26.06.26
16:32
Reuters
* Mögliche Knappheit von Speicherchips treibt Anleger um
* OpenAI tendiert laut Bericht zu Verschiebung des Börsengangs
* Größter Umbau der Firmengeschichte belastet VW-Aktie
* BaFin-Prüfung lässt Zalando einbrechen
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, Volkswagen)
Frankfurt, 26. Jun (Reuters) - Sorgen über die Aussichten für die KI-Branche haben an den Börsen zum Wochenschluss erneut für Kursverluste gesorgt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Freitag 1,3 Prozent tiefer bei 24.671,22 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,7 Prozent auf 6221,55 Zähler nach. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) traten mehr oder weniger auf der Stelle.
"Bei den Investoren wachsen nach den jüngsten Nachrichten die Zweifel, ob die Konsumenten die Preiserhöhungen der Technologiekonzerne noch in der Masse mittragen werden", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets, mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen bei Apple(AAPL.O). Der US-Konzern kann die rasant gestiegenen Kosten für Speicherchips nicht mehr abfedern. Daher kündigte er am Donnerstag Preiserhöhungen für MacBooks und iPads an. "Wenn aber der Kunde die höheren Preise nicht mehr bezahlt, spult sich die Kette von hinten auf und trifft die hochbewertete Halbleiterbranche empfindlich", sagte Lipkow.
Unruhe stiftete auch ein Zeitungsbericht, wonach der ChatGPT-Entwickler OpenAI erwägt, seinen geplanten Börsengang wegen einer möglicherweise geringen Nachfrage von Kleinanlegern auf das kommende Jahr zu verschieben. "Ein solcher Schritt hätte eine hohe Symbolkraft, schließlich hat das Unternehmen mit der Einführung von ChatGPT 2022 den ganzen KI-Hype erst losgetreten", sagte Danni Hewson, Chefanalystin bei der Handelsplattform AJ Bell.
Europaweit gingen Chipwerte zum Wochenschluss auf Talfahrt. Der entsprechende Branchenindex(.SX8P) verlor 1,2 Prozent. Im Dax rutschten Infineon(IFXGn.DE) um 4,5 Prozent ab, im MDax(.MDAXI) gaben Aixtron(AIXGn.DE) 1,5 Prozent nach.
Keinen guten Tag erwischten auch die Aktien von Zalando(ZALG.DE), die im Dax um 6,3 Prozent nach unten rauschten. Am frühen Nachmittag notierten sie noch sechs Prozent niedriger. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht den Jahresabschluss des Online-Modehändlers.
Für Gesprächsstoff sorgte auch Volkswagen(VOWG_p.DE) mit einem Minus von knapp vier Prozent. Europas größter Autobauer Volkswagen steht Insidern zufolge vor dem größten Umbau seiner fast 90-jährigen Geschichte. Die Pläne sähen unter anderem vor, die Produktion in den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm auslaufen zu lassen, erfuhr Reuters am Freitag von Insidern.
Um 3,2 Prozent nach oben ging es hingegen für Renk(R3NK.DE). Ein Kommentar der US-Investmentbank Jefferies verwies auf einen knapp 700 Millionen Dollar schweren Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für die Renk-Tochter in den USA.
An den Rohstoffmärkten ließen nachlassende Versorgungsängste die Ölpreise purzeln. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund vier Prozent auf 71,96 und 69,01 Dollar je Fass (159 Liter). Damit lagen die Preise in etwa auf dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Auf Wochensicht sind die Notierungen um jeweils rund zehn Prozent eingebrochen. Der Raffinerieriese Saudi Aramco hat nach einer fast viermonatigen Unterbrechung die Verladung von Öl an seinem Terminal in Ras Tanura am Persischen Golf wieder aufgenommen. Zudem passierten weitere Öltanker die Straße von Hormus. Dabei habe China die Rohölnachfrage noch nicht wieder angekurbelt, was zusätzlich die Preise drücke, sagte Ölexpertin June Goh vom Analysehaus Sparta Commodities.
Bei der US-Währung setzten zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen ein. Der Dollar-Index(.DXY) verlor 0,2 Prozent auf 101,210 Punkte. Auf Monatssicht haben Spekulationen auf steigende US-Zinsen den Greenback um mehr als zwei Prozent nach oben getrieben. Belastet wurde der Dollar laut Börsianern auch durch etwas nachlassende Zinsfantasien. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu einem wichtigen Indikator für die US-Inflation entsprachen den Erwartungen. Der Euro(EUR=) stieg zum Wochenschluss um 0,3 Prozent auf 1,1401 Dollar.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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26.06.26
16:32
Reuters
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, Volkswagen)
Frankfurt, 26. Jun (Reuters) - Sorgen über die Aussichten für die KI-Branche haben an den Börsen zum Wochenschluss erneut für Kursverluste gesorgt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Freitag 1,3 Prozent tiefer bei 24.671,22 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,7 Prozent auf 6221,55 Zähler nach. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) traten mehr oder weniger auf der Stelle.
