09.06.26
11:58
Reuters
* Dax und EuroStoxx50 ziehen rund ein Prozent an
* Chip-Firmen erholen sich
* Intesa bei Übernahme von Monte dei Paschi optimistisch
* Analystenkommentare treiben Givaudan und Symrise
(Neu: Europäische Börsen)
Frankfurt, 09. Jun (Reuters) - Anziehende Kurse bei Chipherstellern und Übernahmefantasien im Bankensektor lassen die Anleger an den europäischen Börsen wieder bei Aktien zugreifen. Nach dem schwachen Wochenstart zog der Dax(.GDAXI) am Dienstag 0,8 Prozent auf bis zu 24.820 Punkte an; der EuroStoxx50(.STOXX50E) stieg um ein Prozent auf 6130 Zähler. "Auch wenn ein Friedensvertrag zwischen Washington und Teheran vorerst Wunschdenken bleibt, setzen die Märkte darauf, dass die Spannungen nicht auf eine neue Eskalationsstufe gehoben werden", kommentierte Timo Emden, Analyst bei Emden Research.
Schnäppchenjäger deckten sich erneut bei Chip-Werten ein. Zu den stärksten Dax-Werten gehörte Infineon(IFXGn.DE) mit einem Plus von 4,5 Prozent. Die Aktien des Chipherstellers setzten damit ihre Erholung fort, nachdem zuvor auch an der Wall Street und in Asien Anleger nach dem jüngsten Ausverkauf wieder bei Chipherstellern zugegriffen hatten. Auch die Titel von ASML(ASML.AS), STMicro(STMPA.PA) und ASM International(ASMI.AS) verteuerten sich jeweils um rund zwei Prozent. "Die Stimmung im Technologiesektor ist nervös, aber weiter optimistisch", teilte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets, mit.
Im Bieterkampf um die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena(BMPS.MI) (MPS) zeigte sich die Großbank Intesa Sanpaolo(ISP.MI) unterdessen zuversichtlich, mit ihrem 30 Milliarden Euro schweren Angebot erfolgreich zu sein. Intesa-Chef Carlo Messina setzt dabei auf gute Beziehungen zu den entscheidenden MPS-Großaktionären und will mögliche Bedenken der Wettbewerbshüter ausräumen. Intesa hatte am Montag ein nicht abgestimmtes Übernahmeangebot für MPS vorgelegt und war damit einem Fusionsangebot des Konkurrenten Banco BPM(BAMI.MI) zuvorgekommen. Die drei italienischen Banken legten jeweils um drei Prozent zu.
Die Aussicht auf eine Schlüsselrolle im Übernahmekampf beflügelte die Aktien des Versicherers Unipol(UNPI.MI). Die Papiere stiegen um bis zu sechs Prozent auf den höchsten Stand seit November 2008. Um kartellrechtliche Hürden von vornherein auszuräumen, hat Intesa eine separate Vereinbarung mit Unipol getroffen. Demnach sollen 635 MPS-Filialen sowie die Marke an Unipol verkauft werden. Diese sollen dann mit der Bank BPER(EMII.MI) zusammengelegt werden, an der Unipol maßgeblich beteiligt ist. "Wenn eine Bank mit der Stärke, Geschichte und Tradition von Intesa Sanpaolo die Arena betritt, dann nicht, um ein Freundschaftsspiel zu bestreiten, sondern mit der Entschlossenheit zu gewinnen", sagte Unipol-Chef Carlo Cimbri am Montag.
Nach positiven Einschätzungen von Analysten waren auch die beiden Rivalen Givaudan und Symrise gefragt. Der Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan(GIVN.S) kletterte in der Spitze um 6,6 Prozent und war damit auf Kurs zum größten Tagesplus seit mehr als zwei Jahren. Die Analysten der Deutschen Bank stuften die Titel auf "Buy" von zuvor "Hold" hoch. JPMorgan setzte die Titel auf "Positive Catalyst Watch", nachdem sie die Titel kürzlich auf "Overweight" hochgestuft hatten. Im Windschatten legte auch der kleinere Konkurrent Symrise(SY1G.DE) um bis zu sechs Prozent zu und war damit stärkster Dax-Wert.
