02.06.26
16:50
Reuters
| * Dax nähert sich Rekordhoch | |
| * | Ölpreise steigen langsamer |
| * | Infineon auf Allzeithoch |
| * | Bayer unter Druck - Unsicherheit im Glyphosat-Streit |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) | |
| 02. Jun (Reuters) - Die anhaltenden Gewinne im | |
| Technologiesektor haben den Börsen am Dienstag erneut Rückenwind | |
| gegeben. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss ein halbes | |
| Prozent höher bei 25.124,17 Punkten. Damit pirschte sich der | |
| deutsche Leitindex weiter an sein Rekordhoch vom Januar von | |
| 25.507,79 Zählern heran. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte um 1,2 | |
| Prozent auf 6107,85 Punkte zu. Leicht nach oben ging es auch für | |
| die wichtigsten Indizes an der Wall Street(.DJI)(.SPX)(.IXIC). | |
| "Ein Teil der Anleger schaut weiter in Richtung Wall Street und | |
| lässt sich von den beinahe täglichen Indexrekorden anstecken", | |
| kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC | |
| Markets. | |
Für gute Stimmung sorgte unter anderem eine positive Prognose des Chipherstellers STMicro(STMPA.PA). Die Aktien von STMicro kletterten in Paris um mehr als 15 Prozent auf den höchsten Schlussstand seit September 2000. Im Windschatten sprang Rivale Infineon(IFXGn.DE) um 9,5 Prozent auf ein Rekordhoch und setzte sich an die Dax-Spitze. "Halbleiter sind vermutlich nicht mehr nur ein traditioneller Technologiesektor", sagte John Plassard, Stratege bei Cité Gestion. "Sie entwickeln sich zunehmend zur zentralen Infrastruktur der globalen Wirtschaft von morgen." Die Frage sei nun, wie lange dieser globale KI-Superzyklus andauern könne, bevor die Märkte sein Ende einpreisen.
Auch der vertraulich eingereichte Antrag von Anthropic für einen Börsengang in den USA schürte bei Anlegern Vorfreude. Damit kam der Entwickler des Chatbots "Claude" am Montag seinem Rivalen OpenAI zuvor. Auftrieb gaben auch Rekordergebnisse beim IT-Konzern Hewlett Packard Enterprise(HPE.N) und positive Aussagen von Nvidia(NVDA.O)-Chef Jensen Huang über den Chipentwickler Marvell(MRVL.O).
Die Verlegung einer wichtigen Glyphosat-Sammelklage in den USA sorgte bei Bayer(BAYGn.DE) unterdessen für neue Unsicherheit und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die Titel gaben knapp drei Prozent nach. Ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) hat einen geplanten Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar bereits am Donnerstag vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen, wie Bayer am Dienstag bestätigte. Analysten zufolge ist nun unklar, ob die Verweisung angefochten werden kann. Zugleich läuft am 4. Juni eine Frist ab, bis zu der Kläger aus dem Vergleich aussteigen können. Zudem erwartet Bayer im Glyphosat-Streit bis Ende Juni eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.
Am Rohölmarkt verlangsamten die Preise(LCOc1)(CLc1) unterdessen ihren Anstieg. Der Libanon verkündete am Montag nach einer Eskalation der Feindseligkeiten einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel. Dennoch dürften Ölpreise von 93 Dollar pro Barrel weiterhin schmerzhaft bleiben, warnten Analysten. Der Energiepreisanstieg wegen des Iran-Kriegs trieb die Inflation im Euroraum wie erwartet weiter nach oben und dürfte so für eine baldige Zinserhöhung der EZB sorgen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Im April war die Inflation bereits auf 3,0 Prozent geklettert. "Die EZB ist bereits auf dem Sprung, die Leitzinsen in der nächsten Woche anzuheben", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank.
