26.06.26
10:56
Reuters
* OpenAI tendiert laut Bericht zu Verschiebung des Börsengangs
* Mögliche Knappheit von Speicherchips belastet Anleger
* BaFin-Prüfung lässt Zalando-Aktie einbrechen
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Zitate, Devisen, Ölpreis)
Frankfurt, 26. Jun (Reuters) - Sorgen um die Aussichten für die KI-Branche haben den Dax(.GDAXI) zum Wochenschluss tief ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor nach einem Tech-Ausverkauf insbesondere an den asiatischen Börsen 1,3 Prozent auf 24.668 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,9 Prozent nach. "Die Anleger sind zwischen den Möglichkeiten und Chancen der Künstlichen Intelligenz und den Risiken hoher Bewertungen hin- und hergerissen", resümierte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Zusätzlich sorgen sich die Investoren laut Thomas Altmann von QC Partners vor einer Knappheit von Speicherchips. "Immer mehr fragen sich, wo die Impulse für weitere Kursgewinne herkommen könnten", meinte der Experte.
Unruhe stiftete ein Zeitungsbericht, wonach der ChatGPT-Entwickler OpenAI dazu tendiert, seinen geplanten Börsengang wegen einer möglicherweise geringen Nachfrage von Kleinanlegern auf das kommende Jahr zu verschieben. Auch Preiserhöhungen beim US-Konzern Apple(AAPL.O), um den steigenden Kosten für Speicherchips entgegenzuwirken, drückten auf die Stimmung. Die Preiserhöhungen zeigten, dass die großen Technologiekonzerne irgendwann die Auswirkungen der höheren Komponentenkosten zu spüren bekommen und das könnte zu einem Gegenwind für das gesamte System führen, sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo.
Europaweit gingen Chipwerte zum Wochenschluss auf Talfahrt. Der entsprechende Branchenindex(.SX8P) verlor zwei Prozent. Im Dax rutschten Infineon(IFXGn.DE) um 4,3 Prozent ab, im MDax(.MDAXI) gaben Aixtron(AIXGn.DE) in der Spitze sieben Prozent nach. Keinen guten Tag erwischten auch die Aktien von Zalando(ZALG.DE), die im Dax zeitweise mehr als zehn Prozent in den Keller rauschten. Am frühen Nachmittag notierten sie noch sechs Prozent niedriger. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht den Konzernabschluss des Online-Modehändlers. Es gehe darum, dass im Anhang des Jahresabschlusses 2025 vorgeschriebene Angaben im Zusammenhang mit der Übernahme der Otto(OTTOG.UL)-Tochter About You(YOUG.DE) fehlten, hieß es in der Mitteilung. "Auf den ersten Blick scheint das eher ein handwerklicher Fehler zu sein", sagte ein Händler. "Es gibt zwar Unsicherheit, aber so wild scheint es nicht zu sein."
Deutlich nach oben ging es im MDax(.MDAXI) für Renk(R3NK.DE) mit einem Plus von gut vier Prozent. Ein Kommentar der US-Investmentbank Jefferies verwies auf einen knapp 700 Millionen Dollar schweren Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für die Renk-Tochter in den USA. Dieser Vertrag würde Renks Auftragseingang erheblich stützen und nach einer schwächeren Woche für die Aktien einen willkommenen Aufschwung bringen, erklärten die Analysten. Die Aktie hatte in den vergangenen vier Handelstagen knapp 15 Prozent an Wert verloren.
An den Rohstoffmärkten ließen nachlassende Versorgungsängste die Ölpreise purzeln. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich in der Spitze um gut vier Prozent auf 72,14 beziehungsweise 68,96 Dollar je Fass. Auf Wochensicht sind die Notierungen um jeweils mehr als neun Prozent eingebrochen. Zeitweise waren sie auf das Niveau vor Beginn des Iran-Krieges gefallen. Der Raffinerieriese Saudi Aramco hat nach einer fast viermonatigen Unterbrechung die Verladung von Öl an seinem Terminal in Ras Tanura am Persischen Golf wieder aufgenommen. Zudem passierten weitere gestrandete Öltanker die Straße von Hormus. Der Markt reagiere auf die gestiegenen Liefermengen und China habe die Rohölnachfrage noch nicht wieder angekurbelt - das drücke die Preise, sagte June Goh, Senior-Analystin für den Ölmarkt bei Sparta Commodities.
Der US-Währung machten zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen zu schaffen. Der Dollar-Index(.DXY) verlor 0,3 Prozent auf 101,14 Punkte. Auf Monatssicht haben Spekulationen auf steigende US-Zinsen den Greenback um mehr als zwei Prozent nach oben getrieben. Belastet wurde der Dollar laut Börsianern auch durch etwas nachlassende Zinsfantasien. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu einem wichtigen Indikator für die US-Inflation entsprachen den Erwartungen. Der Euro(EUR=) stieg zum Wochenschluss um 0,4 Prozent auf 1,1412 Dollar.
(Bericht von Daniela Pegna, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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26.06.26
10:56
Reuters
Frankfurt, 26. Jun (Reuters) - Sorgen um die Aussichten für die KI-Branche haben den Dax(.GDAXI) zum Wochenschluss tief ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor nach einem Tech-Ausverkauf insbesondere an den asiatischen Börsen 1,3 Prozent auf 24.668 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,9 Prozent nach. "Die Anleger sind zwischen den Möglichkeiten und Chancen der Künstlichen Intelligenz und den Risiken hoher Bewertungen hin- und hergerissen", resümierte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Zusätzlich sorgen sich die Investoren laut Thomas Altmann von QC Partners vor einer Knappheit von Speicherchips. "Immer mehr fragen sich, wo die Impulse für weitere Kursgewinne herkommen könnten", meinte der Experte.
Unruhe stiftete ein Zeitungsbericht, wonach der ChatGPT-Entwickler OpenAI dazu tendiert, seinen geplanten Börsengang wegen einer möglicherweise geringen Nachfrage von Kleinanlegern auf das kommende Jahr zu verschieben. Auch Preiserhöhungen beim US-Konzern Apple(AAPL.O), um den steigenden Kosten für Speicherchips entgegenzuwirken, drückten auf die Stimmung. Die Preiserhöhungen zeigten, dass die großen Technologiekonzerne irgendwann die Auswirkungen der höheren Komponentenkosten zu spüren bekommen und das könnte zu einem Gegenwind für das gesamte System führen, sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo.
CHIPWERTE EUROPAWEIT AUF TALFAHRT
Europaweit gingen Chipwerte zum Wochenschluss auf Talfahrt. Der entsprechende Branchenindex(.SX8P) verlor zwei Prozent. Im Dax rutschten Infineon(IFXGn.DE) um 4,3 Prozent ab, im MDax(.MDAXI) gaben Aixtron(AIXGn.DE) in der Spitze sieben Prozent nach. Keinen guten Tag erwischten auch die Aktien von Zalando(ZALG.DE), die im Dax zeitweise mehr als zehn Prozent in den Keller rauschten. Am frühen Nachmittag notierten sie noch sechs Prozent niedriger. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht den Konzernabschluss des Online-Modehändlers. Es gehe darum, dass im Anhang des Jahresabschlusses 2025 vorgeschriebene Angaben im Zusammenhang mit der Übernahme der Otto(OTTOG.UL)-Tochter About You(YOUG.DE) fehlten, hieß es in der Mitteilung. "Auf den ersten Blick scheint das eher ein handwerklicher Fehler zu sein", sagte ein Händler. "Es gibt zwar Unsicherheit, aber so wild scheint es nicht zu sein."
Deutlich nach oben ging es im MDax(.MDAXI) für Renk(R3NK.DE) mit einem Plus von gut vier Prozent. Ein Kommentar der US-Investmentbank Jefferies verwies auf einen knapp 700 Millionen Dollar schweren Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für die Renk-Tochter in den USA. Dieser Vertrag würde Renks Auftragseingang erheblich stützen und nach einer schwächeren Woche für die Aktien einen willkommenen Aufschwung bringen, erklärten die Analysten. Die Aktie hatte in den vergangenen vier Handelstagen knapp 15 Prozent an Wert verloren.
ÖLPREISE PURZELN
An den Rohstoffmärkten ließen nachlassende Versorgungsängste die Ölpreise purzeln. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich in der Spitze um gut vier Prozent auf 72,14 beziehungsweise 68,96 Dollar je Fass. Auf Wochensicht sind die Notierungen um jeweils mehr als neun Prozent eingebrochen. Zeitweise waren sie auf das Niveau vor Beginn des Iran-Krieges gefallen. Der Raffinerieriese Saudi Aramco hat nach einer fast viermonatigen Unterbrechung die Verladung von Öl an seinem Terminal in Ras Tanura am Persischen Golf wieder aufgenommen. Zudem passierten weitere gestrandete Öltanker die Straße von Hormus. Der Markt reagiere auf die gestiegenen Liefermengen und China habe die Rohölnachfrage noch nicht wieder angekurbelt - das drücke die Preise, sagte June Goh, Senior-Analystin für den Ölmarkt bei Sparta Commodities.
Der US-Währung machten zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen zu schaffen. Der Dollar-Index(.DXY) verlor 0,3 Prozent auf 101,14 Punkte. Auf Monatssicht haben Spekulationen auf steigende US-Zinsen den Greenback um mehr als zwei Prozent nach oben getrieben. Belastet wurde der Dollar laut Börsianern auch durch etwas nachlassende Zinsfantasien. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu einem wichtigen Indikator für die US-Inflation entsprachen den Erwartungen. Der Euro(EUR=) stieg zum Wochenschluss um 0,4 Prozent auf 1,1412 Dollar.
(Bericht von Daniela Pegna, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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