20.07.26
11:10
Reuters
* Ölpreis auf Richtungssuche - Nahost im Blick
* Warten auf Tech-Bilanzen und EZB-Entscheid im Wochenverlauf
* Ryanair-Gewinn bricht ein - Aktie mit Kurssturz
(Neu: Europäische Börsen, US-Futures)
Frankfurt, 20. Jul (Reuters) - Die Spannungen in Nahost, die Korrektur im KI-Sektor und der unklare Zinskurs der Notenbanken machen die Anleger nervös. Der Dax(.GDAXI) und der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am Montag gegen Mittag jeweils nahezu unverändert bei 24.832 und 6224 Punkten. Im früheren Handel hatten sie zwischen minus 0,3 und plus 0,5 Prozent geschwankt. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen hingegen im Plus. "Wer derzeit an den Märkten nach Orientierung sucht, findet vor allem neue Fragezeichen", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Für Verunsicherung sorgte erneut die Lage in Nahost. US-Außenminister Marco Rubio kündigte weitere Maßnahmen gegen den Iran an, weil dieser nach seinen Worten unvermindert die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus angreift. Dies trieb die Ölpreise im frühen Handel um bis zu knapp vier Prozent nach oben, nachdem sie vergangene Woche um 15 Prozent zugelegt hatten. Daraufhin gaben sie die anfänglichen Gewinne teilweise wieder ab, nachdem der Iran eine mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA angedeutet hatte.
Vermittler hätten in den vergangenen Tagen Botschaften an Teheran übermittelt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Worum es in den Vorschlägen ging, führte er nicht aus. Der Konflikt im Nahen Osten hatte sich am Wochenende verschärft. Die Zahl der Schiffspassagen durch die für Öltransporte wichtige Straße von Hormus ist stark zurückgegangen. "Die erwartete Erholung des Schiffsverkehrs ist praktisch zum Erliegen gekommen", schrieben die Analysten der Australia and New Zealand Banking Group.
Am Aktienmarkt fielen die Reaktionen entspannter als am Ölmarkt aus, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Sollte das erhoffte schnelle Ende der gegenseitigen Angriffe jedoch nicht eintreten, "werden die Aktienmärkte nicht darum herumkommen, den giftigen Cocktail aus steigenden Energie- und steigenden Finanzierungskosten einzupreisen."
Zugleich warteten Anleger auf die Zahlen wichtiger US-Technologiekonzerne ab Mittwoch und den Auftakt der deutschen Bilanzsaison mit dem Finanzbericht von SAP(SAPG.DE) am Donnerstag. "Die Anleger haben auf eine Art Reaktionsmodus umgeschaltet: Aktien werden nicht präventiv verkauft, aber die Bereitschaft zur Abgabe von Stücken ist gesetzt, wenn die Quartalszahlen oder Nachrichten aus Nahost nicht passen", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst bei der Consorsbank.
Die ab Mittwoch anstehenden Zahlen von US-Technologieriesen wie Alphabet(GOOGL.O), IBM(IBM.N) und Intel(INTC.O) dürften laut Experten entscheiden, ob sich der jüngste Ausverkauf in dem Sektor fortsetzt. Die Anleger machen sich Sorgen, dass der fulminante Aufschwung bei Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in den vergangenen Monaten übertrieben war. Dies drückte den europäischen Index der Technologiewerte(.SX8P) in der alten Börsenwoche um mehr als drei Prozent ins Minus.
Im Fokus steht auch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die Währungshüter werden nach der jüngsten Zinserhöhung vom Juni voraussichtlich noch nicht direkt nachlegen. Dennoch warten Anleger mit Spannung auf Hinweise auf die weiteren geldpolitischen Schritte. "Zwar fiel die Inflation zuletzt schwächer aus als erwartet, doch die unsichere Entwicklung im Nahen Osten spricht für einen weiterhin vorsichtigen, datenabhängigen Kurs", sagte Ulrich Stephan, Chefstratege der Deutschen Bank.
Bei den Einzelwerten rutschten die Aktien von Ryanair(RYA.I) um mehr als sieben Prozent ab. Niedrigere Ticketpreise und gestiegene Treibstoffkosten haben den Gewinn des Billigfliegers im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Auch ein Kalendereffekt aufgrund der früheren Ostersaison in diesem Jahr trug dazu bei, dass Ryanair von April bis Juni mit 538 Millionen Euro ein Drittel weniger verdiente und noch unter der Marktprognose landete.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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(Neu: Europäische Börsen, US-Futures) Frankfurt, 20. Jul (Reuters) - Die Spannungen in Nahost, die Korrektur im KI-Sektor und der unklare Zinskurs der Notenbanken machen die Anleger nervös. Der Dax(.GDAXI) und der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am Montag gegen Mittag jeweils nahezu unverändert bei 24.832 und 6224 Punkten. Im früheren Handel hatten sie zwischen minus 0,3 und plus 0,5 Prozent geschwankt. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen hingegen im Plus. "Wer derzeit an den Märkten nach Orientierung sucht, findet vor allem neue Fragezeichen", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Für Verunsicherung sorgte erneut die Lage in Nahost. US-Außenminister Marco Rubio kündigte weitere Maßnahmen gegen den Iran an, weil dieser nach seinen Worten unvermindert die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus angreift. Dies trieb die Ölpreise im frühen Handel um bis zu knapp vier Prozent nach oben, nachdem sie vergangene Woche um 15 Prozent zugelegt hatten. Daraufhin gaben sie die anfänglichen Gewinne teilweise wieder ab, nachdem der Iran eine mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA angedeutet hatte.
