09.07.26
16:33
Reuters
* Eskalation im Iran-Krieg hält an
* Ölpreise beruhigen sich dennoch etwas
* Chipwerte gehen auf Erholungskurs
* Bericht: Finanzinvestoren nehmen Qiagen erneut ins Visier
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, Qiagen)
Frankfurt, 09. Jul (Reuters) - Trotz der ungewissen Lage in Nahost hat der Dax(.GDAXI) am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss 0,9 Prozent höher bei 25.118,27 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 1,3 Prozent auf 6284,27 Zähler. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen 0,3 und 0,8 Prozent im Plus. "Die Anleger konzentrierten sich wieder auf die vermeintlichen Dauerläufer aus dem KI- und Halbleitersektor", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst vom Broker CMC Markets. "Die großen Player bringen aktuell das meiste Kampfgewicht für die optimistischen Investoren auf die Waage und können einen Großteil der Kriegsangst und Bedenken abfedern."
Auch die Preise am Ölmarkt, die am Mittwoch um rund 4,5 bis fünf Prozent nach oben geschossen waren, zeigten Anzeichen einer Stabilisierung. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund zwei Prozent auf 76,52 und 71,98 Dollar je Fass (159 Liter). "Die Märkte unterstellen derzeit, dass geopolitische Risiken zwar kurzfristig für Schwankungen sorgen, ihre wirtschaftlichen Folgen aber überschaubar bleiben", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Der Iran hat nach eigenen Angaben US-Militäreinrichtungen in benachbarten Golfstaaten angegriffen und damit das vor drei Wochen vereinbarte Waffenstillstandsabkommen an den Rand des Scheiterns gebracht. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf US-Luftschläge gegen iranische Küsten- und Ostprovinzen am Mittwoch. Der Öltransport, der in den vergangenen Wochen in der Straße von Hormus wieder angelaufen sei, dürfte nun vorerst vorbei sein, sagte IG-Analyst Tony Sycamore. Die Schiffseigner dürften wieder vorsichtiger werden.
Aus Sicht von RoboMarkets-Analyst Jürgen Molnar bleibt der Ölpreis damit ein dominierender Faktor an den Börsen. "Steigende Energiepreise schüren die Sorge vor neuer Inflation, einer restriktiveren Geldpolitik der Notenbanken und einer Belastung für die Weltwirtschaft", fasste der Kapitalmarktexperte zusammen. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr noch anheben könnte, um die Inflation einzudämmen, nahmen wieder zu. Die Zentralbanker hatten den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert.
Bei den Einzelwerten schlug der europäische Technologie-Branchenindex(.SX8P) einen Erholungskurs ein und legte um 2,8 Prozent zu. Für etwas bessere Stimmung sorgte ein Bericht, wonach China plant, einheimischen KI-Firmen einen begrenzten Zugang zu den H200-Chips des KI-Marktführers Nvidia(NVDA.O) zu gewähren. Zuletzt wuchs an den Aktienmärkten die Unsicherheit, wann die hohen KI-Investitionen zu einem Gewinnwachstum führen, das die rasant gestiegenen Aktienkurse rechtfertigt.
Gefragt waren auch die Papiere von Qiagen(QIA.DE), die sich mit einem Plus von 10,6 Prozent an die Dax-Spitze setzten. Der Diagnostikkonzern stößt einem Medienbericht zufolge erneut auf Übernahmeinteresse bei Finanzinvestoren. Private-Equity-Firmen wie EQT(EQTAB.ST), Advent und KKR(KKR.N) hätten ein Auge auf Qiagen geworfen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Zugleich schickte ein pessimistischer Analystenkommentar die Aktien der deutschen Rüstungskonzerne auf Talfahrt. Die Papiere von Rheinmetall(RHMG.DE), Renk(R3NK.DE) und Hensoldt(HAGG.DE) gaben 4,3 bis 5,7 Prozent nach. Die Analysten von MWB Research hatten die Aktien von Rheinmetall und Renk auf "Hold" von "Buy" herabgesetzt. Hensoldt wurde auf "Sell" nach zuvor "Hold" gesetzt.
Den Fokus richteten die Investoren zudem auf Volkswagen(VOWG_p.DE). Der Aufsichtsrat des Autobauers berät über einen massiven Stellenabbau und die Schließung von vier deutschen Werken. Die Aktien gaben 1,2 Prozent nach.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
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Auch die Preise am Ölmarkt, die am Mittwoch um rund 4,5 bis fünf Prozent nach oben geschossen waren, zeigten Anzeichen einer Stabilisierung. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund zwei Prozent auf 76,52 und 71,98 Dollar je Fass (159 Liter). "Die Märkte unterstellen derzeit, dass geopolitische Risiken zwar kurzfristig für Schwankungen sorgen, ihre wirtschaftlichen Folgen aber überschaubar bleiben", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Der Iran hat nach eigenen Angaben US-Militäreinrichtungen in benachbarten Golfstaaten angegriffen und damit das vor drei Wochen vereinbarte Waffenstillstandsabkommen an den Rand des Scheiterns gebracht. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf US-Luftschläge gegen iranische Küsten- und Ostprovinzen am Mittwoch. Der Öltransport, der in den vergangenen Wochen in der Straße von Hormus wieder angelaufen sei, dürfte nun vorerst vorbei sein, sagte IG-Analyst Tony Sycamore. Die Schiffseigner dürften wieder vorsichtiger werden.
Aus Sicht von RoboMarkets-Analyst Jürgen Molnar bleibt der Ölpreis damit ein dominierender Faktor an den Börsen. "Steigende Energiepreise schüren die Sorge vor neuer Inflation, einer restriktiveren Geldpolitik der Notenbanken und einer Belastung für die Weltwirtschaft", fasste der Kapitalmarktexperte zusammen. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr noch anheben könnte, um die Inflation einzudämmen, nahmen wieder zu. Die Zentralbanker hatten den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert.
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Gefragt waren auch die Papiere von Qiagen(QIA.DE), die sich mit einem Plus von 10,6 Prozent an die Dax-Spitze setzten. Der Diagnostikkonzern stößt einem Medienbericht zufolge erneut auf Übernahmeinteresse bei Finanzinvestoren. Private-Equity-Firmen wie EQT(EQTAB.ST), Advent und KKR(KKR.N) hätten ein Auge auf Qiagen geworfen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Zugleich schickte ein pessimistischer Analystenkommentar die Aktien der deutschen Rüstungskonzerne auf Talfahrt. Die Papiere von Rheinmetall(RHMG.DE), Renk(R3NK.DE) und Hensoldt(HAGG.DE) gaben 4,3 bis 5,7 Prozent nach. Die Analysten von MWB Research hatten die Aktien von Rheinmetall und Renk auf "Hold" von "Buy" herabgesetzt. Hensoldt wurde auf "Sell" nach zuvor "Hold" gesetzt.
Den Fokus richteten die Investoren zudem auf Volkswagen(VOWG_p.DE). Der Aufsichtsrat des Autobauers berät über einen massiven Stellenabbau und die Schließung von vier deutschen Werken. Die Aktien gaben 1,2 Prozent nach.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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