Unterdessen stimmte ein Ausschuss des Europäischen Parlaments für die Abschaffung der EU-Einfuhrzölle auf viele US-Waren, ein Schritt zur Umsetzung des im vergangenen Jahr mit den Vereinigten Staaten vereinbarten Handelsabkommens. Die Zölle für die meisten EU-Exporte in die USA sollen dagegen bei 15 Prozent liegen. Zuletzt hatte Trump gedroht, deutlich höhere Zölle auf europäische Autos zu erheben, sollte die EU ihre Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen nicht bis zum 4. Juli umsetzen.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
02.06.26
16:50
Reuters
Für gute Stimmung sorgte unter anderem eine positive Prognose des Chipherstellers STMicro(STMPA.PA). Die Aktien von STMicro kletterten in Paris um mehr als 15 Prozent auf den höchsten Schlussstand seit September 2000. Im Windschatten sprang Rivale Infineon(IFXGn.DE) um 9,5 Prozent auf ein Rekordhoch und setzte sich an die Dax-Spitze. "Halbleiter sind vermutlich nicht mehr nur ein traditioneller Technologiesektor", sagte John Plassard, Stratege bei Cité Gestion. "Sie entwickeln sich zunehmend zur zentralen Infrastruktur der globalen Wirtschaft von morgen." Die Frage sei nun, wie lange dieser globale KI-Superzyklus andauern könne, bevor die Märkte sein Ende einpreisen.
NEUE UNSICHERHEIT IM GLYPHOSAT-STREIT Auch der vertraulich eingereichte Antrag von Anthropic für einen Börsengang in den USA schürte bei Anlegern Vorfreude. Damit kam der Entwickler des Chatbots "Claude" am Montag seinem Rivalen OpenAI zuvor. Auftrieb gaben auch Rekordergebnisse beim IT-Konzern Hewlett Packard Enterprise(HPE.N) und positive Aussagen von Nvidia(NVDA.O)-Chef Jensen Huang über den Chipentwickler Marvell(MRVL.O).
Die Verlegung einer wichtigen Glyphosat-Sammelklage in den USA sorgte bei Bayer(BAYGn.DE) unterdessen für neue Unsicherheit und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die Titel gaben knapp drei Prozent nach. Ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) hat einen geplanten Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar bereits am Donnerstag vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen, wie Bayer am Dienstag bestätigte. Analysten zufolge ist nun unklar, ob die Verweisung angefochten werden kann. Zugleich läuft am 4. Juni eine Frist ab, bis zu der Kläger aus dem Vergleich aussteigen können. Zudem erwartet Bayer im Glyphosat-Streit bis Ende Juni eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.
ÖLPREISE RÜCKLÄUFIG - INFLATION ZIEHT AN Am Rohölmarkt verlangsamten die Preise(LCOc1)(CLc1) unterdessen ihren Anstieg. Der Libanon verkündete am Montag nach einer Eskalation der Feindseligkeiten einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel. Dennoch dürften Ölpreise von 93 Dollar pro Barrel weiterhin schmerzhaft bleiben, warnten Analysten. Der Energiepreisanstieg wegen des Iran-Kriegs trieb die Inflation im Euroraum wie erwartet weiter nach oben und dürfte so für eine baldige Zinserhöhung der EZB sorgen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Im April war die Inflation bereits auf 3,0 Prozent geklettert. "Die EZB ist bereits auf dem Sprung, die Leitzinsen in der nächsten Woche anzuheben", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank.
Unterdessen stimmte ein Ausschuss des Europäischen Parlaments für die Abschaffung der EU-Einfuhrzölle auf viele US-Waren, ein Schritt zur Umsetzung des im vergangenen Jahr mit den Vereinigten Staaten vereinbarten Handelsabkommens. Die Zölle für die meisten EU-Exporte in die USA sollen dagegen bei 15 Prozent liegen. Zuletzt hatte Trump gedroht, deutlich höhere Zölle auf europäische Autos zu erheben, sollte die EU ihre Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen nicht bis zum 4. Juli umsetzen.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)