16.07.26
16:35
Reuters
* Starke TSMC-Zahlen können Tech-Ausverkauf nicht stoppen
* Delivery Hero wird an Uber verkauft
* Anleger am Ölmarkt trotz Iran-Sorgen "überraschend gelassen"
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, Infineon)
Frankfurt, 16. Jul (Reuters) - Fallende Technologieaktien und anhaltende Sorgen wegen der Lage in Nahost haben die Börsen erneut unter Druck gesetzt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Donnerstag 0,3 Prozent tiefer bei 24.915,49 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor ebenfalls 0,3 Prozent auf 6283,61 Zähler. Auch die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen um Handelsschluss in Europa im Minus. "Am Aktienmarkt lassen sich zunehmend Ermüdungserscheinungen feststellen und zumindest die positive Dynamik des ersten Halbjahres geht erst einmal raus", kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. "Die Frage der Fortsetzung des Halbleiterzyklus bleibt unbeantwortet und die Nervosität entsprechend hoch."
Besonders wichtig für die weitere Entwicklung am Markt seien daher die in den kommenden Tagen anstehenden Quartalszahlen der Technologieunternehmen. Als Startschuss dafür gelten die Ergebnisse des Streamingdienstes Netflix(NFLX.O), die nach US-Börsenschluss am Donnerstag veröffentlicht werden. In der kommenden Woche geht es weiter mit den Bilanzen von Branchenriesen wie Alphabet(GOOGL.O), Tesla(TSLA.O), IBM(IBM.N), Texas Instruments(TXN.O) und Intel(INTC.O).
Im Fokus stehen dabei die hohen Aktienbewertungen und die Frage, wann sich die Investitionen der Unternehmen in Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden. "Einfach nur die Erwartungen zu erfüllen, scheint zu wenig. Nur ein sehr positiver Soll-Ist-Abgleich zählt – aber auch nur, wenn die Anleger auch im Ausblick kein sprichwörtliches Haar in der Suppe finden", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Wer die Erwartungen verfehlt, werde hingegen besonders hart abgestraft. "Wir erleben eine Börse, in der Anleger bereits das Optimum eingepreist haben – Raum für Fehlschläge besteht dabei kaum."
Bereits am Mittwoch hatte eine angehobene Umsatzprognose bei ASML(ASML.AS), dem wichtigsten Ausrüster der Chipindustrie, die Stimmung an den Börsen nur kurzfristig aufhellen können. Nun hat der taiwanische TSMC-Konzern(2330.TW) dank einer ungebrochenen Nachfrage nach KI-Prozessoren ein überraschend hohes Gewinnwachstum ausgewiesen. Der Überschuss stieg im zweiten Quartal um 77 Prozent auf umgerechnet 19,15 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mitteilte. Analysten hatten mit rund zwei Milliarden Euro weniger gerechnet. Dennoch schlossen die technologielastigen Börsenindizes in Asien mit teilweise deutlichen Verlusten.
Auch im Dax wurden Technologiewerte gemieden. Die Titel des Halbleiterherstellers Infineon(IFXGn.DE) verloren 3,86 Prozent und übernahmen damit die rote Laterne im deutschen Leitindex.
Für Gesprächsstoff bei Investoren sorgte Delivery Hero(DHER.DE). Uber(UBER.N) hat wie erwartet den Aktionären des Berliner Essenslieferanten ein Übernahmeangebot von 41,50 Euro je Anteilsschein vorgelegt. Die Delivery-Hero-Aktien schwankten zwischen minus 2,3 und plus 1,8 Prozent, bevor sie nahezu unverändert bei 38,20 Euro aus dem Handel gingen. Analysten der Investmentbank Jefferies verwiesen auf den langen Zeitraum bis zum Abschluss der Transaktion. Dieser sei erst für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen und deute darauf hin, dass die behördliche Prüfung nicht einfach werde. Zudem sei der Spielraum für eine Preiserhöhung oder einen konkurrierenden Bieter gering.
