30.07.26
16:47
Reuters
* Microsoft lindert Sorgen über hohe KI-Kosten
* Fed lässt sich nicht in die Karten schauen
* Deutsches BIP steigt stärker als erwartet
* Adidas' Prognose reicht Anlegern nicht aus
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street)
Frankfurt, 30. Jul (Reuters) - Die Börsen in Europa sind am Donnerstag der Wall Street ins Plus gefolgt. Für gute Stimmung sorgten unter anderem positiv aufgenommene Geschäftszahlen von Microsoft(MSFT.O). Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss 0,6 Prozent höher bei 25.612,03 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte um 1,5 Prozent auf 6344,40 Zähler zu. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen 0,7 und 2,5 Prozent im Plus.
Die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren zahlen sich für Microsoft aus. Der Softwarekonzern legte am Mittwochabend dank einer boomenden Cloud-Sparte ein Quartalsergebnis vor, das die Markterwartungen übertraf. Dies linderte die Sorgen der Anleger über die hohen Kosten im KI-Sektor. Die Microsoft-Aktien stiegen um 16,6 Prozent. "Die Sorge ist nicht mehr nur, wie viel diese Unternehmen ausgeben. Es ist vielmehr die Befürchtung, dass selbst höhere Zinsen sie nicht von weiteren Ausgaben abhalten könnten, weil sie den Ausbau der KI als eine Wettbewerbsnotwendigkeit ansehen", sagte Anna Rathbun, Geschäftsführerin und Gründerin von Grenadilla Advisory.
Die US-Notenbank Fed beließ den Leitzins am Mittwoch zwar in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Drei der zwölf Mitglieder des zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) stimmten jedoch für eine Erhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh äußerte sich kaum zum künftigen Zinspfad, was die Nervosität an den Märkten schürte. An den Finanzmärkten wird mehrheitlich mit einer geldpolitischen Straffung im September gerechnet.
Anleger zweifelten an der Entschlossenheit der Federal Reserve, die Inflation einzudämmen. Im Zuge dessen stieg die Verzinsung der 30-jährigen US-Treasuries auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Auch die Renditen europäischer Staatspapiere legten zu. "Es scheint, als wäre das FOMC damit einverstanden, dass der Markt die Finanzbedingungen zur Inflationsbekämpfung von selbst anpasst, ohne dass die Notenbank selbst eingreifen muss", sagte Elliot Clarke, Leiter der Abteilung für internationale Wirtschaft bei Westpac.
Vor allem die hohen Energiepreise belasten die Stimmung in der Wirtschaft. Die Ölpreise stiegen den zweiten Tag in Folge, da erneute Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Öllieferungen über wichtige Schifffahrtsrouten beeinträchtigten. Insofern sorgte ein Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes von April bis Juni für Erleichterung. Der Iran-Krieg und das Ende des Tankrabatts trieben die Inflation in Deutschland jedoch erneut nach oben. Für lange Gesichter sorgten auch die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA: Das US-Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1,5 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 2,1 Prozent Wachstum gerechnet.
Bei den Einzelwerten stachen die Aktien von Adidas(ADSGn.DE) mit einem Kursrutsch von 11,5 Prozent hervor. Zwar gab die Fußball-Weltmeisterschaft dem Sportartikelhersteller Rückenwind. Anlegern reiche die leicht angehobene Umsatzprognose für das Gesamtjahr jedoch nicht aus, sagte ein Händler.
Bei Airbus(AIRG.DE) ging es rund drei Prozent abwärts. Auch dort hätten Investoren mit einem starken Quartalsbericht bereits im Vorfeld gerechnet, sagten Börsianer. Nun dürften Anleger bei den Titeln Kasse machen.
Angetrieben von überraschend guten Zahlen stiegen die Aktien von Symrise(SY1G.DE) um rund drei Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller übertraf mit seinem Umsatzwachstum die Schätzungen der Analysten.
In Paris legten die Aktien von Schneider Electric(SCHN.PA) um fast elf Prozent zu, nachdem der Industriekonzern seine Jahresprognose angehoben hatte. Die Papiere von L'Oreal(OREP.PA) gewannen 2,7 Prozent. Der in Paris ansässige Kosmetikkonzern hatte für das zweite Quartal einen Umsatz gemeldet, der die Erwartungen übertraf.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Frankfurt, 30. Jul (Reuters) - Die Börsen in Europa sind am Donnerstag der Wall Street ins Plus gefolgt. Für gute Stimmung sorgten unter anderem positiv aufgenommene Geschäftszahlen von Microsoft(MSFT.O). Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss 0,6 Prozent höher bei 25.612,03 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte um 1,5 Prozent auf 6344,40 Zähler zu. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen 0,7 und 2,5 Prozent im Plus.
