01.06.26
16:59
Reuters
| * | Iran stoppt nach Medienbericht indirekten Austausch mit | |
| USA | ||
| * | Ölpreise ziehen erneut kräftig an | |
| * | Software-Aktien erholen sich weiter - SAP glänzt | |
| * | Interesse eines US-Finanzinvestors beflügelt Easyjet | |
| (Neu: Schlusskurse) | ||
| Frankfurt, 01. Jun (Reuters) - Die Aussetzung der | ||
| Gespräche mit den USA durch den Iran hat die Ölpreise erneut | ||
| nach oben katapultiert und die Aktienmärkte belastet. Der | ||
| Dax(.GDAXI) ging am Montag 0,4 Prozent schwächer bei 25.003 | ||
| Punkten aus dem Handel und verteidigte damit die 25.000er Marke. | ||
| Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 0,3 Prozent auf 6035 Zähler. | ||
Nach einem freundlichen Handelsstart geriet auch die Wall Street leicht unter Druck, nachdem der Iran die indirekten Verhandlungen mit den USA über eine Beilegung des Konflikts wegen des Vorgehens Israels im Libanon vorerst gestoppt hat. Das iranische Verhandlungsteam habe den Austausch von Nachrichten über Vermittler ausgesetzt, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Als Grund wurden die jüngsten israelischen Militäraktionen im Libanon genannt. Tasnim zufolge wird es erst dann wieder Gespräche zur Beendigung des seit drei Monaten andauernden Iran-Kriegs geben, wenn die Forderungen des Irans erfüllt sind.
Nach dem Bericht zogen die Ölpreise deutlich an. Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um gut sieben Prozent auf bis zu 97,79 Dollar je Barrel; der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) schoss um mehr als acht Prozent auf 94,78 Dollar nach oben.
Kämpfe im Nahen Osten hatten bereits die Hoffnungen gedämpft, dass die USA und der Iran bald eine Verlängerung ihrer Feuerpause verkünden könnten. Sowohl der Iran als auch die USA hatten gegenseitig von Angriffen am Wochenende berichtet. Dies hatte den Ölpreis zunächst aber nur moderat steigen und die Aktienmärkte weitgehend unbeeindruckt gelassen. Die wieder anziehenden Ölpreise schürten allerdings die Furcht vor einer hartnäckigen Inflation und trieben den Ausverkauf an den Anleihemärkten weiter an. Im Gegenzug sprang die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe(DE10YT=RR) um acht Basispunkte auf 3,014 Prozent. Im März hatte sie mit 3,13 Prozent ihren höchsten Stand seit Juni 2011 erreicht. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen(US10YT=RR) stieg um 5,5 Basispunkte auf 4,508 Prozent.
Nach oben ging es dagegen für den europäischen Technologiesektor(.SX8P). Eine Rally bei den US-Rivalen trieb vor allem die Erholung bei Software-Aktien an. Mit einem Plus von mehr als acht Prozent peilte SAP(SAPG.DE) das größte Tagesplus seit mehr als einem Jahr an und war mit Abstand der größte Dax-Gewinner. Seit Jahresbeginn hat SAP mehr als 21 Prozent verloren, weil Anleger die Disruption durch KI für Software-Anbieter fürchteten. "Plötzlich sahen die Investoren nun auch bei dem Walldorfer Softwarekonzern ein erhebliches Nachholpotenzial", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
Positive Impulse lieferte das US-Chip-Schwergewicht Nvidia(NVDA.O) mit der Vorstellung eines neuen Prozessors, der KI-Funktionen direkt in Laptops und Desktop-Computer integriert. Nvidia-Aktien zogen mehr als fünf Prozent an, Anteilsscheine von Partner Microsoft(MSFT.O) legten rund drei Prozent zu.
