02.06.26
12:11
Reuters
| * Dax nähert sich Rekordhoch | |
| * | Ölpreise rückläufig |
| * | Infineon auf Allzeithoch |
| * | Bayer-Aktie unter Druck - Unsicherheit im |
| Glyphosat-Streit | |
| (Neu: Europäische Börsen) | |
| 02. Jun (Reuters) - Beflügelt von neuem KI-Optimismus | |
| haben die europäischen Aktienmärkte nach dem schwachen | |
| Wochenauftakt zugelegt. Dax(.GDAXI) und EuroStoxx50(.STOXX50E) | |
| zogen am Dienstag jeweils um gut ein Prozent auf bis zu 25.362 | |
| und 6113 Punkte an. Damit pirschte sich der deutsche Leitindex | |
| weiter an sein Rekordhoch vom Januar von 25.507,79 Zähler heran. | |
| Eine positive Prognose des Chipherstellers STMicro(STMPA.PA) | |
| beflügelte Technologieaktien. Auch der vertraulich gestellte | |
| Antrag von Anthropic für einen Börsengang in den USA schürte bei | |
| Anlegern Vorfreude. Damit kam der Entwickler des Chatbots | |
| "Claude" am Montag seinem Rivalen OpenAI zuvor. | |
"Halbleiter sind vermutlich nicht mehr nur ein traditioneller Technologiesektor", konstatierte John Plassard, Anlagestratege bei Cité Gestion. "Sie entwickeln sich zunehmend zur zentralen Infrastruktur der globalen Wirtschaft von morgen." Die Frage sei nun, wie lange dieser globale KI-Superzyklus andauern könne, bevor die Märkte tatsächlich beginnen, sein Ende zu antizipieren.
Die Aktien des Chipherstellers STMicro kletterten in Paris um mehr als elf Prozent auf den höchsten Stand seit September 2000. Grund dafür war die Anhebung der Umsatzziele für das Rechenzentrumsgeschäft, was auf eine starke Nachfrage aufgrund des KI-Booms hindeutet. Im Windschatten sprang Rivale Infineon(IFXGn.DE) bis zu sieben Prozent auf ein Rekordhoch und setzte sich an die Dax-Spitze. Auch andere KI-bezogene Aktien wie Schneider Electric(.SCHN.PA) legten gut zwei Prozent zu.
Die Verlegung einer wichtigen Glyphosat-Sammelklage in den USA sorgte bei Bayer(BAYGn.DE) unterdessen für neue Unsicherheit und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die Titel rutschten in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Ein geplanter Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar wurde bereits am Donnerstag durch ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen, wie Bayer am Dienstag bestätigte.
Für Bayer entsteht dadurch eine unübersichtliche Lage. Es sei unklar, ob die Verlegung des Verfahrens angefochten und möglicherweise nach Missouri zurückverwiesen werden könne, konstatierten die Analysten der Bank of America (BofA). Zudem läuft am 4. Juni eine wichtige Frist ab, bis zu der Kläger aus dem Vergleich aussteigen können. Im milliardenschweren Glyphosat-Streit in den USA wartet Bayer auch auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die bis Ende Juni fallen soll.
Am Rohölmarkt gaben die Preise unterdessen nach dem Sprung zum Wochenanfang zeitweise mehr als zwei Prozent nach. Der Libanon verkündete am Montag nach einer Eskalation der Feindseligkeiten einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel. Dennoch dürften Ölpreise von 93 Dollar pro Barrel weiterhin schmerzhaft bleiben, warnten Analysten. Der Ölpreisanstieg wegen des Iran-Kriegs trieb die Inflation im Euroraum wie erwartet weiter nach oben und dürfte so für eine baldige Zinserhöhung der EZB sorgen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt mitteilte. Im April war die Inflation bereits auf 3,0 Prozent geklettert. "Die EZB ist bereits auf dem Sprung, die Leitzinsen in der nächsten Woche anzuheben", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank.
