Montag, 13.07.
Die Handelswoche startet makroökonomisch verhältnismäßig ruhig. Zur Mittagszeit veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Daten zur deutschen Leistungsbilanz für den Monat Mai.
Auch wenn diese Kennzahl kurzfristig selten für große Kurssprünge sorgt, liefert sie Anlegern einen wichtigen fundamentalen Kontext zur Verfassung der exportgetriebenen deutschen Wirtschaft. Ein solider Außenhandelsüberschuss ist für viele DAX-Konzerne ein entscheidender Stabilitätsfaktor.
Dienstag, 14.07.
Bereits in der asiatischen Handelssession richten sich die Blicke auf China. Die Veröffentlichung der Exporte und Importe sowie der Handelsbilanz für Juni gibt Aufschluss über die globale Nachfrage.
Für den deutschen Markt, insbesondere für die Automobil- und Chemieindustrie, sind diese Daten hochrelevant. Schwächelnde Importe Chinas deuten oft auf eine abkühlende Binnennachfrage hin, was europäische Zykliker unter Druck setzen kann.
Am frühen Nachmittag steht das wichtigste Makro-Event der Woche auf der Agenda: Die US-Verbraucherpreise für den Monat Juni. Analysten achten hierbei besonders auf die Kerninflation (Core CPI), bei der volatile Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden.
Die US-Notenbank Fed macht ihre Zinsentscheidungen maßgeblich von diesem Indikator abhängig. Überraschend hohe Inflationsraten könnten die Erwartungen an baldige Zinssenkungen dämpfen und den US-Dollar stärken, während Technologiewerte potenziell Gegenwind erfahren.
Mittwoch, 15.07.
In der Nacht zu Mittwoch liefert Peking das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal. Flankiert wird die Zahl von Daten zur Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen.
Das Erreichen der offiziellen Wachstumsziele ist ein wichtiger Gradmesser für die asiatischen Märkte und Rohstoffpreise. Enttäuschungen könnten die Rufe nach weiteren staatlichen Konjunkturpaketen lauter werden lassen.
Vor US-Börseneröffnung präsentiert ASML seine Ergebnisse für das zweite Quartal. Als wichtigster Zulieferer der globalen Halbleiterindustrie ist der niederländische Konzern ein Schwergewicht im Euro Stoxx 50.
Die Zahlen und vor allem der Ausblick auf den Auftragseingang (Bookings) gelten als Barometer für den weltweiten Halbleitermarkt und den anhaltenden KI-Boom. Positive Überraschungen könnten dem gesamten europäischen Tech-Sektor Auftrieb verleihen.
Begleitend zu den CPI-Daten vom Vortag werden in den USA die Erzeugerpreise (Producer Price Index) veröffentlicht. Sie gelten als Vorlaufindikator für die Verbraucherpreise, da Unternehmen höhere Produktionskosten in der Regel an die Endkunden weitergeben.
Donnerstag, 16.07.
Nach US-Börsenschluss rückt Netflix mit seinen Zahlen für das zweite Quartal in den Mittelpunkt. Der Streaming-Gigant eröffnet traditionell den Reigen der großen US-Technologieunternehmen (FAANG).
Im Fokus der Investoren stehen neben Umsatz und Gewinn vor allem die Entwicklung der globalen Abonnentenzahlen sowie erste Resonanzen auf neue Preismodelle und Werbeeinnahmen. Die Aktie ist bekannt für teils deutliche Kursausschläge im nachbörslichen Handel.
Freitag, 17.07.
Zum Wochenausklang veröffentlicht Eurostat die finalen Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für den Monat Juni. Zeitgleich werden die endgültigen Inflationsdaten für Deutschland erwartet.
Diese Zahlen sind die Arbeitsgrundlage für die Europäische Zentralbank (EZB). Bestätigt sich der Trend einer sinkenden Inflationsträgheit, stärkt dies die Position der geldpolitischen Tauben im EZB-Rat, was europäische Anleihen und Aktien stützen dürfte.
Parallel zu den Inflationsdaten publiziert die EZB ihre vierteljährliche Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey). Der Bericht zeigt auf, ob Banken ihre Standards für die Kreditvergabe verschärfen oder lockern und wie sich die Kreditnachfrage der Unternehmen entwickelt. Dies liefert tiefe Einblicke in die reale Transmission der aktuellen Zinspolitik.
