11.08.26
16:33
Reuters
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) Frankfurt, 11. Aug (Reuters) - Ein zeitweiliger Ölpreisrückgang hat dem Dax(.GDAXI) am Dienstag einen neuen Rekord beschert. Optimistisch stimmten die Anleger Anzeichen für Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen dem Oman und dem Iran. Der deutsche Leitindex, der zuvor um bis zu 0,3 Prozent nachgegeben hatte, kletterte in der Spitze um 0,7 Prozent auf 26.504,54 Punkte. Damit lag er erneut so hoch wie nie. Danach baute er seine Gewinne jedoch teilweise wieder ab, bevor er 0,3 Prozent höher bei 26.391,42 Punkten aus dem Handel ging. "Der Dax bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Rekordfantasie und Realitätstest", kommentierte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. "Zwar zeigt sich der Markt erstaunlich robust, allerdings wirkt die Kombination aus geopolitischen Spannungen und neuen Höchstständen für viele Marktteilnehmer noch widersprüchlich." Der EuroStoxx50(.STOXX50E) rückte um 0,2 Prozent auf 6551,22 Zähler vor. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen hingegen zwischen 0,1 und 0,4 Prozent im Minus.
Die Gespräche über die Zukunft der Schifffahrt in der Straße von Hormus befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums. Dies drückte die Preise für Brent(LCOc1) und WTI(CLc1) zeitweise um jeweils rund ein Prozent ins Minus. "Sobald es einen Hinweis auf eine positive Wendung gibt, wie ein mögliches Kriegsende oder eine Einigung, zieht sich der Ölpreis zurück. Denn am Ende ist jede gute Nachricht besser als eine schlechte", kommentierte Robert Pavlik, Portfoliomanager bei Dakota Wealth. Daraufhin drehten die Ölpreise jedoch erneut ins Plus und kletterten um rund 1,5 Prozent auf 88,91 und 83,31 Dollar je Fass (159 Liter). "Wahrscheinlich werden sich die Ölpreise in einer Spanne von 75 bis 95 Dollar bewegen, während wir abwarten, wer zuerst einknickt", sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf die Bedingungen des Irans für ein Friedensabkommen mit eigenen Forderungen reagiert und vom Iran verlangt, Entschädigungen für die Opfer von Kriegen, Anschlägen und Protesten zu zahlen. Dies dürfte die Wiedereröffnung der für den Ölhandel wichtigen Meerenge erschweren.
Mit Spannung warteten Investoren auf die am Mittwoch anstehenden US-Verbraucherpreisdaten, von denen sie sich Hinweise auf den künftigen Kurs der US-Notenbank Fed erhoffen. "Es ist die Frage, wann sich die gestiegenen Energiepreise auch spürbar in der Inflation bemerkbar machen", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. "Dies würde den Druck auf die Notenbanken erhöhen und die Tür zu weiteren Zinserhöhungen öffnen." Die Fed versucht, mit straffer Geldpolitik die Inflation in Schach zu halten und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. Ein überraschender Stellenabbau in den USA hatte am Freitag die Zinssorgen gelindert und den Dax auf ein Rekordhoch von 26.445,18 Punkten getrieben. Bei den Einzelwerten rauschten PNE(PNEGn.DE) um fast 20 Prozent in die Tiefe und verzeichneten damit den größten Tagesverlust seit mehr als 17 Jahren. Der Wind- und Solarparkentwickler hatte am Montagabend den Verkauf des Unternehmens in Frage gestellt, da die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber unterhalb des Börsenkurses der PNE-Aktie lägen. Daher sei ungewiss, ob es zu einer Transaktion komme. Die steigenden Ölpreise stützten dagegen Aktien von Energiekonzernen. Ein entsprechender Branchenindex(.SXEP) zog rund 1,7 Prozent an. Auch Technologie-Aktien(.SX8P) legten zu. Bereits in Asien habe sich ein positives Umfeld für Tech-Werte gezeigt, sagte Lipkow. "Der KI-Boom hält die Euphorie hoch und sorgt für Kursgewinne bei den Halbleiteraktien." Anteilsscheine von Siemens Energy(ENR1n.DE) waren mit einem Plus von 2,6 Prozent die größten Dax-Gewinner.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger, redigiert von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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(ECON)...........Übersicht aktueller Konjunkturdaten aus der Euro-Zone
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[ECB-GER]........Deutschsprachige Nachrichten zur EZB
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(ESZB/BBK).......Bundesbank, eigene Seiten
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(Wc1)............Weizen-Future
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11.08.26
16:33
Reuters
* Anzeichen für Fortschritte bei Oman-Iran-Gesprächen treiben Dax
* Pattsituation zwischen USA und Iran - Ölpreis auf Zickzackkurs
* Fragezeichen hinter PNE-Verkauf - Aktie bricht ein
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street)
Frankfurt, 11. Aug (Reuters) - Ein zeitweiliger Ölpreisrückgang hat dem Dax(.GDAXI) am Dienstag einen neuen Rekord beschert. Optimistisch stimmten die Anleger Anzeichen für Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen dem Oman und dem Iran. Der deutsche Leitindex, der zuvor um bis zu 0,3 Prozent nachgegeben hatte, kletterte in der Spitze um 0,7 Prozent auf 26.504,54 Punkte. Damit lag er erneut so hoch wie nie. Danach baute er seine Gewinne jedoch teilweise wieder ab, bevor er 0,3 Prozent höher bei 26.391,42 Punkten aus dem Handel ging.
