09.07.26
11:01
Reuters
* Leitindex kommt nach Kursrutsch kaum vom Fleck
* Ölpreise beruhigen sich etwas
* Chipwerte gehen auf Erholungskurs
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Devisen, Öl, Gold, Zitate)
Frankfurt, 09. Jul (Reuters) - Angesichts der ungewissen Lage in Nahost haben sich die Dax(.GDAXI)-Anleger am Donnerstag kaum aus der Deckung getraut. Nach anfänglichen Kursgewinnen notierte der deutsche Leitindex am Mittag wenig verändert bei 24.913 Zählern, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,4 Prozent. "Die Kurse pendeln zwischen der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte und der Sorge vor einer weiteren Zuspitzung im Iran-Krieg", sagte Timo Emden von Emden Research. Am Mittwoch hatte der wiederaufgeflammte militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Investoren in Alarmbereitschaft versetzt. US-Präsident Donald Trump erklärte ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges für hinfällig - der Dax rauschte daraufhin mehr als zwei Prozent in die Tiefe, die Ölpreise zogen deutlich an.
Am Donnerstag beruhigte sich die Lage am Ölmarkt etwas. Die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) traten auf der Stelle. Seit Dienstag haben Versorgungsängste die Notierungen allerdings um gut acht Prozent auf 78,08 beziehungsweise 73,62 Dollar je Fass nach oben getrieben. Der Öltransport, der in den letzten Wochen in der Wasserstraße von Hormus wieder angelaufen sei, dürfte nun vorerst vorbei sein, sagte IG-Analyst Tony Sycamore. Die Schiffseigner dürften wieder vorsichtiger werden.
Aus Sicht von RoboMarkets-Analyst Jürgen Molnar bleibt der Ölpreis damit ein dominierender Faktor an den Börsen. "Steigende Energiepreise schüren die Sorge vor neuer Inflation, einer restriktiveren Geldpolitik der Notenbanken und einer Belastung für die Weltwirtschaft", fasst der Kapitalmarktexperte zusammen. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr noch anheben könnte, um die Inflation einzudämmen, nahmen wieder zu. Die Zentralbanker hatten den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert. Der Dollar-Index(.DXY) lag am Donnerstag kaum verändert bei 100,96 Punkten, der Goldpreis(XAU=) erholte sich etwas von seinen jüngsten Verlusten und zog um 0,7 Prozent auf 4105 Dollar je Feinunze an.
Bei den Einzelaktien gingen die Chipwerte nach dem jüngsten Ausverkauf im Tech-Sektor europaweit auf Erholungskurs. Der Branchenindex(.SX8P) rückte zeitweise um 1,9 Prozent vor. An den vergangenen beiden Handelstagen hatte er gut viereinhalb Prozent an Wert verloren. Zuletzt gab es an den Aktienmärkten eine wachsende Unsicherheit darüber, wann sich die hohen KI-Investitionen in einem Gewinnwachstum niederschlagen, das die rasant angestiegenen Aktienpreise rechtfertigt. Für etwas bessere Stimmung sorgte am Donnerstag ein Bericht, wonach China plant, einheimischen KI-Firmen einen begrenzten Zugang zu den H200-Chips des KI-Marktführers Nvidia(NVDA.O) zu gewähren. Im Dax zählten Infineon(IFXGn.DE) mit einem Plus von 2,3 Prozent zu den größten Gewinnern. Im MDax(.MDAXI) legten Siltronic(WAFGn.DE), Suss Microtec(SMHNn.DE), Elmos Semiconductor(ELGG.DE) und Aixtron(AIXGn.DE) zwischen 13 und vier Prozent zu.
