02.07.26
11:09
Reuters
* Anleger hoffen auf mehr Klarheit zur US-Zinspolitik
* Chip-Werte unter Druck
* Yen zieht zum Dollar stark an
(Neu: Europäische Börsen, Devisen, Zitate, Einzelwerte)
Frankfurt, 02. Jul (Reuters) - Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts hat der Dax(.GDAXI) am Donnerstag Boden gut gemacht. Der deutsche Leitindex rückte um 0,9 Prozent auf 25.258 Punkte vor, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,5 Prozent. Anleger erhofften sich von den Jobdaten Hinweise auf den künftigen US-Zinspfad. Der Arbeitsmarktbericht dürfte "zum Prüfstein für die Zinsperspektive werden und zeigen, wie robust die jüngst wieder aufgekommenen Erwartungen an eine straffere Geldpolitik sind", sagte Timo Emden von Emden Research. Der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh hatte sich zuletzt nicht in die Karten blicken lassen, wie es geldpolitisch weitergeht. Aktienanleger hofften, dass aufgrund der rückläufigen Ölpreise eine Zinsanhebung in diesem Jahr vielleicht vom Tisch sein könnte.
Der Dollar-Index(.DXY), der zuletzt von den Zinserhöhungs-Spekulationen profitiert hatte, verlor im Vorfeld der Daten 0,5 Prozent auf 100,92 Punkte. Zur Verstärkung der Aufwärtsdynamik beim US-Dollar sei ein weiterer kräftiger Anstieg der Beschäftigung und/oder ein Rückgang der Arbeitslosenquote erforderlich, prognostizierte Lee Hardman, leitender Währungsanalyst bei der MUFG. Experten erwarteten jedoch, dass sich der Jobaufbau auf dem US-Arbeitsmarkt im Juni spürbar abgeschwächt hat. Von Reuters befragte Experten rechnen mit einem Stellenplus von nur noch 110.000, nach 172.000 im Mai.
Im Fokus stand neben der US-Zinspolitik auch das von der schwarz-roten Koalition beschlossene umfangreiche Reformpaket, das die Wirtschaft in Deutschland voranbringen soll. "Potenzial haben insbesondere die geplanten Maßnahmen zum Bürokratieabbau, der den Unternehmen in Deutschland wieder mehr Luft zum Atmen geben könnte", sagte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Die Anpassungen bei den Steuern sind aus seiner Sicht eher geringfügig.
Auf der Unternehmensseite hatten vor allem die Chip-Werte das Nachsehen. "An den Börsen läuft aktuell eine spürbare Sektorrotation", sagte Jürgen Molnar von RoboMarkets. "Kapital fließt vorübergehend aus Halbleitern, KI- und Rechenzentrumsaktien ab und zurück in klassische Industrie-, Finanz- und Standardwerte." Im Dax gehörten die Titel von Vonovia(VNAn.DE) und Deutscher Bank(DBKGn.DE) mit einem Plus von mehr als vier Prozent zu den stärksten Werten. Die Papiere von Infineon(IFXG.DE) verloren dagegen 2,5 Prozent.
Bei den Nebenwerten rutschten Suss Microtec(SMHNn.DE) und Aixtron(AIXGn.DE) um 6,7 und 5,5 Prozent ab. Der europäische Techindex(.SX8P) gab zeitweise 2,6 Prozent nach. Zuvor war es bereits an der Wall Street und in Asien zu einem deutlichen Ausverkauf bei Chip-Werten gekommen. Sorgen wegen zu hoher Bewertungen und der massiven Investitionen von Technologieunternehmen in KI nahmen Anleger zum Anlass, um Kasse zu machen.
Deutlich nach oben ging es im Dax für die Bayer(BAYGn.DE)-Aktie nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Die Titel stiegen in der Spitze um 5,8 Prozent auf 51,86 Euro, den höchsten Stand seit August 2023. Nach dem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA im milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit zugunsten von Bayer sehen die Analysten der Deutschen Bank den Konzern auf einem guten Weg. Der Pharma- und Agrarkonzern teilte zudem mit, sein US-Geschäft mit dem weit verbreiteten und umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft bündeln zu wollen.
