21.07.26
11:26
Reuters
* Anleger hoffen auf Deeskalation im Nahen Osten
* Ölpreis gibt zeitweise leicht nach
* Europäische Tech-Aktien gefragt
* Anleger setzen auf britische Rüstungswerte
(Neu: Europäische Börsen)
Frankfurt, 21. Jul (Reuters) - Nach dem verhaltenen Wochenstart schalten die Anleger an den europäischen Aktienmärkten einen Gang hoch. Der Dax(.GDAXI) legte am Dienstag rund ein halbes Prozent auf bis zu 24.989 Punkte zu; der EuroStoxx50(.STOXX50E) zog in der Spitze knapp ein Prozent auf 6278 Zähler an. "Mit guten Vorgaben aus Asien und von der Wall Street pirscht sich der Dax wieder an die Marke von 25.000 Punkten heran", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
Spekulationen auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ließen die Ölpreise leicht fallen. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich zeitweise jeweils mehr als ein Prozent auf bis zu 87,87 Dollar und 82,25 Dollar je Barrel. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Teheran habe von Vermittlern einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe erhalten. Ziel sei es, ein am 17. Juni unterzeichnetes Abkommen zu retten, das den Weg für eine dauerhafte Beendigung des Krieges ebnen soll. "Es besteht Hoffnung auf eine Deeskalation zwischen den USA und dem Iran", teilten die Analysten der Bank ING in einer Einschätzung mit. Dies werde jedoch nicht einfach, da zwischen Washington und Teheran große Differenzen bestünden.
"Die Drohung des Iran, saudi-arabische Ölexporte über das Rote Meer über die Huthi-Miliz zu blockieren, hat beim Ölpreis für keine neuen Schockwellen gesorgt", sagte auch Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Stattdessen überwiegt auf dem Parkett weiterhin die Hoffnung auf ein baldiges Ende der aktuellen Eskalation."
Vor den anstehenden Zahlen großer US-Techfirmen wie Alphabet(GOOGL.O) griffen Investoren bei europäischen Techwerten kräftig zu. Der Branchenindex(.SX8P) rückte um 1,5 Prozent vor, angeführt von ASMI(ASMI.AS) und ASML(ASML.AS), die in Amsterdam jeweils um mehr als drei Prozent anzogen. Zu den größten Dax-Gewinnern gehörten Infineon(IFXGn.DE) und Siemens Energy(ENR1n.DE) mit Kurszuwächsen von mehr als drei Prozent. Die Halbleiterwerte Süss Microtec(SMHNn.DE) und Aixtron(AIXGn.DE) verteuerten sich jeweils mehr als fünf Prozent.
Rückenwind für den Aktienmarkt lieferten auch überraschend starke Wirtschaftsdaten. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate stieg im Juli um 15,8 Zähler auf 26,3 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter Finanzexperten mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 17,5 Punkte gerechnet. "Die erneute Verbesserung der Konjunkturerwartungen spricht dafür, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts zuletzt etwas nachgelassen haben", kommentierte Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank. Gleichwohl bleibe die geopolitische Lage fragil.
In Großbritannien wetteten Börsianer unterdessen nach der Ernennung von John Healey zum neuen Finanzminister auf höhere Ausgaben für die britische Rüstungsbranche. Die Aktien von BAE Systems(BAES.L) und Babcock(BAB.L) sprangen in London zeitweise mehr als acht beziehungsweise knapp vier Prozent nach oben. Die Papiere des auf die Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien ausgerichteten Konzerns QinetiQ(QQ.L) verteuerten sich um vier Prozent.
