24.07.26
10:13
Reuters
* SAP gewinnt mehr Cloud-Aufträge - Aktie an Dax-Spitze
* Euro-Wirtschaft im Juli überrascht positiv
* Gewinnmitnahmen drücken Öl - Wochenplus bleibt zweistellig
* Ausblick des US-Rivalen Deckers drückt Adidas an Dax-Ende
(Neu: Europäische Börsen, Konjunkturdaten, Öl)
Frankfurt, 24. Jul (Reuters) - Die Ergebnisse des Dax(.GDAXI)-Schwergewichts SAP(SAPG.DE) und frische Konjunkturdaten haben den Börsen in Europa am Freitag Auftrieb gegeben. Der deutsche Leitindex und sein europäisches Pendant EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten gegen Mittag jeweils knapp ein Prozent höher bei 24.980 und 6261 Punkten. SAP-Aktien kletterten nach Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal um rund 6,5 Prozent und waren damit die größten Gewinner im Dax. "Die allgemeine Marktstimmung mag pessimistisch sein, doch die SAP-Zahlen sprechen eine andere Sprache", schrieben die Experten der Baader Bank. Das starke Wachstum des Walldorfer Softwarekonzerns im wichtigen Cloud-Geschäft belegt demnach, "dass die Neuausrichtung auf die Betriebsautomatisierung und KI für Unternehmen bei den Kunden ankommt".
Für gute Stimmung sorgten auch die jüngsten Konjunkturdaten. Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist besser als erwartet ins dritte Quartal gestartet: Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister zusammen stieg im Juli zum Vormonat um 1,9 Zähler auf 51,9 Punkte. Das Barometer kletterte damit spürbar über die Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Auch der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Privatwirtschaft stieg überraschend auf 51,2 Punkte von 49,5 Zählern im Juni. "Doch angesichts des volatilen geopolitischen Umfelds bleibt abzuwarten, ob diese positiven Entwicklungen von Dauer sein werden", warnte Chefökonom Chris Williamson von S&P Global Market Intelligence.
Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage setzten am Ölmarkt zwar Gewinnmitnahmen ein. Trotzdem steuern die Preise auf Wochensicht auf ein zweistelliges Plus zu. Die Nordsee-Rohölsorte(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund 2,5 Prozent. Mit 97,81 und 89,87 Dollar je Fass (159 Liter) lagen sie dennoch jeweils rund zehn Prozent höher als zum Handelsschluss am vergangenen Freitag. "Wichtige Zentren der Ölförderung oder der Versorgungsrouten befinden sich in oder nahe den Kriegsgebieten", sagte John Evans, Analyst beim Ölmakler PVM. "Die kurzfristigen Aussichten deuten daher auf steigende Preise hin." Laut JPMorgan dürfte jeder weitere Monat mit Lieferunterbrechungen wegen der Spannungen im Nahen Osten den Preis für ein Barrel Brent um sieben bis acht Dollar erhöhen.
Die jüngsten Entwicklungen in der Handelspolitik ließen die Anleger indes weitgehend kalt. Die USA verhängten neue Zölle von zehn und 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union. Die Maßnahme trat am Freitagmorgen deutscher Zeit in Kraft. Ein vorübergehender weltweiter Zoll von zehn Prozent lief genau zum selben Zeitpunkt aus. "Da es sich nicht um zusätzliche Belastungen für die US-Handelspartner handelt, werden die neuen Zölle keine großen Bewegungen an den Börsen auslösen", kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.
Bei den Anlegern sorgte Volkswagen(VOWG_p.DE) mit seinem Quartalsbericht für lange Gesichter. Europas größter Autobauer stellt sich trotz einer hohen Nachfrage nach seinen elektrischen Kleinwagen auf schwächere Erlöse ein. Der Betriebsgewinn sank im ersten Halbjahr um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, unter dem Strich waren es mit 3,1 Milliarden Euro sogar gut 30 Prozent weniger. Die VW-Aktie gab 1,5 Prozent nach und war damit der zweitgrößte Verlierer im Dax.
Größter Verlierer waren indes die Titel von Adidas(ADSGn.DE), die nach einer negativ aufgenommenen Prognose eines US-Rivalen um rund zwei Prozent nachgaben. Der US-Konzern Deckers Outdoor(DECK.N), der unter anderem Sportartikel der Marke Hoka anbietet, hatte am Donnerstag seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 zwar nach oben geschraubt. Die Anhebung fiel jedoch geringer aus als von Analysten erhofft. "Ein kleiner Dämpfer für die Branche", kommentierte ein Händler. Die Aktie von Deckers rutschte im vorbörslichen US-Handel um acht Prozent ab.