Die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren zahlen sich für Microsoft aus. Der Softwarekonzern legte am Mittwochabend dank einer boomenden Cloud-Sparte ein Quartalsergebnis vor, das die Markterwartungen übertraf. Dies linderte die Sorgen der Anleger über die hohen Kosten im KI-Sektor. Die Microsoft-Aktien stiegen um 16,6 Prozent. "Die Sorge ist nicht mehr nur, wie viel diese Unternehmen ausgeben. Es ist vielmehr die Befürchtung, dass selbst höhere Zinsen sie nicht von weiteren Ausgaben abhalten könnten, weil sie den Ausbau der KI als eine Wettbewerbsnotwendigkeit ansehen", sagte Anna Rathbun, Geschäftsführerin und Gründerin von Grenadilla Advisory.
<h5 align=center>ZINSEN STEIGEN - DEUTSCHE WIRTSCHAFT AUF WACHSTUMSKURS</h5>Die US-Notenbank Fed beließ den Leitzins am Mittwoch zwar in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Drei der zwölf Mitglieder des zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) stimmten jedoch für eine Erhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh äußerte sich kaum zum künftigen Zinspfad, was die Nervosität an den Märkten schürte. An den Finanzmärkten wird mehrheitlich mit einer geldpolitischen Straffung im September gerechnet.
Anleger zweifelten an der Entschlossenheit der Federal Reserve, die Inflation einzudämmen. Im Zuge dessen stieg die Verzinsung der 30-jährigen US-Treasuries auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Auch die Renditen europäischer Staatspapiere legten zu. "Es scheint, als wäre das FOMC damit einverstanden, dass der Markt die Finanzbedingungen zur Inflationsbekämpfung von selbst anpasst, ohne dass die Notenbank selbst eingreifen muss", sagte Elliot Clarke, Leiter der Abteilung für internationale Wirtschaft bei Westpac.
Vor allem die hohen Energiepreise belasten die Stimmung in der Wirtschaft. Die Ölpreise stiegen den zweiten Tag in Folge, da erneute Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Öllieferungen über wichtige Schifffahrtsrouten beeinträchtigten. Insofern sorgte ein Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes von April bis Juni für Erleichterung. Der Iran-Krieg und das Ende des Tankrabatts trieben die Inflation in Deutschland jedoch erneut nach oben. Für lange Gesichter sorgten auch die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA: Das US-Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1,5 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 2,1 Prozent Wachstum gerechnet.
<h5 align=center>WM-RÜCKENWIND TRÄGT ADIDAS NICHT WEIT GENUG</h5> <h5 align=center>INDIZES:</h5> <h5 align=center>DEVISEN:</h5> <h5 align=center>FUTURES:</h5> <h5 align=center>ROHSTOFFE:</h5> <h5 align=center>ÜBERSICHT AKTIENMÄRKTE: </h5>Bei den Einzelwerten stachen die Aktien von Adidas(ADSGn.DE) mit einem Kursrutsch von 11,5 Prozent hervor. Zwar gab die Fußball-Weltmeisterschaft dem Sportartikelhersteller Rückenwind. Anlegern reiche die leicht angehobene Umsatzprognose für das Gesamtjahr jedoch nicht aus, sagte ein Händler.
Bei Airbus(AIRG.DE) ging es rund drei Prozent abwärts. Auch dort hätten Investoren mit einem starken Quartalsbericht bereits im Vorfeld gerechnet, sagten Börsianer. Nun dürften Anleger bei den Titeln Kasse machen.
Angetrieben von überraschend guten Zahlen stiegen die Aktien von Symrise(SY1G.DE) um rund drei Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller übertraf mit seinem Umsatzwachstum die Schätzungen der Analysten.
In Paris legten die Aktien von Schneider Electric(SCHN.PA) um fast elf Prozent zu, nachdem der Industriekonzern seine Jahresprognose angehoben hatte. Die Papiere von L'Oreal(OREP.PA) gewannen 2,7 Prozent. Der in Paris ansässige Kosmetikkonzern hatte für das zweite Quartal einen Umsatz gemeldet, der die Erwartungen übertraf.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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