04.06.26
16:50
Reuters
| * Dax und | EuroStoxx50 fester |
| * | Ölpreise rückläufig |
| * | Broadcom trübt Stimmung im Chipsektor |
| * | Softwaresektor im Plus |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) | |
| Frankfurt, 04. Jun (Reuters) - Ein Rückgang beim Ölpreis | |
| hat die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag gestützt. | |
| Fallende Chipaktien und das Warten auf ein Abkommen zwischen den | |
| USA und dem Iran begrenzten jedoch die Kursgewinne. Im | |
| ausgedünnten | Handel, bedingt durch Feiertage in einigen |
| Bundesländern, rückte der Dax(.GDAXI) um 0,6 Prozent auf | |
| 24.944,95 Punkte vor. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss 0,8 | |
| Prozent höher bei 6.103,33 Zählern. Die wichtigsten | |
| US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen minus 0,2 und plus | |
| 1,8 Prozent. | |
"Anleger tanzen derzeit auf zwei Hochzeiten", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Einerseits sorgt die KI-Euphorie jenseits des Atlantiks für Kursfantasie, andererseits halten geldpolitische Unsicherheiten und geopolitische Risiken die Anleger im Zaum."
Zugleich zeige die KI-Rally, die monatelang als Zuglokomotive der globalen Aktienmärkte fungiert hatte, "erste Ermüdungserscheinungen". Der negativ aufgenommene Finanzbericht des Chipkonzerns Broadcom(AVGO.O) belastete den gesamten Technologiesektor. Broadcom-Papiere tauchten im US-Handel um fast 15 Prozent ab, nachdem der US-Chiphersteller einen unter den Erwartungen liegenden Umsatz für das zweite Quartal gemeldet hatte. Im Sog dessen gaben Aktien von Infineon(IFXGn.DE) und STMicroelectronics(STMPA.PA) 3,4 Prozent und 2,6 Prozent nach. "Es geht nicht mehr um Hoffnungen und Erwartungen", sagte James Athey vom Investmentmanager Marlborough. "Vielmehr wurde deutlich, dass die Nachfrage nach Chips nicht einfach auf ewig exponentiell weiterwachsen wird."
Für etwas Entspannung sorgte ein Rückgang beim Ölpreis. Die Nordsee-Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLC1) verbilligten sich um jeweils rund drei Prozent auf 95,00 und 92,94 Dollar je Fass (159 Liter). Der Schiffsverkehr in der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus verharre wegen des Iran-Kriegs zwar im Stillstand, sagte Dennis Kissler, Handelschef bei BOK Financial. "Die Neupositionierung einiger Schiffe zeigt jedoch, dass sie sich dem Persischen Golf nähern. Dies könnte ein Zeichen für eine baldige Öffnung sein."
Analysten der Bank ING warnten jedoch, dass die Geopolitik die Volatilität an den Märkten weiter antreiben dürfte. US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass es bereits an diesem Wochenende Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran geben könnte. Allerdings macht Teheran eine Einigung mit Washington unter anderem von einem Ende der Kämpfe zwischen Israel und dem Libanon abhängig. Unterdessen lehnt die mit dem Iran verbündete radikal-islamische Hisbollah-Miliz eine von den USA vermittelte Waffenruhe für den Libanon ab.
Bei den Einzelwerten ging es bei den im Dax schwer gewichteten SAP(SAPG.DE)-Aktien um 5,5 Prozent aufwärts. Auch andere Softwaretitel wie CapGemini(CAPP.PA), Temenos(TEMN.S) und Nemetschek(NEKG.DE) gewannen zwischen 3,7 und 8,8 Prozent. Händler sprachen zuletzt von einer Stabilisierung des Sektors nach wochenlangen starken Verkäufen, da sich die Bewertungen neu ausgerichtet hätten und die Unternehmen KI-Risiken angehen würden. SAP-Aktien haben seit Jahresbeginn mehr als 21 Prozent verloren.
Ein optimistischer Geschäftsausblick trieb die Aktien der Handelsplattform CMC Markets(CMCX.L) um fast 17 Prozent in die Höhe. Für 2027 rechnet das britische Unternehmen mit einem höheren operativen Gewinn als von Analysten erwartet. Die Handelsaktivität sei dank der gestiegenen Marktvolatilität weiterhin stark, erklärte das Unternehmen.
