18.05.26
17:22
Reuters
| * Dax dreht ins Plus und legt bis zu zwei Prozent zu | |
| * | Weltweiter Anleihenabverkauf treibt Renditen der |
| Eurozone | |
| * | Deutsche-Börse-Aktie steigt nach Rückkehr von TCI |
| * | Uber wird größter Aktionär von Delivery Hero |
| (Neu: Schlusskurse, Delivery Hero) | |
| Frankfurt, 18. Mai (Reuters) - Nach einem schwachen | |
| Handelsstart haben sich Anleger an den europäischen | |
| Aktienmärkten wieder zuversichtlicher gezeigt. | |
| Entspannungssignale aus Nahost ließen den Dax(.GDAXI) am Montag | |
| zeitweise um bis zu zwei Prozent steigen, bevor der deutsche | |
| Leitindex 1,5 Prozent fester bei 24.308 Punkten aus dem Handel | |
| ging. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) machte anfängliche | |
| Verluste wieder wett und verabschiedete sich 0,4 Prozent höher | |
| bei 5849 Zählern. Die Friedenshoffnungen hätten neue Nahrung | |
| erhalten, sagte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. | |
Scharfe Töne von US-Präsident Donald Trump gegenüber Iran sowie die Furcht vor einer militärischen Eskalation hatten die Aktienkurse zunächst sinken lassen und die Ölpreise zeitweise um rund drei Prozent angetrieben. Neue Hoffnung kam nach einem iranischen Medienbericht auf, demzufolge sich die USA bereiterklärt hat, die Sanktionen gegen Ölexporte der islamischen Republik für die Verhandlungsdauer auszusetzen. In einem neuen Vorschlag konzentriere sich der Iran auf ein Ende des Krieges, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung der Sanktionen gegen die Schifffahrt, sagte ein Insider. Die heikleren Fragen zum Atomprogramm und zur Urananreicherung würden demnach auf spätere Verhandlungsrunden vertagt. Ein US-Insider widersprach dieser Darstellung allerdings später teilweise.
"Anleger befinden sich derzeit in einem Wechselbad der Gefühle aus Eskalationssorgen und Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran", kommentierte Timo Emden, Analyst bei Emden Research. "Während Drohungen aus Washington die Anleger zunächst verunsicherten, sorgen Berichte über Verhandlungsvorschläge zwischen den USA und dem Iran zwischenzeitlich für Erleichterung." Die Ölpreise gaben daraufhin zeitweise mehr als zwei Prozent nach, nachdem sie in der Vorwoche rund sieben Prozent zugelegt hatten.
Der weltweite Ausverkauf an den Anleihemärkten fand unterdessen auch zum Wochenanfang kein Ende und trieb die Renditen in der Eurozone weiter nach oben. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe(DE10YT=RR) kletterte auf ein frisches 15-Jahres-Hoch. Anleger sind besorgt, dass höhere Energiepreise im Zuge des Nahost-Konflikts die Inflation anheizen und weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen könnten. Vor diesem Hintergrund warfen Investoren von Tokio bis New York Staatsanleihen aus den Depots und verschärften damit den Einbruch am Anleihemarkt.
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Richtwert für die Eurozone gilt, stieg mit 3,193 auf den höchsten Stand seit 15 Jahren und lag zuletzt 0,5 Basispunkte höher bei 3,16 Prozent. Am Freitag war die Rendite um bis zu 8,5 Basispunkte auf den höchsten Stand seit Mai 2011 geschossen. Auf die Frage, ob sie über den Ausverkauf bei Anleihen besorgt sei, antwortete EZB-Chefin Christine Lagarde Reportern am Montag: "Ich mache mir immer Sorgen, das ist mein Job!"
"Die beiden Treiber, der Iran-Krieg und die Kosten der Investitionen in Künstliche Intelligenz, treiben die Inflation an, und die Renditen zehnjähriger Anleihen schießen in die Höhe", sagte Michele Morganti, Stratege bei Generali Investments. "Das ist ein weiterer Belastungsfaktor für Risikoanlagen."
Bei den Einzelwerten zeigten sich Anleger erfreut darüber, dass der US-Fahrdienst Uber(UBER.N) größter Aktionär des Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero(DHER.DE) geworden ist. Der mit "Uber Eats" auch als Lieferdienst aktive US-Konzern hält nach eigenen Angaben inzwischen 19,5 Prozent der Anteile an Delivery Hero. Darüberhinaus habe Uber über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent der Anteile und könne damit auf eine Sperrminorität kommen, teilte Delivery Hero ergänzend mit. Die Anteilsscheine von Delivery Hero zogen mehr als fünf Prozent an und waren damit größter Gewinner im MDax.
Ein Bericht über den Einstieg des aktivistischen Investors Elliott beim US-Großaktionär Bio-Rad(BIO.N) gab zudem den Aktien von Sartorius(SATG_p.DE) Auftrieb. Die Vorzugspapiere des Göttinger Pharma- und Laborzulieferers stiegen ebenfalls um mehr als fünf Prozent.