Bei den Kleinwerten im SDax(.SDAXI) sorgte Atoss Software(AOFG.DE) mit einem Kurssprung von 7,7 Prozent für Aufsehen. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatz- und Gewinnsprung.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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24.07.26
10:13
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Konjunkturdaten, Öl) Frankfurt, 24. Jul (Reuters) - Die Ergebnisse des Dax(.GDAXI)-Schwergewichts SAP(SAPG.DE) und frische Konjunkturdaten haben den Börsen in Europa am Freitag Auftrieb gegeben. Der deutsche Leitindex und sein europäisches Pendant EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten gegen Mittag jeweils knapp ein Prozent höher bei 24.980 und 6261 Punkten. SAP-Aktien kletterten nach Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal um rund 6,5 Prozent und waren damit die größten Gewinner im Dax. "Die allgemeine Marktstimmung mag pessimistisch sein, doch die SAP-Zahlen sprechen eine andere Sprache", schrieben die Experten der Baader Bank. Das starke Wachstum des Walldorfer Softwarekonzerns im wichtigen Cloud-Geschäft belegt demnach, "dass die Neuausrichtung auf die Betriebsautomatisierung und KI für Unternehmen bei den Kunden ankommt".
Für gute Stimmung sorgten auch die jüngsten Konjunkturdaten. Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist besser als erwartet ins dritte Quartal gestartet: Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister zusammen stieg im Juli zum Vormonat um 1,9 Zähler auf 51,9 Punkte. Das Barometer kletterte damit spürbar über die Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Auch der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Privatwirtschaft stieg überraschend auf 51,2 Punkte von 49,5 Zählern im Juni. "Doch angesichts des volatilen geopolitischen Umfelds bleibt abzuwarten, ob diese positiven Entwicklungen von Dauer sein werden", warnte Chefökonom Chris Williamson von S&P Global Market Intelligence.
US-ZÖLLE LASSEN ANLEGER KALT
Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage setzten am Ölmarkt zwar Gewinnmitnahmen ein. Trotzdem steuern die Preise auf Wochensicht auf ein zweistelliges Plus zu. Die Nordsee-Rohölsorte(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund 2,5 Prozent. Mit 97,81 und 89,87 Dollar je Fass (159 Liter) lagen sie dennoch jeweils rund zehn Prozent höher als zum Handelsschluss am vergangenen Freitag. "Wichtige Zentren der Ölförderung oder der Versorgungsrouten befinden sich in oder nahe den Kriegsgebieten", sagte John Evans, Analyst beim Ölmakler PVM. "Die kurzfristigen Aussichten deuten daher auf steigende Preise hin." Laut JPMorgan dürfte jeder weitere Monat mit Lieferunterbrechungen wegen der Spannungen im Nahen Osten den Preis für ein Barrel Brent um sieben bis acht Dollar erhöhen.
Die jüngsten Entwicklungen in der Handelspolitik ließen die Anleger indes weitgehend kalt. Die USA verhängten neue Zölle von zehn und 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union. Die Maßnahme trat am Freitagmorgen deutscher Zeit in Kraft. Ein vorübergehender weltweiter Zoll von zehn Prozent lief genau zum selben Zeitpunkt aus. "Da es sich nicht um zusätzliche Belastungen für die US-Handelspartner handelt, werden die neuen Zölle keine großen Bewegungen an den Börsen auslösen", kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.
VW NACH ZAHLEN UNTER DRUCK
Bei den Anlegern sorgte Volkswagen(VOWG_p.DE) mit seinem Quartalsbericht für lange Gesichter. Europas größter Autobauer stellt sich trotz einer hohen Nachfrage nach seinen elektrischen Kleinwagen auf schwächere Erlöse ein. Der Betriebsgewinn sank im ersten Halbjahr um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, unter dem Strich waren es mit 3,1 Milliarden Euro sogar gut 30 Prozent weniger. Die VW-Aktie gab 1,5 Prozent nach und war damit der zweitgrößte Verlierer im Dax.
Größter Verlierer waren indes die Titel von Adidas(ADSGn.DE), die nach einer negativ aufgenommenen Prognose eines US-Rivalen um rund zwei Prozent nachgaben. Der US-Konzern Deckers Outdoor(DECK.N), der unter anderem Sportartikel der Marke Hoka anbietet, hatte am Donnerstag seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 zwar nach oben geschraubt. Die Anhebung fiel jedoch geringer aus als von Analysten erhofft. "Ein kleiner Dämpfer für die Branche", kommentierte ein Händler. Die Aktie von Deckers rutschte im vorbörslichen US-Handel um acht Prozent ab.
Bei den Kleinwerten im SDax(.SDAXI) sorgte Atoss Software(AOFG.DE) mit einem Kurssprung von 7,7 Prozent für Aufsehen. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatz- und Gewinnsprung.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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