Montag, 14.09.
Zum Start in die neue Handelswoche richten Anleger den Blick nach Asien. Die Veröffentlichung der revidierten Daten zur japanischen Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung liefert erste makroökonomische Impulse.
Obwohl Konjunkturdaten aus Japan für das europäische Aktiengeschäft meist nur eine Nebenrolle spielen, sind sie ein wertvolles Puzzleteil zur Bewertung der asiatischen Gesamtwirtschaft. Gerade exportorientierte deutsche Unternehmen hängen signifikant von der Nachfrage aus diesem Wirtschaftsraum ab.
Dienstag, 15.09.
In der Nacht zu Dienstag veröffentlicht Peking ein umfassendes Datenpaket. Neben der Industrieproduktion stehen vor allem die Einzelhandelsumsätze im Fokus der Anleger.
Die Kennzahlen geben entscheidenden Aufschluss darüber, ob die staatlichen Stützungsmaßnahmen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt greifen. Insbesondere deutsche Automobil- und Maschinenbauer reagieren sensibel auf Nachfragesignale aus Fernost.
Für den deutschen Markt markiert der ZEW-Index am Vormittag den ersten echten Härtetest der Woche. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt institutionelle Anleger und Analysten zu ihren mittelfristigen Erwartungen für die deutsche Wirtschaft.
Ein unerwartet schwacher Wert könnte den heimischen Leitindex belasten, da er Befürchtungen einer anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Deutschland untermauern würde.
Mittwoch, 16.09.
Am Nachmittag rückt der US-Konsum in den Mittelpunkt. Die Einzelhandelsumsätze gelten als wichtigster Indikator für die Ausgabefreudigkeit der US-Bürger, die einen Großteil des amerikanischen Wirtschaftswachstums trägt.
Robuste Zahlen könnten kurzfristige Zinssenkungsfantasien dämpfen, während ein überraschender Einbruch auf eine rasche Abkühlung der Wirtschaft hindeuten würde.
Das bestimmende Ereignis für die internationalen Aktienmärkte ist der Leitzinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve am Abend. Nach den jüngsten Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten erhoffen sich Marktteilnehmer klare Signale für den geldpolitischen Pfad der kommenden Monate.
Neben dem eigentlichen Zinsbeschluss wird der Fokus der Wall Street auf der anschließenden Pressekonferenz und möglichen Anpassungen der Zinsprognosen, den sogenannten Dot-Plots, liegen. Hier droht die höchste Volatilität der Woche.
Donnerstag, 17.09.
Nur einen Tag nach der Fed steht die Europäische Zentralbank (EZB) im Rampenlicht. Der EZB-Rat gibt am Nachmittag seine Entscheidung über die europäischen Leitzinsen bekannt.
Für Anleger mit Exposure im DAX und Euro-Stoxx ist dieser Termin von höchster Bedeutung. Entscheidend wird sein, wie die Währungshüter die hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor in Relation zur schwächelnden Industrie in der Eurozone bewerten.
Parallel zur EZB-Zinsentscheidung werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA veröffentlicht. In Phasen geldpolitischer Übergänge reagiert der Markt besonders empfindlich auf Anzeichen einer rapiden Abkühlung am US-Arbeitsmarkt.
Freitag, 18.09.
Zum Wochenausklang stehen noch einmal US-Konjunkturdaten auf der Agenda. Veröffentlicht werden die Zahlen zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung für den abgelaufenen Monat.
Diese Daten bieten wertvolle Einblicke in die Verfassung des amerikanischen verarbeitenden Gewerbes jenseits des reinen Konsums und runden das makroökonomische Bild dieser notenbankdominierten Handelswoche ab.
