15.05.26
16:26
Reuters
Frankfurt, 15. Mai (Reuters) - Neu entflammte Sorgen über die Lage im Nahen Osten haben die Aktienmärkte zum Wochenschluss ins Minus gedrückt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Freitag 2,1 Prozent tiefer bei 23.950,57 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 1,8 Prozent auf 5827,76 Zähler. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen 1,1 und 1,4 Prozent im Minus. "Mit dem Blick auf das bevorstehende Wochenende schauen die Anleger lieber zweimal in ihre Portfolios und bauen unnötiges Risiko ab", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. "Zu groß ist die Gefahr, dass es über das Wochenende sowohl zu einem erneuten Paradigmenwechsel in der Situation im Nahen Osten als auch zu Kontroversen zwischen den USA und China kommen könnte."
Da das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking keinen Durchbruch im US-Iran-Konflikt brachte, fürchten Anleger eine erneute militärische Eskalation. Trump drohte dem Iran am Donnerstag, er werde "nicht mehr lange geduldig sein". Dabei hatten die Investoren gehofft, dass der US-Präsident China stärker einbinden könnte, um in dem seit Ende Februar andauernden Nahost-Krieg zu vermitteln. "Am Markt setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Trump-Xi-Gipfel letztlich vor allem symbolischen Charakter hatte", resümierte Timo Emden von Emden Research. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) verteuerte sich auf Wochensicht um rund acht Prozent, beim US-Leichtöl WTI(CLc1) lag das Plus bei mehr als zehn Prozent.
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An den Anleihemärkten trieben Inflationsängste wegen der anhaltend hohen Energiepreise die Bond-Renditen in die Höhe. Investoren dies- und jenseits des Atlantiks stellten sich zunehmend auf Zinserhöhungen der großen Notenbanken ein, um die hohe Teuerung in den USA und im Euroraum in den Griff zu bekommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsbonds(US10YT=RR) lag mit 4,587 Prozent auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr. Die Verzinsung der zehnjährigen italienischen Anleihen(IT10YT=RR) kletterte um 17,4 Basispunkte auf 3,958 Prozent, die der deutschen Pendants(DE10YT=RR) stieg um 10,6 Basispunkte auf 3,154 Prozent.
Auch der Dollar(.DXY)-Index legte wegen der Zins-Spekulationen um rund ein halbes Prozent auf 99,276 Punkte zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Wochen. Bei Gold(XAU=) und Kupfer(CMCU3) sorgte der starke Greenback für einen heftigen Abverkauf. Das Edelmetall verlor in der Spitze drei Prozent auf 4512 Dollar je Feinunze, das Industriemetall notierte mit 13.555 Dollar je Tonne in der Spitze 3,4 Prozent niedriger. Eine stärkere US-Währung verteuert in Dollar gehandelte Metalle für Inhaber anderer Währungen.
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Bei den Einzelwerten belastete der Anstieg beim Ölpreis den globalen Chipsektor. An der Börse in Frankfurt rutschten Aixtron(AIXGn.DE) und Infineon(IFXGn.DE) um sechs und 4,2 Prozent ab. In Amsterdam büßte der Chipausrüster ASML(ASML.AS) 4,4 Prozent ein. Dies drückte den europäischen Branchenindex(.SX8P) um 1,7 Prozent ins Minus. Damit gehörte er zu den größten Verlierern im breit gefassten europäischen Stoxx-600-Index(.STOXX).
Daniel von Ahlen, Stratege beim Analysehaus TS Lombard, führte den Ausverkauf auf die Teuerung bei Öl und die Erwartung steigender Zinsen zurück. Höhere Zinsen schmälern laut Experten zukünftige Gewinne wachstumsstarker Technologiefirmen. Es handle sich dabei nicht um eine Änderung der fundamentalen Aussichten für den Sektor, sagt von Ahlen.
Im MDax(.MDAXI) griffen Anleger angesichts eines Umsatzsprungs im Auftaktquartal bei Freenet(FNTGn.DE) zu. Die Aktien des Mobilfunk- und TV-Anbieters rückten um knapp vier Prozent vor.
An der Pariser Börse machte der französische Luxusgüterkonzern LVMH(LVMH.PA) von sich reden. Das Unternehmen trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke Marc Jacobs. Die Aktien gaben gut ein Prozent nach.
