07.07.26
16:59
Reuters
* Enttäuschender Umsatz überschattet Samsungs Rekordgewinn
* Siemens Energy und Infineon größte Dax-Verlierer
* Angriffe in Straße von Hormus treiben Öl- und Erdgaspreis
* Thyssen-Tochter zieht Mega-U-Bootauftrag an Land - Aktie fällt
(Neu: Schlusskurse)
Frankfurt, 07. Jul (Reuters) - Nach dem jüngsten Rekordlauf hat ein Ausverkauf bei Technologie-Aktien die europäischen Aktienmärkte nach unten gezogen. Der Dax(.GDAXI) rutschte am Dienstag um 1,4 Prozent auf 25.465 Punkte ab, nachdem er an den drei vorangegangenen Handelstagen jeweils frische Rekordmarken erzielt hatte. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) büßte 1,2 Prozent auf rund 6320 Punkte ein. "Die Angst vor einem abrupten Ende der Rally von allem, was mit KI zu tun hat und bislang nur eine Richtung an der Börse kannte, ist auf dem Parkett deutlich zu spüren", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
"Die Favoriten der vergangenen Monate wackeln und das sorgt für steigende Nervosität unter den Anlegern." Die Titel des Energietechnikkonzerns Siemens Energy(ENR1n.DE) waren mit einem Abschlag von rund neun Prozent größter Dax-Verlierer, gefolgt von Chiphersteller Infineon(IFXGn.DE) mit einem Kursminus von acht Prozent. Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rally brockten auch Chip-Konzernen an der Wall Street Verluste ein und drückten die drei wichtigsten US-Indizes ins Minus.
Für schlechte Stimmung an den Börsen sorgte ein enttäuschendes Umsatzplus bei Samsung(005930.KS), das Spekulationen auf ein Abflauen des KI-Booms schürte und den Rekordgewinn in den Schatten stellte. "Die leicht hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Erlöse gehen vor allem auf den moderateren Anstieg der Preise für einige Speicherchips zurück", sagte Analyst Jing Jie Yu vom Research-Haus Morningstar. Den Experten der Citigroup zufolge verteuerten sich traditionelle DRAM- und NAND-Chips in den vergangenen Monaten um 44 beziehungsweise 53 Prozent. Davor gab es teilweise dreistellige prozentuale Zuwächse.
"Samsungs Zahlen sind kein gutes Omen für die beginnende Berichtssaison", sagte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. "Offenbar hält die Anleger nur eine erneute, deutliche Beschleunigung des Wachstums bei der Stange." Ob diese kommen werde, sei aber fraglich.
Am Rohölmarkt zogen die Preise unterdessen wieder an, nachdem Berichte über Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus erneut die Furcht vor Störungen auf der wichtigen Transitroute schürten. Ein LNG-Tanker aus Katar und ein unter saudischer Flagge fahrender Rohöltanker wurden in dem Seegebiet beschädigt, wie Insider am Dienstag mitteilten. Berichten zufolge hatten die iranischen Revolutionsgarden in der Nacht Raketen auf Schiffe in der Meerenge abgefeuert. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um rund drei Prozent auf bis zu 74,16 und 70,56 Dollar je Fass (159 Liter).
Auch der europäische Erdgaspreis zog an, da Investoren Störungen bei Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) befürchteten. Der europäische Future(TRNLTTFMc1) verteuerte sich um sechs Prozent auf 46,78 Euro je Megawattstunde - der stärkste Anstieg seit Mitte Mai. Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar, dass ein LNG-Schiff aus Katar – das als Vermittler in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran fungiert – getroffen wurde.
Für Aufsehen sorgte auch ein milliardenschwerer kanadischer U-Boot-Auftrag für die Thyssenkrupp(TKAG.DE)-Rüstungstochter TKMS(TKMS.DE). Kanada werde bis zu zwölf U-Boote bei TKMS in Auftrag geben, hatte Kanadas Premierminister Mark Carney am Montagabend mitgeteilt. Damit setzte sich TKMS gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean(042660.KS) durch, der aber noch nicht komplett aus dem Rennen ist. Detailfragen will TKMS mit Kanada bis Ende des Jahres klären. Kanada behalte sich das Recht vor, mit Hanwha erneut Gespräche zu führen, sollte mit TKMS keine Einigung erzielt werden, betonte Carney.
Anfängliche Kursgewinne von mehr als fünf Prozent gab TKMS wieder ab und ging mit einem Minus von drei Prozent aus dem Handel. Die Titel des südkoreanischen Rivalen waren zuvor um mehr als 22 Prozent eingebrochen.
