28.08.26
13:41
Reuters
* Warten auf US-Arbeitsmarktbericht für August
* Inflationsdaten für die Euro-Zone im Fokus
* Lufthansa könnte in den Dax zurückkehren
* VW-Aufsichtsrat tritt zusammen
- von Daniela Pegna und Sanne Schimanski
Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Die Diskussionen über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed dürften in der neuen Woche den Takt am deutschen Aktienmarkt vorgeben. Anleger rätseln derzeit, ob es - entgegen aller Erwartungen - auf der Sitzung am 16. September doch noch zu einer Zinserhöhung kommen könnte. Der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte neue Hinweise auf die geldpolitischen Pläne unter Fed-Chef Kevin Warsh bringen. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass die Jobdaten im August eher gegen eine Zinserhöhung sprechen. Sie wären wohl nicht stark genug, um die Geldpolitiker von der Notwendigkeit höherer Zinsen zu überzeugen, hieß es in einer Kurzstudie. Damit könnte der Dax seinen Marsch in Richtung 27.000 Punkte fortsetzen - an den vergangenen fünf Handelstagen hat er bis Freitagmittag fast eineinhalb Prozent auf 26.500 Zähler zugelegt.
Zuletzt hatte sich der US-Arbeitsmarkt im Juli überraschend abgekühlt. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt bei Bantleon, rechnet für August alles in allem mit einem "robusten, wenn auch nicht überbordenden Stellenaufbau". Die Fed, die für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll, hatte den Leitzins Ende Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Gleichzeitig mehrten sich in der US-Notenbank angesichts der hartnäckig hohen Teuerung jedoch die Rufe nach einer Zinserhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh hat sich mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs bislang bewusst bedeckt gehalten.
In der Euro-Zone rücken vor allem die vorläufigen Zahlen zur Entwicklung der Inflation in den Fokus. Am Montag werden die deutschen Daten für August veröffentlicht, am Dienstag die für den gesamten Euro-Raum. Aufgrund der durch den Nahost-Konflikt höheren Energiepreise dürfte die Inflation in der Euro-Zone laut Commerzbank spürbar von 2,9 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent im August springen. Die Anleger stellen sich inzwischen darauf ein, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 10. September die Zinsen wohl von 2,25 auf 2,50 Prozent schrauben wird. Die Wahrscheinlichkeit von sekundären Preiseffekten der teureren Energie auf andere Bereiche habe zugenommen und es zeichne sich immer noch keine Entspannung bei den Ölpreisen ab, sagte Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht.
Wie es um die Konjunktur dies- und jenseits des Atlantiks bestellt ist, dürften die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum und in den USA im August zeigen (Dienstag). Am Donnerstag folgt der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor. Zur Wochenmitte stehen aus den USA die Daten zu den Aufträgen in der US-Industrie im vergangenen Monat an, am Freitag die Aufträge der deutschen Industrie.
Auf der Unternehmensseite könnte der Indexentscheid der Deutschen Börse am Donnerstag für Gesprächsstoff sorgen. Dann könnte die Rückkehr der Lufthansa(LHAG.DE) in den Dax gelingen. Doch Experten sind vorsichtig geworden: Es werde wieder einmal eng. Mögliche Dax-Absteiger wären der Online-Modehändler Zalando(ZALG.DE) und die Immobilien-Plattform Scout24(G24n.DE). In den Nebenwerteindizes MDax(.MDAXI) und SDax(.SDAXI) stehen voraussichtlich keine größeren Änderungen bevor, nachdem der letztere im Juni gleich sieben neue Mitglieder bekommen hatte.
Neben der Lufthansa richtet sich der Blick in der neuen Woche auch auf Volkswagen(VOWG_p.DE). Wenn am Freitag der Aufsichtsrat zusammentritt, geht es auch um die Frage, wie Management, Großaktionäre und Arbeitnehmer in Zukunft zusammenarbeiten und wer das Sagen in dem Konzern mit seinen weltweit mehr als 650.000 Mitarbeitern hat. Sollte es den Großaktionären, dem Land Niedersachsen und den Arbeitnehmervertretern dabei nicht gelingen, einen Kompromiss zu finden, steht ein Machtkampf bevor. Laut Insidern liegen für die Sitzung gleich drei Sanierungskonzepte auf dem Tisch. Der wegbrechende Markt in China, die Zölle von US-Präsident Donald Trump und der harte Wettbewerb durch chinesische Anbieter auf dem europäischen Heimatmarkt setzen dem Autobauer zu.
(Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Die Diskussionen über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed dürften in der neuen Woche den Takt am deutschen Aktienmarkt vorgeben. Anleger rätseln derzeit, ob es - entgegen aller Erwartungen - auf der Sitzung am 16. September doch noch zu einer Zinserhöhung kommen könnte. Der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte neue Hinweise auf die geldpolitischen Pläne unter Fed-Chef Kevin Warsh bringen. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass die Jobdaten im August eher gegen eine Zinserhöhung sprechen. Sie wären wohl nicht stark genug, um die Geldpolitiker von der Notwendigkeit höherer Zinsen zu überzeugen, hieß es in einer Kurzstudie. Damit könnte der Dax seinen Marsch in Richtung 27.000 Punkte fortsetzen - an den vergangenen fünf Handelstagen hat er bis Freitagmittag fast eineinhalb Prozent auf 26.500 Zähler zugelegt. Zuletzt hatte sich der US-Arbeitsmarkt im Juli überraschend abgekühlt. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt bei Bantleon, rechnet für August alles in allem mit einem "robusten, wenn auch nicht überbordenden Stellenaufbau". Die Fed, die für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll, hatte den Leitzins Ende Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Gleichzeitig mehrten sich in der US-Notenbank angesichts der hartnäckig hohen Teuerung jedoch die Rufe nach einer Zinserhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh hat sich mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs bislang bewusst bedeckt gehalten.
In der Euro-Zone rücken vor allem die vorläufigen Zahlen zur Entwicklung der Inflation in den Fokus. Am Montag werden die deutschen Daten für August veröffentlicht, am Dienstag die für den gesamten Euro-Raum. Aufgrund der durch den Nahost-Konflikt höheren Energiepreise dürfte die Inflation in der Euro-Zone laut Commerzbank spürbar von 2,9 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent im August springen. Die Anleger stellen sich inzwischen darauf ein, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 10. September die Zinsen wohl von 2,25 auf 2,50 Prozent schrauben wird. Die Wahrscheinlichkeit von sekundären Preiseffekten der teureren Energie auf andere Bereiche habe zugenommen und es zeichne sich immer noch keine Entspannung bei den Ölpreisen ab, sagte Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht. Wie es um die Konjunktur dies- und jenseits des Atlantiks bestellt ist, dürften die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum und in den USA im August zeigen (Dienstag). Am Donnerstag folgt der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor. Zur Wochenmitte stehen aus den USA die Daten zu den Aufträgen in der US-Industrie im vergangenen Monat an, am Freitag die Aufträge der deutschen Industrie.
Auf der Unternehmensseite könnte der Indexentscheid der Deutschen Börse am Donnerstag für Gesprächsstoff sorgen. Dann könnte die Rückkehr der Lufthansa(LHAG.DE) in den Dax gelingen. Doch Experten sind vorsichtig geworden: Es werde wieder einmal eng. Mögliche Dax-Absteiger wären der Online-Modehändler Zalando(ZALG.DE) und die Immobilien-Plattform Scout24(G24n.DE). In den Nebenwerteindizes MDax(.MDAXI) und SDax(.SDAXI) stehen voraussichtlich keine größeren Änderungen bevor, nachdem der letztere im Juni gleich sieben neue Mitglieder bekommen hatte. Neben der Lufthansa richtet sich der Blick in der neuen Woche auch auf Volkswagen(VOWG_p.DE). Wenn am Freitag der Aufsichtsrat zusammentritt, geht es auch um die Frage, wie Management, Großaktionäre und Arbeitnehmer in Zukunft zusammenarbeiten und wer das Sagen in dem Konzern mit seinen weltweit mehr als 650.000 Mitarbeitern hat. Sollte es den Großaktionären, dem Land Niedersachsen und den Arbeitnehmervertretern dabei nicht gelingen, einen Kompromiss zu finden, steht ein Machtkampf bevor. Laut Insidern liegen für die Sitzung gleich drei Sanierungskonzepte auf dem Tisch. Der wegbrechende Markt in China, die Zölle von US-Präsident Donald Trump und der harte Wettbewerb durch chinesische Anbieter auf dem europäischen Heimatmarkt setzen dem Autobauer zu.
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