Positive Signale kamen auch von Konjunkturseite. Die deutsche Wirtschaft ist besser als erwartet ins Frühjahrsquartal gestartet. Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg stiegen im April sowohl die Exporte als auch die Produktion. Die Ausfuhren wuchsen wegen der höheren Nachfrage aus Europa und den USA um 0,9 Prozent zum Vormonat auf 136,6 Milliarden Euro. Auch die chinesischen Exporte haben im Mai dank einer starken Nachfrage nach Halbleitern und Hardware für Künstliche Intelligenz (KI) sowie vorgezogener Bestellungen aus dem Ausland überraschend deutlich angezogen. Die Exporte der Volksrepublik stiegen im Mai um 19,4 Prozent, während die Importe um 27,4 Prozent kletterten.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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Schnäppchenjäger deckten sich erneut bei Chip-Werten ein. Zu den stärksten Dax-Werten gehörte Infineon(IFXGn.DE) mit einem Plus von 4,5 Prozent. Die Aktien des Chipherstellers setzten damit ihre Erholung fort, nachdem zuvor auch an der Wall Street und in Asien Anleger nach dem jüngsten Ausverkauf wieder bei Chipherstellern zugegriffen hatten. Auch die Titel von ASML(ASML.AS), STMicro(STMPA.PA) und ASM International(ASMI.AS) verteuerten sich jeweils um rund zwei Prozent. "Die Stimmung im Technologiesektor ist nervös, aber weiter optimistisch", teilte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets, mit.
Im Bieterkampf um die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena(BMPS.MI) (MPS) zeigte sich die Großbank Intesa Sanpaolo(ISP.MI) unterdessen zuversichtlich, mit ihrem 30 Milliarden Euro schweren Angebot erfolgreich zu sein. Intesa-Chef Carlo Messina setzt dabei auf gute Beziehungen zu den entscheidenden MPS-Großaktionären und will mögliche Bedenken der Wettbewerbshüter ausräumen. Intesa hatte am Montag ein nicht abgestimmtes Übernahmeangebot für MPS vorgelegt und war damit einem Fusionsangebot des Konkurrenten Banco BPM(BAMI.MI) zuvorgekommen. Die drei italienischen Banken legten jeweils um drei Prozent zu.
Die Aussicht auf eine Schlüsselrolle im Übernahmekampf beflügelte die Aktien des Versicherers Unipol(UNPI.MI). Die Papiere stiegen um bis zu sechs Prozent auf den höchsten Stand seit November 2008. Um kartellrechtliche Hürden von vornherein auszuräumen, hat Intesa eine separate Vereinbarung mit Unipol getroffen. Demnach sollen 635 MPS-Filialen sowie die Marke an Unipol verkauft werden. Diese sollen dann mit der Bank BPER(EMII.MI) zusammengelegt werden, an der Unipol maßgeblich beteiligt ist. "Wenn eine Bank mit der Stärke, Geschichte und Tradition von Intesa Sanpaolo die Arena betritt, dann nicht, um ein Freundschaftsspiel zu bestreiten, sondern mit der Entschlossenheit zu gewinnen", sagte Unipol-Chef Carlo Cimbri am Montag.
Nach positiven Einschätzungen von Analysten waren auch die beiden Rivalen Givaudan und Symrise gefragt. Der Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan(GIVN.S) kletterte in der Spitze um 6,6 Prozent und war damit auf Kurs zum größten Tagesplus seit mehr als zwei Jahren. Die Analysten der Deutschen Bank stuften die Titel auf "Buy" von zuvor "Hold" hoch. JPMorgan setzte die Titel auf "Positive Catalyst Watch", nachdem sie die Titel kürzlich auf "Overweight" hochgestuft hatten. Im Windschatten legte auch der kleinere Konkurrent Symrise(SY1G.DE) um bis zu sechs Prozent zu und war damit stärkster Dax-Wert.
Positive Signale kamen auch von Konjunkturseite. Die deutsche Wirtschaft ist besser als erwartet ins Frühjahrsquartal gestartet. Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg stiegen im April sowohl die Exporte als auch die Produktion. Die Ausfuhren wuchsen wegen der höheren Nachfrage aus Europa und den USA um 0,9 Prozent zum Vormonat auf 136,6 Milliarden Euro. Auch die chinesischen Exporte haben im Mai dank einer starken Nachfrage nach Halbleitern und Hardware für Künstliche Intelligenz (KI) sowie vorgezogener Bestellungen aus dem Ausland überraschend deutlich angezogen. Die Exporte der Volksrepublik stiegen im Mai um 19,4 Prozent, während die Importe um 27,4 Prozent kletterten.
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