Am Ölmarkt zeigten sich die Preise trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten weitgehend stabil. Die Nordsee-Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) notierten mit 84,93 Dollar sowie 79,57 Dollar je Fass (159 Liter) kaum verändert. Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht eine massive Ausweitung mit drastischen Folgen für die weltweite Energieversorgung. Mit dem anhaltenden gegenseitigen Beschuss ist die vereinbarte Waffenruhe faktisch beendet. Gleichzeitig wies die Regierung in Teheran Insidern zufolge die verbündete Huthi-Miliz im Jemen an, sich auf eine Sperrung des Seewegs für Öltransporte im Roten Meer vorzubereiten. "Die Anleger reagieren noch überraschend gelassen", sagte Ole Hvalbye, Analyst bei SEB Research. "Ich halte es für denkbar, dass die Preise weiter in Richtung 90 bis 95 Dollar klettern und vielleicht sogar wieder die 100-Dollar-Marke erreichen." Grund dafür seien die wiederholten Störungen in der für Energietransporte wichtigen Straße von Hormus.
(Bericht von Sanne Schimanski, bearbeitet von Ralf Banser, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, Infineon)
Frankfurt, 16. Jul (Reuters) - Fallende Technologieaktien und anhaltende Sorgen wegen der Lage in Nahost haben die Börsen erneut unter Druck gesetzt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Donnerstag 0,3 Prozent tiefer bei 24.915,49 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor ebenfalls 0,3 Prozent auf 6283,61 Zähler. Auch die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen um Handelsschluss in Europa im Minus. "Am Aktienmarkt lassen sich zunehmend Ermüdungserscheinungen feststellen und zumindest die positive Dynamik des ersten Halbjahres geht erst einmal raus", kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. "Die Frage der Fortsetzung des Halbleiterzyklus bleibt unbeantwortet und die Nervosität entsprechend hoch."
Besonders wichtig für die weitere Entwicklung am Markt seien daher die in den kommenden Tagen anstehenden Quartalszahlen der Technologieunternehmen. Als Startschuss dafür gelten die Ergebnisse des Streamingdienstes Netflix(NFLX.O), die nach US-Börsenschluss am Donnerstag veröffentlicht werden. In der kommenden Woche geht es weiter mit den Bilanzen von Branchenriesen wie Alphabet(GOOGL.O), Tesla(TSLA.O), IBM(IBM.N), Texas Instruments(TXN.O) und Intel(INTC.O).
<h5 align=center> KI-BILANZEN IM BLICK</h5> Im Fokus stehen dabei die hohen Aktienbewertungen und die Frage, wann sich die Investitionen der Unternehmen in Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden. "Einfach nur die Erwartungen zu erfüllen, scheint zu wenig. Nur ein sehr positiver Soll-Ist-Abgleich zählt – aber auch nur, wenn die Anleger auch im Ausblick kein sprichwörtliches Haar in der Suppe finden", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Wer die Erwartungen verfehlt, werde hingegen besonders hart abgestraft. "Wir erleben eine Börse, in der Anleger bereits das Optimum eingepreist haben – Raum für Fehlschläge besteht dabei kaum."Bereits am Mittwoch hatte eine angehobene Umsatzprognose bei ASML(ASML.AS), dem wichtigsten Ausrüster der Chipindustrie, die Stimmung an den Börsen nur kurzfristig aufhellen können. Nun hat der taiwanische TSMC-Konzern(2330.TW) dank einer ungebrochenen Nachfrage nach KI-Prozessoren ein überraschend hohes Gewinnwachstum ausgewiesen. Der Überschuss stieg im zweiten Quartal um 77 Prozent auf umgerechnet 19,15 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mitteilte. Analysten hatten mit rund zwei Milliarden Euro weniger gerechnet. Dennoch schlossen die technologielastigen Börsenindizes in Asien mit teilweise deutlichen Verlusten.