Unterdessen stimmte ein Ausschuss des Europäischen Parlaments für die Abschaffung der EU-Einfuhrzölle auf viele US-Waren, ein Schritt zur Einhaltung des im vergangenen Jahr mit den Vereinigten Staaten vereinbarten Handelsabkommens. Die Zölle für die meisten EU-Exporte in die USA sollen dagegen bei 15 Prozent liegen. Zuletzt hatte Trump gedroht, deutlich höhere Zölle auf europäische Autos zu erheben, sollte die EU ihre Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen nicht bis zum 4. Juli umsetzen.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
02.06.26
12:11
Reuters
"Halbleiter sind vermutlich nicht mehr nur ein traditioneller Technologiesektor", konstatierte John Plassard, Anlagestratege bei Cité Gestion. "Sie entwickeln sich zunehmend zur zentralen Infrastruktur der globalen Wirtschaft von morgen." Die Frage sei nun, wie lange dieser globale KI-Superzyklus andauern könne, bevor die Märkte tatsächlich beginnen, sein Ende zu antizipieren.
Die Aktien des Chipherstellers STMicro kletterten in Paris um mehr als elf Prozent auf den höchsten Stand seit September 2000. Grund dafür war die Anhebung der Umsatzziele für das Rechenzentrumsgeschäft, was auf eine starke Nachfrage aufgrund des KI-Booms hindeutet. Im Windschatten sprang Rivale Infineon(IFXGn.DE) bis zu sieben Prozent auf ein Rekordhoch und setzte sich an die Dax-Spitze. Auch andere KI-bezogene Aktien wie Schneider Electric(.SCHN.PA) legten gut zwei Prozent zu.
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Die Verlegung einer wichtigen Glyphosat-Sammelklage in den USA sorgte bei Bayer(BAYGn.DE) unterdessen für neue Unsicherheit und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die Titel rutschten in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Ein geplanter Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar wurde bereits am Donnerstag durch ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen, wie Bayer am Dienstag bestätigte.
Für Bayer entsteht dadurch eine unübersichtliche Lage. Es sei unklar, ob die Verlegung des Verfahrens angefochten und möglicherweise nach Missouri zurückverwiesen werden könne, konstatierten die Analysten der Bank of America (BofA). Zudem läuft am 4. Juni eine wichtige Frist ab, bis zu der Kläger aus dem Vergleich aussteigen können. Im milliardenschweren Glyphosat-Streit in den USA wartet Bayer auch auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die bis Ende Juni fallen soll.
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Am Rohölmarkt gaben die Preise unterdessen nach dem Sprung zum Wochenanfang zeitweise mehr als zwei Prozent nach. Der Libanon verkündete am Montag nach einer Eskalation der Feindseligkeiten einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel. Dennoch dürften Ölpreise von 93 Dollar pro Barrel weiterhin schmerzhaft bleiben, warnten Analysten. Der Ölpreisanstieg wegen des Iran-Kriegs trieb die Inflation im Euroraum wie erwartet weiter nach oben und dürfte so für eine baldige Zinserhöhung der EZB sorgen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt mitteilte. Im April war die Inflation bereits auf 3,0 Prozent geklettert. "Die EZB ist bereits auf dem Sprung, die Leitzinsen in der nächsten Woche anzuheben", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank.
Unterdessen stimmte ein Ausschuss des Europäischen Parlaments für die Abschaffung der EU-Einfuhrzölle auf viele US-Waren, ein Schritt zur Einhaltung des im vergangenen Jahr mit den Vereinigten Staaten vereinbarten Handelsabkommens. Die Zölle für die meisten EU-Exporte in die USA sollen dagegen bei 15 Prozent liegen. Zuletzt hatte Trump gedroht, deutlich höhere Zölle auf europäische Autos zu erheben, sollte die EU ihre Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen nicht bis zum 4. Juli umsetzen.
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(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)