Abseits der Geopolitik sorgten in Europa auch Übernahmespekulationen für Bewegung. Die Aktien von easyJet(EZJ.L) sprangen um zehn Prozent nach oben. Die US-Investmentfirma Castlelake hatte am Freitag mitgeteilt, man befinde sich in einer frühen Phase der Prüfung eines möglichen Angebots. Einen Kurssturz von zeitweise 19 Prozent erlebten dagegen die Papiere des Geldtransferunternehmens Wise(WISEa.L) in London, nachdem bekannt wurde, dass die Brüsseler Staatsanwaltschaft gegen die europäische Tochtergesellschaft ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft geht es in den Ermittlungen um verdächtige Transaktionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
01.06.26
16:59
Reuters
Frankfurt, 01. Jun (Reuters) - Die Aussetzung der Gespräche mit den USA durch den Iran hat die Ölpreise erneut nach oben katapultiert und die Aktienmärkte belastet. Der Dax(.GDAXI) ging am Montag 0,4 Prozent schwächer bei 25.003 Punkten aus dem Handel und verteidigte damit die 25.000er Marke. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 0,3 Prozent auf 6035 Zähler.
Nach einem freundlichen Handelsstart geriet auch die Wall Street leicht unter Druck, nachdem der Iran die indirekten Verhandlungen mit den USA über eine Beilegung des Konflikts wegen des Vorgehens Israels im Libanon vorerst gestoppt hat. Das iranische Verhandlungsteam habe den Austausch von Nachrichten über Vermittler ausgesetzt, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Als Grund wurden die jüngsten israelischen Militäraktionen im Libanon genannt. Tasnim zufolge wird es erst dann wieder Gespräche zur Beendigung des seit drei Monaten andauernden Iran-Kriegs geben, wenn die Forderungen des Irans erfüllt sind.
Nach dem Bericht zogen die Ölpreise deutlich an. Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um gut sieben Prozent auf bis zu 97,79 Dollar je Barrel; der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) schoss um mehr als acht Prozent auf 94,78 Dollar nach oben.
Kämpfe im Nahen Osten hatten bereits die Hoffnungen gedämpft, dass die USA und der Iran bald eine Verlängerung ihrer Feuerpause verkünden könnten. Sowohl der Iran als auch die USA hatten gegenseitig von Angriffen am Wochenende berichtet. Dies hatte den Ölpreis zunächst aber nur moderat steigen und die Aktienmärkte weitgehend unbeeindruckt gelassen. Die wieder anziehenden Ölpreise schürten allerdings die Furcht vor einer hartnäckigen Inflation und trieben den Ausverkauf an den Anleihemärkten weiter an. Im Gegenzug sprang die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe(DE10YT=RR) um acht Basispunkte auf 3,014 Prozent. Im März hatte sie mit 3,13 Prozent ihren höchsten Stand seit Juni 2011 erreicht. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen(US10YT=RR) stieg um 5,5 Basispunkte auf 4,508 Prozent.
KI-OPTIMISMUS BIETET RÜCKENWIND
Nach oben ging es dagegen für den europäischen Technologiesektor(.SX8P). Eine Rally bei den US-Rivalen trieb vor allem die Erholung bei Software-Aktien an. Mit einem Plus von mehr als acht Prozent peilte SAP(SAPG.DE) das größte Tagesplus seit mehr als einem Jahr an und war mit Abstand der größte Dax-Gewinner. Seit Jahresbeginn hat SAP mehr als 21 Prozent verloren, weil Anleger die Disruption durch KI für Software-Anbieter fürchteten. "Plötzlich sahen die Investoren nun auch bei dem Walldorfer Softwarekonzern ein erhebliches Nachholpotenzial", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
Positive Impulse lieferte das US-Chip-Schwergewicht Nvidia(NVDA.O) mit der Vorstellung eines neuen Prozessors, der KI-Funktionen direkt in Laptops und Desktop-Computer integriert. Nvidia-Aktien zogen mehr als fünf Prozent an, Anteilsscheine von Partner Microsoft(MSFT.O) legten rund drei Prozent zu.
Abseits der Geopolitik sorgten in Europa auch Übernahmespekulationen für Bewegung. Die Aktien von easyJet(EZJ.L) sprangen um zehn Prozent nach oben. Die US-Investmentfirma Castlelake hatte am Freitag mitgeteilt, man befinde sich in einer frühen Phase der Prüfung eines möglichen Angebots. Einen Kurssturz von zeitweise 19 Prozent erlebten dagegen die Papiere des Geldtransferunternehmens Wise(WISEa.L) in London, nachdem bekannt wurde, dass die Brüsseler Staatsanwaltschaft gegen die europäische Tochtergesellschaft ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft geht es in den Ermittlungen um verdächtige Transaktionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)