Die KW 45 ist dicht gepackt: Zum Wochenauftakt legt Apple Zahlen vor, am Mittwoch folgt die Inflationsschätzung für die Eurozone, am Donnerstag entscheidet die Bank of England über den Leitzins. Den Schlusspunkt setzt am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Dazwischen berichten zahlreiche DAX-Konzerne, darunter BMW, Bayer, Deutsche Telekom und Rheinmetall. Alle Zeitangaben in MEZ.
Montag, 02.11.
Apple berichtet nach US-Börsenschluss (gegen 22:00 Uhr) über das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Als eines der schwersten Indexmitglieder im S&P 500 und Nasdaq 100 kann das Zahlenwerk die Stimmung im gesamten Technologiesektor prägen.
Im Blick stehen die iPhone-Umsätze, das Wachstum im Servicegeschäft und vor allem der Ausblick auf das Weihnachtsquartal, das für Apple traditionell das umsatzstärkste ist.
Ebenfalls nach US-Börsenschluss legt Palantir Zahlen zum dritten Quartal vor. Die Aktie gilt als Gradmesser für die Nachfrage nach KI-Software. Wichtig sind das Wachstum im US-Geschäftskundensegment und die Jahresprognose.
Um 16:00 Uhr erscheint der ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie (Vorwert: 54,5 Punkte). Werte über 50 signalisieren Wachstum.
Besonders beachtenswert ist die Preiskomponente: Mit zuletzt 77,9 Punkten deutete sie auf erheblichen Kostendruck hin – ein Faktor, der in die Zinserwartungen an die Fed einfließt.
Am Vormittag folgen die finalen Industrie-PMIs für Deutschland (08:55 Uhr, Vorwert 54,3) und die Eurozone (09:00 Uhr, Vorwert 52,9). Relevant sind vor allem Abweichungen von der ersten Schätzung.
Um 08:00 Uhr meldet das Statistische Bundesamt die Einzelhandelsumsätze für September. Im Vormonat legten sie real um 1,3 Prozent zu. Die Daten geben Hinweise auf die Verfassung des privaten Konsums.
Dienstag, 03.11.
Der DAX-Konzern Bayer legt am frühen Morgen seine Quartalszahlen vor, die Telefonkonferenz folgt am Nachmittag. Anleger achten auf die Entwicklung im Agrar- und Pharmageschäft, die Verschuldung sowie auf Aussagen zu laufenden Rechtsstreitigkeiten.
Der Online-Modehändler Zalando berichtet vor Handelsbeginn. Im Fokus stehen Bruttowarenvolumen, Profitabilität und der Ausblick auf das wichtige Schlussquartal.
Um 16:00 Uhr veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Zahl der offenen Stellen für September (Vorwert: rund 7,08 Millionen). Der Bericht ist ein erster Baustein für die Einschätzung des Arbeitsmarkts vor den Freitagsdaten.
Nach US-Börsenschluss berichtet AMD. Die Zahlen liefern Aufschluss über die Nachfrage nach KI-Rechenzentrumschips und wirken häufig auf den gesamten Halbleitersektor. Booking Holdings meldet am Abend, Shopify bereits vor US-Handelsstart.
In den USA finden die Midterm-Wahlen statt. Die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Kongress beeinflussen die Umsetzbarkeit von Gesetzesvorhaben in Fiskal-, Handels- und Regulierungspolitik. Ergebnisse dürften im Verlauf der Nacht und am Mittwoch in die Kurse einfließen.
Die Reserve Bank of Australia gibt ihre geldpolitische Entscheidung bekannt. Für hiesige Anleger liefert sie Kontext zum globalen Zinsumfeld.
Mittwoch, 04.11.
Um 11:00 Uhr veröffentlicht Eurostat die erste Schätzung der Verbraucherpreise. Im September lag die Inflationsrate bei 3,8 Prozent, erwartet werden 3,9 Prozent. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel lag zuletzt bei 2,2 Prozent.
Die Daten sind zentral für die Zinserwartungen an die EZB und damit für Anleihen, Euro und zinssensitive Sektoren wie Immobilien und Banken.