"Bei den Investoren wachsen nach den jüngsten Nachrichten die Zweifel, ob die Konsumenten die Preiserhöhungen der Technologiekonzerne noch in der Masse mittragen werden", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets, mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen bei Apple(AAPL.O). Der US-Konzern kann die rasant gestiegenen Kosten für Speicherchips nicht mehr abfedern. Daher kündigte er am Donnerstag Preiserhöhungen für MacBooks und iPads an. "Wenn aber der Kunde die höheren Preise nicht mehr bezahlt, spult sich die Kette von hinten auf und trifft die hochbewertete Halbleiterbranche empfindlich", sagte Lipkow.
Unruhe stiftete auch ein Zeitungsbericht, wonach der ChatGPT-Entwickler OpenAI erwägt, seinen geplanten Börsengang wegen einer möglicherweise geringen Nachfrage von Kleinanlegern auf das kommende Jahr zu verschieben. "Ein solcher Schritt hätte eine hohe Symbolkraft, schließlich hat das Unternehmen mit der Einführung von ChatGPT 2022 den ganzen KI-Hype erst losgetreten", sagte Danni Hewson, Chefanalystin bei der Handelsplattform AJ Bell.
<h5 align=center> CHIPWERTE EUROPAWEIT AUF TALFAHRT</h5> Europaweit gingen Chipwerte zum Wochenschluss auf Talfahrt. Der entsprechende Branchenindex(.SX8P) verlor 1,2 Prozent. Im Dax rutschten Infineon(IFXGn.DE) um 4,5 Prozent ab, im MDax(.MDAXI) gaben Aixtron(AIXGn.DE) 1,5 Prozent nach.Keinen guten Tag erwischten auch die Aktien von Zalando(ZALG.DE), die im Dax um 6,3 Prozent nach unten rauschten. Am frühen Nachmittag notierten sie noch sechs Prozent niedriger. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht den Jahresabschluss des Online-Modehändlers.
Für Gesprächsstoff sorgte auch Volkswagen(VOWG_p.DE) mit einem Minus von knapp vier Prozent. Europas größter Autobauer Volkswagen steht Insidern zufolge vor dem größten Umbau seiner fast 90-jährigen Geschichte. Die Pläne sähen unter anderem vor, die Produktion in den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm auslaufen zu lassen, erfuhr Reuters am Freitag von Insidern.
<h5 align=center> ÖLPREISE PURZELN</h5> An den Rohstoffmärkten ließen nachlassende Versorgungsängste die Ölpreise purzeln. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund vier Prozent auf 71,96 und 69,01 Dollar je Fass (159 Liter). Damit lagen die Preise in etwa auf dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Auf Wochensicht sind die Notierungen um jeweils rund zehn Prozent eingebrochen. Der Raffinerieriese Saudi Aramco hat nach einer fast viermonatigen Unterbrechung die Verladung von Öl an seinem Terminal in Ras Tanura am Persischen Golf wieder aufgenommen. Zudem passierten weitere Öltanker die Straße von Hormus. Dabei habe China die Rohölnachfrage noch nicht wieder angekurbelt, was zusätzlich die Preise drücke, sagte Ölexpertin June Goh vom Analysehaus Sparta Commodities.Um 3,2 Prozent nach oben ging es hingegen für Renk(R3NK.DE). Ein Kommentar der US-Investmentbank Jefferies verwies auf einen knapp 700 Millionen Dollar schweren Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für die Renk-Tochter in den USA.
Bei der US-Währung setzten zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen ein. Der Dollar-Index(.DXY) verlor 0,2 Prozent auf 101,210 Punkte. Auf Monatssicht haben Spekulationen auf steigende US-Zinsen den Greenback um mehr als zwei Prozent nach oben getrieben. Belastet wurde der Dollar laut Börsianern auch durch etwas nachlassende Zinsfantasien. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu einem wichtigen Indikator für die US-Inflation entsprachen den Erwartungen. Der Euro(EUR=) stieg zum Wochenschluss um 0,3 Prozent auf 1,1401 Dollar.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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