Montag, 26.10.
Der ifo-Index gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Nach zuletzt schwachen Werten erhoffen sich Anleger Signale für eine konjunkturelle Bodenbildung.
Ein weiterer Rückgang könnte die Sorgen vor einer tiefgreifenden Rezession in Deutschland verstärken und den DAX zum Wochenstart entsprechend belasten.
Dienstag, 27.10.
Auf Unternehmensseite macht der Konsumgüterhersteller Beiersdorf den Auftakt im DAX. Anleger achten hier besonders auf das Margenwachstum und die Nachfrage aus dem asiatischen Raum.
Am Nachmittag legt der US-Zahlungsabwickler PayPal seine Bücher für das dritte Quartal vor. Die Zahlen gelten als wichtiger Gradmesser für die globale Konsumfreude und den Zustand des Online-Handels im Vorfeld der Weihnachtssaison.
Die Konsumlaune in den USA ist ein entscheidender Pfeiler für das Wachstum der größten Volkswirtschaft. Die Daten zum Verbrauchervertrauen des Conference Board und die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter liefern Investoren wichtige Vorab-Indikationen für die US-Konjunkturentwicklung.
Mittwoch, 28.10.
Am Abend (18:00 Uhr MEZ) richtet sich der Blick der internationalen Finanzmärkte nach Washington. Die Federal Reserve gibt ihren mit Spannung erwarteten Zinsentscheid bekannt.
Ein massiver Tag für den heimischen Markt: Mit Mercedes-Benz, BASF und der Deutschen Bank berichten drei absolute Index-Schwergewichte vorbörslich über ihre Geschäftsentwicklung.
Bei den Stuttgarter Autobauern steht die Preisdurchsetzungskraft im Fokus, bei BASF die Auslastung der Stammwerke und bei der Deutschen Bank die Entwicklung im Investmentbanking sowie die Höhe der Risikovorsorge.
Nach US-Börsenschluss folgt das Highlight für Technologie-Investoren. Microsoft und Alphabet gewähren Einblick in die Q3-Bilanzen.
Der absolute Fokus liegt auf dem Wachstum der Cloud-Sparten (Azure und Google Cloud) sowie den Monetarisierungserfolgen der immensen Infrastruktur-Investitionen in Künstliche Intelligenz. Enttäuschungen in diesen Bereichen bergen hohes Rückschlagspotenzial für den gesamten Nasdaq.
Donnerstag, 29.10.
Nach der Fed am Mittwoch zieht am Donnerstag (13:15 Uhr) die Europäische Zentralbank nach. Angesichts einer hartnäckigen konjunkturellen Schwäche in der Eurozone und zuletzt deutlich gesunkener Inflationsraten spekuliert der Markt auf weitere geldpolitische Lockerungen.
Die Rhetorik von EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird maßgeblich für die Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses und die Zinserwartungen der europäischen Anleihemärkte sein.
Begleitet wird die EZB-Sitzung von richtungsweisenden US-Makrodaten um 12:30 Uhr. Zeitgleich werden die erste Schätzung für das US-Bruttoinlandsprodukt (Q3) sowie der PCE-Preisindex (das bevorzugte Inflationsmaß der Fed) veröffentlicht.
Ein robustes Wirtschaftswachstum bei weiterhin moderater Inflation würde das von den Märkten eingepreiste "Soft Landing"-Szenario fundamental stützen.
Vorbörslich legt Volkswagen in einem äußerst angespannten Branchenumfeld seine Zahlen vor. Investoren suchen nach Antworten zur Kostenstruktur und den Herausforderungen auf dem chinesischen Markt. Zeitgleich berichtet der Industriegase-Konzern Linde.
Am Abend folgt mit Amazon das nächste US-Tech-Schwergewicht. Hier liegt das Augenmerk vor allem auf der Margenentwicklung im margenschwachen E-Commerce-Kerngeschäft und der Wachstumsdynamik der Cloud-Sparte AWS.
Freitag, 30.10.
Zum Wochenschluss liefert die Statistik geballte Fakten zur wirtschaftlichen Lage in Europa. Am Vormittag werden erste Schätzungen zum Bruttoinlandsprodukt (Q3) für Deutschland und die gesamte Eurozone veröffentlicht.
Flankiert werden die Wachstumsdaten von den vorläufigen Verbraucherpreisen (VPI) für Oktober. Diese Datenkombination bildet das fundamentale Rückgrat für die künftigen Entscheidungen der EZB.
Bereits in der asiatischen Nacht entscheidet die Bank of Japan über ihren Leitzins. Da der japanische Yen als zentrale Finanzierungswährung für globale Anlagegeschäfte (Carry Trades) dient, können überraschende Zinsschritte oder restriktive Töne aus Tokio weltweite Marktverwerfungen nach sich ziehen.