BMW legt am frühen Morgen Zahlen vor, Pressekonferenz und Analystenrunde folgen am Vormittag. Im Fokus: die operative Marge im Autogeschäft, die Entwicklung in China und Aussagen zu Zöllen.
Drei weitere DAX-Werte berichten: Continental vor Handelsbeginn, Fresenius um 08:30 Uhr und Vonovia gegen Mittag. Bei Vonovia lohnt der Blick auf Mietentwicklung und Finanzierungskosten – das Umfeld steigender Inflation macht die Aktie besonders zinssensitiv.
Der dänische Pharmakonzern ist eines der schwersten Indexmitglieder in Europa. Entscheidend sind die Absatzzahlen der Abnehmmedikamente und die Jahresprognose.
Um 14:15 Uhr meldet ADP die Beschäftigungsentwicklung in der US-Privatwirtschaft (Vorwert: 90.000). Um 16:00 Uhr folgt der ISM-Index für den Dienstleistungssektor (Vorwert: 54,0), der den größten Teil der US-Wirtschaft abbildet. Auch hier ist die Preiskomponente (zuletzt 67,7) beachtenswert.
Nach US-Börsenschluss berichten Qualcomm (viertes Geschäftsquartal) und AppLovin, ARM Holdings folgt kurz vor Mitternacht. Die Chipwerte liefern Signale zur Smartphone-Nachfrage und zum KI-Geschäft.
Donnerstag, 05.11.
Um 13:00 Uhr verkündet die Bank of England ihre Entscheidung, zusammen mit Protokoll und geldpolitischem Bericht. Der Leitzins liegt bei 3,75 Prozent; der Konsens rechnet mit einer Anhebung auf 4,0 Prozent. Zuletzt stimmten drei Mitglieder für eine Erhöhung, erwartet wird nun eine Mehrheit von sieben zu zwei.
Eine Zinserhöhung einer großen Notenbank wäre ein deutliches Signal für das europäische Zinsumfeld. Neben der Entscheidung selbst zählt das Abstimmungsverhalten.
Das DAX-Schwergewicht berichtet vor Handelsbeginn. Wichtig sind die Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US, der Free Cashflow und die Bestätigung der Jahresziele.
Ein dichter Berichtstag im DAX: Commerzbank (08:30 Uhr) mit Fokus auf Zinsüberschuss und Kapitalrückgabe, DHL mit Hinweisen auf den Welthandel, Siemens Healthineers mit dem Abschluss des Geschäftsjahres. Rheinmetall berichtet gegen Mittag – im Blick stehen Auftragseingang und Auftragsbestand.
Um 08:00 Uhr erscheinen die Industrieaufträge für September. Im August waren sie um 10,6 Prozent eingebrochen. Ob sich die Bestellungen stabilisieren, ist ein wichtiger Frühindikator für die deutsche Industrie.
Um 14:30 Uhr folgen die vorläufigen Daten zu Produktivität und Lohnstückkosten im dritten Quartal sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwert: 194.000).
Freitag, 06.11.
Um 14:30 Uhr erscheint der wichtigste Termin der Woche. Im September wurden lediglich 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, die Arbeitslosenquote lag bei 4,2 Prozent, die Stundenlöhne stiegen um 3,0 Prozent zum Vorjahr.
Die Daten prägen die Zinserwartungen an die Fed und bewegen regelmäßig Dollar, Anleihen und Aktienindizes. Neben der Stellenzahl lohnt der Blick auf Revisionen der Vormonate und die Lohnentwicklung.
Um 08:00 Uhr meldet Destatis die Produktion für September. Nach einem Plus von 2,0 Prozent im Vormonat wird ein Zuwachs von 0,5 Prozent erwartet.
Um 11:00 Uhr folgen die Einzelhandelsumsätze der Eurozone für September (Vorwert: +0,1 Prozent zum Vormonat) – ein Indikator für den Konsum im Währungsraum.
Um 16:00 Uhr erscheint die erste Schätzung für November (Vorwert: 46,3 Punkte). Beachtenswert sind die Inflationserwartungen der Verbraucher, die für ein Jahr zuletzt bei 4,7 Prozent lagen.
Der Impfstoffhersteller berichtet vor US-Handelsbeginn. Im Blick stehen Umsatzentwicklung und Kostendisziplin.
