29.09.26
09:52
Reuters
(Technische Wiederholung)
* Börsenwert von mehr als zwei Billionen Dollar angepeilt
* Umsatz und Verlust 2025 jeweils vervielfacht
* Anthropic warnt vor "existenziellen Gefahren für Menschheit" durch KI
| New York, 29. Sep (Reuters) - Der KI-Entwickler |
| Anthropic strebt bei seinem geplanten US-Börsengang eine |
| Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Dies |
| geht aus dem Emissionsprospekt hervor, den die |
| Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Diese Bewertung wäre |
| mehr als doppelt so hoch wie bei der jüngsten Finanzierungsrunde |
| im vergangenen Mai und ein Lackmustest für die Branchenstimmung. |
| Allerdings erkauft sich Anthropic sein rasantes Wachstum mit |
| hohen Verlusten. Gleichzeitig sorgen außer Kontrolle geratene |
| KI-Modelle, die in fremde IT-Systeme eindringen, immer wieder |
| für Schlagzeilen. Dies hat eine Diskussion darüber entfacht, ob |
| diese Technologie eine existenzielle Gefahr für die Menschheit |
| darstellt. |
Anthropic weist im Börsenprospekt sogar ausdrücklich darauf hin: Die aktuelle Entwicklung könnte das Risiko erhöhen, dass die KI-Modelle des Unternehmens Schaden anrichten. Sie könnten sich einer Abschaltung widersetzen, Informationen verheimlichen oder manipulieren sowie erpresserische Verhaltensweisen entwickeln. Dies ist ein ungewöhnlicher Schritt für ein Unternehmen, dessen Erfolg von einer raschen Verbreitung dieser Technologie abhängt. OpenAI stoppte einem Zeitungsbericht zufolge die Veröffentlichung der nächsten KI-Generation, weil die Software unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag legte. Der Anthropic-Rivale legte sogar seine Börsenpläne vorerst auf Eis.
Der Börsenaspirant Anthropic betont allerdings auch die wirtschaftlichen Chancen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Im vergangenen Jahr verzwölffachte sich der Umsatz des Startups den Angaben zufolge auf etwa 4,6 Milliarden Dollar. Der Verlust stieg allerdings in ähnlichem Umfang auf 42 Milliarden Dollar. Zwar geht der Löwenanteil davon auf Abschreibungen im Zusammenhang mit früheren Finanzierungsrunden zurück. Das operative Minus lag aber bei acht Milliarden Dollar. Ein Grund hierfür sind die steigenden Kosten für Rechenkapazitäten, die für das Training und den Betrieb von KI benötigt werden. Sie verdreifachten sich 2025 auf 7,3 Milliarden Dollar und machen mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben aus. In den kommenden Jahren will das Startup insgesamt 518 Milliarden Dollar in den Ausbau der KI-Infrastruktur investieren.
Ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Anthropic bislang mit zwei Großkunden. Allerdings hätten diese und andere Abnehmer meist keine langfristigen Verträge abgeschlossen. Sie könnten daher jederzeit Auftragsvolumina reduzieren oder stornieren. Das Startup verfügt über Barmittel von rund 20 Milliarden Dollar. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern zählen Amazon(AMZN.O) und Google. Der Onlinehändler und der Internetkonzern haben jeweils Milliarden in Anthropic investiert und stellen dem Unternehmen gleichzeitig Cloud-Kapazitäten zur Verfügung.
Mit der anvisierten Marktkapitalisierung von rund zwei Billionen Dollar wäre Anthropic nach SpaceX(SPCX.O) das zweite Unternehmen, das diese Marke aus dem Stand knackt. Die Aktien des Weltraumkonzerns, zu dem auch der KI-Entwickler xAI zählt, rutschten nach ihrem fulminanten Börsendebüt im Juni jedoch zeitweise unter ihren Ausgabepreis. Analysten rechnen dennoch mit regem Interesse an den Anthropic-Papieren. Sie böten Anlegern Gelegenheit, direkt in ein reines KI-Unternehmen zu investieren, das technologisch führend sei.
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| STICHWORT-Hackerangriffe und Angriffsversuche autonomer | |
| KI-Systeme | [nL8N4570JQ] |
| STICHWORT-Warnung vor KI-Apokalypse: Wie konnte es so weit | |
| kommen? | [nL8N4570SP] |
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Bericht von Echo Wang; geschrieben von Hakan Ersen. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).
29.09.26
09:52
Reuters
New York, 29. Sep (Reuters) - Der KI-Entwickler Anthropic strebt bei seinem geplanten US-Börsengang eine Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Dies geht aus dem Emissionsprospekt hervor, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Diese Bewertung wäre mehr als doppelt so hoch wie bei der jüngsten Finanzierungsrunde im vergangenen Mai und ein Lackmustest für die Branchenstimmung. Allerdings erkauft sich Anthropic sein rasantes Wachstum mit hohen Verlusten. Gleichzeitig sorgen außer Kontrolle geratene KI-Modelle, die in fremde IT-Systeme eindringen, immer wieder für Schlagzeilen. Dies hat eine Diskussion darüber entfacht, ob diese Technologie eine existenzielle Gefahr für die Menschheit darstellt.
Anthropic weist im Börsenprospekt sogar ausdrücklich darauf hin: Die aktuelle Entwicklung könnte das Risiko erhöhen, dass die KI-Modelle des Unternehmens Schaden anrichten. Sie könnten sich einer Abschaltung widersetzen, Informationen verheimlichen oder manipulieren sowie erpresserische Verhaltensweisen entwickeln. Dies ist ein ungewöhnlicher Schritt für ein Unternehmen, dessen Erfolg von einer raschen Verbreitung dieser Technologie abhängt. OpenAI stoppte einem Zeitungsbericht zufolge die Veröffentlichung der nächsten KI-Generation, weil die Software unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag legte. Der Anthropic-Rivale legte sogar seine Börsenpläne vorerst auf Eis.
Der Börsenaspirant Anthropic betont allerdings auch die wirtschaftlichen Chancen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Im vergangenen Jahr verzwölffachte sich der Umsatz des Startups den Angaben zufolge auf etwa 4,6 Milliarden Dollar. Der Verlust stieg allerdings in ähnlichem Umfang auf 42 Milliarden Dollar. Zwar geht der Löwenanteil davon auf Abschreibungen im Zusammenhang mit früheren Finanzierungsrunden zurück. Das operative Minus lag aber bei acht Milliarden Dollar. Ein Grund hierfür sind die steigenden Kosten für Rechenkapazitäten, die für das Training und den Betrieb von KI benötigt werden. Sie verdreifachten sich 2025 auf 7,3 Milliarden Dollar und machen mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben aus. In den kommenden Jahren will das Startup insgesamt 518 Milliarden Dollar in den Ausbau der KI-Infrastruktur investieren.
Ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Anthropic bislang mit zwei Großkunden. Allerdings hätten diese und andere Abnehmer meist keine langfristigen Verträge abgeschlossen. Sie könnten daher jederzeit Auftragsvolumina reduzieren oder stornieren. Das Startup verfügt über Barmittel von rund 20 Milliarden Dollar. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern zählen Amazon(AMZN.O) und Google. Der Onlinehändler und der Internetkonzern haben jeweils Milliarden in Anthropic investiert und stellen dem Unternehmen gleichzeitig Cloud-Kapazitäten zur Verfügung.
Mit der anvisierten Marktkapitalisierung von rund zwei Billionen Dollar wäre Anthropic nach SpaceX(SPCX.O) das zweite Unternehmen, das diese Marke aus dem Stand knackt. Die Aktien des Weltraumkonzerns, zu dem auch der KI-Entwickler xAI zählt, rutschten nach ihrem fulminanten Börsendebüt im Juni jedoch zeitweise unter ihren Ausgabepreis. Analysten rechnen dennoch mit regem Interesse an den Anthropic-Papieren. Sie böten Anlegern Gelegenheit, direkt in ein reines KI-Unternehmen zu investieren, das technologisch führend sei.
Bericht von Echo Wang; geschrieben von Hakan Ersen. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).