31.07.26
16:49
Reuters
* KI-Rally mit Comeback - Dax verfehlt Rekord nur knapp
* Yen unter Beobachtung - Hinweise auf Interventionen
* Universal Music und Puma geraten unter die Räder
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street)
Frankfurt, 31. Jul (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) hat seine anfänglichen Gewinne zum Wochenausklang nicht halten können. Experten sprachen am Freitagnachmittag von Gewinnmitnahmen nach positiv aufgenommenen US-Technologiebilanzen. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss am Freitag knapp im Plus bei 25.629,24 Punkten. Zuvor war er in der Spitze um 1,1 Prozent auf 25.892 Punkte gestiegen. Damit trennten ihn nur wenige Punkte von dem Anfang Juli markierten Rekordhoch. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) baute seine Gewinne von bis zu 1,2 Prozent ebenfalls größtenteils wieder ab und schloss 0,2 Prozent höher bei 6358,01 Zählern. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen jeweils knapp ein halbes Prozent im Plus.
Positiv aufgenommene Wachstumszahlen von Microsoft(MSFT.O) und Amazon(AMZN.O) linderten die Sorgen der Anleger über ausufernde Kosten für Künstliche Intelligenz (KI). Dies stützte den zuletzt angeschlagenen Technologiesektor: Der europäische Branchenindex(.SX8P) schloss 0,3 Prozent fester, der US-Index der Halbleiterwerte(.SOX) rückte um 0,6 Prozent vor. Die Amazon-Aktien sprangen an der Wall Street um 14,4 Prozent in die Höhe. Microsoft(MSFT.O)-Aktien hatten am Donnerstag um mehr als 15 Prozent zugelegt. "Die fehlende Marktbreite führte zu einem Verlust des Momentums und zu Gewinnmitnahmen nach einer starken Börsenwoche. Zusätzlich drückten die erneut steigenden Ölpreise auf die Stimmung", erläuterte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets.
Die Nordsee-Rohölsorte verteuerte sich in der Spitze um zwei Prozent auf 90,80 Dollar je Fass (159 Liter). US-Leichtöl WTI legte um bis zu 3,4 Prozent auf 86,45 Dollar pro Barrel zu. "Das Pulverfass im Nahen Osten sorgt für hohe Ausschläge am Energiemarkt, wo Händler im Stundentakt zwischen Eskalationsangst und Erleichterung schwanken", sagte ActivTrades-Analyst Frank Sohlleder. Zusammen mit der Furcht vor einer geldpolitischen Straffung der Fed im September bleibe die Volatilität hoch. Die anziehende Inflation bleibt ein Sorgenfaktor an den Börsen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Euroraum im Juli um durchschnittlich 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Größter Dax-Gewinner war Infineon(IFXGn.DE) mit einem Plus von 3,7 Prozent. Ob der Markt nun bereinigt und damit in der Lage ist, einen neuen Boden auszubilden, muss sich Strategen zufolge erst noch erweisen. "Die Hoffnung wächst aber, dass KI-Aktien nun genügend Risiko eingepreist haben könnten", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Auch die Berichtssaison in Europa lieferte weitere Impulse. Anleger zogen bei Puma(PUMG.DE) angesichts einer anhaltenden Umsatzschwäche des Sportartikelherstellers den Stecker. Die Aktien fielen um 2,5 Prozent. Die sinkenden Umsätze verdeutlichten, wie schwierig es ist, die Attraktivität der Marke wieder zu steigern, urteilten die Analysten von Jefferies. Sorgen über ein nachlassendes Wachstum im Streaming-Geschäft schickten die Aktien von Universal Music(UMG.AS) auf Talfahrt. Die Papiere des weltgrößten Musikkonzerns brachen an der Amsterdamer Börse um mehr als 25 Prozent ein. In deren Sog stürzten die Aktien des Großaktionärs Vivendi(VIV.PA) um 19,5 Prozent ab. Aktien von Credit Agricole(CAGR.PA) gewannen 2,6 Prozent nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen.
