14.08.26
12:05
Reuters
* Unternehmensgewinne auf breiter Basis stützen die Aktienmärkte
* Nachlassender Inflationsdruck gibt Notenbanken mehr Spielraum
* Weniger Bilanzen - Fokus richtet sich auf Wirtschaftsdaten
- von Anika Ross
Frankfurt, 14. Aug (Reuters) - Mit einer abflauenden Berichtssaison wird die Luft am deutschen Aktienmarkt für einen fortgesetzten Höhenflug nach Meinung von Strategen dünner. Überraschend starke Geschäftszahlen hatten den Dax(.GDAXI) in der ersten Hälfte der alten Woche von Rekord zu Rekord und bis auf 26.573,50 Punkte getrieben. "Die jüngste Berichtssaison ist deutlich besser ausgefallen als erwartet", sagt Ingo Koczwara, Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz. In den USA erreichte das Umsatz- und Gewinnwachstum im zweiten Quartal außergewöhnlich hohe Werte, auch Europa überzeugte mit einer starken Ergebnisentwicklung.
An der Wall Street zeige sich, dass sich die hohen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen in den Unternehmensergebnissen niederschlagen, sagen die Experten der Weberbank. Dabei weite sich die positive Gewinndynamik über den Technologiesektor hinweg aus. Insbesondere Energie-, Rohstoff- und Finanzunternehmen überzeugten. "Die Aktienrallye steht damit zunehmend auf einem breiteren Fundament." Die Impulse werden in der neuen Woche allerdings schwächer, da nur noch einige Nachzügler ihre Zahlen vorlegen werden.
Die Stimmung an den Börsen wird grundsätzlich auch durch nachlassende Inflations- und Zinssorgen aufgehellt. Nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht und jüngsten Inflationsdaten stuft der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September zudem als geringer ein. Die mit dem US-Iran-Konflikt verbundenen Inflations- und Zinssorgen wurden dadurch gelindert. Dennoch blieben die Inflationsrisiken angesichts der hohen Energiepreise präsent, warnt Koczwara. Zuletzt verlor die Rally an Schwung, weswegen der Dax per Freitagnachmittag lediglich ein Wochenplus von rund einem halben Prozent ansteuerte.
Zwar hatten sich die Konjunktursignale für Deutschland zuletzt merklich aufgehellt. Doch sei es fraglich, ob die Wirtschaft stark genug sei, um im kommenden Quartal noch eine Schippe draufzulegen, sagt Helaba-Strategin Claudia Windt. Denn die Krise im Nahen Osten ist nach wie vor ungelöst, weswegen die Ölpreise zeitweise wieder über der Marke von 90 Dollar je Fass notierten. "Das ist zu hoch, um Inflationsentwarnung geben zu können", sagt Windt.
Zu Beginn der neuen Woche richtet sich der Blick zunächst nach Asien auf das Wirtschaftswachstum Japans. In China stehen die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze für Juli im Fokus. Am Dienstag steht hierzulande das Barometer der Konjunkturerwartungen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf der Agenda. Trotz des Iran-Kriegs hatten Finanzexperten zuletzt optimistischer auf die deutsche Wirtschaft geblickt. "In den USA werden Baubeginne, Baugenehmigungen und Industrieproduktion zeigen, ob die Wirtschaft trotz hoher Finanzierungskosten weiter robust wachsen kann", sagen die LBBW-Strategen. Zur Wochenmitte steht dann das Protokoll der Fed-Sitzung von Ende Juli im Fokus. "Die Märkte dürften vor allem darauf achten, ob sich aus der Diskussion im Offenmarktausschuss auf eine wachsende Bereitschaft zu Zinserhöhungen schließen lässt." Die Anleger sehen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent für eine Anhebung des Leitzinses der Fed bis zum Jahresende. Zum Wochenausklang blicken die Investoren auf die Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für Deutschland und den Euroraum.
(Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
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12:05
Reuters
Frankfurt, 14. Aug (Reuters) - Mit einer abflauenden Berichtssaison wird die Luft am deutschen Aktienmarkt für einen fortgesetzten Höhenflug nach Meinung von Strategen dünner. Überraschend starke Geschäftszahlen hatten den Dax(.GDAXI) in der ersten Hälfte der alten Woche von Rekord zu Rekord und bis auf 26.573,50 Punkte getrieben. "Die jüngste Berichtssaison ist deutlich besser ausgefallen als erwartet", sagt Ingo Koczwara, Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz. In den USA erreichte das Umsatz- und Gewinnwachstum im zweiten Quartal außergewöhnlich hohe Werte, auch Europa überzeugte mit einer starken Ergebnisentwicklung.
An der Wall Street zeige sich, dass sich die hohen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen in den Unternehmensergebnissen niederschlagen, sagen die Experten der Weberbank. Dabei weite sich die positive Gewinndynamik über den Technologiesektor hinweg aus. Insbesondere Energie-, Rohstoff- und Finanzunternehmen überzeugten. "Die Aktienrallye steht damit zunehmend auf einem breiteren Fundament." Die Impulse werden in der neuen Woche allerdings schwächer, da nur noch einige Nachzügler ihre Zahlen vorlegen werden.
<h5 align=center> ENTSPANNUNG, ABER KEINE ENTWARNUNG BEI INFLATION </h5>Die Stimmung an den Börsen wird grundsätzlich auch durch nachlassende Inflations- und Zinssorgen aufgehellt. Nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht und jüngsten Inflationsdaten stuft der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September zudem als geringer ein. Die mit dem US-Iran-Konflikt verbundenen Inflations- und Zinssorgen wurden dadurch gelindert. Dennoch blieben die Inflationsrisiken angesichts der hohen Energiepreise präsent, warnt Koczwara. Zuletzt verlor die Rally an Schwung, weswegen der Dax per Freitagnachmittag lediglich ein Wochenplus von rund einem halben Prozent ansteuerte.
Zwar hatten sich die Konjunktursignale für Deutschland zuletzt merklich aufgehellt. Doch sei es fraglich, ob die Wirtschaft stark genug sei, um im kommenden Quartal noch eine Schippe draufzulegen, sagt Helaba-Strategin Claudia Windt. Denn die Krise im Nahen Osten ist nach wie vor ungelöst, weswegen die Ölpreise zeitweise wieder über der Marke von 90 Dollar je Fass notierten. "Das ist zu hoch, um Inflationsentwarnung geben zu können", sagt Windt.
<h5 align=center> WIRTSCHAFTSERHOLUNG AUF DEM PRÜFSTAND </h5>Zu Beginn der neuen Woche richtet sich der Blick zunächst nach Asien auf das Wirtschaftswachstum Japans. In China stehen die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze für Juli im Fokus. Am Dienstag steht hierzulande das Barometer der Konjunkturerwartungen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf der Agenda. Trotz des Iran-Kriegs hatten Finanzexperten zuletzt optimistischer auf die deutsche Wirtschaft geblickt. "In den USA werden Baubeginne, Baugenehmigungen und Industrieproduktion zeigen, ob die Wirtschaft trotz hoher Finanzierungskosten weiter robust wachsen kann", sagen die LBBW-Strategen. Zur Wochenmitte steht dann das Protokoll der Fed-Sitzung von Ende Juli im Fokus. "Die Märkte dürften vor allem darauf achten, ob sich aus der Diskussion im Offenmarktausschuss auf eine wachsende Bereitschaft zu Zinserhöhungen schließen lässt." Die Anleger sehen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent für eine Anhebung des Leitzinses der Fed bis zum Jahresende. Zum Wochenausklang blicken die Investoren auf die Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für Deutschland und den Euroraum.
<h5 align=center> WICHTIGE UNTERNEHMENSTERMINE: </h5>(Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
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