14.08.26
10:49
Reuters
* Stockende Friedensverhandlungen zwischen Iran & USA ausgeblendet
* Öl wieder etwas teurer
* Spekulation auf aggressiveren Zinskurs der BoJ stützt Yen
(Neu: Europäische Börsen, Ölpreis, Devisen, Zitate, Einzelwerte)
Frankfurt, 14. Aug (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) hat zum Wochenschluss wieder neue Rekordstände ins Visier genommen. Der deutsche Leitindex rückte um bis zu 0,8 Prozent auf 26.504 Zähler vor und lag damit nur knapp unter seinem jüngsten Allzeithoch von 26.573,60 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,3 Prozent. "Die Anleger sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt", sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Die weiter stockenden Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA werden dabei offensichtlich ausgeblendet. "Anleger haben sich damit abgefunden, dass handfeste diplomatische Fortschritte eher in die Kategorie Wunschdenken fallen", sagte Timo Emden vom Broker CapTrader. Statt auf den großen Wurf zu warten, spielten die Märkte nach ihren eigenen Regeln.
Der Iran und die USA streiten sich vor allem um die Kontrolle über die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus. Am Donnerstag warnten die Vereinigten Staaten, dass sie die Seeblockade gegen den Iran auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten und den wirtschaftlichen Druck auf Teheran erhöhen könnten, solange eine Lösung des Konflikts ausbleibe. Die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) zogen in der Spitze um rund zwei Prozent auf 88,69 beziehungsweise 82,99 Dollar je Fass an. Seit Beginn des Krieges durch US-israelische Angriffe auf den Iran am 28. Februar ist die Straße von Hormus weitgehend gesperrt. Die hohen Ölpreise sorgten in den vergangenen Monaten für Inflations- und Zinssorgen.
Gute Nachrichten gab es am Freitag jedoch aus der Euro-Zone: Die Wirtschaft ist im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg gewachsen. Der Euro(EUR=) rückte um bis zu 0,3 Prozent auf 1,1557 Dollar vor. Der Dollar-Index(.DXY) notierte mit 99,73 Punkten 0,2 Prozent niedriger.
Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählten zum Wochenschluss die Software-Aktien, nachdem Spekulationen auf eine Übernahme des US-Software-Anbieters Workday(WDAY.O) durch den Finanzinvestor Silver Lake die Runde gemacht hatten. Im Dax standen SAP(SAPG.DE) mit einem Plus von mehr als vier Prozent an der Spitze. Im MDax(.MDAXI) gewannen die Aktien des Bausoftware-Anbieters Nemetschek(NEKG.DE) und des Spezialisten für Fernwartungssoftware Teamviewer(TMV.DE) neun beziehungsweise sieben Prozent. Laut einem Citigroup-Kommentar könnte das potenzielle Interesse von Silver Lake die Anleger wieder mehr für Software-Aktien begeistern. Investoren hatten zuletzt die Zukunftsfähigkeit traditioneller Software im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) infrage gestellt - viele Software-Aktien mussten daher deutliche Kursverluste hinnehmen.
Unter die Räder gerieten die Aktien von Energiekontor(EKTG.DE). Sie fielen im SDax(.SDAXI) nach einer Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2026 in der Spitze um knapp 18 Prozent. Der Wind- und Solarparkentwickler senkte seine Prognose für den Gewinn vor Steuern (EBT) auf fünf bis zehn Millionen Euro von zuvor 40 bis 60 Millionen Euro.
Bessere Karten hatten dagegen die Papiere von SFC Energy(F3CG.DE). Eine optimistischere Jahresprognose trieb die Titel des Brennstoffzellen-Anbieters im Kleinwerteindex nach oben. In der Spitze legten sie 4,8 Prozent zu und markierten den höchsten Stand seit sieben Wochen.
Am Devisenmarkt sorgte der Yen(JPY=) für Gesprächsstoff. Reuters hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass die Bank of Japan(BoJ) bereits im September die Zinsen anheben und darüber hinaus eine straffere Geldpolitik in Erwägung ziehen könnte. Für den Yen ging es daraufhin leicht nach oben. Trotz der gemeinsamen Intervention Japans und der USA blieb die japanische Landeswährung zuletzt angeschlagen. Der Yen hat bereits etwa die Hälfte der Gewinne wieder abgegeben, die durch die Eingriffe am Geldmarkt Ende Juli erzielt wurden. Die BoJ müsse jetzt handeln und eine restriktivere Haltung einnehmen, sagte OCBC-Stratege Sim Moh Siong.
