20.07.26
17:14
Reuters
* Brent-Ölpreis zeitweise über 90 Dollar
* Verhandlungsbereitschaft des Iran weckt Hoffnung
* Pfund schwankt nach Amtsantritt von Burnham
* Ryanair-Aktie rutscht nach Gewinneinbruch ab
(Neu: Schlusskurse)
Frankfurt, 20. Jul (Reuters) - Angesichts der wieder aufgeflammten Kämpfe im Nahen Osten bleiben Anleger an den europäischen Börsen zum Wochenanfang zurückhaltend. Der Dax(.GDAXI) verabschiedete sich am Montag nach anfänglichen Verlusten 0,1 Prozent fester bei 24.847 Punkten. Der EuroStoxx(.STOXX50E) gab 0,1 Prozent auf 6227 Zähler nach. "Die Nachrichten über eine gesteigerte Verhandlungsbereitschaft des Iran nach den intensiven Angriffen der USA geben den Investoren wieder etwas Zuversicht, dass sich die Situation im Nahen Osten bald wieder entspannt", sagte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. "Noch aber bleibt die Lage für die Börse undurchsichtig und nur schwer einschätzbar."
Das US-Militär meldete in der neunten Nacht in Folge Angriffe auf Ziele im Iran. US-Präsident Donald Trump verteidigte die jüngsten Angriffe als Vergeltung für den Tod von US-Soldaten. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen verhängten nach eigenen Angaben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Dies trieb die Ölpreise zeitweise knapp vier Prozent nach oben, nachdem sie vergangene Woche schon um 15 Prozent zugelegt hatten. Trotz der Eskalation schlossen beide Seiten eine Rückkehr zur Diplomatie nicht aus, was die erneuten Preisaufschläge wieder abbröckeln ließ. Brent(LCOc1)-Rohöl lag zuletzt leicht niedriger bei 88 Dollar je Barrel.
An der Wall Street erholten sich Chip-Aktien nach dem jüngsten Ausverkauf. Sowohl der Nasdaq-Index(.IXIC) als auch der S&P 500(.SPX) legten zum Wochenanfang leicht zu. Mit Spannung warteten Anleger auf die ab Mittwoch anstehenden Zahlen von US-Technologieriesen wie Alphabet(GOOGL.O), IBM(IBM.N) und Intel(INTC.O). Diese dürften laut Experten entscheiden, ob eine Erholung ansteht oder sich der jüngste Ausverkauf in dem Sektor fortsetzt. Die Anleger machen sich Sorgen, dass die Rally bei Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in den vergangenen Monaten übertrieben war.
Am Devisenmarkt ist der neue britische Premierminister Andy Burnham zunächst mit Vorschusslorbeeren empfangen worden. Das Pfund Sterling(GBP=) stieg um bis zu 0,2 Prozent auf 1,3481 Dollar und setzt damit seinen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Nach ersten Äußerungen zu seinem Amtsantritt drehte das Pfund aber ins Minus. Auch die Kosten für die Aufnahme neuer Schulden zogen weiter an. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen, sogenannter Gilts(GB10YT=RR), kletterte um neun Basispunkte auf 5,04 Prozent. Burnham sagte, er werde sich an die Haushaltsregeln der Vorgängerregierung halten, aber alle innerhalb dieser Regeln liegenden Flexibilitätsmöglichkeiten nutzen. Zudem wolle er eine Anhebung der Steuerfreibeträge für die Einkommensteuer prüfen.
"Es gab eine gewisse Reaktion vom Markt, und ich denke, das lag an dieser Schlagzeile, dass Burnham bereit sei, jede Flexibilität innerhalb der fiskalischen Regeln zu nutzen", sagte Evelyne Gomez-Liechti, Strategin bei Mizuho. "Der Markt reagiert sensibel auf jede konkrete Ankündigung, die fiskalische Regelungen beinhaltet." Burnham war am Freitag zum Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei gewählt worden und trat am Montag die Nachfolge von Keir Starmer an. Im Fokus der Anleger steht nun, wer an die Spitze des Finanzministeriums rückt.