<h5 align=center> DELIVERY HERO AUF RICHTUNGSSUCHE</h5> Für Gesprächsstoff bei Investoren sorgte Delivery Hero(DHER.DE). Uber(UBER.N) hat wie erwartet den Aktionären des Berliner Essenslieferanten ein Übernahmeangebot von 41,50 Euro je Anteilsschein vorgelegt. Die Delivery-Hero-Aktien schwankten zwischen minus 2,3 und plus 1,8 Prozent, bevor sie nahezu unverändert bei 38,20 Euro aus dem Handel gingen. Analysten der Investmentbank Jefferies verwiesen auf den langen Zeitraum bis zum Abschluss der Transaktion. Dieser sei erst für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen und deute darauf hin, dass die behördliche Prüfung nicht einfach werde. Zudem sei der Spielraum für eine Preiserhöhung oder einen konkurrierenden Bieter gering. <h5 align=center>INDIZES:</h5> * (.STOXX50E)......Europäischer EuroStoxx-Index 50 Werte * (.GDAXI).........Frankfurter Dax-Index 30 Werte * (.MDAXI).........Frankfurter MDax-Index 50 Werte * (.TECDAX)........Frankfurter Wachstumswerte * (.SDAXI).........Frankfurter Kleinwerteindex SDax * (0#.STOXX50E)....Alle EuroStoxx50-Werte im Überblick * (0#.GDAXI).......Alle Dax-Werte im Überblick * (0#.MDAXI).......Alle MDax-Werte im Überblick * (0#.TECDAX)......Alle TecDax-Werte im Überblick * (.V2TX)..........VStoxx - EuroStoxx50-Volatilitätsindex * (.V1XI)..........VDax - Dax-Volatilitätsindex <h5 align=center>DEVISEN:</h5> * (EUR=)...........Euro in Dollar * (JPY=)...........Dollar in Yen * (GBP=)...........Dollar in Pfund Sterling * (CHF=)...........Dollar in Franken <h5 align=center>FUTURES:</h5> * (0#STXE:)........EuroStoxx-Future * (0#FDX:).........DAX-Future * (0#DJ:)..........Dow Jones-Future * (0#ND:)..........Nasdaq-Future * (0#SP:)..........S&P 500-Future <h5 align=center>ROHSTOFFE:</h5> * (XAU=)...........Gold * (CMCU3)..........Kupfer <h5 align=center>ÜBERSICHT AKTIENMÄRKTE: </h5> * Größte Kursgewinner/-verlierer EuroStoxx50...(.PGL.STOXX50E) * Größte Kursgewinner Dax......................(.PG.GDAXI) * Größte Kursverlierer Dax.....................(.PL.GDAXI) * Größte Kursgewinner MDax.....................(.PG.MDAXI) * Größte Kursverlierer MDax....................(.PL.MDAXI) * Größte Kursgewinner TecDax...................(.PG.TECDAX) * Größte Kursverlierer TecDax..................(.PL.TECDAX) * Größte Kursgewinner SDax.....................(.PG.SDAXI) * Größte Kursverlierer SDax....................(.PL.SDAXI)Auch im Dax wurden Technologiewerte gemieden. Die Titel des Halbleiterherstellers Infineon(IFXGn.DE) verloren 3,86 Prozent und übernahmen damit die rote Laterne im deutschen Leitindex.
Am Ölmarkt zeigten sich die Preise trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten weitgehend stabil. Die Nordsee-Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) notierten mit 84,93 Dollar sowie 79,57 Dollar je Fass (159 Liter) kaum verändert. Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht eine massive Ausweitung mit drastischen Folgen für die weltweite Energieversorgung. Mit dem anhaltenden gegenseitigen Beschuss ist die vereinbarte Waffenruhe faktisch beendet. Gleichzeitig wies die Regierung in Teheran Insidern zufolge die verbündete Huthi-Miliz im Jemen an, sich auf eine Sperrung des Seewegs für Öltransporte im Roten Meer vorzubereiten. "Die Anleger reagieren noch überraschend gelassen", sagte Ole Hvalbye, Analyst bei SEB Research. "Ich halte es für denkbar, dass die Preise weiter in Richtung 90 bis 95 Dollar klettern und vielleicht sogar wieder die 100-Dollar-Marke erreichen." Grund dafür seien die wiederholten Störungen in der für Energietransporte wichtigen Straße von Hormus.
(Bericht von Sanne Schimanski, bearbeitet von Ralf Banser, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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