26.05.26
16:42
Reuters
| * Neue Angriffe im Iran - Verhandlungen dauern an | |
| * | Ölpreis weitet Gewinne aus - Gold und Dollar geben nach |
| * | E-Auto von Ferrari enttäuscht Anleger |
| * | Ölkonzern BP setzt Aufsichtsratschef Manifold ab |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, BP) | |
| Frankfurt, 26. Mai (Reuters) - Neue Sorgen um die Lage | |
| im Nahen Osten haben die europäischen Börsen am Dienstag ins | |
| Minus gedrückt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss 0,8 | |
| Prozent schwächer mit 25.184 Punkten. Hoffnungen auf eine Lösung | |
| im US-Iran-Konflikt hatten den deutschen Leitindex am Montag um | |
| zwei Prozent nach oben - und damit erstmals seit zweieinhalb | |
| Wochen über die 25.000-Punkte-Marke - getrieben. Der | |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) fiel am Dienstag 1,2 Prozent auf 6064 | |
| Zähler. Die wichtigsten Indizes an der Wall | |
| Street(.DJI)(.SPX)(.IXIC), die zum Wochenstart feiertagsbedingt | |
| geschlossen geblieben war, tendierten verhalten freundlich. | |
Ungeachtet der Bemühungen um ein Friedensabkommen halten die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten an. Der Iran warf den USA am Dienstag einen "groben Verstoß" gegen die seit Anfang April geltende Waffenruhe vor und behielt sich das Recht auf Vergeltung vor. Die USA räumten ein, Ziele im Süden des Iran angegriffen zu haben. Der von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte baldige Abschluss eines Abkommens mit dem Iran zog sich derweil hin. Es könne noch "ein paar Tage" dauern, bis die Einigung ausgehandelt sei, sagte Außenminister Marco Rubio. "Zuerst hieß es, eine Einigung sei nahe, dann sollten alle die Abraham-Abkommen unterzeichnen, und jetzt gibt es Bombenangriffe. Es ist also nicht ganz klar, was dort vor sich geht", resümierte Peter Schaffrik, Stratege bei RBC Capital Markets.
Der Ölpreis weitete seinen Anstieg aus. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um 4,1 Prozent auf 100,09 Dollar je Fass (159 Liter), nachdem das Plus zuvor bei nur einem Prozent gelegen hatte. US-Leichtöl WTI(CLc1), das am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, verbilligte sich hingegen um 2,8 Prozent auf 93,88 Dollar pro Barrel. Zum Wochenstart hatte der Preis für Brent mehr als sieben Prozent eingebüßt. Viele Experten erwarten jedoch, dass sich die Lage am Ölmarkt auch nach dem Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen dürfte.
Dies belastete auch den Goldpreis(XAU=). Das Edelmetall verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 4505 Dollar je Feinunze. Damit gab es seine Gewinne vom Montag größtenteils wieder ab. Der Goldpreis ist seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um rund 15 Prozent gefallen, da die Teuerung beim Öl Inflations- und Zinssorgen geschürt hat. Erhöhte Zinsen wichtiger Notenbanken dämpfen die Nachfrage nach unverzinsten Anlagen wie Gold.
Die US-Devise stabilisierte sich hingegen. Der Dollar-Index(.DXY) lag 0,05 Prozent im Minus bei 99,188 Punkten. Fallende Ölpreise verringern die Nachfrage nach Dollar für Ölkäufe. Zugleich sinkt bei geopolitischer Entspannung die Risikoprämie, was die Handelsumsätze bei als "sichere Häfen" geltenden Anlagen schwächt.
Im Rampenlicht bei den Einzelwerten stand Ferrari(RACE.MI) mit einem Kursrutsch von mehr als acht Prozent. Das erste vollelektrische Auto(RACE.MI) des italienischen Luxussportwagenbauers hat die Anleger nicht überzeugt. Laut einem Händler enttäuschte das Design die Investoren. "Für sie ist das kein Ferrari", sagte er. Das Unternehmen hatte den "Luce" (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. "Es ist ein Wagnis", sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Enthüllung des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche(P911_p.DE) und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für Elektroautos zurückgefahren.