Bei den Einzelwerten rutschten die Aktien von Ryanair(RYA.I) zeitweise mehr als sieben Prozent ab. Niedrigere Ticketpreise und gestiegene Treibstoffkosten haben den Gewinn des Billigfliegers im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Auch ein Kalendereffekt aufgrund der früheren Ostersaison in diesem Jahr trug dazu bei, dass Ryanair von April bis Juni ein Drittel weniger verdiente und noch unter der Marktprognose landete.
Auch die Aktien des schwedischen Outdoor-Konzerns Thule(THULE.ST) rutschten nach leicht unter den Erwartungen liegenden Quartalszahlen und angekündigten Preiserhöhungen um bis zu sechs Prozent ab. Der Konzern teilte mit, die Verbraucher seien bei größeren Anschaffungen noch zögerlicher geworden, was sich auf den Verkauf von Wohnmobilen und Campern auswirke. Das vor allem für seine Dachboxen und Fahrradträger bekannte Unternehmen kündigte Preiserhöhungen im dritten Quartal an, um die steigenden Rohstoffkosten auszugleichen.
Dagegen griffen Anleger bei Energiekonzernen(.SXEP) zu. Auch Technologieaktien(.SX8P) zeigten sich im Vorfeld der Quartalszahlen großer US-Tech-Konzerne leicht fester. Größte Gewinner im Dax waren RWE(RWEG.DE) und Siemens Energy(ENR1n.DE) mit Kurszuwächsen von jeweils mehr als drei Prozent.
(Bericht von Stefanie Geiger, Sanne Schimanski, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Das US-Militär meldete in der neunten Nacht in Folge Angriffe auf Ziele im Iran. US-Präsident Donald Trump verteidigte die jüngsten Angriffe als Vergeltung für den Tod von US-Soldaten. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen verhängten nach eigenen Angaben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Dies trieb die Ölpreise zeitweise knapp vier Prozent nach oben, nachdem sie vergangene Woche schon um 15 Prozent zugelegt hatten. Trotz der Eskalation schlossen beide Seiten eine Rückkehr zur Diplomatie nicht aus, was die erneuten Preisaufschläge wieder abbröckeln ließ. Brent(LCOc1)-Rohöl lag zuletzt leicht niedriger bei 88 Dollar je Barrel.
An der Wall Street erholten sich Chip-Aktien nach dem jüngsten Ausverkauf. Sowohl der Nasdaq-Index(.IXIC) als auch der S&P 500(.SPX) legten zum Wochenanfang leicht zu. Mit Spannung warteten Anleger auf die ab Mittwoch anstehenden Zahlen von US-Technologieriesen wie Alphabet(GOOGL.O), IBM(IBM.N) und Intel(INTC.O). Diese dürften laut Experten entscheiden, ob eine Erholung ansteht oder sich der jüngste Ausverkauf in dem Sektor fortsetzt. Die Anleger machen sich Sorgen, dass die Rally bei Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in den vergangenen Monaten übertrieben war.
"Es gab eine gewisse Reaktion vom Markt, und ich denke, das lag an dieser Schlagzeile, dass Burnham bereit sei, jede Flexibilität innerhalb der fiskalischen Regeln zu nutzen", sagte Evelyne Gomez-Liechti, Strategin bei Mizuho. "Der Markt reagiert sensibel auf jede konkrete Ankündigung, die fiskalische Regelungen beinhaltet." Burnham war am Freitag zum Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei gewählt worden und trat am Montag die Nachfolge von Keir Starmer an. Im Fokus der Anleger steht nun, wer an die Spitze des Finanzministeriums rückt.
Auch die Aktien des schwedischen Outdoor-Konzerns Thule(THULE.ST) rutschten nach leicht unter den Erwartungen liegenden Quartalszahlen und angekündigten Preiserhöhungen um bis zu sechs Prozent ab. Der Konzern teilte mit, die Verbraucher seien bei größeren Anschaffungen noch zögerlicher geworden, was sich auf den Verkauf von Wohnmobilen und Campern auswirke. Das vor allem für seine Dachboxen und Fahrradträger bekannte Unternehmen kündigte Preiserhöhungen im dritten Quartal an, um die steigenden Rohstoffkosten auszugleichen.
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