Auf der Verliererseite stachen die Rüstungswerte heraus, die schon seit Monaten nur schwer auf einen grünen Zweig kommen. Rheinmetall(RHMG.DE) gaben im Dax 3,7 Prozent nach. Die Papiere von Hensoldt(HAGG.DE) und Renk(R3NK.DE) fielen um 5,4 und 4,3 Prozent. Den Fokus richteten die Investoren zudem auf Volkswagen(VOWG_p.DE). Die Pläne für weitreichende Werksschließungen in Deutschland nehmen einem Medienbericht zufolge konkrete Formen an. Begleitet von Protesten an allen heimischen Standorten berät der Aufsichtsrat am Nachmittag über einen Zukunftsplan, der laut "Spiegel" das Aus für vier Werke bis 2034 vorsehen soll. Die Aktien gaben im Vorfeld im Dax 1,1 Prozent nach.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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09.07.26
11:01
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Devisen, Öl, Gold, Zitate) Frankfurt, 09. Jul (Reuters) - Angesichts der ungewissen Lage in Nahost haben sich die Dax(.GDAXI)-Anleger am Donnerstag kaum aus der Deckung getraut. Nach anfänglichen Kursgewinnen notierte der deutsche Leitindex am Mittag wenig verändert bei 24.913 Zählern, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,4 Prozent. "Die Kurse pendeln zwischen der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte und der Sorge vor einer weiteren Zuspitzung im Iran-Krieg", sagte Timo Emden von Emden Research. Am Mittwoch hatte der wiederaufgeflammte militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Investoren in Alarmbereitschaft versetzt. US-Präsident Donald Trump erklärte ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges für hinfällig - der Dax rauschte daraufhin mehr als zwei Prozent in die Tiefe, die Ölpreise zogen deutlich an.
Am Donnerstag beruhigte sich die Lage am Ölmarkt etwas. Die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) traten auf der Stelle. Seit Dienstag haben Versorgungsängste die Notierungen allerdings um gut acht Prozent auf 78,08 beziehungsweise 73,62 Dollar je Fass nach oben getrieben. Der Öltransport, der in den letzten Wochen in der Wasserstraße von Hormus wieder angelaufen sei, dürfte nun vorerst vorbei sein, sagte IG-Analyst Tony Sycamore. Die Schiffseigner dürften wieder vorsichtiger werden.
ÖLPREIS DOMINIERT DAS BÖRSENGESCHEHEN
Aus Sicht von RoboMarkets-Analyst Jürgen Molnar bleibt der Ölpreis damit ein dominierender Faktor an den Börsen. "Steigende Energiepreise schüren die Sorge vor neuer Inflation, einer restriktiveren Geldpolitik der Notenbanken und einer Belastung für die Weltwirtschaft", fasst der Kapitalmarktexperte zusammen. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr noch anheben könnte, um die Inflation einzudämmen, nahmen wieder zu. Die Zentralbanker hatten den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert. Der Dollar-Index(.DXY) lag am Donnerstag kaum verändert bei 100,96 Punkten, der Goldpreis(XAU=) erholte sich etwas von seinen jüngsten Verlusten und zog um 0,7 Prozent auf 4105 Dollar je Feinunze an.
Bei den Einzelaktien gingen die Chipwerte nach dem jüngsten Ausverkauf im Tech-Sektor europaweit auf Erholungskurs. Der Branchenindex(.SX8P) rückte zeitweise um 1,9 Prozent vor. An den vergangenen beiden Handelstagen hatte er gut viereinhalb Prozent an Wert verloren. Zuletzt gab es an den Aktienmärkten eine wachsende Unsicherheit darüber, wann sich die hohen KI-Investitionen in einem Gewinnwachstum niederschlagen, das die rasant angestiegenen Aktienpreise rechtfertigt. Für etwas bessere Stimmung sorgte am Donnerstag ein Bericht, wonach China plant, einheimischen KI-Firmen einen begrenzten Zugang zu den H200-Chips des KI-Marktführers Nvidia(NVDA.O) zu gewähren. Im Dax zählten Infineon(IFXGn.DE) mit einem Plus von 2,3 Prozent zu den größten Gewinnern. Im MDax(.MDAXI) legten Siltronic(WAFGn.DE), Suss Microtec(SMHNn.DE), Elmos Semiconductor(ELGG.DE) und Aixtron(AIXGn.DE) zwischen 13 und vier Prozent zu.
RÜSTUNGSWERTE KOMMEN UNTER DIE RÄDER
Auf der Verliererseite stachen die Rüstungswerte heraus, die schon seit Monaten nur schwer auf einen grünen Zweig kommen. Rheinmetall(RHMG.DE) gaben im Dax 3,7 Prozent nach. Die Papiere von Hensoldt(HAGG.DE) und Renk(R3NK.DE) fielen um 5,4 und 4,3 Prozent. Den Fokus richteten die Investoren zudem auf Volkswagen(VOWG_p.DE). Die Pläne für weitreichende Werksschließungen in Deutschland nehmen einem Medienbericht zufolge konkrete Formen an. Begleitet von Protesten an allen heimischen Standorten berät der Aufsichtsrat am Nachmittag über einen Zukunftsplan, der laut "Spiegel" das Aus für vier Werke bis 2034 vorsehen soll. Die Aktien gaben im Vorfeld im Dax 1,1 Prozent nach.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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