28.08.26
10:37
Reuters
* Anleger warten gespannt auf Rede von Fed-Chef Warsh
* Investoren hoffen auf mehr Klarheit zur US-Geldpolitik
* Inflation macht EZB-Zinserhöhung wahrscheinlich
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Devisen, Öl, Zitate)
Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) ist zum Wochenschluss auf ein neues Rekordhoch zugesteuert. Vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole kletterte der Dax um 0,7 Prozent auf 26.553 Zähler - und blieb damit nur knapp unter seiner jüngsten Bestmarke von 26.573,50 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) rückte um 0,6 Prozent vor. Wenn Warsh die richtigen Signale sende, könnte sich der Dax auf einem neuen Rekordhoch ins Wochenende verabschieden, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Auch Kyle Rodda, Stratege bei capital.com, konstatierte: "Ein expansiver oder auch unverbindlicher Ton könnte die Aktienmärkte weiter antreiben."
Investoren rätseln derzeit, ob die Fed im September bei den Zinsen noch einmal die Pausentaste drücken wird. Einige Vertreter der US-Notenbank drängten angesichts der anhaltend hohen Inflation zuletzt auf eine Zinserhöhung. Die Finanzmärkte erwarten, dass die Währungshüter die Füße still halten. Die Fed hatte den Leitzins bereits Ende Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen.
Nach Einschätzung vieler Analysten wird sich der neue Notenbank-Chef in seiner Rede jedoch kaum in die Karten schauen lassen. "Warsh hat in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass er nichts von Forward Guidance hält, und daher gehe ich nicht davon aus, dass er dies nun bereits aufweichen wird, um irgendwelche Hinweise für den September zu geben", schreibt Commerzbank-Analyst Volkmar Baur in einem Kommentar.
Der Dollar-Index(.DXY) trat bis zum Mittag bei 99,20 Punkten auf der Stelle. Der Euro(EUR=) gab 0,1 Prozent auf 1,1646 Dollar nach. Zuletzt war die US-Währung ins Hintertreffen geraten, da US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, den Rückkauf längerfristiger Anleihen auszuweiten, um den jüngsten Renditeanstieg am Bondmarkt zu bremsen. Anleger fürchten, dass Maßnahmen zur Senkung der Kreditkosten den Dollar entwerten könnten. Auf Monatssicht hat der Dollar-Index rund 0,7 Prozent an Wert eingebüßt. Sollte es zu einer falkenhaften Überraschung mit einem Hinweis auf eine Zinsanhebung kommen, würde dies den Dollar sicherlich deutlich stützen, prognostizierte Commerzbank-Analyst Baur.
Anders als bei der Fed sehen die Anleger mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der EZB inzwischen etwas klarer. Einem Reuters-Bericht zufolge sind die Währungshüter bereit, die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im September von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Wie Daten vom Freitag zeigten, deutet sich in der Euro-Zone ein Inflationsschub an. Sowohl in der zweitgrößten Volkswirtschaft Frankreich als auch in der Nummer vier Spanien legten die Verbraucherpreise im August deutlich zu.
Unter den Einzelwerten rückten die Autowerte in den Fokus. Die Papiere von BMW(BMWG.DE) gehörten mit einem Plus von fast zwei Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. Laut einem Händler sorgte ein Kommentar der Citigroup für Auftrieb. Nach den Kursverlusten der vergangenen Monate sei das Abwärtspotenzial begrenzt, hieß es in der Kurzstudie. Seit Jahresanfang sind die BMW-Papiere um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Die Aktien von Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Volkswagen(VOWG_p.DE) notierten im Dax jeweils 1,4 Prozent fester.
In Österreich zündeten Strabag(STRV.VI) mit einem Plus von 14 Prozent ein Kursfeuerwerk. Der Baukonzern blickt nach einem starken ersten Halbjahr nun deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr.
Am Ölmarkt gingen die Preise angesichts der unklaren Situation in Nahost auf Richtungssuche. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich zeitweise um jeweils rund ein Prozent auf 88,82 beziehungsweise 82,54 Dollar je Fass. Am Donnerstag waren sie um rund zwei Prozent gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump einer neuen Runde von Gesprächen mit dem Iran eine Absage erteilt hatte. "Im Zentrum des Streits steht nach wie vor das iranische Atomprogramm, und eine schnelle Lösung ist unwahrscheinlich", sagte Priyanka Sachdeva, Leiterin der Marktanalysen bei Phillip Nova. Zu Wochenbeginn hatten Hoffnungen auf eine baldige Wiederöffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus die Ölpreise gedrückt. Seit Montag gaben die Notierungen für Brent und WTI rund fünf Prozent nach.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Devisen, Öl, Zitate) Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) ist zum Wochenschluss auf ein neues Rekordhoch zugesteuert. Vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole kletterte der Dax um 0,7 Prozent auf 26.553 Zähler - und blieb damit nur knapp unter seiner jüngsten Bestmarke von 26.573,50 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) rückte um 0,6 Prozent vor. Wenn Warsh die richtigen Signale sende, könnte sich der Dax auf einem neuen Rekordhoch ins Wochenende verabschieden, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Auch Kyle Rodda, Stratege bei capital.com, konstatierte: "Ein expansiver oder auch unverbindlicher Ton könnte die Aktienmärkte weiter antreiben."
