01.07.26
11:10
Reuters
* Dax leicht im Plus
* Stockende Gespräche zwischen USA und Iran belasten
* Rüstungswerte nach Rücksetzer gefragt
* Nike zieht mit trübem Ausblick Rivalen nach unten
(Neu: Europäische Börsen, Inflationsdaten)
Frankfurt, 01. Jul (Reuters) - Die stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran lassen Anleger in Europa vorsichtiger werden. Der Dax(.GDAXI) legte am Mittwoch 0,3 Prozent auf 25.075 Punkte zu, nachdem er am Vortag um 1,5 Prozent geklettert war. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab leicht auf 6320 Zähler nach. "An den Börsen ist das Tauziehen zwischen Zuversicht und Vorsicht noch nicht entschieden", sagte Timo Emden von Emden Research. "Der Dax balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Zinshoffnung, geopolitischen Risiken und hohen Erwartungen an die KI-Branche."
"Die stockenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran schüren die Sorge vor neuen Lieferengpässen", sagte Tamas Varga, Analyst bei PVM Associates mit Blick auf den Rohölmarkt. Nach einem anfänglichen Anstieg drehten die Ölpreise allerdings im Handelsverlauf wieder ins Minus. Brent-Rohöl(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) fielen in der Spitze jeweils um knapp zwei Prozent auf bis zu 71,62 Dollar und 68,22 Dollar je Barrel. Anleger seien optimistisch, dass die Probleme, die die Verhandlungen behindern, bald gelöst würden, erläuterte Varga.
Der Iran erklärte am Dienstag, es werde zunächst kein Treffen mit US-Gesandten geben. In Katars Hauptstadt Doha finden nun indirekte technische Gespräche zwischen den USA und dem Iran statt. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte, vermitteln Katar und Pakistan in den Verhandlungen.
Anleger nutzten die jüngsten Kursrückgänge zum Wiedereinstieg in Rüstungswerte. Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) kletterten in der Spitze um 6,7 Prozent auf bis zu 1056,80 Euro und sind damit auf Kurs zum größten Tagesplus seit drei Monaten. An den vorangegangenen fünf Handelstagen hatte der Dax-Wert 15 Prozent nachgegeben. Im MDax zogen der Panzergetriebebauer Renk(R3NK.DE) sowie der Sensor- und Radar-Spezialist Hensoldt(HAGG.DE) um jeweils rund vier Prozent an.
Ein Händler verwies darauf, dass das Bundeskabinett bei seiner Sitzung den Schwerpunkt auf die Stärkung der Bundeswehr und die Vorbereitung des Nato-Gipfels in der kommenden Woche lege. Angesichts der jüngsten Kursverluste könne dies Schnäppchenjäger auf den Plan rufen, sagte der Händler.
Positive Impulse lieferten unterdessen Wirtschaftsdaten. Die Inflation im Euroraum hat sich im Juni überraschend deutlich abgeschwächt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Schnitt um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Von Reuters befragte Experten hatten nur mit einem Rückgang auf 3,0 Prozent gerechnet. Im Mai war die Rate nach dem vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschock auf 3,2 Prozent geklettert. "Bleibt die Lage im Nahen Osten stabil, liegt der Höhepunkt des energiegetriebenen Preisschubs hinter uns", konstatierte Stefanie Schoenwald von KfW Research. "Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschritts der EZB sinkt damit."
Bei den Einzelwerten drückte der Umsatzausblick des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike(NKE.N) auf die Stimmung. Nachdem der Umsatz im abgelaufenen Quartal weltweit um ein Prozent zurückging, rechnet Nike für das erste Halbjahr 2026/27 mit einem weiteren Rückgang um bis zu fünf Prozent. "Das Unternehmen erklärte zudem, dass das Geschäftsumfeld 'zunehmend herausfordernd' sei und auch der Absatz weiterhin 'schwierig' bleibe", konstatierte ein Händler. Nike-Aktien fielen im nachbörslichen Handel um bis zu vier Prozent und zogen am Mittwoch auch die Papiere der Konkurrenten Adidas(ADSGn.DE) und Puma
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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(Neu: Europäische Börsen, Inflationsdaten) Frankfurt, 01. Jul (Reuters) - Die stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran lassen Anleger in Europa vorsichtiger werden. Der Dax(.GDAXI) legte am Mittwoch 0,3 Prozent auf 25.075 Punkte zu, nachdem er am Vortag um 1,5 Prozent geklettert war. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab leicht auf 6320 Zähler nach. "An den Börsen ist das Tauziehen zwischen Zuversicht und Vorsicht noch nicht entschieden", sagte Timo Emden von Emden Research. "Der Dax balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Zinshoffnung, geopolitischen Risiken und hohen Erwartungen an die KI-Branche."
"Die stockenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran schüren die Sorge vor neuen Lieferengpässen", sagte Tamas Varga, Analyst bei PVM Associates mit Blick auf den Rohölmarkt. Nach einem anfänglichen Anstieg drehten die Ölpreise allerdings im Handelsverlauf wieder ins Minus. Brent-Rohöl(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) fielen in der Spitze jeweils um knapp zwei Prozent auf bis zu 71,62 Dollar und 68,22 Dollar je Barrel. Anleger seien optimistisch, dass die Probleme, die die Verhandlungen behindern, bald gelöst würden, erläuterte Varga.