"Der Dax bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Rekordfantasie und Realitätstest", kommentierte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. "Zwar zeigt sich der Markt erstaunlich robust, allerdings wirkt die Kombination aus geopolitischen Spannungen und neuen Höchstständen für viele Marktteilnehmer noch widersprüchlich." Der EuroStoxx50(.STOXX50E) rückte um 0,2 Prozent auf 6551,22 Zähler vor. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen hingegen zwischen 0,1 und 0,4 Prozent im Minus.
Die Gespräche über die Zukunft der Schifffahrt in der Straße von Hormus befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums. Dies drückte die Preise für Brent(LCOc1) und WTI(CLc1) zeitweise um jeweils rund ein Prozent ins Minus. "Sobald es einen Hinweis auf eine positive Wendung gibt, wie ein mögliches Kriegsende oder eine Einigung, zieht sich der Ölpreis zurück. Denn am Ende ist jede gute Nachricht besser als eine schlechte", kommentierte Robert Pavlik, Portfoliomanager bei Dakota Wealth.
Daraufhin drehten die Ölpreise jedoch erneut ins Plus und kletterten um rund 1,5 Prozent auf 88,91 und 83,31 Dollar je Fass (159 Liter). "Wahrscheinlich werden sich die Ölpreise in einer Spanne von 75 bis 95 Dollar bewegen, während wir abwarten, wer zuerst einknickt", sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf die Bedingungen des Irans für ein Friedensabkommen mit eigenen Forderungen reagiert und vom Iran verlangt, Entschädigungen für die Opfer von Kriegen, Anschlägen und Protesten zu zahlen. Dies dürfte die Wiedereröffnung der für den Ölhandel wichtigen Meerenge erschweren.
Mit Spannung warteten Investoren auf die am Mittwoch anstehenden US-Verbraucherpreisdaten, von denen sie sich Hinweise auf den künftigen Kurs der US-Notenbank Fed erhoffen. "Es ist die Frage, wann sich die gestiegenen Energiepreise auch spürbar in der Inflation bemerkbar machen", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. "Dies würde den Druck auf die Notenbanken erhöhen und die Tür zu weiteren Zinserhöhungen öffnen." Die Fed versucht, mit straffer Geldpolitik die Inflation in Schach zu halten und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. Ein überraschender Stellenabbau in den USA hatte am Freitag die Zinssorgen gelindert und den Dax auf ein Rekordhoch von 26.445,18 Punkten getrieben.
Bei den Einzelwerten rauschten PNE(PNEGn.DE) um fast 20 Prozent in die Tiefe und verzeichneten damit den größten Tagesverlust seit mehr als 17 Jahren. Der Wind- und Solarparkentwickler hatte am Montagabend den Verkauf des Unternehmens in Frage gestellt, da die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber unterhalb des Börsenkurses der PNE-Aktie lägen. Daher sei ungewiss, ob es zu einer Transaktion komme.
Die steigenden Ölpreise stützten dagegen Aktien von Energiekonzernen. Ein entsprechender Branchenindex(.SXEP) zog rund 1,7 Prozent an. Auch Technologie-Aktien(.SX8P) legten zu. Bereits in Asien habe sich ein positives Umfeld für Tech-Werte gezeigt, sagte Lipkow. "Der KI-Boom hält die Euphorie hoch und sorgt für Kursgewinne bei den Halbleiteraktien." Anteilsscheine von Siemens Energy(ENR1n.DE) waren mit einem Plus von 2,6 Prozent die größten Dax-Gewinner.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger, redigiert von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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