(Bericht von: Daniela Pegna. Mitarbeit: Anika Ross. Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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(Neu: Europäische Börsen, Ölpreis, Devisen, Zitate, Einzelwerte) Frankfurt, 14. Aug (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) hat zum Wochenschluss wieder neue Rekordstände ins Visier genommen. Der deutsche Leitindex rückte um bis zu 0,8 Prozent auf 26.504 Zähler vor und lag damit nur knapp unter seinem jüngsten Allzeithoch von 26.573,60 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,3 Prozent. "Die Anleger sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt", sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Die weiter stockenden Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA werden dabei offensichtlich ausgeblendet. "Anleger haben sich damit abgefunden, dass handfeste diplomatische Fortschritte eher in die Kategorie Wunschdenken fallen", sagte Timo Emden vom Broker CapTrader. Statt auf den großen Wurf zu warten, spielten die Märkte nach ihren eigenen Regeln.
Der Iran und die USA streiten sich vor allem um die Kontrolle über die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus. Am Donnerstag warnten die Vereinigten Staaten, dass sie die Seeblockade gegen den Iran auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten und den wirtschaftlichen Druck auf Teheran erhöhen könnten, solange eine Lösung des Konflikts ausbleibe. Die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) zogen in der Spitze um rund zwei Prozent auf 88,69 beziehungsweise 82,99 Dollar je Fass an. Seit Beginn des Krieges durch US-israelische Angriffe auf den Iran am 28. Februar ist die Straße von Hormus weitgehend gesperrt. Die hohen Ölpreise sorgten in den vergangenen Monaten für Inflations- und Zinssorgen.
Gute Nachrichten gab es am Freitag jedoch aus der Euro-Zone: Die Wirtschaft ist im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg gewachsen. Der Euro(EUR=) rückte um bis zu 0,3 Prozent auf 1,1557 Dollar vor. Der Dollar-Index(.DXY) notierte mit 99,73 Punkten 0,2 Prozent niedriger.
Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählten zum Wochenschluss die Software-Aktien, nachdem Spekulationen auf eine Übernahme des US-Software-Anbieters Workday(WDAY.O) durch den Finanzinvestor Silver Lake die Runde gemacht hatten. Im Dax standen SAP(SAPG.DE) mit einem Plus von mehr als vier Prozent an der Spitze. Im MDax(.MDAXI) gewannen die Aktien des Bausoftware-Anbieters Nemetschek(NEKG.DE) und des Spezialisten für Fernwartungssoftware Teamviewer(TMV.DE) neun beziehungsweise sieben Prozent. Laut einem Citigroup-Kommentar könnte das potenzielle Interesse von Silver Lake die Anleger wieder mehr für Software-Aktien begeistern. Investoren hatten zuletzt die Zukunftsfähigkeit traditioneller Software im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) infrage gestellt - viele Software-Aktien mussten daher deutliche Kursverluste hinnehmen.
Unter die Räder gerieten die Aktien von Energiekontor(EKTG.DE). Sie fielen im SDax(.SDAXI) nach einer Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2026 in der Spitze um knapp 18 Prozent. Der Wind- und Solarparkentwickler senkte seine Prognose für den Gewinn vor Steuern (EBT) auf fünf bis zehn Millionen Euro von zuvor 40 bis 60 Millionen Euro.
Bessere Karten hatten dagegen die Papiere von SFC Energy(F3CG.DE). Eine optimistischere Jahresprognose trieb die Titel des Brennstoffzellen-Anbieters im Kleinwerteindex nach oben. In der Spitze legten sie 4,8 Prozent zu und markierten den höchsten Stand seit sieben Wochen.
Am Devisenmarkt sorgte der Yen(JPY=) für Gesprächsstoff. Reuters hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass die Bank of Japan(BoJ) bereits im September die Zinsen anheben und darüber hinaus eine straffere Geldpolitik in Erwägung ziehen könnte. Für den Yen ging es daraufhin leicht nach oben. Trotz der gemeinsamen Intervention Japans und der USA blieb die japanische Landeswährung zuletzt angeschlagen. Der Yen hat bereits etwa die Hälfte der Gewinne wieder abgegeben, die durch die Eingriffe am Geldmarkt Ende Juli erzielt wurden. Die BoJ müsse jetzt handeln und eine restriktivere Haltung einnehmen, sagte OCBC-Stratege Sim Moh Siong.
(Bericht von: Daniela Pegna. Mitarbeit: Anika Ross. Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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