts der unklaren Situation in Nahost auf Richtungssuche. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils ein halbes Prozent auf 89,30 und 83,14 Dollar je Fass (159 Liter). Am Donnerstag waren sie um rund zwei Prozent gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump einer neuen Runde von Gesprächen mit dem Iran eine Absage erteilt hatte.
ANLEGER GREIFEN BEI AUTOWERTEN ZU Anders als bei der Fed sehen die Anleger mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der EZB inzwischen etwas klarer. Einem Reuters-Bericht zufolge sind die Währungshüter bereit, die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im September von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Wie Daten vom Freitag zeigten, deutet sich in der Euro-Zone ein Inflationsschub an. Unter den Einzelwerten standen Autowerte im Fokus. Die Papiere von BMW(BMWG.DE) waren mit einem Plus von 4,5 Prozent die größten Dax-Gewinner. Laut einem Händler sorgte ein Kommentar der Citigroup für Auftrieb. Nach den Kursverlusten der vergangenen Monate sei das Abwärtspotenzial begrenzt, hieß es in der Kurzstudie. Seit Jahresanfang sind die BMW-Papiere um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Die Aktien von Volkswagen(VOWG_p.DE), Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Porsche SE(PSHG_p.DE) legten um jeweils rund drei Prozent zu. In Österreich gingen Strabag(STRV.VI)-Aktien mit einem Plus von 15,8 Prozent auf Höhenflug. Der Baukonzern blickt nach einem starken ersten Halbjahr nun deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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