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(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
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Reuters
| * | Weiter kein Durchbruch bei US-Verhandlungen mit dem | |
| Iran | ||
| * | US-China-Gipfel sorgt für Enttäuschung | |
| * | Ölpreise ziehen an - Zinsspekulationen nehmen zu | |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) | ||
| Frankfurt, 15. Mai (Reuters) - Neu entflammte Sorgen | ||
| über die Lage im Nahen Osten haben die Aktienmärkte zum | ||
| Wochenschluss ins Minus gedrückt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum | ||
| Handelsschluss am Freitag 2,1 Prozent tiefer bei 23.950,57 | ||
| Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 1,8 Prozent auf | ||
| 5827,76 Zähler. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) | ||
| lagen zwischen 1,1 und 1,4 Prozent im Minus. "Mit dem Blick auf | ||
| das bevorstehende Wochenende schauen die Anleger lieber zweimal | ||
| in ihre Portfolios und bauen unnötiges Risiko ab", sagte Andreas | ||
| Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. "Zu groß ist die | ||
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| Kontroversen zwischen den USA und China kommen könnte." | ||
Da das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking keinen Durchbruch im US-Iran-Konflikt brachte, fürchten Anleger eine erneute militärische Eskalation. Trump drohte dem Iran am Donnerstag, er werde "nicht mehr lange geduldig sein". Dabei hatten die Investoren gehofft, dass der US-Präsident China stärker einbinden könnte, um in dem seit Ende Februar andauernden Nahost-Krieg zu vermitteln. "Am Markt setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Trump-Xi-Gipfel letztlich vor allem symbolischen Charakter hatte", resümierte Timo Emden von Emden Research. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) verteuerte sich auf Wochensicht um rund acht Prozent, beim US-Leichtöl WTI(CLc1) lag das Plus bei mehr als zehn Prozent.
An den Anleihemärkten trieben Inflationsängste wegen der anhaltend hohen Energiepreise die Bond-Renditen in die Höhe. Investoren dies- und jenseits des Atlantiks stellten sich zunehmend auf Zinserhöhungen der großen Notenbanken ein, um die hohe Teuerung in den USA und im Euroraum in den Griff zu bekommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsbonds(US10YT=RR) lag mit 4,587 Prozent auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr. Die Verzinsung der zehnjährigen italienischen Anleihen(IT10YT=RR) kletterte um 17,4 Basispunkte auf 3,958 Prozent, die der deutschen Pendants(DE10YT=RR) stieg um 10,6 Basispunkte auf 3,154 Prozent.
Auch der Dollar(.DXY)-Index legte wegen der Zins-Spekulationen um rund ein halbes Prozent auf 99,276 Punkte zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Wochen. Bei Gold(XAU=) und Kupfer(CMCU3) sorgte der starke Greenback für einen heftigen Abverkauf. Das Edelmetall verlor in der Spitze drei Prozent auf 4512 Dollar je Feinunze, das Industriemetall notierte mit 13.555 Dollar je Tonne in der Spitze 3,4 Prozent niedriger. Eine stärkere US-Währung verteuert in Dollar gehandelte Metalle für Inhaber anderer Währungen.
Bei den Einzelwerten belastete der Anstieg beim Ölpreis den globalen Chipsektor. An der Börse in Frankfurt rutschten Aixtron(AIXGn.DE) und Infineon(IFXGn.DE) um sechs und 4,2 Prozent ab. In Amsterdam büßte der Chipausrüster ASML(ASML.AS) 4,4 Prozent ein. Dies drückte den europäischen Branchenindex(.SX8P) um 1,7 Prozent ins Minus. Damit gehörte er zu den größten Verlierern im breit gefassten europäischen Stoxx-600-Index(.STOXX).
Daniel von Ahlen, Stratege beim Analysehaus TS Lombard, führte den Ausverkauf auf die Teuerung bei Öl und die Erwartung steigender Zinsen zurück. Höhere Zinsen schmälern laut Experten zukünftige Gewinne wachstumsstarker Technologiefirmen. Es handle sich dabei nicht um eine Änderung der fundamentalen Aussichten für den Sektor, sagt von Ahlen.
Im MDax(.MDAXI) griffen Anleger angesichts eines Umsatzsprungs im Auftaktquartal bei Freenet(FNTGn.DE) zu. Die Aktien des Mobilfunk- und TV-Anbieters rückten um knapp vier Prozent vor.
An der Pariser Börse machte der französische Luxusgüterkonzern LVMH(LVMH.PA) von sich reden. Das Unternehmen trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke Marc Jacobs. Die Aktien gaben gut ein Prozent nach.
(Bericht von Sanne Schimanski und Daniela Pegna, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: