10.06.26
16:35
Reuters
* Iran-Drohungen von Trump verunsichern
* Dax taucht ab - US-Börsen unter Druck
* Ölpreise ziehen an
(Neu: Schlusskurse)
Frankfurt, 10. Jun (Reuters) - Zunehmende Spannungen zwischen den USA und dem Iran machen die Anleger hochnervös. Der Dax(.GDAXI) verlor am Mittwoch ein Prozent auf 24.195 Punkte. "Neue Drohgebärden von US-Präsident Trump mit Militärschlägen am Golf, steigende Verbraucherpreise in den USA und der bevorstehende Börsengang von SpaceX – das war schlicht zu viel", sagte IG-Stratege Salah-Eddine Bouhmidi. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) fiel um 0,7 Prozent. An den US-Börsen lag der Dow-Jones-Index(.DJI) zum Handelsschluss in Europa rund 1,1 Prozent im Minus.
US-Präsident Donald Trump sagte vor Reportern, es werde noch am Mittwoch weitere Angriffe auf den Iran geben. Dabei werde man den Iran "sehr hart" treffen. Trump hatte zuvor in einem Post auf der Plattform Truth Social geschrieben, dass der Iran zu lange brauche, um eine Vereinbarung zu erreichen, und nun den Preis dafür zahlen müsse. Öl der Nordseesorte Brent(LCoc1) verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 93,60 Dollar je Fass, US-Leichtöl WTI(Clc1) stieg um drei Prozent auf 90,66 Dollar. Gold(XAU=) verbilligte sich um mehr als drei Prozent. Anleger befürchten, dass die Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran die Inflation und damit die Zinsen weiter in die Höhe treiben.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie zuletzt im April 2023. "Auch wenn dies weitgehend den Erwartungen entspricht, geht die Entwicklung dennoch in die falsche Richtung", sagte Art Hogan, Marktstratege bei B Riley Wealth. Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve bei ihrer nächsten Sitzung am 17. Juni die Zinssätze im Bereich von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent belassen wird. Investoren preisen bis zum Jahresende aber mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein.
Im Fokus steht auch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Ökonomen und Finanzmarktexperten rechnen fest damit, dass die Notenbanker den Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent anheben werden - zum ersten Mal seit fast drei Jahren. Für die weitere Richtung am deutschen Aktienmarkt sei entscheidend, ob der Dax über die EZB-Sitzung hinaus die psychologisch wichtige 24.000er-Marke verteidigen könne und die Tür für eine Stabilisierung damit offenbleibe. "Gibt der Index sie hingegen preis, dürfte sich das charttechnische Bild weiter eintrüben."
Technologieaktien flogen europaweit erneut aus den Depots. Im Zuge dessen fielen die Papiere des Softwarekonzerns SAP(SAPG.DE) um 3,2 Prozent. Siltronic(WAFGn.DE) verloren vier Prozent. Technologie- und KI-Aktien hatten in den vergangenen Tagen stark nachgegeben, da Anleger in den USA eine straffere Geldpolitik einpreisten und sich Sorgen über die überzogenen Bewertungen in diesem Sektor machten. Aufgrund der geringeren Techquote blieben die Auswirkungen in Europa begrenzt. Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von Siemens Energy(ENR1n.DE), die rund 6,5 Prozent abgaben.
In London ging es für Aktien von WH Smith(SMWH.L) um 16,2 Prozent nach unten. Der britische Einzelhändler senkte zum zweiten Mal binnen zwei Monaten seine Gewinnprognose und kündigte eine Kapitalerhöhung an. Das auf Flughäfen und Bahnhöfe ausgerichtete Geschäft leidet unter den Folgen des Iran-Krieges für den Reiseverkehr.
Ein Rückschlag in der Medikamentenentwicklung drückte die Aktien von Sanofi(SASY.PA) in Paris um 1,3 Prozent. Der Konzern wird eine Phase-3-Studie seines Medikaments Riliprubart zur Behandlung einer seltenen neurologischen Erkrankung mangels ausreichender Wirksamkeit abbrechen.
(Bericht von Anika Ross, Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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US-Präsident Donald Trump sagte vor Reportern, es werde noch am Mittwoch weitere Angriffe auf den Iran geben. Dabei werde man den Iran "sehr hart" treffen. Trump hatte zuvor in einem Post auf der Plattform Truth Social geschrieben, dass der Iran zu lange brauche, um eine Vereinbarung zu erreichen, und nun den Preis dafür zahlen müsse. Öl der Nordseesorte Brent(LCoc1) verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 93,60 Dollar je Fass, US-Leichtöl WTI(Clc1) stieg um drei Prozent auf 90,66 Dollar. Gold(XAU=) verbilligte sich um mehr als drei Prozent. Anleger befürchten, dass die Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran die Inflation und damit die Zinsen weiter in die Höhe treiben.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie zuletzt im April 2023. "Auch wenn dies weitgehend den Erwartungen entspricht, geht die Entwicklung dennoch in die falsche Richtung", sagte Art Hogan, Marktstratege bei B Riley Wealth. Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve bei ihrer nächsten Sitzung am 17. Juni die Zinssätze im Bereich von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent belassen wird. Investoren preisen bis zum Jahresende aber mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein.
Im Fokus steht auch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Ökonomen und Finanzmarktexperten rechnen fest damit, dass die Notenbanker den Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent anheben werden - zum ersten Mal seit fast drei Jahren. Für die weitere Richtung am deutschen Aktienmarkt sei entscheidend, ob der Dax über die EZB-Sitzung hinaus die psychologisch wichtige 24.000er-Marke verteidigen könne und die Tür für eine Stabilisierung damit offenbleibe. "Gibt der Index sie hingegen preis, dürfte sich das charttechnische Bild weiter eintrüben."
Technologieaktien flogen europaweit erneut aus den Depots. Im Zuge dessen fielen die Papiere des Softwarekonzerns SAP(SAPG.DE) um 3,2 Prozent. Siltronic(WAFGn.DE) verloren vier Prozent. Technologie- und KI-Aktien hatten in den vergangenen Tagen stark nachgegeben, da Anleger in den USA eine straffere Geldpolitik einpreisten und sich Sorgen über die überzogenen Bewertungen in diesem Sektor machten. Aufgrund der geringeren Techquote blieben die Auswirkungen in Europa begrenzt. Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von Siemens Energy(ENR1n.DE), die rund 6,5 Prozent abgaben.
In London ging es für Aktien von WH Smith(SMWH.L) um 16,2 Prozent nach unten. Der britische Einzelhändler senkte zum zweiten Mal binnen zwei Monaten seine Gewinnprognose und kündigte eine Kapitalerhöhung an. Das auf Flughäfen und Bahnhöfe ausgerichtete Geschäft leidet unter den Folgen des Iran-Krieges für den Reiseverkehr.
Ein Rückschlag in der Medikamentenentwicklung drückte die Aktien von Sanofi(SASY.PA) in Paris um 1,3 Prozent. Der Konzern wird eine Phase-3-Studie seines Medikaments Riliprubart zur Behandlung einer seltenen neurologischen Erkrankung mangels ausreichender Wirksamkeit abbrechen.
(Bericht von Anika Ross, Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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