06.08.26
10:41
Reuters
* Dax nimmt Rekordkurs vorsichtig wieder auf
* Ölpreise volatil - Iran-Gespräche im Blick
* Siemens stürzen trotz starker Zahlen ab
* Deutsche Telekom überzeugt mit Bilanz
* WPP zünden Kursrakete
(Neu: Europäische Börsen)
Frankfurt, 06. Aug (Reuters) - Robuste Unternehmensergebnisse haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag gestützt. Nach den jüngsten Rekordhochs ging es allerdings etwas langsamer voran: Der Dax(.GDAXI) legte bis zum Mittag 0,2 Prozent auf 26.177 Punkte zu. Am Mittwoch hatte er zwischenzeitlich mit 26.403,81 Punkten den dritten Rekordstand in Folge markiert. An der Wall Street hatten Anleger vor allem bei den zuletzt stark gestiegenen Technologiewerten Kasse gemacht. Das setzte Halbleiter-Aktien weltweit unter Druck: Besonders in Asien, allen voran an der südkoreanischen Börse, ging es am Donnerstag abwärts.
"Das ist nur der allgemeine Kater nach der ausgelassenen Party, die wir in den letzten Handelssitzungen am Markt gefeiert haben", sagte Hani Redha, Portfoliomanager bei MetLife. "Wir bleiben recht optimistisch. Ich erwarte zwar nicht mehr das Renditetempo der letzten Wochen, aber wir sollten uns weiterhin in einem Marktumfeld befinden, das für risikoreiche Anlagen, insbesondere Aktien, günstig ist."
Der Eurostoxx50(.STOXX50E) kletterte um 0,6 Prozent auf 6513 Zähler. Die Quartalszahlen fielen insgesamt positiv aus und demonstrierten die Resilienz der Unternehmen gegenüber Energiepreissteigerungen, fasste Jochen Stanzl von Consorsbank zusammen. "Es gibt aber immer wieder negative Ausreißer, was die Stimmung kurzfristig belastet."
Mit Hochspannung blicken die Investoren auf die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. "Je nachdem, in welche Richtung das diplomatische Pendel ausschlägt, drohen sofortige Reaktionen auf dem Energiemarkt, die unmittelbar auf die Aktienmärkte durchschlagen würden", sagte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Berichte, wonach der Iran und Oman sich auf Koordinaten für eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geeinigt haben, hatten die Ölpreise nur vorübergehend gedrückt. Anschließend lagen die Preise für die Sorten Brent(LCoc1) aus der Nordsee und US-Leichtöl WTI(Clc1) wieder rund 0,4 Prozent im Plus.
Insgesamt seien die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber dem Schock, der von der Straße von Hormus ausgehe, bemerkenswert, sagte Raphael Thuin, Head of Capital Market Strategies bei Tikehau. Die Investoren gingen scheinbar weiterhin davon aus, dass es letztlich zu einer Deeskalation kommen werde. "Aus unserer Sicht zeigen die Märkte in dieser Phase jedoch ein gewisses Maß an Sorglosigkeit."
Trotz eines kräftigen Wachstums im Quartal machten Anleger bei Siemens(SIEGn.DE) Kasse. Die Aktien verloren bis zu 6,4 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 267,70 Euro. "Siemens liefert starke Zahlen, hebt die Jahresprognose an – und ist trotzdem einer der größten Verlierer im Dax", fasst Marktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets zusammen. "Ein klassischer Fall von 'Sell the Good News'".
Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von Deutsche Telekom(DTEGn.DE). Sie stiegen um bis zu 5,9 Prozent - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. Die Investition in die Übertragungsrechte für die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft zahlt sich für den Konzern aus. Zudem gefiel den Anlegern die Aufstockung der Aktienrückkäufe.
Anleger griffen bei Aktien des britischen Werbekonzerns WPP(WPP.L) zu, nachdem der Umsatz im ersten Halbjahr weniger stark zurückging als von Analysten befürchtet. Die Papiere legten um 26,3 Prozent zu und steuerten damit auf ihren größten Tagesgewinn seit 1992 zu.
