26.05.26
10:16
Reuters
Frankfurt, 26. Mai (Reuters) - Die neuen US-Angriffe auf den Iran sorgen für erneut fallende Kurse an den europäischen Börsen. Der Dax(.GDAXI) notierte am Dienstag gegen Mittag gut ein halbes Prozent tiefer bei 25.210 Punkten. Hoffnungen auf eine Lösung im US-Iran-Konflikt hatten den deutschen Leitindex am Montag um zwei Prozent nach oben und damit erstmals seit zweieinhalb Wochen über die 25.000-Punkte-Marke getrieben. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor am Dienstag knapp ein Prozent auf 6085 Zähler. Die Futures für die wichtigsten Indizes an der Wall Street(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1), die zum Wochenstart feiertagsbedingt geschlossen geblieben war, legten leicht zu.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des seit rund drei Monaten andauernden Kriegs gehen zwar weiter, in der Nacht zum Dienstag flogen die US-Streitkräfte jedoch nach eigenen Angaben im Süden des Irans neue Angriffe auf militärische Ziele. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut, drohte jedoch mit weiteren Angriffen, sollten sie scheitern. "Zuerst hieß es, eine Einigung sei nahe, dann sollten alle die Abraham-Abkommen unterzeichnen, und jetzt gibt es Bombenangriffe. Es ist also nicht ganz klar, was dort vor sich geht", resümierte Peter Schaffrik, Stratege bei RBC Capital Markets.
Der Ölpreis weitete indes seine Gewinne aus. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um mehr als 3,5 Prozent auf 99,55 Dollar je Fass (159 Liter), nachdem das Plus zuvor bei nur einem Prozent gelegen hatte. US-Leichtöl WTI(CLc1), das am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, gab hingegen nach und verbilligte sich um rund vier Prozent auf 93,04 Dollar pro Barrel. Zum Wochenstart hatte der Preis für Brent mehr als sieben Prozent eingebüßt. Viele Experten erwarten jedoch, dass sich die Lage am Ölmarkt auch nach dem Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen dürfte.
Dies belastete auch den Goldpreis(XAU=). Das Edelmetall verbilligte sich um gut ein Prozent auf 4519 Dollar je Feinunze. Damit gab er seine Gewinne vom Montag größtenteils wieder ab. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei Silber(XAG=), Palladium(XPD=) und Platin(XPT=). Der Goldpreis ist seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um rund 15 Prozent gefallen, da die Teuerung bei Öl Inflations- und Zinssorgen geschürt hat. Erhöhte Zinsen wichtiger Notenbanken dämpfen die Nachfrage nach unverzinsten Anlagen wie Gold.
Die US-Devise stabilisierte sich hingegen. Der Dollar-Index(.DXY) gab leicht nach und lag bei 99,045 Punkten. Fallende Ölpreise verringern die Nachfrage nach Dollar für Ölkäufe. Zugleich sinkt bei geopolitischer Entspannung die Risikoprämie, was die Handelsumsätze bei als "sichere Häfen" geltenden Anlagen schwächt.
Im Rampenlicht bei den Einzelwerten stand Ferrari(RACE.MI) mit einem Kursrutsch von rund sechs Prozent. Das erste vollelektrische Auto(RACE.MI) des italienischen Luxussportwagenbauers hat die Anleger nicht überzeugt. Laut einem Händler vor Ort enttäuschte das Design die Investoren. "Für sie ist das kein Ferrari", sagte er. Das Unternehmen hatte den "Luce" (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. "Es ist ein Wagnis", sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Enthüllung des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche(P911_p.DE) und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für Elektroautos zurückgefahren.