Investoren rätseln derzeit, ob die Fed im September bei den Zinsen noch einmal die Pausentaste drücken wird. Einige Vertreter der US-Notenbank drängten angesichts der anhaltend hohen Inflation zuletzt auf eine Zinserhöhung. Die Finanzmärkte erwarten, dass die Währungshüter die Füße still halten. Die Fed hatte den Leitzins bereits Ende Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen.
Nach Einschätzung vieler Analysten wird sich der neue Notenbank-Chef in seiner Rede jedoch kaum in die Karten schauen lassen. "Warsh hat in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass er nichts von Forward Guidance hält, und daher gehe ich nicht davon aus, dass er dies nun bereits aufweichen wird, um irgendwelche Hinweise für den September zu geben", schreibt Commerzbank-Analyst Volkmar Baur in einem Kommentar.
DOLLAR KOMMT KAUM VOM FLECK
Der Dollar-Index(.DXY) trat bis zum Mittag bei 99,20 Punkten auf der Stelle. Der Euro(EUR=) gab 0,1 Prozent auf 1,1646 Dollar nach. Zuletzt war die US-Währung ins Hintertreffen geraten, da US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, den Rückkauf längerfristiger Anleihen auszuweiten, um den jüngsten Renditeanstieg am Bondmarkt zu bremsen. Anleger fürchten, dass Maßnahmen zur Senkung der Kreditkosten den Dollar entwerten könnten. Auf Monatssicht hat der Dollar-Index rund 0,7 Prozent an Wert eingebüßt. Sollte es zu einer falkenhaften Überraschung mit einem Hinweis auf eine Zinsanhebung kommen, würde dies den Dollar sicherlich deutlich stützen, prognostizierte Commerzbank-Analyst Baur.
Anders als bei der Fed sehen die Anleger mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der EZB inzwischen etwas klarer. Einem Reuters-Bericht zufolge sind die Währungshüter bereit, die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im September von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Wie Daten vom Freitag zeigten, deutet sich in der Euro-Zone ein Inflationsschub an. Sowohl in der zweitgrößten Volkswirtschaft Frankreich als auch in der Nummer vier Spanien legten die Verbraucherpreise im August deutlich zu.
ANLEGER GREIFEN BEI AUTOWERTEN ZU
Unter den Einzelwerten rückten die Autowerte in den Fokus. Die Papiere von BMW(BMWG.DE) gehörten mit einem Plus von fast zwei Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. Laut einem Händler sorgte ein Kommentar der Citigroup für Auftrieb. Nach den Kursverlusten der vergangenen Monate sei das Abwärtspotenzial begrenzt, hieß es in der Kurzstudie. Seit Jahresanfang sind die BMW-Papiere um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Die Aktien von Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Volkswagen(VOWG_p.DE) notierten im Dax jeweils 1,4 Prozent fester.
In Österreich zündeten Strabag(STRV.VI) mit einem Plus von 14 Prozent ein Kursfeuerwerk. Der Baukonzern blickt nach einem starken ersten Halbjahr nun deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr.
Am Ölmarkt gingen die Preise angesichts der unklaren Situation in Nahost auf Richtungssuche. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich zeitweise um jeweils rund ein Prozent auf 88,82 beziehungsweise 82,54 Dollar je Fass. Am Donnerstag waren sie um rund zwei Prozent gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump einer neuen Runde von Gesprächen mit dem Iran eine Absage erteilt hatte. "Im Zentrum des Streits steht nach wie vor das iranische Atomprogramm, und eine schnelle Lösung ist unwahrscheinlich", sagte Priyanka Sachdeva, Leiterin der Marktanalysen bei Phillip Nova. Zu Wochenbeginn hatten Hoffnungen auf eine baldige Wiederöffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus die Ölpreise gedrückt. Seit Montag gaben die Notierungen für Brent und WTI rund fünf Prozent nach.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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