Zwar werde Healey mit zahlreichen Ausgabenforderungen konfrontiert sein, und es bleibe abzuwarten, wie viele Mittel er tatsächlich bereitstellen könne, konstatierten die Analysten von Citi. Dennoch werde Healey als neuer britischer Finanzminister von den Märkten als positiv für Verteidigungswerte aufgenommen. "Healey war Anfang dieses Jahres als Verteidigungsminister zurückgetreten und hatte als ausdrücklichen Grund die unzureichende Finanzierung des Verteidigungsressorts genannt", erklärten die Analysten. "Rüstungsaktien dürften steigen, da der neue Schatzkanzler als klarer Befürworter höherer Verteidigungsausgaben gilt", konstatierte auch JP Morgan.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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11:26
Reuters
Frankfurt, 21. Jul (Reuters) - Nach dem verhaltenen Wochenstart schalten die Anleger an den europäischen Aktienmärkten einen Gang hoch. Der Dax(.GDAXI) legte am Dienstag rund ein halbes Prozent auf bis zu 24.989 Punkte zu; der EuroStoxx50(.STOXX50E) zog in der Spitze knapp ein Prozent auf 6278 Zähler an. "Mit guten Vorgaben aus Asien und von der Wall Street pirscht sich der Dax wieder an die Marke von 25.000 Punkten heran", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
Spekulationen auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ließen die Ölpreise leicht fallen. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich zeitweise jeweils mehr als ein Prozent auf bis zu 87,87 Dollar und 82,25 Dollar je Barrel. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Teheran habe von Vermittlern einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe erhalten. Ziel sei es, ein am 17. Juni unterzeichnetes Abkommen zu retten, das den Weg für eine dauerhafte Beendigung des Krieges ebnen soll. "Es besteht Hoffnung auf eine Deeskalation zwischen den USA und dem Iran", teilten die Analysten der Bank ING in einer Einschätzung mit. Dies werde jedoch nicht einfach, da zwischen Washington und Teheran große Differenzen bestünden.
"Die Drohung des Iran, saudi-arabische Ölexporte über das Rote Meer über die Huthi-Miliz zu blockieren, hat beim Ölpreis für keine neuen Schockwellen gesorgt", sagte auch Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Stattdessen überwiegt auf dem Parkett weiterhin die Hoffnung auf ein baldiges Ende der aktuellen Eskalation."
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Vor den anstehenden Zahlen großer US-Techfirmen wie Alphabet(GOOGL.O) griffen Investoren bei europäischen Techwerten kräftig zu. Der Branchenindex(.SX8P) rückte um 1,5 Prozent vor, angeführt von ASMI(ASMI.AS) und ASML(ASML.AS), die in Amsterdam jeweils um mehr als drei Prozent anzogen. Zu den größten Dax-Gewinnern gehörten Infineon(IFXGn.DE) und Siemens Energy(ENR1n.DE) mit Kurszuwächsen von mehr als drei Prozent. Die Halbleiterwerte Süss Microtec(SMHNn.DE) und Aixtron(AIXGn.DE) verteuerten sich jeweils mehr als fünf Prozent.
Rückenwind für den Aktienmarkt lieferten auch überraschend starke Wirtschaftsdaten. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate stieg im Juli um 15,8 Zähler auf 26,3 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter Finanzexperten mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 17,5 Punkte gerechnet. "Die erneute Verbesserung der Konjunkturerwartungen spricht dafür, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts zuletzt etwas nachgelassen haben", kommentierte Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank. Gleichwohl bleibe die geopolitische Lage fragil.
In Großbritannien wetteten Börsianer unterdessen nach der Ernennung von John Healey zum neuen Finanzminister auf höhere Ausgaben für die britische Rüstungsbranche. Die Aktien von BAE Systems(BAES.L) und Babcock(BAB.L) sprangen in London zeitweise mehr als acht beziehungsweise knapp vier Prozent nach oben. Die Papiere des auf die Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien ausgerichteten Konzerns QinetiQ(QQ.L) verteuerten sich um vier Prozent.
Zwar werde Healey mit zahlreichen Ausgabenforderungen konfrontiert sein, und es bleibe abzuwarten, wie viele Mittel er tatsächlich bereitstellen könne, konstatierten die Analysten von Citi. Dennoch werde Healey als neuer britischer Finanzminister von den Märkten als positiv für Verteidigungswerte aufgenommen. "Healey war Anfang dieses Jahres als Verteidigungsminister zurückgetreten und hatte als ausdrücklichen Grund die unzureichende Finanzierung des Verteidigungsressorts genannt", erklärten die Analysten. "Rüstungsaktien dürften steigen, da der neue Schatzkanzler als klarer Befürworter höherer Verteidigungsausgaben gilt", konstatierte auch JP Morgan.
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