Für Gesprächsstoff sorgten auch die Aktien von BP(BP.L), die um gut vier Prozent abrutschten. Der britische Ölkonzern hat seinen erst vor wenigen Monaten ernannten Aufsichtsratschef Albert Manifold mit sofortiger Wirkung entlassen und begründete dies mit Problemen bei der Unternehmensführung und im Verhalten.
(Bericht von Sanne Schimanski und Olaf Brenner, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
26.05.26
16:42
Reuters
Ungeachtet der Bemühungen um ein Friedensabkommen halten die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten an. Der Iran warf den USA am Dienstag einen "groben Verstoß" gegen die seit Anfang April geltende Waffenruhe vor und behielt sich das Recht auf Vergeltung vor. Die USA räumten ein, Ziele im Süden des Iran angegriffen zu haben. Der von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte baldige Abschluss eines Abkommens mit dem Iran zog sich derweil hin. Es könne noch "ein paar Tage" dauern, bis die Einigung ausgehandelt sei, sagte Außenminister Marco Rubio. "Zuerst hieß es, eine Einigung sei nahe, dann sollten alle die Abraham-Abkommen unterzeichnen, und jetzt gibt es Bombenangriffe. Es ist also nicht ganz klar, was dort vor sich geht", resümierte Peter Schaffrik, Stratege bei RBC Capital Markets.
Der Ölpreis weitete seinen Anstieg aus. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um 4,1 Prozent auf 100,09 Dollar je Fass (159 Liter), nachdem das Plus zuvor bei nur einem Prozent gelegen hatte. US-Leichtöl WTI(CLc1), das am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, verbilligte sich hingegen um 2,8 Prozent auf 93,88 Dollar pro Barrel. Zum Wochenstart hatte der Preis für Brent mehr als sieben Prozent eingebüßt. Viele Experten erwarten jedoch, dass sich die Lage am Ölmarkt auch nach dem Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen dürfte.
Der Goldpreis(XAU=) gab seine Gewinne vom Montag größtenteils wieder ab und verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 4505 Dollar je Feinunze. Damit gab es seine Gewinne vom Montag größtenteils wieder ab. Der Goldpreis ist seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um rund 15 Prozent gefallen, da die Teuerung beim Öl Inflations- und Zinssorgen geschürt hat. Erhöhte Zinsen wichtiger Notenbanken dämpfen die Nachfrage nach unverzinsten Anlagen wie Gold.
Die US-Devise stabilisierte sich hingegen. Der Dollar-Index(.DXY) lag 0,05 Prozent im Minus bei 99,188 Punkten. Fallende Ölpreise verringern die Nachfrage nach Dollar für Ölkäufe. Zugleich sinkt bei geopolitischer Entspannung die Risikoprämie, was die Handelsumsätze bei als "sichere Häfen" geltenden Anlagen schwächt.
Im Rampenlicht bei den Einzelwerten stand Ferrari(RACE.MI) mit einem Kursrutsch von mehr als acht Prozent. Das erste vollelektrische Auto(RACE.MI) des italienischen Luxussportwagenbauers hat die Anleger nicht überzeugt. Laut einem Händler enttäuschte das Design die Investoren. "Für sie ist das kein Ferrari", sagte er. Das Unternehmen hatte den "Luce" (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. "Es ist ein Wagnis", sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Enthüllung des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche(P911_p.DE) und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für Elektroautos zurückgefahren.
Für Gesprächsstoff sorgten auch die Aktien von BP(BP.L), die um gut vier Prozent abrutschten. Der britische Ölkonzern hat seinen erst vor wenigen Monaten ernannten Aufsichtsratschef Albert Manifold mit sofortiger Wirkung entlassen und begründete dies mit Problemen bei der Unternehmensführung und im Verhalten.
(Bericht von Sanne Schimanski und Olaf Brenner, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)