Am Devisenmarkt sorgte eine rasante Erholungsbewegung beim Yen(JPY=) für Gesprächsstoff. Der Dollar verlor zeitweise ein Prozent auf 160,00 Yen. Zuletzt war die japanische Währung auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gefallen, dies schürte Spekulationen auf eine baldige Intervention am Devisenmarkt. Was nun zu der kräftigen Bewegung nach oben führte, blieb zunächst unklar. Das japanische Finanzministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Zwischen Ende April und Anfang Mai hat Japan bereits rekordverdächtige 11,7 Billionen Yen (72 Milliarden US-Dollar) für Interventionen ausgegeben. Der Aufschwung der Landeswährung war damals jedoch nur von kurzer Dauer.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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Frankfurt, 02. Jul (Reuters) - Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts hat der Dax(.GDAXI) am Donnerstag Boden gut gemacht. Der deutsche Leitindex rückte um 0,9 Prozent auf 25.258 Punkte vor, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,5 Prozent. Anleger erhofften sich von den Jobdaten Hinweise auf den künftigen US-Zinspfad. Der Arbeitsmarktbericht dürfte "zum Prüfstein für die Zinsperspektive werden und zeigen, wie robust die jüngst wieder aufgekommenen Erwartungen an eine straffere Geldpolitik sind", sagte Timo Emden von Emden Research. Der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh hatte sich zuletzt nicht in die Karten blicken lassen, wie es geldpolitisch weitergeht. Aktienanleger hofften, dass aufgrund der rückläufigen Ölpreise eine Zinsanhebung in diesem Jahr vielleicht vom Tisch sein könnte.
Der Dollar-Index(.DXY), der zuletzt von den Zinserhöhungs-Spekulationen profitiert hatte, verlor im Vorfeld der Daten 0,5 Prozent auf 100,92 Punkte. Zur Verstärkung der Aufwärtsdynamik beim US-Dollar sei ein weiterer kräftiger Anstieg der Beschäftigung und/oder ein Rückgang der Arbeitslosenquote erforderlich, prognostizierte Lee Hardman, leitender Währungsanalyst bei der MUFG. Experten erwarteten jedoch, dass sich der Jobaufbau auf dem US-Arbeitsmarkt im Juni spürbar abgeschwächt hat. Von Reuters befragte Experten rechnen mit einem Stellenplus von nur noch 110.000, nach 172.000 im Mai.
Im Fokus stand neben der US-Zinspolitik auch das von der schwarz-roten Koalition beschlossene umfangreiche Reformpaket, das die Wirtschaft in Deutschland voranbringen soll. "Potenzial haben insbesondere die geplanten Maßnahmen zum Bürokratieabbau, der den Unternehmen in Deutschland wieder mehr Luft zum Atmen geben könnte", sagte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Die Anpassungen bei den Steuern sind aus seiner Sicht eher geringfügig.
Auf der Unternehmensseite hatten vor allem die Chip-Werte das Nachsehen. "An den Börsen läuft aktuell eine spürbare Sektorrotation", sagte Jürgen Molnar von RoboMarkets. "Kapital fließt vorübergehend aus Halbleitern, KI- und Rechenzentrumsaktien ab und zurück in klassische Industrie-, Finanz- und Standardwerte." Im Dax gehörten die Titel von Vonovia(VNAn.DE) und Deutscher Bank(DBKGn.DE) mit einem Plus von mehr als vier Prozent zu den stärksten Werten. Die Papiere von Infineon(IFXG.DE) verloren dagegen 2,5 Prozent.
Bei den Nebenwerten rutschten Suss Microtec(SMHNn.DE) und Aixtron(AIXGn.DE) um 6,7 und 5,5 Prozent ab. Der europäische Techindex(.SX8P) gab zeitweise 2,6 Prozent nach. Zuvor war es bereits an der Wall Street und in Asien zu einem deutlichen Ausverkauf bei Chip-Werten gekommen. Sorgen wegen zu hoher Bewertungen und der massiven Investitionen von Technologieunternehmen in KI nahmen Anleger zum Anlass, um Kasse zu machen.
Deutlich nach oben ging es im Dax für die Bayer(BAYGn.DE)-Aktie nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Die Titel stiegen in der Spitze um 5,8 Prozent auf 51,86 Euro, den höchsten Stand seit August 2023. Nach dem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA im milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit zugunsten von Bayer sehen die Analysten der Deutschen Bank den Konzern auf einem guten Weg. Der Pharma- und Agrarkonzern teilte zudem mit, sein US-Geschäft mit dem weit verbreiteten und umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft bündeln zu wollen.
Am Devisenmarkt sorgte eine rasante Erholungsbewegung beim Yen(JPY=) für Gesprächsstoff. Der Dollar verlor zeitweise ein Prozent auf 160,00 Yen. Zuletzt war die japanische Währung auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gefallen, dies schürte Spekulationen auf eine baldige Intervention am Devisenmarkt. Was nun zu der kräftigen Bewegung nach oben führte, blieb zunächst unklar. Das japanische Finanzministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Zwischen Ende April und Anfang Mai hat Japan bereits rekordverdächtige 11,7 Billionen Yen (72 Milliarden US-Dollar) für Interventionen ausgegeben. Der Aufschwung der Landeswährung war damals jedoch nur von kurzer Dauer.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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