(Bericht von Anika Ross, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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06.08.26
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(Neu: Europäische Börsen) Frankfurt, 06. Aug (Reuters) - Robuste Unternehmensergebnisse haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag gestützt. Nach den jüngsten Rekordhochs ging es allerdings etwas langsamer voran: Der Dax(.GDAXI) legte bis zum Mittag 0,2 Prozent auf 26.177 Punkte zu. Am Mittwoch hatte er zwischenzeitlich mit 26.403,81 Punkten den dritten Rekordstand in Folge markiert. An der Wall Street hatten Anleger vor allem bei den zuletzt stark gestiegenen Technologiewerten Kasse gemacht. Das setzte Halbleiter-Aktien weltweit unter Druck: Besonders in Asien, allen voran an der südkoreanischen Börse, ging es am Donnerstag abwärts.
"Das ist nur der allgemeine Kater nach der ausgelassenen Party, die wir in den letzten Handelssitzungen am Markt gefeiert haben", sagte Hani Redha, Portfoliomanager bei MetLife. "Wir bleiben recht optimistisch. Ich erwarte zwar nicht mehr das Renditetempo der letzten Wochen, aber wir sollten uns weiterhin in einem Marktumfeld befinden, das für risikoreiche Anlagen, insbesondere Aktien, günstig ist."
Der Eurostoxx50(.STOXX50E) kletterte um 0,6 Prozent auf 6513 Zähler. Die Quartalszahlen fielen insgesamt positiv aus und demonstrierten die Resilienz der Unternehmen gegenüber Energiepreissteigerungen, fasste Jochen Stanzl von Consorsbank zusammen. "Es gibt aber immer wieder negative Ausreißer, was die Stimmung kurzfristig belastet."
Mit Hochspannung blicken die Investoren auf die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. "Je nachdem, in welche Richtung das diplomatische Pendel ausschlägt, drohen sofortige Reaktionen auf dem Energiemarkt, die unmittelbar auf die Aktienmärkte durchschlagen würden", sagte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Berichte, wonach der Iran und Oman sich auf Koordinaten für eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geeinigt haben, hatten die Ölpreise nur vorübergehend gedrückt. Anschließend lagen die Preise für die Sorten Brent(LCoc1) aus der Nordsee und US-Leichtöl WTI(Clc1) wieder rund 0,4 Prozent im Plus.
Insgesamt seien die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber dem Schock, der von der Straße von Hormus ausgehe, bemerkenswert, sagte Raphael Thuin, Head of Capital Market Strategies bei Tikehau. Die Investoren gingen scheinbar weiterhin davon aus, dass es letztlich zu einer Deeskalation kommen werde. "Aus unserer Sicht zeigen die Märkte in dieser Phase jedoch ein gewisses Maß an Sorglosigkeit."
Trotz eines kräftigen Wachstums im Quartal machten Anleger bei Siemens(SIEGn.DE) Kasse. Die Aktien verloren bis zu 6,4 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 267,70 Euro. "Siemens liefert starke Zahlen, hebt die Jahresprognose an – und ist trotzdem einer der größten Verlierer im Dax", fasst Marktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets zusammen. "Ein klassischer Fall von 'Sell the Good News'".
Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von Deutsche Telekom(DTEGn.DE). Sie stiegen um bis zu 5,9 Prozent - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. Die Investition in die Übertragungsrechte für die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft zahlt sich für den Konzern aus. Zudem gefiel den Anlegern die Aufstockung der Aktienrückkäufe.
Anleger griffen bei Aktien des britischen Werbekonzerns WPP(WPP.L) zu, nachdem der Umsatz im ersten Halbjahr weniger stark zurückging als von Analysten befürchtet. Die Papiere legten um 26,3 Prozent zu und steuerten damit auf ihren größten Tagesgewinn seit 1992 zu.
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