15.10.26
07:34
Reuters
Frankfurt/Singapur, 15. Okt (Reuters) - Die Furcht vor einer Insolvenzwelle unter Betreibern von Rechenzentren treibt die Kosten für eine Absicherung gegen solche Ereignisse in die Höhe. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden.
Die Credit Default Swaps (CDS) auf Anleihen des Cloud-Anbieters Oracle(ORCL.N) verteuerten sich Daten von S&P Global Market Intelligence zufolge am Donnerstag um 26 Basispunkte und markierten mit 288 Basispunkten ein Rekordhoch. Dies bedeutet, dass Anleger für ein zehn Millionen Dollar schweres Paket an Oracle-Bonds jährlich 288.000 Dollar an Prämie zahlen müssen, um sich gegen einen Zahlungsausfall des mit mehr als 120 Milliarden Dollar verschuldeten US-Konzerns abzusichern.
Der Kurs vergleichbarer Softbank(9984.T)-CDS mit fünfjähriger Laufzeit stieg gleichzeitig um 24 auf 424 Basispunkte. Der japanische Technologie-Investor beteiligt sich unter anderem am US-Projekt "Stargate" zum Bau von KI-Rechenzentren. Darüber hinaus hat er in den vergangenen Monaten zahlreiche milliardenschwere Anleihen begeben, um den Einstieg beim KI-Entwickler OpenAI zu finanzieren.
Die sogenannten CDS-Spreads von CoreWeave(CRWV.O), eines mit rund 50 Milliarden Dollar verschuldeten Betreibers von KI-Rechenzentren, durchbrachen sogar die Marke von 1000 Basispunkten. Gleichzeitig warfen Investoren die Anleihen(USU2069EAE06=) des Unternehmens aus ihren Depots und trieben dadurch deren Rendite auf knapp 16 Prozent. Die CoreWeave-Aktie brach am Mittwoch an der Wall Street um mehr als 15 Prozent ein und verlor nachbörslich weitere sechs Prozent.
Die wachsende Nervosität der Anleger spiegelte sich auch bei den Kreditausfallversicherungen anderer Technologiekonzerne wie Amazon(AMZN.O), Alphabet(GOOGL.O), Meta(META.O) und Nvidia(NVDA.O) wider. Ihre Kurse markierten ebenfalls Rekordhochs, blieben absolut betrachtet jedoch deutlich unter dem Niveau der Oracle-CDS.
Den Experten der Beratungsfirma Gartner zufolge werden die KI-Umsätze in den kommenden Jahren nicht schnell genug steigen, um die billionenschweren Investitionen in deren Infrastruktur zu finanzieren. Bei Projekten mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Billionen Dollar drohten demnach Abschreibungen. Daher sei damit zu rechnen, dass in den kommenden Jahren 80 Prozent der sogenannten Neoclouds, die sich wie CoreWeave auf den Betrieb von KI-Rechenzentren spezialisiert haben, vor dem Aus stehen oder übernommen werden.
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| STICHWORT-Credit Default Swaps - Versicherungen gegen | |
| Zahlungsausfall | [nL6N4610EM] |
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(richt von Hakan Ersen und Tom Westbrook, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
15.10.26
07:34
Reuters
Frankfurt/Singapur, 15. Okt (Reuters) - Die Furcht vor einer Insolvenzwelle unter Betreibern von Rechenzentren treibt die Kosten für eine Absicherung gegen solche Ereignisse in die Höhe. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden.
Die Credit Default Swaps (CDS) auf Anleihen des Cloud-Anbieters Oracle(ORCL.N) verteuerten sich Daten von S&P Global Market Intelligence zufolge am Donnerstag um 26 Basispunkte und markierten mit 288 Basispunkten ein Rekordhoch. Dies bedeutet, dass Anleger für ein zehn Millionen Dollar schweres Paket an Oracle-Bonds jährlich 288.000 Dollar an Prämie zahlen müssen, um sich gegen einen Zahlungsausfall des mit mehr als 120 Milliarden Dollar verschuldeten US-Konzerns abzusichern.
Der Kurs vergleichbarer Softbank(9984.T)-CDS mit fünfjähriger Laufzeit stieg gleichzeitig um 24 auf 424 Basispunkte. Der japanische Technologie-Investor beteiligt sich unter anderem am US-Projekt "Stargate" zum Bau von KI-Rechenzentren. Darüber hinaus hat er in den vergangenen Monaten zahlreiche milliardenschwere Anleihen begeben, um den Einstieg beim KI-Entwickler OpenAI zu finanzieren.
Die sogenannten CDS-Spreads von CoreWeave(CRWV.O), eines mit rund 50 Milliarden Dollar verschuldeten Betreibers von KI-Rechenzentren, durchbrachen sogar die Marke von 1000 Basispunkten. Gleichzeitig warfen Investoren die Anleihen(USU2069EAE06=) des Unternehmens aus ihren Depots und trieben dadurch deren Rendite auf knapp 16 Prozent. Die CoreWeave-Aktie brach am Mittwoch an der Wall Street um mehr als 15 Prozent ein und verlor nachbörslich weitere sechs Prozent.
Die wachsende Nervosität der Anleger spiegelte sich auch bei den Kreditausfallversicherungen anderer Technologiekonzerne wie Amazon(AMZN.O), Alphabet(GOOGL.O), Meta(META.O) und Nvidia(NVDA.O) wider. Ihre Kurse markierten ebenfalls Rekordhochs, blieben absolut betrachtet jedoch deutlich unter dem Niveau der Oracle-CDS.
Den Experten der Beratungsfirma Gartner zufolge werden die KI-Umsätze in den kommenden Jahren nicht schnell genug steigen, um die billionenschweren Investitionen in deren Infrastruktur zu finanzieren. Bei Projekten mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Billionen Dollar drohten demnach Abschreibungen. Daher sei damit zu rechnen, dass in den kommenden Jahren 80 Prozent der sogenannten Neoclouds, die sich wie CoreWeave auf den Betrieb von KI-Rechenzentren spezialisiert haben, vor dem Aus stehen oder übernommen werden.
(richt von Hakan Ersen und Tom Westbrook, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)