Der schwedische Rüstungskonzern Saab(SAABb.ST) legte unterdessen um zwei Prozent zu, nachdem das Brokerhaus Morgan Stanley die Aktie auf "overweight" von zuvor "underweight" setzte. Die Nato gab zudem bekannt, bis zu zehn GlobalEye-Überwachungsflugzeuge des Unternehmens zu erwerben. Ein europäischer Rüstungs- und Luftfahrtindex(.SXPARO) gab trotz mehrerer Abkommen über Rüstungskooperationen und -beschaffungen am Rande des Nato-Gipfels in Ankara um 2,5 Prozent nach.
(Bericht von Stefanie Geiger, Sanne Schimanski; redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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"Die Favoriten der vergangenen Monate wackeln und das sorgt für steigende Nervosität unter den Anlegern." Die Titel des Energietechnikkonzerns Siemens Energy(ENR1n.DE) waren mit einem Abschlag von rund neun Prozent größter Dax-Verlierer, gefolgt von Chiphersteller Infineon(IFXGn.DE) mit einem Kursminus von acht Prozent. Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rally brockten auch Chip-Konzernen an der Wall Street Verluste ein und drückten die drei wichtigsten US-Indizes ins Minus.
Für schlechte Stimmung an den Börsen sorgte ein enttäuschendes Umsatzplus bei Samsung(005930.KS), das Spekulationen auf ein Abflauen des KI-Booms schürte und den Rekordgewinn in den Schatten stellte. "Die leicht hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Erlöse gehen vor allem auf den moderateren Anstieg der Preise für einige Speicherchips zurück", sagte Analyst Jing Jie Yu vom Research-Hs Morningstar. Den Experten der Citigroup zufolge verteuerten sich traditionelle DRAM- und NAND-Chips in den vergangenen Monaten um 44 beziehungsweise 53 Prozent. Davor gab es teilweise dreistellige prozentuale Zuwächse.
"Samsungs Zahlen sind kein gutes Omen für die beginnende Berichtssaison", sagte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. "Offenbar hält die Anleger nur eine erneute, deutliche Beschleunigung des Wachstums bei der Stange." Ob diese kommen werde, sei aber fraglich.
Am Rohölmarkt zogen die Preise unterdessen wieder an, nachdem Berichte über Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus erneut die Furcht vor Störungen auf der wichtigen Transitroute schürten. Ein LNG-Tanker aus Katar und ein unter saudischer Flagge fahrender Rohöltanker wurden in dem Seegebiet beschädigt, wie Insider am Dienstag mitteilten. Berichten zufolge hatten die iranischen Revolutionsgarden in der Nacht Raketen auf Schiffe in der Meerenge abgefeuert. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um rund drei Prozent auf bis zu 74,16 und 70,56 Dollar je Fass (159 Liter).
Auch der europäische Erdgaspreis zog an, da Investoren Störungen bei Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) befürchteten. Der europäische Future(TRNLTTFMc1) verteuerte sich um sechs Prozent auf 46,78 Euro je Megawattstunde - der stärkste Anstieg seit Mitte Mai. Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar, dass ein LNG-Schiff aus Katar – das als Vermittler in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran fungiert – getroffen wurde.
Für Aufsehen sorgte auch ein milliardenschwerer kanadischer U-Boot-Auftrag für die Thyssenkrupp(TKAG.DE)-Rüstungstochter TKMS(TKMS.DE). Kanada werde bis zu zwölf U-Boote bei TKMS in Auftrag geben, hatte Kanadas Premierminister Mark Carney am Montagabend mitgeteilt. Damit setzte sich TKMS gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean(042660.KS) durch, der aber noch nicht komplett aus dem Rennen ist. Detailfragen will TKMS mit Kanada bis Ende des Jahres klären. Kanada behalte sich das Recht vor, mit Hanwha erneut Gespräche zu führen, sollte mit TKMS keine Einigung erzielt werden, betonte Carney.
Anfängliche Kursgewinne von mehr als fünf Prozent gab TKMS wieder ab und ging mit einem Minus von drei Prozent aus dem Handel. Die Titel des südkoreanischen Rivalen waren zuvor um mehr als 22 Prozent eingebrochen.
Der schwedische Rüstungskonzern Saab(SAABb.ST) legte unterdessen um zwei Prozent zu, nachdem das Brokerhaus Morgan Stanley die Aktie auf "overweight" von zuvor "underweight" setzte. Die Nato gab zudem bekannt, bis zu zehn GlobalEye-Überwachungsflugzeuge des Unternehmens zu erwerben. Ein europäischer Rüstungs- und Luftfahrtindex(.SXPARO) gab trotz mehrerer Abkommen über Rüstungskooperationen und -beschaffungen am Rande des Nato-Gipfels in Ankara um 2,5 Prozent nach.
(Bericht von Stefanie Geiger, Sanne Schimanski; redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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