Am Devisenmarkt hielten die Anleger Ausschau nach Yen-Interventionen Japans, nachdem die Notenbank (BOJ) die Zinsen stabil gehalten hatte. Am Donnerstag hatte die japanische Währung(JPY=) bis zu 3,6 Prozent zugelegt. Insidern zufolge hatten die Behörden mit Yen-Käufen und Dollar-Verkäufen am Devisenmarkt eingegriffen, um die schwache Landeswährung zu stützen.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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31.07.26
16:49
Reuters
Frankfurt, 31. Jul (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) hat seine anfänglichen Gewinne zum Wochenausklang nicht halten können. Experten sprachen am Freitagnachmittag von Gewinnmitnahmen nach positiv aufgenommenen US-Technologiebilanzen. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss am Freitag knapp im Plus bei 25.629,24 Punkten. Zuvor war er in der Spitze um 1,1 Prozent auf 25.892 Punkte gestiegen. Damit trennten ihn nur wenige Punkte von dem Anfang Juli markierten Rekordhoch. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) baute seine Gewinne von bis zu 1,2 Prozent ebenfalls größtenteils wieder ab und schloss 0,2 Prozent höher bei 6358,01 Zählern. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen jeweils knapp ein halbes Prozent im Plus.
Positiv aufgenommene Wachstumszahlen von Microsoft(MSFT.O) und Amazon(AMZN.O) linderten die Sorgen der Anleger über ausufernde Kosten für Künstliche Intelligenz (KI). Dies stützte den zuletzt angeschlagenen Technologiesektor: Der europäische Branchenindex(.SX8P) schloss 0,3 Prozent fester, der US-Index der Halbleiterwerte(.SOX) rückte um 0,6 Prozent vor. Die Amazon-Aktien sprangen an der Wall Street um 14,4 Prozent in die Höhe. Microsoft(MSFT.O)-Aktien hatten am Donnerstag um mehr als 15 Prozent zugelegt. "Die fehlende Marktbreite führte zu einem Verlust des Momentums und zu Gewinnmitnahmen nach einer starken Börsenwoche. Zusätzlich drückten die erneut steigenden Ölpreise auf die Stimmung", erläuterte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets.
KI-COMEBACK TREIBT ASIEN - GEOPOLITIK BLEIBT BREMSKLOTZ
Die Nordsee-Rohölsorte verteuerte sich in der Spitze um zwei Prozent auf 90,80 Dollar je Fass (159 Liter). US-Leichtöl WTI legte um bis zu 3,4 Prozent auf 86,45 Dollar pro Barrel zu. "Das Pulverfass im Nahen Osten sorgt für hohe Ausschläge am Energiemarkt, wo Händler im Stundentakt zwischen Eskalationsangst und Erleichterung schwanken", sagte ActivTrades-Analyst Frank Sohlleder. Zusammen mit der Furcht vor einer geldpolitischen Straffung der Fed im September bleibe die Volatilität hoch. Die anziehende Inflation bleibt ein Sorgenfaktor an den Börsen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Euroraum im Juli um durchschnittlich 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Größter Dax-Gewinner war Infineon(IFXGn.DE) mit einem Plus von 3,7 Prozent. Ob der Markt nun bereinigt und damit in der Lage ist, einen neuen Boden auszubilden, muss sich Strategen zufolge erst noch erweisen. "Die Hoffnung wächst aber, dass KI-Aktien nun genügend Risiko eingepreist haben könnten", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.
UNIVERSAL AUF TALFAHRT - YEN-KURS UNTER BEOBACHTUNG
Auch die Berichtssaison in Europa lieferte weitere Impulse. Anleger zogen bei Puma(PUMG.DE) angesichts einer anhaltenden Umsatzschwäche des Sportartikelherstellers den Stecker. Die Aktien fielen um 2,5 Prozent. Die sinkenden Umsätze verdeutlichten, wie schwierig es ist, die Attraktivität der Marke wieder zu steigern, urteilten die Analysten von Jefferies. Sorgen über ein nachlassendes Wachstum im Streaming-Geschäft schickten die Aktien von Universal Music(UMG.AS) auf Talfahrt. Die Papiere des weltgrößten Musikkonzerns brachen an der Amsterdamer Börse um mehr als 25 Prozent ein. In deren Sog stürzten die Aktien des Großaktionärs Vivendi(VIV.PA) um 19,5 Prozent ab. Aktien von Credit Agricole(CAGR.PA) gewannen 2,6 Prozent nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen.
Am Devisenmarkt hielten die Anleger Ausschau nach Yen-Interventionen Japans, nachdem die Notenbank (BOJ) die Zinsen stabil gehalten hatte. Am Donnerstag hatte die japanische Währung(JPY=) bis zu 3,6 Prozent zugelegt. Insidern zufolge hatten die Behörden mit Yen-Käufen und Dollar-Verkäufen am Devisenmarkt eingegriffen, um die schwache Landeswährung zu stützen.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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