In Frankfurt sorgten negative Analystenkommentare bei mehreren Unternehmen für fallende Kurse. So bröckelten die Aktien von Merck(MRCG.DE), Wacker Chemie(WCHG.DE), Grand City Properties(GYC.DE) und der Lufthansa(LHAG.DE) nach Herabstufungen um knapp zwei bis gut drei Prozent ab.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
26.05.26
10:16
Reuters
| * | USA fliegen neue Angriffe im Iran - Verhandlungen | |
| dauern an | ||
| * | Ölpreis weitet Gewinne aus - Gold und Dollar geben nach | |
| * | E-Auto von Ferrari enttäuscht Anleger | |
(Neu: Europäische Börsen, US-Futures, Öl, Edelmetalle, Dollar, Ferrari)
| Frankfurt, 26. Mai (Reuters) - Die neuen US-Angriffe auf |
| den Iran sorgen für erneut fallende Kurse an den europäischen |
| Börsen. Der Dax(.GDAXI) notierte am Dienstag gegen Mittag gut |
| ein halbes Prozent tiefer bei 25.210 Punkten. Hoffnungen auf |
| eine Lösung im US-Iran-Konflikt hatten den deutschen Leitindex |
| am Montag um zwei Prozent nach oben und damit erstmals seit |
| zweieinhalb Wochen über die 25.000-Punkte-Marke getrieben. Der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor am Dienstag knapp ein Prozent auf |
| 6085 Zähler. Die Futures für die wichtigsten Indizes an der Wall |
| Street(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1), die zum Wochenstart |
| feiertagsbedingt geschlossen geblieben war, legten leicht zu. |
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des seit rund drei Monaten andauernden Kriegs gehen zwar weiter, in der Nacht zum Dienstag flogen die US-Streitkräfte jedoch nach eigenen Angaben im Süden des Irans neue Angriffe auf militärische Ziele. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut, drohte jedoch mit weiteren Angriffen, sollten sie scheitern. "Zuerst hieß es, eine Einigung sei nahe, dann sollten alle die Abraham-Abkommen unterzeichnen, und jetzt gibt es Bombenangriffe. Es ist also nicht ganz klar, was dort vor sich geht", resümierte Peter Schaffrik, Stratege bei RBC Capital Markets.
Der Ölpreis weitete indes seine Gewinne aus. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um mehr als 3,5 Prozent auf 99,55 Dollar je Fass (159 Liter), nachdem das Plus zuvor bei nur einem Prozent gelegen hatte. US-Leichtöl WTI(CLc1), das am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, gab hingegen nach und verbilligte sich um rund vier Prozent auf 93,04 Dollar pro Barrel. Zum Wochenstart hatte der Preis für Brent mehr als sieben Prozent eingebüßt. Viele Experten erwarten jedoch, dass sich die Lage am Ölmarkt auch nach dem Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen dürfte.
Dies belastete auch den Goldpreis(XAU=). Das Edelmetall verbilligte sich um gut ein Prozent auf 4519 Dollar je Feinunze. Damit gab er seine Gewinne vom Montag größtenteils wieder ab. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei Silber(XAG=), Palladium(XPD=) und Platin(XPT=). Der Goldpreis ist seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um rund 15 Prozent gefallen, da die Teuerung bei Öl Inflations- und Zinssorgen geschürt hat. Erhöhte Zinsen wichtiger Notenbanken dämpfen die Nachfrage nach unverzinsten Anlagen wie Gold.
Die US-Devise stabilisierte sich hingegen. Der Dollar-Index(.DXY) gab leicht nach und lag bei 99,045 Punkten. Fallende Ölpreise verringern die Nachfrage nach Dollar für Ölkäufe. Zugleich sinkt bei geopolitischer Entspannung die Risikoprämie, was die Handelsumsätze bei als "sichere Häfen" geltenden Anlagen schwächt.
Im Rampenlicht bei den Einzelwerten stand Ferrari(RACE.MI) mit einem Kursrutsch von rund sechs Prozent. Das erste vollelektrische Auto(RACE.MI) des italienischen Luxussportwagenbauers hat die Anleger nicht überzeugt. Laut einem Händler vor Ort enttäuschte das Design die Investoren. "Für sie ist das kein Ferrari", sagte er. Das Unternehmen hatte den "Luce" (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. "Es ist ein Wagnis", sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Enthüllung des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche(P911_p.DE) und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für Elektroautos zurückgefahren.
In Frankfurt sorgten negative Analystenkommentare bei mehreren Unternehmen für fallende Kurse. So bröckelten die Aktien von Merck(MRCG.DE), Wacker Chemie(WCHG.DE), Grand City Properties(GYC.DE) und der Lufthansa(LHAG.DE) nach Herabstufungen um knapp zwei bis gut drei Prozent ab.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)