Der Iran erklärte am Dienstag, es werde zunächst kein Treffen mit US-Gesandten geben. In Katars Hauptstadt Doha finden nun indirekte technische Gespräche zwischen den USA und dem Iran statt. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte, vermitteln Katar und Pakistan in den Verhandlungen.
Anleger nutzten die jüngsten Kursrückgänge zum Wiedereinstieg in Rüstungswerte. Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) kletterten in der Spitze um 6,7 Prozent auf bis zu 1056,80 Euro und sind damit auf Kurs zum größten Tagesplus seit drei Monaten. An den vorangegangenen fünf Handelstagen hatte der Dax-Wert 15 Prozent nachgegeben. Im MDax zogen der Panzergetriebebauer Renk(R3NK.DE) sowie der Sensor- und Radar-Spezialist Hensoldt(HAGG.DE) um jeweils rund vier Prozent an.
Ein Händler verwies darauf, dass das Bundeskabinett bei seiner Sitzung den Schwerpunkt auf die Stärkung der Bundeswehr und die Vorbereitung des Nato-Gipfels in der kommenden Woche lege. Angesichts der jüngsten Kursverluste könne dies Schnäppchenjäger auf den Plan rufen, sagte der Händler.
<h5 align=center> ENTSAPPANNUNG BEI INFLATION</h5> Positive Impulse lieferten unterdessen Wirtschaftsdaten. Die Inflation im Euroraum hat sich im Juni überraschend deutlich abgeschwächt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Schnitt um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Von Reuters befragte Experten hatten nur mit einem Rückgang auf 3,0 Prozent gerechnet. Im Mai war die Rate nach dem vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschock auf 3,2 Prozent geklettert. "Bleibt die Lage im Nahen Osten stabil, liegt der Höhepunkt des energiegetriebenen Preisschubs hinter uns", konstatierte Stefanie Schoenwald von KfW Research. "Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschritts der EZB sinkt damit." <h5 align=center> NIKE-AUSBLICK BELASTET BRANCHE</h5> Bei den Einzelwerten drückte der Umsatzausblick des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike(NKE.N) auf die Stimmung. Nachdem der Umsatz im abgelaufenen Quartal weltweit um ein Prozent zurückging, rechnet Nike für das erste Halbjahr 2026/27 mit einem weiteren Rückgang um bis zu fünf Prozent. "Das Unternehmen erklärte zudem, dass das Geschäftsumfeld 'zunehmend herausfordernd' sei und auch der Absatz weiterhin 'schwierig' bleibe", konstatierte ein Händler. Nike-Aktien fielen im nachbörslichen Handel um bis zu vier Prozent und zogen am Mittwoch auch die Papiere der Konkurrenten Adidas(ADSGn.DE) und Puma<PUMG.DE> mit nach unten. Diese gaben jeweils in der Spitze rund zwei Prozent nach. Auch der britische Sportartikelhändler JD Sports(JD.L) verbilligte sich um zwei Prozent. <h5 align=center>INDIZES:</h5> * (.STOXX50E)......Europäischer EuroStoxx-Index 50 Werte * (.GDAXI).........Frankfurter Dax-Index 30 Werte * (.MDAXI).........Frankfurter MDax-Index 50 Werte * (.TECDAX)........Frankfurter Wachstumswerte * (.SDAXI).........Frankfurter Kleinwerteindex SDax * (0#.STOXX50E)....Alle EuroStoxx50-Werte im Überblick * (0#.GDAXI).......Alle Dax-Werte im Überblick * (0#.MDAXI).......Alle MDax-Werte im Überblick * (0#.TECDAX)......Alle TecDax-Werte im Überblick * (.V2TX)..........VStoxx - EuroStoxx50-Volatilitätsindex * (.V1XI)..........VDax - Dax-Volatilitätsindex <h5 align=center>DEVISEN:</h5> * (EUR=)...........Euro in Dollar * (JPY=)...........Dollar in Yen * (GBP=)...........Dollar in Pfund Sterling * (CHF=)...........Dollar in Franken <h5 align=center>FUTURES:</h5> * (0#STXE:)........EuroStoxx-Future * (0#FDX:).........DAX-Future * (0#DJ:)..........Dow Jones-Future * (0#ND:)..........Nasdaq-Future * (0#SP:)..........S&P 500-Future <h5 align=center>ROHSTOFFE:</h5> * (XAU=)...........Gold * (CMCU3)..........Kupfer <h5 align=center>ÜBERSICHT AKTIENMÄRKTE: </h5> * Größte Kursgewinner/-verlierer EuroStoxx50...(.PGL.STOXX50E) * Größte Kursgewinner Dax......................(.PG.GDAXI) * Größte Kursverlierer Dax.....................(.PL.GDAXI) * Größte Kursgewinner MDax.....................(.PG.MDAXI) * Größte Kursverlierer MDax....................(.PL.MDAXI) * Größte Kursgewinner TecDax...................(.PG.TECDAX) * Größte Kursverlierer TecDax..................(.PL.TECDAX) * Größte Kursgewinner SDax.....................(.PG.SDAXI) * Größte Kursverlierer SDax....................(.PL.SDAXI)(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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