Gefragt waren auch Papiere der Deutschen Börse(DB1Gn.DE), die mehr als vier Prozent zulegten und größter Dax-Gewinner waren. Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte am Freitagabend eine Stimmrechtsmitteilung des aktivistischen Aktionärs TCI veröffentlicht, wonach dieser seine Beteiligung aufgestockt habe.
(Bericht von Stefanie Geiger udn Sanne Schimanski, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
18.05.26
17:22
Reuters
Frankfurt, 18. Mai (Reuters) - Nach einem schwachen Handelsstart haben sich Anleger an den europäischen Aktienmärkten wieder zuversichtlicher gezeigt. Entspannungssignale aus Nahost ließen den Dax(.GDAXI) am Montag zeitweise um bis zu zwei Prozent steigen, bevor der deutsche Leitindex 1,5 Prozent fester bei 24.308 Punkten aus dem Handel ging. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) machte anfängliche Verluste wieder wett und verabschiedete sich 0,4 Prozent höher bei 5849 Zählern. Die Friedenshoffnungen hätten neue Nahrung erhalten, sagte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
Scharfe Töne von US-Präsident Donald Trump gegenüber Iran sowie die Furcht vor einer militärischen Eskalation hatten die Aktienkurse zunächst sinken lassen und die Ölpreise zeitweise um rund drei Prozent angetrieben. Neue Hoffnung kam nach einem iranischen Medienbericht auf, demzufolge sich die USA bereiterklärt hat, die Sanktionen gegen Ölexporte der islamischen Republik für die Verhandlungsdauer auszusetzen. In einem neuen Vorschlag konzentriere sich der Iran auf ein Ende des Krieges, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung der Sanktionen gegen die Schifffahrt, sagte ein Insider. Die heikleren Fragen zum Atomprogramm und zur Urananreicherung würden demnach auf spätere Verhandlungsrunden vertagt. Ein US-Insider widersprach dieser Darstellung allerdings später teilweise.
"Anleger befinden sich derzeit in einem Wechselbad der Gefühle aus Eskalationssorgen und Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran", kommentierte Timo Emden, Analyst bei Emden Research. "Während Drohungen aus Washington die Anleger zunächst verunsicherten, sorgen Berichte über Verhandlungsvorschläge zwischen den USA und dem Iran zwischenzeitlich für Erleichterung." Die Ölpreise gaben daraufhin zeitweise mehr als zwei Prozent nach, nachdem sie in der Vorwoche rund sieben Prozent zugelegt hatten.
Der weltweite Ausverkauf an den Anleihemärkten fand unterdessen auch zum Wochenanfang kein Ende und trieb die Renditen in der Eurozone weiter nach oben. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe(DE10YT=RR) kletterte auf ein frisches 15-Jahres-Hoch. Anleger sind besorgt, dass höhere Energiepreise im Zuge des Nahost-Konflikts die Inflation anheizen und weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen könnten. Vor diesem Hintergrund warfen Investoren von Tokio bis New York Staatsanleihen aus den Depots und verschärften damit den Einbruch am Anleihemarkt.
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Richtwert für die Eurozone gilt, stieg mit 3,193 auf den höchsten Stand seit 15 Jahren und lag zuletzt 0,5 Basispunkte höher bei 3,16 Prozent. Am Freitag war die Rendite um bis zu 8,5 Basispunkte auf den höchsten Stand seit Mai 2011 geschossen. Auf die Frage, ob sie über den Ausverkauf bei Anleihen besorgt sei, antwortete EZB-Chefin Christine Lagarde Reportern am Montag: "Ich mache mir immer Sorgen, das ist mein Job!"
"Die beiden Treiber, der Iran-Krieg und die Kosten der Investitionen in Künstliche Intelligenz, treiben die Inflation an, und die Renditen zehnjähriger Anleihen schießen in die Höhe", sagte Michele Morganti, Stratege bei Generali Investments. "Das ist ein weiterer Belastungsfaktor für Risikoanlagen."
Bei den Einzelwerten zeigten sich Anleger erfreut darüber, dass der US-Fahrdienst Uber(UBER.N) größter Aktionär des Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero(DHER.DE) geworden ist. Der mit "Uber Eats" auch als Lieferdienst aktive US-Konzern hält nach eigenen Angaben inzwischen 19,5 Prozent der Anteile an Delivery Hero. Darüberhinaus habe Uber über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent der Anteile und könne damit auf eine Sperrminorität kommen, teilte Delivery Hero ergänzend mit. Die Anteilsscheine von Delivery Hero zogen mehr als fünf Prozent an und waren damit größter Gewinner im MDax.
Ein Bericht über den Einstieg des aktivistischen Investors Elliott beim US-Großaktionär Bio-Rad(BIO.N) gab zudem den Aktien von Sartorius(SATG_p.DE) Auftrieb. Die Vorzugspapiere des Göttinger Pharma- und Laborzulieferers stiegen ebenfalls um mehr als fünf Prozent.
Gefragt waren auch Papiere der Deutschen Börse(DB1Gn.DE), die mehr als vier Prozent zulegten und größter Dax-Gewinner waren. Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte am Freitagabend eine Stimmrechtsmitteilung des aktivistischen Aktionärs TCI veröffentlicht, wonach dieser seine Beteiligung aufgestockt habe.
(Bericht von Stefanie Geiger udn Sanne Schimanski, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)