Vermittler hätten in den vergangenen Tagen Botschaften an Teheran übermittelt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Worum es in den Vorschlägen ging, führte er nicht aus. Der Konflikt im Nahen Osten hatte sich am Wochenende verschärft. Die Zahl der Schiffspassagen durch die für Öltransporte wichtige Straße von Hormus ist stark zurückgegangen. "Die erwartete Erholung des Schiffsverkehrs ist praktisch zum Erliegen gekommen", schrieben die Analysten der Australia and New Zealand Banking Group.
<h5 align=center> TECH-BILANZEN IM FOKUS </h5> Am Aktienmarkt fielen die Reaktionen entspannter als am Ölmarkt aus, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Sollte das erhoffte schnelle Ende der gegenseitigen Angriffe jedoch nicht eintreten, "werden die Aktienmärkte nicht darum herumkommen, den giftigen Cocktail aus steigenden Energie- und steigenden Finanzierungskosten einzupreisen."Zugleich warteten Anleger auf die Zahlen wichtiger US-Technologiekonzerne ab Mittwoch und den Auftakt der deutschen Bilanzsaison mit dem Finanzbericht von SAP(SAPG.DE) am Donnerstag. "Die Anleger haben auf eine Art Reaktionsmodus umgeschaltet: Aktien werden nicht präventiv verkauft, aber die Bereitschaft zur Abgabe von Stücken ist gesetzt, wenn die Quartalszahlen oder Nachrichten aus Nahost nicht passen", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst bei der Consorsbank.
<h5 align=center> RYANAIR MIT KURSSTURZ </h5> Im Fokus steht auch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die Währungshüter werden nach der jüngsten Zinserhöhung vom Juni voraussichtlich noch nicht direkt nachlegen. Dennoch warten Anleger mit Spannung auf Hinweise auf die weiteren geldpolitischen Schritte. "Zwar fiel die Inflation zuletzt schwächer aus als erwartet, doch die unsichere Entwicklung im Nahen Osten spricht für einen weiterhin vorsichtigen, datenabhängigen Kurs", sagte Ulrich Stephan, Chefstratege der Deutschen Bank. <p align=center><b>* * * *</p></b> Weitere Nachrichten, Kurse und Indikationen durch Doppelklick auf die nachfolgenden Codes in Klammern: Menüseiten des deutschsprachigen Reuters-Dienstes (NACHRICHTEN) <h5 align=center>INDIZES:</h5> * (.STOXX50E)......Europäischer EuroStoxx-Index 50 Werte * (.GDAXI).........Frankfurter Dax-Index 30 Werte * (.MDAXI).........Frankfurter MDax-Index 50 Werte * (.TECDAX)........Frankfurter Wachstumswerte * (.SDAXI).........Frankfurter Kleinwerteindex SDax * (0#.STOXX50E)....Alle EuroStoxx50-Werte im Überblick * (0#.GDAXI).......Alle Dax-Werte im Überblick * (0#.MDAXI).......Alle MDax-Werte im Überblick * (0#.TECDAX)......Alle TecDax-Werte im Überblick * (.V2TX)..........VStoxx - EuroStoxx50-Volatilitätsindex * (.V1XI)..........VDax - Dax-Volatilitätsindex <h5 align=center>DEVISEN:</h5> * (EUR=)...........Euro in Dollar * (JPY=)...........Dollar in Yen * (GBP=)...........Dollar in Pfund Sterling * (CHF=)...........Dollar in Franken <h5 align=center>FUTURES:</h5> * (0#STXE:)........EuroStoxx-Future * (0#FDX:).........DAX-Future * (0#DJ:)..........Dow Jones-Future * (0#ND:)..........Nasdaq-Future * (0#SP:)..........S&P 500-Future <h5 align=center>ROHSTOFFE:</h5> * (XAU=)...........Gold * (CMCU3)..........Kupfer <h5 align=center>ÜBERSICHT AKTIENMÄRKTE: </h5> * Größte Kursgewinner/-verlierer EuroStoxx50...(.PGL.STOXX50E) * Größte Kursgewinner Dax......................(.PG.GDAXI) * Größte Kursverlierer Dax.....................(.PL.GDAXI) * Größte Kursgewinner MDax.....................(.PG.MDAXI) * Größte Kursverlierer MDax....................(.PL.MDAXI) * Größte Kursgewinner TecDax...................(.PG.TECDAX) * Größte Kursverlierer TecDax..................(.PL.TECDAX) * Größte Kursgewinner SDax.....................(.PG.SDAXI) * Größte Kursverlierer SDax....................(.PL.SDAXI)Die ab Mittwoch anstehenden Zahlen von US-Technologieriesen wie Alphabet(GOOGL.O), IBM(IBM.N) und Intel(INTC.O) dürften laut Experten entscheiden, ob sich der jüngste Ausverkauf in dem Sektor fortsetzt. Die Anleger machen sich Sorgen, dass der fulminante Aufschwung bei Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in den vergangenen Monaten übertrieben war. Dies drückte den europäischen Index der Technologiewerte(.SX8P) in der alten Börsenwoche um mehr als drei Prozent ins Minus.
Bei den Einzelwerten rutschten die Aktien von Ryanair(RYA.I) um mehr als sieben Prozent ab. Niedrigere Ticketpreise und gestiegene Treibstoffkosten haben den Gewinn des Billigfliegers im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Auch ein Kalendereffekt aufgrund der früheren Ostersaison in diesem Jahr trug dazu bei, dass Ryanair von April bis Juni mit 538 Millionen Euro ein Drittel weniger verdiente und noch unter der Marktprognose landete.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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