Anleger in Paris zeigten sich von den Sanierungszielen des Cognac-Herstellers Remy Cointreau(RCOP.PA) begeistert. Die Aktien stiegen um knapp zehn Prozent. Der seit Jahren mit einem rückläufigen Geschäft kämpfende Spirituosen-Konzern strebt mit seinem Restrukturierungsplan ein Gewinnwachstum von 60 Prozent innerhalb von drei Jahren an.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
04.06.26
16:50
Reuters
Frankfurt, 04. Jun (Reuters) - Ein Rückgang beim Ölpreis hat die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag gestützt. Fallende Chipaktien und das Warten auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran begrenzten jedoch die Kursgewinne. Im ausgedünnten Handel, bedingt durch Feiertage in einigen Bundesländern, rückte der Dax(.GDAXI) um 0,6 Prozent auf 24.944,95 Punkte vor. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss 0,8 Prozent höher bei 6.103,33 Zählern. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen minus 0,2 und plus 1,8 Prozent.
"Anleger tanzen derzeit auf zwei Hochzeiten", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Einerseits sorgt die KI-Euphorie jenseits des Atlantiks für Kursfantasie, andererseits halten geldpolitische Unsicherheiten und geopolitische Risiken die Anleger im Zaum."
Zugleich zeige die KI-Rally, die monatelang als Zuglokomotive der globalen Aktienmärkte fungiert hatte, "erste Ermüdungserscheinungen". Der negativ aufgenommene Finanzbericht des Chipkonzerns Broadcom(AVGO.O) belastete den gesamten Technologiesektor. Broadcom-Papiere tauchten im US-Handel um fast 15 Prozent ab, nachdem der US-Chiphersteller einen unter den Erwartungen liegenden Umsatz für das zweite Quartal gemeldet hatte. Im Sog dessen gaben Aktien von Infineon(IFXGn.DE) und STMicroelectronics(STMPA.PA) 3,4 Prozent und 2,6 Prozent nach. "Es geht nicht mehr um Hoffnungen und Erwartungen", sagte James Athey vom Investmentmanager Marlborough. "Vielmehr wurde deutlich, dass die Nachfrage nach Chips nicht einfach auf ewig exponentiell weiterwachsen wird."
Für etwas Entspannung sorgte ein Rückgang beim Ölpreis. Die Nordsee-Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLC1) verbilligten sich um jeweils rund drei Prozent auf 95,00 und 92,94 Dollar je Fass (159 Liter). Der Schiffsverkehr in der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus verharre wegen des Iran-Kriegs zwar im Stillstand, sagte Dennis Kissler, Handelschef bei BOK Financial. "Die Neupositionierung einiger Schiffe zeigt jedoch, dass sie sich dem Persischen Golf nähern. Dies könnte ein Zeichen für eine baldige Öffnung sein."
Analysten der Bank ING warnten jedoch, dass die Geopolitik die Volatilität an den Märkten weiter antreiben dürfte. US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass es bereits an diesem Wochenende Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran geben könnte. Allerdings macht Teheran eine Einigung mit Washington unter anderem von einem Ende der Kämpfe zwischen Israel und dem Libanon abhängig. Unterdessen lehnt die mit dem Iran verbündete radikal-islamische Hisbollah-Miliz eine von den USA vermittelte Waffenruhe für den Libanon ab.
Bei den Einzelwerten ging es bei den im Dax schwer gewichteten SAP(SAPG.DE)-Aktien um 5,5 Prozent aufwärts. Auch andere Softwaretitel wie CapGemini(CAPP.PA), Temenos(TEMN.S) und Nemetschek(NEKG.DE) gewannen zwischen 3,7 und 8,8 Prozent. Händler sprachen zuletzt von einer Stabilisierung des Sektors nach wochenlangen starken Verkäufen, da sich die Bewertungen neu ausgerichtet hätten und die Unternehmen KI-Risiken angehen würden. SAP-Aktien haben seit Jahresbeginn mehr als 21 Prozent verloren.
Ein optimistischer Geschäftsausblick trieb die Aktien der Handelsplattform CMC Markets(CMCX.L) um fast 17 Prozent in die Höhe. Für 2027 rechnet das britische Unternehmen mit einem höheren operativen Gewinn als von Analysten erwartet. Die Handelsaktivität sei dank der gestiegenen Marktvolatilität weiterhin stark, erklärte das Unternehmen.
Anleger in Paris zeigten sich von den Sanierungszielen des Cognac-Herstellers Remy Cointreau(RCOP.PA) begeistert. Die Aktien stiegen um knapp zehn Prozent. Der seit Jahren mit einem rückläufigen Geschäft kämpfende Spirituosen-Konzern strebt mit seinem Restrukturierungsplan ein Gewinnwachstum von 60 Prozent innerhalb von drei Jahren an.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)